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Abhidhamma · Anuruddha / Nyanatiloka (deutsch)

Handbuch der buddhistischen Philosophie (Abhidhammattha-Saṅgaha)Das klassische Kompendium des Abhidhamma — übersetzt und erklärt von Nyanatiloka.

Aus PDF aufbereitet 20 Kapitel

Auf einen Blick — 20 Kapitel

  1. 1Teil 8 besteht (1) in einer bloßen Aufzählung der zwölf-
  2. 2Teil 9, der die verschiedenen Menschenarten, die Entfal-
  3. 3C. Lauteres (wurzelverbundenes) Bewußtsein
  4. 4C. 25 lautere
  5. 5C. die 25 'lauteren' (§ 23 + 24) bloß mit lauterem Bewußtsein.
  6. 6C. Die 25 lauteren (sobhana) Geistesfaktoren
  7. 7C. Im lauteren (sobhana) Bewußtsein der Sinnessphäre
  8. 8C. Trübsal-Gefühl (domanassa)
  9. 9C. Von Toren unabhängige Bewußtseinsklassen
  10. 10C. Mit begrenztem Objekt (parittarammar;a)
  11. 11C. Feinkörperliche Sphäre
  12. 12C. In der Feinkörperlichen Sphäre
  13. 13Teil VI). Daher bezeichnet man diese Wesen als 'von körperli-
  14. 14C. 12 Grundlagen
  15. 15C. das Geistige (näma) ist für das Körperliche (rüpa) eine
  16. 16C. Das Geistige ist für das Körperliche
  17. 17C. Erreichung der 3 Grade der Entfaltung der Sammlung
  18. 18C. Die dreifache Erlösung
  19. 19Teil I. Analyse der Wirklichkeiten
  20. 20Teil II. Beziehungen der Wirklichkeiten
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HANDBUCH
DER
BUDDHISTISCHEN PHILOSOPHIE

Abhidhammatha-Saṅgaha Ācariya Anuruddha Übersetzt und erläutert von Nyāṇailoka Mahāthera

ABHIDHAMMATTHA SAÍGAHA

2. Auflage (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage) © der deutschsprachigen Ausgabe by Abhidhamma-Förderverein e. V., Bruckmühl 2014 Covergestaltung: Traudel Reiß Coverfoto: adpic.de / I. Mikhaylov. Der Tautropfen soll die Flüchtigkeit der dhammas symbolisieren. Druck: Digitaldruck Leibi, Neu-Ulm klimaneutral

INHALTSVeRzeICHNIS Aussprache des Pâli Abkürzungen Geleitwort Danksagung Einleitung von Ayya Khema Vorwort AbhidhAmmAtthA-SAígAhA Prolog

1. Kompendium des Bewußtseins
2. Kompendium der Geistesfaktoren
3. Kompendium der besonderen Kategorien
4. Kompendium der geistigen Prozesse
5. Kompendium der unabhängigen Dinge
6. Kompendium der Körperlichkeit
7. Kompendium der Kategorien
8. Kompendium der Bedingungen
9. Kompendium der Übungsgebiete

epilog Nyâòatiloka Weitere Werke Nyâòatilokas Abhidhamma-Förderverein Vorschau Tabellen

DANKSAGUNG

Namo tassa bhagavato arahato sammâ sambuddhassa Dass dieses kleine, kompakte Werk zustande gekommen ist, ist natürlich in erster Linie dem Buddha höchstpersönlich zu verdanken, der die Wirklichkeit im höchsten Sinne erkannt hat, so wie auch der Abhidhamma sie systematisch erklärt. Ihm, dem erhabenen, Befreiten, vollkommen Selbst-erleuchteten gilt unsere Verehrung und allerhöchste Wertschätzung. Ganz großer Dank gebührt dann Âcariya Anuruddha aus Sri Lanka, der irgendwann zwischen dem 5. und 12. Jh. aus dem umfangreichen Material der sieben Bücher des AbhidhammaPiúaka das Kompendium Abhidhammattha Saígaha zusammengefasst hat, das noch heute weltweit als Grundlage jeden Abhidhamma-Studiums benutzt wird. Großer Dank gebührt sodann dem ehrw. Nyâòatiloka, der den in Pâli verfassten Abhidhammattha Saígaha noch vor Mitte des letzten Jahrhunderts ins Deutsche übersetzt und kommentiert hat. Vor 20 Jahren konnte dann dieses „Handbuch der Buddhistischen Philosophie“ dank Ayya Khemas Initiative, durch Gerolf T’Hooft als Buch aus Manuskripten erstellt, erstmals veröffentlicht werden – Herausgeber war der Jhana Verlag. Inzwischen ist diese Auflage längst vergriffen und auf unsere Bitte hin erhielten wir – der Abhidhamma-Förderverein e.V. – die Rechte an diesem Buch, so dass wir es als diese 2. Auflage nachdrucken konnten. Hierbei behilflich war Traudel Reiß, bei der sich der Abhidhamma-Förderverein herzlich bedanken möchte.

Wir möchten darauf hinweisen, dass das Werk auch Online durch Raimar Koloska mit umfangreichen, neuen Tabellen, verweis-sensitiven Graphiken und zusätzlichen Kommentierungen zur Verfügung steht: http://www.abhidhamma.de/txt_abhiS_index.html Bruckmühl, im November 2014 Ayya Agganyani für den Abhidhamma-Förderverein e.V. eINLeITUNG VON AyyA KHeMA Hier liegt nun das erste Abhidhamma-Werk in deutscher Sprache vor, das 50 Jahre warten mußte, bis genügend Begeisterung bei einigen Menschen aufkam, um sich dieser Veröffentlichung zu widmen. Der Pâli-Kanon (die älteste Überlieferung der Buddha-Lehre) wurde bei drei großen Konzilen zusammengestellt, die in den ersten Jahrhunderten nach dem Tod des Buddha in Indien abgehalten wurden. Das erste in Rajagaha, drei Monate nach dem Parinibbâna des Buddha; das zweite in Vesali, hundert Jahre später; und das dritte in Pataliputta zweihundert Jahre danach. Der Pâli-Kanon wird auch das ‘Tipiúaka’ genannt, was die ‘drei Körbe’ oder ‘Sammlungen der Lehre’ bedeutet. Die erste Sammlung ist der Vinaya, die Verhaltensregeln für Mönche und Nonnen. Die zweite Sammlung, in der die Lehrreden

des Buddha aufgezeichnet sind, sind die Suttas; und die dritte Sammlung ist der Abhidhamma, die ‘hohe’ oder ‘besondere’ Lehre des Buddha. Dieser dritte Teil des Pâli-Kanons weist einen deutlich anderen Charakter als die beiden ersten Teile auf. Während die Suttas und der Vinaya einem offensichtlich praktischen zweck dienen, nämlich eine klare Botschaft der Befreiung zu verkünden und einen Weg der persönlichen Übung aufzuzeichnen, tritt der Abhidhamma als eine Systematisierung der Lehre in erscheinung. Die Sammlung des Abhidhamma besteht aus sieben Büchern: Dhammasaígaòî, Vighaíga, Dhâtukathâ, Puggalapaììati, Kathâvatthu, yamaka und Paúúhâna. Sie alle enthalten Abhandlungen, in denen die Prinzipien der Lehre methodisch zusammengefaßt und klassifiziert wurden. Da der Abhidhamma durch Kommentare ständig wuchs, wurde er für Studienzwecke zunehmend unhandlicher. Die Notwendigkeit einer präzisen zusammenfassung wurde immer deutlicher. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, erschienen vermutlich schon seit dem 5. Jahrhundert kleine Handbücher des Abhidhamma. Seit dem 12. Jahrhundert hat das vorliegende Werk, der Abhidhammattha Saígaha, unbestritten Vorrang genossen. Seine Popularität mag sich durch die bemerkenswerte Ausgewogenheit von Genauigheit und Ausführlichkeit erklären. Trotz seines geringen Umfangs sind alle wesentlichen Punkte des Abhidhamma kurz und sorgfältig aufgeführt. Wir freuen uns, dieses bemerkenswerte Werk den deutschen Lesern vorlegen zu können, und hoffen, daß es vielen Menschen ein vertieftes Verständnis für die Buddha-Lehre vermitteln wird. Im Allgäu Frühjahr 1995 AyyA KHeMA

VORWORT

D er hier zum erstenmal in vollständiger deutscher Übersetzung vorliegende Abhidhamattha-Sangaha ist eine ganz kurzgedrängte, systematische, meist in aphoristischer Form dargebotene Zusammenfassung aller im Abhidhamma-Kanon und den dazugehörigen Kommentaren, insbesondere dem Visuddhi-Magga, zu findenden Lehren. Mit dem Studium dieses kleinen, grundlegenden Leitfadens beginnt in Burma und Thailand, den beiden Grundfesten der Abhidhamma-Gelehrsamkeit, das Studium des Buddha-Dhamma überhaupt. Alle jungen Mönche, und meistens auch die Laien, haben als erstes von ihrem Lehrer den Wortlaut dieses Werkchens auswendig zu lernen, und erst später werden sie mit dem Sinn und der Bedeutung der Worte vertraut gemacht. Später lernen sie dann auch den Wortlaut und den Sinn der Kommentare. Die, besonders in den zusammenfassenden Merksprüchen, angewandte Sprache ist gedrungen und voller Eigenarten und des Metrums halber häufig dermaßen lakonisch und gekürzt, daß der Leser oft wesentliche Bestandteile zu ergänzen hat und ihm die Lektüre ohne jede Erklärung oder Anleitung schlechterdings unmöglich ist. Der Titel des Werkes, 'Abhidhammattha-Sangaha', bedeutet wörtlich etwa: 'Zusammenfassung oder Kompendium der Wirklichkeiten', wobei man abhidhammattha, genauer gesagt abhidhammattha-dhamma, im Sinne von paramattha-dhamma, das ist 'im höchsten Sinne (wirkliche) Dinge', aufzufassen hat- wie zum Beispiel alle körperlichen und geistigen Daseinserscheinungen- im Gegensatz zu den im höchsten Sinne keine Wirklichkeit besitzenden sog. 'konventionellen Dingen' (vohära-dhamma; s. B.Wtb.: paramattha-sacca) - wie zum Beispiel Ich, Person usw.

VORWORT

Nach der burmesischen Tradition ist der Verfasser unseres Werkes ein singhalesischer Mönch namens Anuruddha, der dieses Werk in einem Kloster bei der alten Königstadt Polonnaruva in Ceylon verfaßt haben soll, und von dem man annimmt, daß er nicht später als das 12. Jahrhundert und nicht früher als das 8. Jahrhundert gelebt habe. Zumindest begann der Abhidhammattha-Sangaha im 12. Jahrhundert, das bis dahin allgemein den Leitfaden zum Studium des Abhidhamma bildende, vollständig metrisch abgefaßte, Kompendium 'Sacca-Sankhepa' zu verdrängen. In Burma werden beide Werke unter den als die neun 'Kleinfinger-Handbücher' ('lo-than') bekannten Abhidhamma-Auszügen aufgezählt. Näheres hierüber s. SZA VIII. Genau wie Visuddhi-Magga XIV-XVII- bzw. die entsprechenden Kapitel des mit jenem fasJ: identischen, aber zeitlich früheren und im 5. Jahrhundert ins Chinesische übertragenen Vimutti-Magga (s. Vis., Vorw.)- sich ganz auf Dhammasailgal).i und Panhäna (das erste und letzte Buch des Abhidhamma-Kanon) gründen, so ist das vorliegende Werk wiederum, mehr oder weniger, als eine ganz kurzgefaßte, systematische Synopsis des Visuddhi-Magga aufzufassen. Das Werk zerfällt in neun Teile. Darunter sind die, das eigentliche Werk bildenden, sechs Teile über Bewußtsein, Geistesfaktoren und Körperlichkeit eine kurze Fassung von Vis. XIV über die fünf Daseinsgruppen. Der größtenteils in Aufzählungen bestehende Teil 7 über die üblen, edlen und gemischten Kategorien ist ein Auszug aus Vis. XXII A, C und XVI.

Teil 8 besteht (1) in einer bloßen Aufzählung der zwölf-

gliedrigen Formel der Bedingten Entstehung (paticca-samuppäda), deren ausführliche Beschreibung in Vis. XVII sich findet, während (2) die in demselben Kapitel ausführlich behandelten 24 Bedingungsarten hier aufgezählt und kurz beschrieben werden. (3) Der Abschnitt über 'Begriffe' ist hier völlig neu und interessant.

Teil 9, der die verschiedenen Menschenarten, die Entfal-

tung von Gemütsruhe und Hellblick (samatha-vipassanä) und die sieben Stufen der Reinheit behandelt, besteht aus summarisch zusammengefaßten Aufzählungen von Vis. III, während

VORWORT

die hier aufgezählten 40 Übungen der Gemütsruhe (samathakammat.thäna) vollständig behandelt werden in Vis. IV-XIII, die Entfaltung des Hellblicks (vipassanä-bhävanä) usw. aber in Vis. XVIII-XXIII. Die drei bekanntesten Kommentare zum AbhidhammatthaSangaha sind: (1) Poräl).a-'fikä von dem singhalesischen Möch N avavimalabuddhi, (2) Abhidhammattha-vibhävinl-'fikä von dem singhalesischen Mönch Sumangala, (3) Sankhepavai).J).anäTikä von dem burmesischen Mönch Jatipäla. Außerdem wurde ein in vieler Weise ganz neuartiger Kommentar, ParamatthaDipanl, von dem noch nicht lange verstorbenen, gelehrten burmesischen Mönch Dr. Ledi Sayadaw veröffentlicht. Ebenso hat mein alter Freund Prof. Dhammananda Kosambi, der als Mönch im Jahre 1904 zusammen mit mir eine Höhle in den Sagainbergen in Oberburma bewohnte, einen sehr leicht verständlichen Pälikommentar in Devanägari-Schrift herausgegeben. Neben diesen Kommentaren findet sich noch in burmesischer Sprache eine ganze Reihe kleinerer exegetischer Schriften über unser Werk. Die erste und einzige vollständige Übertragung in eine moderne Sprache, die mir übrigens schon im Jahre 1907- also drei Jahre vor ihrer Veröffentlichung- als m 。 ョ オ ウ セ イ ゥ ー エ @ vom Autor leihweise überlassen wurde, ist die englische Ubersetzung des burmesischen Gelehrten Shwe Zan Aung (SZA) unter dem Titel 'Compendium of philosophy'. Sein Werk birgt eine gewaltige Fülle von Forscherarbeit und zeugt gleichfalls von einer gediegenen Kenntnis der westlichen Philosophen und seiner gründlichen Beherrschung des idiomatischen Englisch. In der Einleitung (S. 1-76) enthält das SZA'sche Werk eine Besprechung der im Abh.S. niedergelegten wesentlichsten Lehren, unter häufiger Vergleichung mit den Auffassungen westlicher Philosophen, und im Anhang (S. 223-85) zahlreiche Abhandlungen und Kritizismen über wichtige AbhidhammaBegriffe, zu denen auch Mrs. Rhys Davids, 、 ゥ セ @ Herausgeberio des Werkes, ihren Teil beigesteuert hat. Der Ubersetzungsteil als solcher aber kann, besonders ohne Einleitung und Anhang gründlich durchgearbeitet zu haben, vom Durchschnittsleser kaum verstanden werden, denn während der Lektüre vermißt er die zum Verständnis des spröden Textes unentbehrlichen

VORWORT

Erklärungen, ohne die besonders die, am Ende jedes Kapitels gegebenen, zusammenfassenden Merkverse unmöglich zu verstehen sind. Eine sich an SZA anlehnende, deutsche Teilübersetzung durch meinen Freund Govinda, München 1930, ist hier zu erwähnen. Dieselbe enthält eine philosophisch sehr interessante Einleitung und ist mit zahlreichen tabellarischen Übersichten versehen. Eine Textausgabe mit englischer Paraphrase durch meinen Freund Prof. Kasyap von der Hindu-Universität, Benares, erschien als Band I seiner 'Abhidhamma-Philosophy', Sarnath 1942. Ferner wäre noch zu nennen die englische Ausgabe des Werkes durch Dr. de Silva, die sich durch zahlreiche, wohl meist den k ッ ュ ュ ・ セ エ 。 イ ・ ョ @ entnommene, Erläuterungen auszeichnet, während Ubersetzung und Fußnoten wörtlich von SZA übernommen sind. Die Herstellung meiner deutschen Übersetzung sowie der Erklärungen wurde mir sehr erleichtert durch ュ セ セ ョ ・ @ mannigfaltigen Vorarbeiten, besonders durch meine Ubersetzung und Erläuterung des Visuddhi-Magga, meinen 'Guide through the a 「 ィ ゥ 、 ィ 。 ュ ュ 。 M p ゥ セ 。 ォ 。 G L @ mein 'Buddhistisches Wörterbuch' sowie meine Abhandlungen über den p 。 セ ゥ 」 」 。 M s 。 ュ オ ー ー ¦ 、 。 @ usw. In der Übersetzung habe ich betreffs der Anmerkungen, Tabellen usw. dieselbe Anordnung befolgt wie bei meinem Puggala-Pafi.fi.atti, Dhammapada, 'Wort des Buddha' usw., indem ich nämlich die Anmerkungen, wenn immer angängig, in Kleindruck innerhalb des Textes, und zwar stets nach kleinen Abschnitten, eingefügt habe, so daß der Fluß des Ganzen in keiner Weise gestört oder unterbrochen wird, wodurch dem Leser die Lektüre des Werkes einerseits sehr erleichtert wird und er anderseits nicht in Versuchung kommt, die zum Verständnis des Textes so unentbehrlichen Erklärungen zu übersehen. Die am Ende der einzelnen Abschnitte und Kapitel das im Vorangehenden Besprochene kurz rekapitulierenden metrischen !Yferksprüche habe ich, wie es eben in einer europäischen Ubersetzung nicht anders sein darf, soll sie nicht lächer-

VORWORT

lieh klingen und etwa an Busch-Verse erinnern, selbstverständlich in Pn?.sa wiedergegeben, zum Teil sogar in Form von tabellarischen Ubersichten, denen ich 、 。 ョ セ ⦅ ィ ¦ オ ヲ ゥ ァ @ noch erklärende Anmerkungen habe folgen lassen. Ubrigens wird eine solche metrische Ubersetzung dieser lakonischen Aussprüche kein Leser ohne Erklärungen verstehen können. Man urteile selber anhand der SZA'schen, vielleicht genauer gesagt Rhys Davids'schen, Knittelverse wie zum Beispiel: "Single, double, triple function, fourfold, fivefold, two, Eight and sixty single, double two and triple nine. Quadruple eight, quintuple two: - the functions thus assign." Um mich in den Erklärungen und Darlegungen nicht stets wiederholen zu müssen, habe ich sehr 'häufig auf mein 'Bud4histisches Wörterbuch' (B.Wtb.) und meine VisuddhimaggaUbersetzung (Vis.) hingewiesen. Letzteres gewaltig angelegte, systematische Werk könnte man nämlich, wie bereits oben angedeutet, als einen, auf alle Einzelheiten ausführlich eingehenden, Kommentar zum Abhidhammattha-Sangaha betrachten, oder auch den letzteren als eine Inhaltsübersicht über den Visuddhi-Magga. In der Wiedergabe und Auffassung der technischen Ausdrücke unterscheide ich mich bisweilen in vieler Beziehung von meinen Vorgängern, worüber ich mich bei den in Frage kommenden Begriffen eingehend ausgelassen habe. So gebe ich z.B. javana wieder als 'Impulsion' (statt 'apperception'), kiriyä als 'karmisch unabhängig funktionierend' (statt 'inoperative'), kusala und akusala als 'karmisch-heilsam' und 'karmisch-unheilsam' (statt 'moral' und 'immoral'),phassa als 'Bewußtseinseindruck' (statt 'contact'), rüpavacara und arüpa0 als 'feinkörperliche' und 'unkörperliche Sphäre oder Welt' (statt 'world of the form' und 'world of the formless') usw. Wie auch in den meisten meiner anderen Werke habe ich es auch hier wieder für durchaus nötig erachtet, wiederholt die technischen Päli-Ausdrücke in Klammern beizufügen. Zum Schluß möchte ich noch einmal besonders betonen, daß die Lektüre des Buches beim Leser ein gründliches Verständnis des Wesens der buddhistischen Lehre und eine gute

VORWORT

Kenntnis der technischen Grundbegriffe erfordert, so daß also einem völligen Neuling auf diesem Gebiet ohne Erklärungen der Sinn des Werkchens unverständlich bleiben muß. Ich glaube daher, den Leser dringend bitten zu müssen, bei der Lektüre stets mein Buddhistisches Wörterbuch zwecks wiederholten Nachschiagens コ オ セ @ Seite zu haben, wenn möglich auch meine v ゥ ウ オ 、 、 ィ ゥ ュ 。 ァ ァ 。 M u 「 ・ イ ウ ・ エ z セ A j ァ N @ Trotz meiner beinahe wörtlichen Ubersetzung glaube ich immerhin, das Werkchen so klar und deutlich wie nur irgend möglich gestaltet zu haben, so daß der gut vorbereitete Leser wohl imstande sein wird, anhand meiner vielen Anmerkungen und Hinweise das Werk in der richtigen Weise zu verstehen. Wie weit mir das gelungen ist, bleibe dem Urteil solcher Leser anheimgestell t. Central lnternment Camp Dehra-Dun (U . P.), India Juni1945

NYÄ]'JATILOKA MAHÄTH ERA

§ 1

PROLOG
HANDBUCH DER BUDDHISTISCHEN PHILOSOPHIE

Ehre Ihm, dem Erhabenen, Heiligen, Völlig-Erleuchteten! Dem unvergleichlich höchsten Buddha, Der hohen Lehre, heil' gen Jüngerschaft Entbot ich solchen Gruß und trage nun Den 'Grundriß aller Wirklichkeiten' vor. Die da erklärten Wirklichkeiten Im höchsten Sinne vierfach sind: Bewußtsein, geistige Faktoren, Das Körperliche und das Nibbäna. Bewußtsein (citta) sowie die mit dem Bewußtsein verbundenen Geistesfaktoren (cetasika) und Körperlichkeit (rupa): diese Dinge bilden die, das ganze Dasein ausmachenden, einzigen Wirklichkeiten (paramattha-dhamma), wiewohl denselben auch wiederum nur ein sehr ephemeres und flüchtiges Dasein beschieden ist; und etwas Dauerndes, eine sich gleichbleibende wirkliche Ichheit oder Wesenheit, findet sich da weder innerhalb noch außerhalb dieses von Bewußtsein, Geistesfaktoren und Körperlichkeit gebildeten und in seinen Bestandteilen sich unaufhörlich verändernden körperlichen und geistigen Daseinsstromes.

ERSTER TEIL
KOMPENDIUM DES BEWUSSTSEINS

Citta-Sangaha § 2 Das Bewußtsein (citta = viiiiiä?Ja) ist von vierfacher Art: der Sinnessphäre angehörend (kämavacara), der Feinkörperlichen Sphäre angehörend (rüpavacara), der Unkörperlichen Sphäre angehörend (arüpavacara) oder überweltlich (lokuttara). Mit Sinnessphäre (kämavacara), eig. Tummelplatz oder Gebiet (avacara < '-icar, sich hin und her bewegen) der sinnlichen Begierde (käma-räga) oder der Sinnesobjekte (vatthu-käma; s. B.Wtb.: käma), ist gemeint diese in den 5 Daseinsgruppen (khandha) wie Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Geistesfaktoren, Bewußtsein (riipa-kkhandha, vedanä0 , saiiiiä0 , sankhära0 , viiiiiä?Ja0 ) sich äußernde Sinneswelt der Menschen, Tiere usw. Der Korn. erklärt: Weil das Bewußtsein sich in den sinnlichen Dingen hin und her bewegt, darum gilt es als 'sich in den sinnlichen Dingen ergehend', d.i. der Sinnessphäre angehörend. Mit Feinkörperlicher Sphäre (riipavacara) sind bisweilen gemeint die aller Sinnlichkeit entrückten ersten 5 geistigen Vertiefungszustände (jhäna; s. B.Wtb.), bisweilen die diesen entsprechenden feinstoffliehen BrahmahimmeL Eine eigentliche Körperlichkeit, wie in unserer Sinneswelt, gibt es in letzterer nicht, und von den 5 Sinnestätigkeiten gibt es dort nur das Sehen und Hören. Vgl. § 107. Mit Unkörperlicher Sphäre (ariipavacara) sind gemeint die 4 höheren Vertiefungsgebiete (ariipayatana = 0 jhäna) bzw. die diesen entsprechenden und aller Körperlichkeit entrückten, rein geistigen Daseinssphären. Hier bestehen nur die 4 geistigen Grupp en: Gefühl, Wahrnehmung, Geistesformationen und Geistbewußtsein. Vgl. § 100 . Mit 'überweltlich' (lokuttara) sind gemeint die als die 4 Pfadbewußtseinsmomente (magga) und 4 Früchte (phala) be_zeichneten 8 Stufen der Heiligkeit (§ 16), ferner das Nibbäna. - Uber diese 9 überweltlichen Dinge (lokuttara-dhamma) s. ausführlicher B.Wtb.: ariya-puggala, nibbäna. Das gesamte Bewußtsein (v iiiiiä?Ja) läßt sich, entsprechend den 5 Sinnesorganen und dem Geist (mano), kurz zusammenfassen in den 6 Arten: 1. Seh-, 2. Hör-, 3. Riech-, 4. Schmeck-, 5. Körper-, 6. Geist-Bewußtsein (1. cakkhu-viiiiiä?Ja, 2. sota0 , 3. ghäna0 , 4. jivha-o, 5. käya0 , 6. mano0 ) .

KOMPENDIUM DES BEWUSSTSEINS
1. SINNESSPHÄRE

(kämavacara) Was ist da das der Sinnessphäre angehörende Bewußtsein (kämavacara-citta)? A. Karmisch unheilsames Bewußtsein (ak usala-citta) §3 Es gibt da insgesamt 12 karmisch unheilsame Bewußtseinstypen oder Bewußtseinsklassen: 8 in Gier wurzelnde (lobhamüla), 2 in Haß wurzelnde (dosa-müla), 2 in Verblendung wurzelnde (momüha = moha-müla). Gie r, Haß und Verblendung (lobha, dosa, moha) gelten als die 3 bösen oder karmisch-unheilsamen, d.h. künftiges Ungemach oder Unheil erzeugenden, Wurzeln (akusala-miila) . Als lobha (Gier usw.) gilt jede attraktorische Willensäußerung, angefangen von der feinsten Regung persönlicher Neigung bis zur gröbsten Regung von Egoismus und Habgier usw.; als dosa (Haß usw.) aber jede repulsorische Willensäußerung, angefangen von der feinsten Regung des Unwillens bis zur furchtbarsten Regung von Haß und Wut . Die Wurzeln Gier und Haß schließen sich gegenseitig aus, können daher nie in ein und demselben Bewußtseinszustand miteinander verbunden sein. Jede von diesen beiden Wurzeln aber wurzelt wiederum in der Verblendung (moha) und ist daher stets damit verbunden. § 4 Die 8 in Gier wurzelnden {lobha-müla) Bewußtseinsklassen sind: (1-2) freude-begleitet und ansichten-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (3 -4) freude-begleitet und nicht ansichten-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (5-6) indifferenz-begleitet und ansichten-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (7 -8) indifferenz-begleitet und nicht ansichten-verbunden, und zwar spontan oder angeregt.

ERSTER TEIL

Die 1. bzw. 2. in Gier wurzelnde und damit verbundene Bewußtseinsklasse besteht z.B., wenn ein Mann sich voller Freude (somanassa) mit der Frau eines anderen vergeht oder einen Diebstahl ausübt oder ein Tier tötet oder lügt oder auch diese Dinge zu tun wünscht oder auch bloß in Gedanken von Begierde erfüllt ist und dabei die Ansicht (dirthi) hat, daß solches durchaus nichts Böses sei. - Tritt nun dieser karmische Bewußtseinszustand ganz spontan (a-sankhiirika, eig. 'ohne Vorbereitung') auf, so gehört er zur 1. Klasse; tritt er aber erst nach vorangehender Anregung durch andere oder nach zögerndem Entschluß oder innerer Überwindung usw. ein, so gehört er zur 2. Klasse. Hinsichtlich der karmischen Wirkung (vipiika) zieht natürlich der erstere Zustand, als der intensivere, schlimmere karmische Wirkungen nach sich. Die 3. bzw . 4. Bewußtseinsklasse ist z.B. anwesend, wenn einer, trotzdem er sich vielleicht recht wohl bewußt ist, daß Töten, Stehlen, Lügen, begehrliche Gedanken usw. etwas Verwerfliches sind, sich dennoch voller Freude solchen Dingen hingibt. Die Bewußtseinsklassen 5-8 unterscheiden sich von 1-4 bloß dadurch, daß sie von Indifferenz (upekkhii; s. B.Wtb.) begleitet sind. § 5 Die 2 in Haß wurzelnden (dosa-müla) Bewußtseinsklassen sind: (9-1 0) trübsal-begleitet und groll-verbunden, und zwar spontan oder angeregt. Alle von Trübsal (domanassa), Trauer, Mißmut, Unzufriedenheit usw. begleiteten Bewußtseinszustände sind nach dem Buddhismus karmisch-unheilsam (akusala), d.i. immoralisch- weshalb man eben auch den Buddhismus in Wirklichkeit niemals als pessimistisch bezeichnen darf-, denn alle jene sind stets mit Groll (pa{igha), Ärger, Widerwillen, Widerstreben oder gar Haß verbunden. Sie mögen entweder ganz spontan und ungehemmt auftreten oder auch erst nach Anregung durch andere. oder durch irgendwelche Umstände veranlaßt oder nach innerer Uberwindung. Es wird sich dabei meist handeln um solche Taten wie Schlagen, Töten oder gehässige Worte, Verleumdung u.dgl. oder um gehässige und mißgünstige Gedanken usw. § 6 Die 2 in Verblendung wurzelnden (momüha oder mohamüla) Bewußtseinsklassen sind: (11) indifferenz-begleitet und zweifel (vicikicchä)-verbunden; (12) indifferenz-begleitet und aufregung (uddhacca)-verbunden.

KOMP E NDIUM D ES BEWUSSTSEINS

Sämtliche karmisch-unheilsamen (akusala) Zustände- also auch die in Gier und Haß wurzelnden - sind zwar stets mit Verblendung (moha) verbunden und haben die Verblendung zur Wurzel, hier jedoch sind die mit dieser einzigen Wurzel, Verblendung, verbundenen Bewußtseinsklassen gemeint. Die 11. Bewußtseinsklasse tritt auf, wenn einer von skeptischen Zweifeln (vicikicchii) erfüllt ist, wie etwa mit Hinsicht auf moralischen Fortschritt, Erkennbarkeit der Wahrheit usw. In solchem Moment besteht keinerlei Lust oder Unlust, sondern stets bloß Indifferenz. Die 12 . Bewußtseinsklasse besteht in dem Moment, wo einer mit stumpfsinniger Gleichgültigkeit sich törichtem Handeln, Sprechen oder Denken hingibt. Obwohl Aufregung (uddhacca) nur bei dieser Be wußtseinsklasse erwähnt wird, so ist Aufregung (Unruhe, Zerfahrenheit) dennoch mit allen unheilsamen Bewußtseinszuständen un tr e nnbar verbunden. Hier jedoch handelt es sich um einen solchen Verblendungszustand, in welchem die erwähnten üblen Eigenschaften, wie Gier und Haß, Freude und Trübsal, Ansichten und Zweifel, abwesend sind. Von dieser 12 . Bewußtseinsklasse heißt es, daß sie wegen ihrer Schwäche keine Wiedergeburt hervorrufen könne. B. Wurzelfreies Bewußtsein (ahetuka-citta) Hier handelt es sich um solche karmisch-neutralen Bewußtseinsklassen, die weder von den Wurzeln Gier, Haß und Verblendung, noch von den Wurzeln Gierlosigkeit (alobha =Uneigennützigkeit), Haß losigkeit (adosa =Güte) und Unverblendung (amoha =Wissen) begleitet sind. § 7 Es gibt im ganzen 18 wurzelfreie (ahetuka) Bewußtseinsklassen: (a) 7 durch unheilsames Karma gewirkte (akusala-vipäka), (b) 8 durch heilsames Karma gewirkte (kusala-vipäka), (c) 3 karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyä). (a) DURCH UNHEILSAMES KARMA GEWIRKT (akusala-vipäka) § 8 Als die 7 durch unheilsames Karma gewirkten Bewußtseinsklassen gelten diese: indifferenz-begleitetes Seh-, Hör-, Riech-, Schmeckbewußtsein, schmerz-begleitetes Körperbewußtsein, indifferenz-begleitetes Rezeptiv-Bewußtsein (sampapicchana-citta ), indifferenz-begleitetes Prüf-Bewußtsein (santirana-citta ).

ERSTER TEIL

(b) DURCH HEILSAMES KARMA GEWIRKT (kusala-vipäka) § 9 Als die 8 durch heilsames Karma gewirkten Bewußtseinsklassen gelten: indifferenz-begleitetes Seh-, Hör-, Riech-, Schmeckbewußtsein, von Wohlgefühl begleitetes Körperbewußtsein, indifferenz-begleitetes Rezeptiv-Bewußtsein, indifferenz-begleitetes Prüf-Bewußtsein, freude-begleitetes Prüf-Bewußtsein. (c) KARMISCH-UNABHÄNGIG FUNKTIONIEREND (kiriyä) § 10 Als die 3 karmisch-unabhängig funktionierenden Bewußtseinsklassen gelten: das indifferenz-verbundene, auf die 5 Sinnestore aufmerkende (paiica-dväravajjana) Bewußtsein, das indifferenz-verbundene, auf das Geisttor aufmerkende (mano-dväravajjana) Bewußtsein, das freude-begleitete und lächeln-hervorrufende Bewußtsein (hasit'uppäda-citta) des Arahat. Die durch unheilsames Karma gewirkten Bewußtseinsklassen unterscheiden sich hier von den durch heilsames Karma gewirkten dadurch, daß letztere nur erwünschte Objekte haben und das Körperbewußtsein von Wohlgefühl begleitet ist, während erstere nur unerwünschte Objekte haben und das Körperbewußtsein mit Schmerz verbunden ist. Nach dem Abhidhamma ist also das Körpergefühl entweder angenehm oder unangenehm, niemals aber indifferent. Das durch heilsames Karma gewirkte Prüf-Bewußtsein (sant!ranacitta) ist mit Freude verbunden, falls das Objekt sehr klar ist. Unter dem, als Karmawirkung (v ipäka) geltenden, 'RezeptivBewußtsein' (sampa#cchana-citta) hat man das, unmittelbar auf die Entstehung des Sinnesbewußtseins (Seh-, Hör -, Riech-, Schmeckoder Körperbewußtseins) folgende und die das Sinnesobjekt (Bild, Ton usw.) rezipierende Funktion ausübende, Geist-Element (mano dhätu; s. Tab. 39, 55) zu verstehen, unter dem 'Prüf -Bewußtsein' (sant!rana-citta) das, unmittelbar auf dieses wieder folgende und die das Sinnesobjekt prüfende Funktion ausübende, GeistbewußtseinsEiement (manoviiiiiäTJa-dhätu; s. Tab. 40, 41, 56). Als die 5 Sinnestore (paiica-dvära) gelten die 5 physischen Sinnesorgane, wie Seh-, Hör -, Riech-, Schmeck- und Körperorgan, a ls das

KOMPENDIUM DES BEWUSSTSEINS

Geisttor (mano-dviira) aber das Unterbewußte (bhavanga; s. § 66 ), das auch gleichzeitig zur Entstehung des Sinnesbewußtseins eine der Bedingungen bildet, wie bereits das letzte Buch des kanonischen Abhidhamma, Panhäna (Tika-Panhäna II, Paöhavära 4), lehrt. Dort heißt es nämlich: "Das Unterbewußte ist für das Aufmerken (iivajjana) eine Bedingung von Kontiguität", d.i. unmittelbarer Angrenzung oder Aufeinanderfolge (s. § 174). Die, die Funktionen des Aufmerkens (iivajjana) auf die 5 Sinnestore bzw. auf das Geisttor vollziehenden, Bewußtseinsklassen werden im Abhidhamma (z.B. Dhs.), Vis. und anderwärts als karmischunabhängig funktionierendes (kiriyii) Geist-Element (mano-dhiitu; s. Tab. 70) bzw. Geistbewußtseins-Element H ュ 。 ョ ッ カ ゥ ヲ ゥ ヲ ゥ ゥ ゥ エ Z セ 。 M 、 ィ ゥ ゥ エ オ [ @ s. Tab. 71) bezeichnet, das lächeln-hervorrufende Bewußtsein des Arahat aber als freude-begleitetes Geistbewußtseins-Element (manoカ ゥ ヲ ゥ ヲ ゥ ゥ ゥ エ Z セ 。 M 、 ィ ゥ ゥ エ オ [ @ s. Tab. 72). Ich glaube, wohl der Erste zu sein - wie bereits in meinem Führer durch das a 「 ィ ゥ 、 ィ 。 ュ ュ 。 M p ゥ セ 。 ォ 。 @ gesagt -, der die erstaunliche Tatsache festgestellt hat, daß in keinem der kanonischen Bücher des Abhidhamma etwas erwähnt wird von jenen in den Kornmentaren so eingehend besprochenen blitzartig vorübereilenden Stadien innerhalb eines einzelnen Bewußtseinsprozesses. Nach den Kommentaren nämlich hat man die folgenden Stadien in dem durch Sinnestätigkeit, z.B. Sehen, bedingten Bewußtseinsprozeß zu unterscheiden: Sobald das Sehobjekt in das Gesichtsfeld eintritt, entsteht im (1) Unterbewußtsein (bhavanga) eine (2) Erschütterung (bhavanga-calana) und ein (3) Abbrechen des Unterbewußtseins (bhavang'upaccheda), das mit blitzartiger Geschwindigkeit gefolgt wird von dem (4) Aufmerken auf die Schwelle der 5 Sinnestore (paficadviiraiivajjana), dem (5) Sehbewußtsein H 」 。 ォ ォ ィ オ M カ ゥ ヲ ゥ ヲ ゥ ゥ ゥ エ Z セ 。 I L @ dem das Sehobjekt (6) rezipierenden (sampa#cchana) Geist-Element, dem dasselbe (7) prüfenden (santfrana) Geistbewußtseins-Elernent, dem dasselbe (8) fesdegenden (votthapana) Geistbewußtseins-Element, den 5 bis 7 karmischen (9) Impulsivmomenten (javana) und schließlich dem das Objekt (10) registrierenden H エ 。 、 M ゥ ゥ イ 。 ュ ュ 。 エ Z セ 。 I @ GeistbewußtseinsEiernent, worauf das Objekt ins Unterbewußtsein versinkt.

C. Lauteres (wurzelverbundenes) Bewußtsein

(sobhana-citta: sahetuka-0 ) § 11 Die von den üblen Wurzeln (Gier, Haß, Verblendung) freien Bewußtseinsklassen bezeichnet man als lauter; von solchen gibt es (in allen Sphären) insgesamt 59 bzw. 91.

ERSTER TEIL

Der vom Autor eingeführte Begriff sobhana (leuchtend, schön, lauter) soll also nicht bloß (a) die karmisch-heilsamen (kusala), d.i. moralischen Zustände umfassen, sondern auch die diesen entsprechenden (b) karmagewirkten (vipäka) und (c) karmisch-unabhängig funktionierenden (kiriyä) Zustände, welche letzteren beide nach dem Abhidhamma karmisch-neutral (avyäkata), d.i. amoralisch sind. V gl. Tab. In der Sinnessphäre gibt es 24 (3 x 8) wurzelverbundene Bewußtseinsklassen: (8) karmisch-heilsame (kusala), (8) durch heilsames Karma gewirkte (kusala-vipäka) und (8) karmischunabhängig funktionierende (des Arahat). Diese sind: (1-2) freude-begleitet und wissen-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (3-4) freude-begleitet und nicht wissen-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (5-6) indifferenz-begleitet und wissen-verbunden, und zwar spontan oder angeregt; (7-8) indifferenz-begleitet und nicht wissen-verbunden, und zwar spontan oder angeregt. (a) Die 8 heilsamen Bewußtseinsklassen bestehen in uneigennützigen (alobha) und von Gehässigkeit freien (adosa) Willensäußerungen oder Karmazuständen in Werken, Worten oder Gedanken. Sind diese außerdem noch mit dem Wissen (amoha) vom Karmagesetz verbunden oder mit dem Wissen, daß solche selbstlosen Willensäußerungen die Grundlage zur Erlösung bilden usw., oder gar mit der gleichzeitigen Einsicht in die Vergänglichkeit, das Elend oder die Unpersönlichkeit aller Daseinsformen, so sind sie (1, 2, 5, 6) natürlich karmisch noch bei weitem wertvoller. Wenn z.B. ein unmündiges Kind beim Anblick eines um Almosen gehenden Mönches oder eines Bettlers, ohne den hohen moralischen Wert des Almosengebens zu verstehen, ohne jede Anregung durch andere, ganz aus sich heraus, voller Freude von seinem eigenen Essen jenem etwas abgibt, so gehört der dabei anwesende Bewußtseinszustand der 3. Klasse an; wurde das Kind aber durch andere zum Geben veranlaßt, so handelt es sich dabei um die 4. Klasse. (b) Die karmagewirkten lauteren Bewußtseinsklassen funktionieren entweder als Registrier-Bewußtsein oder bloß als Unterbewußtsein (bhavanga) und als das diesem entsprechende Sterbe- (cuti-citta) und Wiedergeburts-Bewußtsein (patisandhi-citta), selbst im Arahat, und geben so dem Menschen den Charakter. Es ist mir hierbei nicht ganz klar, warum nicht ebenso auch den 12 unheilsamen Bewußtseinsklassen unlautere Zustände entsprechen sollten. Viel-

KOMPENDIUM DES BEWUSSTSEINS

leicht wirken dabei das Fehlen der 3 lauteren Wurzeln (Gierlosigkeit = Uneigennützigkeit, Haßlosigkeit = Güte, Unverblendung = Wissen) im Unterbewußtsein des durch unheilsames Karma Wiedergeborenen und die mit dem Unterbewußtsein verbundenen unerwünschten Objekte wie eine Tendenz zum Bösen. Der Mangel an Uneigennützigkeit (alobha) im Unterbewußtsein wird sich wohl in den gegebenen Fällen meist als Gier äußern, Mangel an Güte (adosa) als Haß, Mangel an Wissen (amoha) als Verblendung. Vgl. §56. (c) Alle im Arahat während des Lebens aufsteigenden lauteren Bewußtseinszustände gelten als karmisch-unabhängig funktionierend (kiriyä); für ihn gibt es kein, sein künftiges Geschick beeinflussendes, heilsames oder unheilsames Karma mehr, da eben alle Daseinsgier und aller Daseinswahn in ihm restlos erloschen sind. Diese drei Achtergruppen von lauteren Bewußtseinsklassen sind alle mit den gleichen Geistesfaktoren verbunden, wie wir später sehen werden. Mit Hinsicht auf Gefühl (freude- oder indifferenz-begleitet), Wissen (wissen- oder nicht wissen-verbunden) und Vorbereitung (spontan oder angeregt) zerfallen also diese wurzelverbundenen verdienstvollen (oder heilsamen), karmagewirkten und karmisch-unabhängig funktionierenden Zustände in 24 (3 x 8) Bewußtseinsklassen. ·

ZUSAMMENFASSUNG

§ 12 In der Sinnessphäre gibt es somit: 23 karmagewirkte (vipäka: 15 wurzelfreie [B: a, b] + 8 wurzelverbundene [C]), 20 heilsame und unheilsame (8 kusala [C] + 12 akusala [A]), 11 karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyä: 3 wurzelfreie [B: c] + 8 wurzelverbundene [C]), insgesamt 54 Bewußtseinsklassen. Übernormales Bewußtsein (mahaggata-citta) § 13 Als übernormal (mahaggata, eig. entfaltet, entwickelt) gelten die durch unerschütterliche Konzentration gewonnenen übersinnlichen Vertiefungszustände der Feinkörperlichen und U nkörperlichen Sphäre (s. B.Wtb.: jhäna).

ERSTER TEIL
2. FEINKÖRPERLICHE SPHÄRE

(riipavacara) § 14 Es gibt insgesamt 15 (3 x 5) der Feinkörperlichen Sphäre angehörende Bewußtseinsklassen: (5) karmisch heilsame (kusala), (5) karmagewirkte (vipäka) und (5) karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyä), nämlich:

1. Das von Gedankenfassung (vitakka), Diskursivem Denken

(vicära), Verzückung (piti), Glücksgefühl (sukha) und Sammlung (ekaggatä, wörtl. 'Einspitzigkeit' = samädhi) begleitete Bewußtsein der 1. Vertiefung (jhäna ).

2. Das von Diskursivem Denken, Verzückung, Glücksgefühl

und Sammlung begleitete Bewußtsein der 2. Vertiefung.

3. Das von Verzückung, Glücksgefühl und Sammlung beglei-

tete Bewußtsein der 3. Vertiefung.

4. Das von Glücksgefühl und Sammlung begleitete Bewußt-

sein der 4. Vertiefung.

5. Das von Gleichmut (upekkhä) und Sammlung begleitete

Bewußtsein der 5. Vertiefung. Die hier gegebene Fünfereinteilung der Vertiefungen (jhiina; s. B.Wtb.) ist die im Abhihamma meistgebräuchliche. Der darin als

2. Vertiefung angegebene Zustand ergibt sich hierbei in Wirklichkeit

durch Ausschaltung bloß des ersten Gliedes 'Gedankenfassung' (vitakka) statt der beiden ersten Glieder 'Gedankenfassung' und 'Diskursives Denken', wie es der Fall ist bei der in den Sutten gelehrten 2. Vertiefung. Die hier gegebene 1., 3., 4. und 5. Vertiefung entsprechen also der Reihe nach den in den Sutten gelehrten vier Vertiefungen. Das der Feinkörperlichen Sphäre angehörende Bewußtsein ist demnach gemäß der Einteilung in die Vertiefungen fünffach und durch die weitere Einteilung in verdienstvoll (heilsam), karma-gewirkt und karmisch-unabhängig funktionierend fünfzehnfach.

KOMPENDIUM DES BEWUSSTSEINS
3. UNKÖRPERLICHE SPHÄRE

(arüpavacara) § 15 Es gibt insgesamt 12 (4 heilsame, 4 karma-gewirkte und 4 karmisch-unabhängig funktionierende) der Unkörperlichen Sphäre angehörende Bewußtseinsklassen, nämlich:

1. Bewußtsein des Raumunendlichkeitsgebietes

(äkäsanaizcayatana ),

2. Bewußtsein des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes

(viiznä1Jancayatana ), 3. Bewußtsein des Nichtsheitsgebietes (äkincaizizayatana),

4. Bewußtsein des Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahr-

nehmungsgebietes (nevasaizizänasaizizayatana ).

ZUSAMMENFASSUNG

Mit Hinsicht auf Einteilung nach den Objekten ist also das der Unkörperlichen Sphäre angehörende Bewußtsein vierfach, nach der weiteren Einteilung in verdienstvoll (heilsam), karmagewirkt und karmisch-unabhängig funktionierend zwölffach. Puiiiia (verdienstvoll) wird hier offenbar 'metri causa' für kusala (karmisch-heilsam) gebraucht, denn sonst, und zwar in den Sutten sowohl als auch im Abhidhamma, bezeichnet es alles KarmischHeilsame mit Ausnahme eben gerade des Unkörperlichen, das stets als 'unerschütterlich' (aneiija) bezeichnet wird.

4. DAs ÜBERWELTLICHE

(lokuttara) § 16 Es gibt insgesamt 8 (2 x 4) überweltliche Bewußtseinsklassen, (4) überweltlich-heilsame (1-4) und (4) überweltlich-karmagewirkte (5-8), nämlich:

1. Mit dem Pfade des Stromeintritts (sotapatti-magga) verbun-

denes Bewußtsein, 2. mit dem Pfade der Einmalwiederkehr (sakadägämi-magga) verbundenes Bewußtsein,

ERSTER TEIL

3. mit dem Pfade der Niewiederkehr (anägämi-magga) verbundenes Bewußtsein, 4. mit dem Pfade der Arahatschaft (arahatta-magga) verbundenes Bewußtsein, 5. mit der Frucht des Stromeintritts (sotapatti-phala) verbundenes Bewußtsein, 6. mit der Frucht der Einmalwiederkehr (sakadägämi-phala) verbundenes Bewußtsein, 7. mit der Frucht der Niewiederkehr (anägämi-phala) verbundenes Bewußtsein, 8. mit der Frucht der Arahatschaft (arahatta-phala) verbundenes Bewußtsein.

ZUSAMMENFASSUNG

Nach Einteilung in die vier Pfade gilt das überweltlich-heilsame Bewußtsein als vierfach und ferner aufgrund der Früchte als achtfach. Nach dem Abhidhamma ist der überweltliche Pfad (magga) eine Bezeichnung für den, beim Eintritt in eine der 4 Stufen der Heiligkeit aufblitzenden und das Leben für immer umgestaltenden, Hellblick in die Vergänglichkeit, das Elend oder die Unpersönlichkeit alles Daseins. Die unmittelbar darauf als Wirkung folgenden und bis zur Erreichung der höheren Pfadmomente unter Umständen noch unzählige Male sich wiederholenden Bewußtseinsmomente gelten als das Ziel oder die Frucht (phala) des entsprechenden Pfades.

1. Der in den Strom Eingetretene (sotapanna) ist frei von den er-

sten 3 der an den Kreislauf des Daseins kettenden 10 Fesseln (samyojana), nämlich: 1. Persönlichkeitsglaube (sakkäya-d#thi), 2. Zweifelsucht (vicikicchä) und 3. Hang an äußeren Regeln und Riten (sflabbata-parämäsa ). 2. Der Einmalwiederkehrende (sakadägämi) ist frei von der 4. und 5. Fessel in ゥ ィ セ ・ イ @ gröberen Form, d.i .: 4. Sinnliches Begehren (kämaräga) und 5. Ubelwollen (vyäpäda).

3. Der Niewiederkehrende (anägämi) ist vollkommen frei von die-

sen ersten 5 niederen Fesseln.

4. Der Heilige (arahat) ist außerdem auch vollkommen befreit von

den 5 höheren Fesseln, d.i.: 6. Begehren nach Feinkörperlichkeit (rüpä-räga), 7. Begehren nach Unkörperlichem Dasein (ariipa-räga), 8. Dünkel (mäna), 9. Aufgeregtheit (uddhacca), 10. Unwissenheit (avijjä) .

KOMP E NDIUM DES BEWUSSTSEINS
GESAMTÜBERSICHT

§ 17 Es gibt : 21 Karmisch-heilsame Bewußtseinsklassen (8 der Sinnessphäre + 5 der Feinkörperlichen Sphäre + 4 der Unkörperlichen Sphäre+ 4 überweltliche); 12 karmisch-unheilsame (8 in Gier, 2 in Haß, 2 in Verblendung wurzelnde); 36 karmagewirkte (15 wurzelfreie + 8 wurzelverbundene der Sinnessphäre + 5 der Feinkörperlichen Sphäre + 4 der Unkörperlichen Sphäre+ 4 überweltliche); 20 karmisch-unabhängig funktionierende (3 wurzelfreie + 8 wurzelverbundene der Sinnessphäre + 5 der Feinkörperlichen Sphäre+ 4 der Unkörperlichen Sphäre); insgesamt 89 (Vgl. Tab.). Oder : 54 der Sinnessphäre, 15 der Feinkörperlichen Sphäre, 12 der l)nkörperlichen Sphäre, 8 der Uberweltlichen Sphäre; msgesamt: 89 (Vgl. Tab .). § 18 Diese 89 Bewußtseinsklassen zerlegen die Kenner in 121 Klassen . Wie aber wird dieses 89-fache Bewußtsein 121-fach? Durch Verbindung mit der 1., 2., 3., 4. und 5. Vertiefung ergeben sich 5 Klassen des Stromeintritt-Bewußtseins, ebensoviele der Einmalwiederkehr, Niewiederkehr und Heiligkeit, insgesamt also 20 Klassen. Genauso ist es mit den Fruchtbewußtseinsklassen, so daß wir insgesamt 40 überweltliche Be wußtseinsklassen erhalten. Teilt man also jede einzelne der 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen nach den damit verbundenen Vertiefungsgliedern in 5 Klassen ein, so erhält man 40 (8 x 5) überweltliche Bewußtseinsklassen (insgesamt also 121 Bewußtseinsklassen). Das überweltliche Bewußtsein muß genauso gerechnet werden wie das der Feinkörperlichen Sphäre angehörende. Hinsichtlich der Reihenfolge der Vertiefungen ist das der U nkörperlichen Sphäre angehörende Bewußtsein in der

5. Vertiefung eingeschlossen (denn jenes hat genau dieselben
ERSTER TEIL

Vertiefungsglieder wie die 5. Vertiefung, nämlich Gleichmut und Sammlung). Daher wird jede der vier ersten Vertiefungen als 11-fach erklärt, die 5. Vertiefung aber als 23-fach: 1. Vert. 2. Vert. 3. Vert. 4. Vert. 5. Vert. der heilsam 1 1 1 1 1 Feinkörp. Sph. karmagewirkt 1 1 1 1 1 angehörend karmisch-unabh. funkt. 1 1 1 1 1 der heilsam - - - - 4 Unkörp. Sph. karmagewirkt - - - - 4 angehörend karmisch-unabh. funkt. - - - - 4 dem heilsam 4 4 4 4 4 Überweltlichen karmagewirkt 4 4 4 4 4 angehörend I zusammen 11 11 11 11 23 Die Weisen also lehren: 37 heilsame (kusala) Bewußtseinsklassen (= 8 Sinnessphäre + 5 Feinkörperliche Sphäre + 4 Unkörperliche Sphäre+ 20 überweltliche); 52 karmagewirkte (vipiika) Bewußtseinsklassen (= 23 Sinnessphäre + 5 Feinkörperliche Sphäre + 4 Unkörperliche Sphäre+ 20 überweltliche); 12 unheilsame (akusala) Bewußtseinsklassen; 20 karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyii) Bewußtseinsklassen; insgesamt:121 Bewußtseinsklassen (Vgl. Tab.).

ZWEITER TEIL
KOMPENDIUM DER GEISTESFAKTOREN

Cetasika-Sangaha § 19 Es gibt insgesamt 52 mit dem Bewußtsein verbundene und als Geistesfaktoren (cetasika) bezeichnete Dinge, die gleichzeitig mit dem Bewußtsein (citta) entstehen und schwinden, dasselbe Objekt und dieselbe physische Grundlage haben, nämlich: § 20

1. AuFZÄHLUNG

A. 13 karmisch variable (aiiiia-samäna) Diese 13 karmisch variablen (aiiiia-samäna, eig. 'das eine oder andere seiende') Geistesfaktoren mögen je nach den Umständen karmisch heilsam, unheilsam oder neutral sein. Sie zerfallen in: (a) 7 UNTRENNBARE (sabba-citta-sädhärana) Eig. 'allem Bewußtsein gemeinsame' Bewußtseinseindruck (phassa) Gefühl (vedanä) Wahrnehmung (saiiiiä) Wille (cetanä) Sammlung (ekagattä = samädhi) Geistige Vitalität (jivitindriya) Aufmerken (manasi-kära) Diese 7 Geistesfaktoren sind untrennbar mit allem Bewußtsein verbunden und bilden das Minimum an Geistesfaktoren, das mit dem Bewußtsein verbunden ist. Die primitivsten Bewußtseinsklassen, wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Körperempfindung, und das Aufmerken an den 5 Sinnestoren (paiicadväravajjana; s. Tab . 70) sind die einzigen, die nur diese 7 Geistesfaktoren besitzen.

§ 21

ZWEITER TEIL

Die 6 Bewußtseinseindrücke (phassa) sind: Seh-, Hör,- Riech-, Schmeck-, Körper-, Geist-Eindruck, welch letzterer jedoch hier noch nicht in Betracht kommt. - Die bei den meisten Autoren zu findende wörtliche Übersetzung von phassa als 'Berührung' oder 'Kontakt' ist durchaus irreführend, da es sich hier um einen positiven Geistesfaktor handelt. Das Gefühl (vedanii) mag sein: körperlich oder geistig angenehm (Wohlgefühl, Freude) oder unangenehm (Schmerz, Trübsal) oder indifferent; durch Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Körper- und GeistEindruck entstanden. Die Wahrnehmung (saiiiiii) ist sechsfach: Form-, Ton-, Duft-, Geschmack-, Körper-, Geistobjekt-Wahrnehmung. Der Wille (cetanii) äußert sich in Bejahung von Formen, Tönen, Düften, Geschmack-, Körper- und Geistobjekten. Der karmische Wille (kamma-cetanii) ist heilsam oder unheilsam, kommt also hier noch nicht in Betracht. "Sammlung (samiidhi < sam + ii + "Jdhii, fest-zusammen-fügen) ist das Festzusammengefügtsein des Geistes" (Vis. XIV). "Als Stütze des Bewußtseinsprozesses ist das Aufmerken (manasikiira) eine Bezeichnung des 'Aufmerkens an den 5 Sinnestoren' (paiicadviir.!ivajjana)" (Vis. XIV). (b) 6 GELEGENTLICHE (paküp:zaka) (nicht in allem lauteren Bewußtsein anwesende) Gedankenfassung (vitakka) Diskursives Denken (vicära) Entschluß (adhimokkha) Energie (viriya) Interesse (pzti) Absicht (chanda) Gedankenfassung (vitakka) und Diskursives Denken (viciira) gelten als im Geiste sich vollziehende 'sprachliche Funktionen' (v acisankhiira), als inneres Sprechen ('parole interieur'). "Das Merkmal der Gedankenfassung ist, daß sie das Bewußtsein in der Vorstellung festigt ... Als Diskursives Denken gilt das Umherwandern oder Hinund Herwandern des Geistes ... Es äußert sich in der fortgesetzten Tätigkeit des Geistes" (Vis. XIV). Vgl. Vis. IV. Plti wird von den meisten Autoren mehr oder weniger mit sukha (Freude, Glücksgefühl) gleichgesetzt, zählt jedoch zu der Geistformationsgruppe (sankhiira-kkhandha), wohingegen sukha zur Gefühlsgruppe (vedanii-kkhandha) gehört.

§ 22

KOMPENDIUM DER GEISTESFAKTOREN

B. 14 karmisch unheilsame (akusala) 14 karmisch-unheilsame (akusala) Geistesfaktoren: Verblendung (moha; s. avijjä), Schamlosigkeit (ahirika ), Gewissenlosigkeit (anottapa; s. ahirika ), Aufgeregtheit (uddhacca; s. l.Teil), Gier (lobha; s. l.Teil), Üble Ansicht (dit.thi), Dünkel (mäna), Haß (dosa; s. l.Teil), Neid (issä), Geiz (macchariya), Gewissensunruhe (kukkucca ), Geistige Starrheit (thfna), Mattheit (middha), Zweifelsucht (vicikicchä).

C. 25 lautere

(sobhana) ) untrennbare, d.i. mit allem unheilsamen Bewußtsein verbundene Als solche gelten jene Geistesfaktoren, die verbunden sind mit den karmisch-heilsamen Bewußtseinsklassen, den dadurch karmagewirkten Bewußtseinsklassen oder den diesen entsprechenden karmisch-unabhängig funktionierenden Bewußtseinsklassen (§ 27). Dieselben zerfallen in: (a) 19 UNTRENNBARE § 23 19 allem 'lauteren Bewußtsein gemeinsame' (sobhana-sädhärana): 1. Vertrauen (saddhä), 2. Achtsamkeit (sati), 3. Schamgefühl (hiri), 4. Gewissensscheu (ottapa), 5. Gierlosigkeit (alobha), 6. Haßlosigkeit (adosa), 7. Gleichmütigkeit (tatra-majjhattatä [eig. 'bei allen Dingen in der Mitte stehend'] = upekkhä), 8. Gestilltheit der Geistesfaktoren (käya-passaddhi), 9. Gestilltheit des Bewußtseins (citta-passaddhi),

§ 24

ZWEITER TEIL

10. Beweglichkeit der Geistesfaktoren (käya-lahutä), 11. Beweglichkeit des Bewußtseins (citta-lahutä), 12. Geschmeidigkeit der Geistesfaktoren (käya-mudutä), 13. Geschmeidigkeit des Bewußtseins (citta-mudutä), 14. Gefügigkeit der Geistesfaktoren (käya-kammaiiiiatä), 15. Gefügigkeit des Bewußtseins (citta-kammaiiiiatä), 16. Geschultheit der Geistesfaktoren (käya-päguiiiiatä), 17. Geschultheit des Bewußtseins (citta-päguiiiiatä), 18. Geradheit der Geistesfaktoren (käyujjukatä), 19. Geradheit des Bewußtseins (cittujjukatä); Hier bezeichnet kiiya (Anhäufung, Körper), wie häufig auch schon in den Sutten, nicht etwa den physischen Körper, sondern die, alle in diesem Teile aufgezählten, 52 Geistesfaktoren umfassenden, 3 geistigen Gruppen (niima -kiiya), d.i. Gefühl (1), Wahrnehmung (1), Geistesformationen (50). (b) 6 GELEGENTLICHE (nicht mit allem lauteren Bewußtsein verbundene) 3 Enthaltsamkeiteil (virati): 20. Rechte Rede (sammä-väcä), 21. Rechtes Werk (sammä-kammanta), 22. Rechter Lebenserwerb (sammä-äjlva); Diese 3 Geistesfaktoren sind also identisch mit dem Abstehen von verkehrten Worten, Werken und verkehrtem Lebenserwerb (wie dem eines Jägers, Fischers, Schlachters, Branntwein- oder Giftverkäufers usw . ). Hier ist aber nicht etwa die bloße Tatsache des Nicht ausübens dieser Dinge gemeint, sondern der bei einer sich bietenden Gelegenheit sich bewußt abwendende Wille. § 25 2 Unermeßliche (appamaiiiiä): 23. Mitleid (karur:zä), 24. Mitfreude (muditä);

KOMPENDIUM DER GE IST ESFAKTORE N

Die beiden übrigen der 4 'Unermeßlichen' oder 'Göttlichen Verweilungszustände' (brahma -vi hära), nämlich Güte (mettä) und Gleichmut (upekkhä; s. § 48), gehören zu den oben genannten Untrennbaren und sind dort als Gierlosigkeit (alobha) und Gleichmütigkeit (tatra-majjhattat a) aufgeführt. Die Entfaltung dieser 4 Unermeßlichen wird ausführlich beschrieben in Vis. IX . ferner : 25. die Fähigkeit 'Wissen' (paiiiiindriya). Alle oben genannten 52 Geistesfaktoren werden ausführlich behandelt in Vis. XIV.

ZUSAMMENFASSUNG

§ 26 Somit also gibt es: 13 karmisch variable (aiiiia-samäna; 7 untrennbare + 6 gelegentliche), 14 karmisch-unheilsame (akusala), 25 lautere (sobhana; 19 allen lauteren Bewußtseinsklassengemeinsame + 3 Enthaltsamkeiten + 2 Unermeßliche + 1 Wissen); msgesamt : 52 Geistesfaktoren.

2. IN VERBINDUNG MIT DEM BEWUSSTSEIN

§ 27 Nunmehr wird gezeigt, wie je nach den Umständen diese geistigen Begleitfaktoren sich mit den einzelnen Bewußtseinsklassen der Reihe nach verbinden. A. (a) Die 7 'untrennbaren' Geistesfaktoren (§ 20) sind mit allem Bewußtsein verbunden, (b) die 6 'gelegentlichen'(§ 21) nach Umständen, B. die 14 'unheilsamen' (§ 22) bloß mit unheilsamem Bewußtsein,

C. die 25 'lauteren' (§ 23 + 24) bloß mit lauterem Bewußtsein.
Z WEITER TEIL

A. Die 13 karmisch-variablen Geistesfaktoren (a) DIE 7 UNTRENNBAREN Die 7 untrennbaren, mit allem Bewußtsein verbundenen (sabba-citta-sadharana; § 20) Geistesfaktoren nämlich finden sich in allen 89 Bewußtseinsklassen. (b) DIE 6 GELEGENTLICHEN Von den gelegentlichen (pakir:zr:zaka; § 21) aber tritt Gedankenfassung (vitakka) in 55 Bewußtseinsklassen auf, d.i., mit Ausnahme des (durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirkten) Sinnesbewußtseins, in allen übrigen der Sinnessphäre angehörenden Bewußtseinsklassen (also in 12 unheilsamen (§ 2) + 8 wurzelfreien (Tab. 39-41, 55, 56, 70-72) + 24 (3 x 8) lauteren wurzelverbundenen = 44) und ferner noch in den 11 Bewußtseinsklassen der 1. Vertiefung (1 heilsame + 1 karmagewirkte + 1 karmisch-unabhängig funktionierende + 8 überweltliche; s. § 18). Diskursives Denken (vicara) aber entsteht in 66 Bewußtseinsklassen, d.i. in obigen 55 Klassen und außerdem noch in den 11 Bewußtseinsklassen (3 + 8) der 2. Vertiefung (§ 18). Entschluß (adhimokkha) entsteht in sämtlichen Bewußtseinsklassen, außer den 2 x 5 Klassen des Sinnesbewußtseins (Sehen, Hören usw.) und dem zweifel-begleiteten Bewußtsein (also in 89 - 11 = 78 Bewußtseinsklassen). Energie (viriya) entsteht in allen Bewußtseinsklassen, außer im Aufmerken auf die 5 Sinnestore (pancadvaravajjana), 2 x fünffachen Sinnesbewußtsein, (zweif.) Rezeptiv- und (dreif.) Prüf-Bewußtsein (Tab. 34-41, S0-56; also 89- 16 = 73). Interesse (pztz) entsteht in allen Bewußtseinsklassen, außer in den trübsal- (Tab. 30, 31) und indifferenz-begleiteten Bewußtseinsklassen, dem Körperbewußtsein und der 4. Vertiefung (nach der Fünfereinteilung; insgesamt in 51 Bewußtseinsklassen). Absicht (chanda) trifft man in allen Bewußtseinsklassen außer in dem (achtzehnf.) wurzelfreien (§ 7) und dem in bloßer Verblendung wurzelnden (zweif.) Bewußtsein (also in 89 - 20 = 69 Bewußtseinsklassen).

KOMPENDIUM DER GEISTESFAKTOREN

ZusAMMENFASSUNG Von den gelegentlichen (pakir:tr:taka) Geistesfaktoren sind also der Reihe nach ( 1. Gedankenfassung) (2 . Diskursives Denken) (3 . Entschluß) (4. Energie) (5. Interesse) (6. Absicht) Vgl. vorher. abwesend in 66 Klassen in 55 Klassen in 11 Klassen in 16 Klassen in 70 Klassen in 20 Klassen anwesend in 55 Klassen (= 121) in 66 Klassen (= 121) in 78 Klassen (= 89) in 73 Klassen (= 89) in 51 Klassen (= 121) in 69 Klassen (= 89) B. Die 14 unheilsamen (akusala) Geistesfaktoren § 28 Darunter finden sich die 4, mit allem unheilsamen Bewußtsein verbundenen (sabbakusala-sädhärana ), nämlich Verblendung, Schamlosigkeit, Gewissenlosigkeit und Aufgeregtheit (moha, ahirika, anottappa, uddhacca), in allen 12 unheilsamen Bewußtseinsklassen (§ 3 ff.). Gier (lobha) findet sich bloß in den 8 gier-begleiteten Bewußtseinsklassen (§ 4 ); verkehrte Ansicht (ditthi) in den 4 ansicht-verbundenen; Dünkel (mäna) in den 4 mit Ansicht nicht verbundenen (gier-verbundenen); Haß, Neid, Geiz und Gewissensunruhe (dosa, issä, macchariya, kukkucca) in den groll-verbundenen(§ 5; die 3 letzteren finden sich nur gelegentlich und auch dann nur jedesmal einzeln); Starrheit und Mattheit (thina, middha) in den 5 angeregten Bewußtseinsklassen (4 gier-begleitete und 1 haß-begleitete); Zweifelsucht (vicikicchä) bloß in zweifel-begleitetem Bewußtsein(§ 6). ZusAMMENFASSUNG § 29 Die 14 unheilsamen Geistesfaktoren verbinden sich in fünffacher Weise mit allen 12 unheilsamen Bewußtseinsklassen, nämlich:

ZWEITER TEIL

4 Geistesfaktoren (d.i. Verblendung, Schamlosigkeit, Gewissenlosigkeit, Aufgeregtheit) mit allen unheilsamen Bewußtseinsklassen, 3 Geistesfaktoren (d.i. Gier, Ansicht, Dünkel) mit den gierbegleiteten Bewußtseinsklassen, 4 Geistesfaktoren (d.i. Haß, Neid, Geiz, Gewissensunruhe) mit den groll-begleiteten Bewußtseinsklassen, 2 Geistesfaktoren (d.i. Starrheit und Mattheit) mit den angeregten Bewuß tseinsklassen, 1 Zweifel mit der zweifel-begleiteten Bewußtseinsklasse.

C. Die 25 lauteren (sobhana) Geistesfaktoren

§ 30 (a) Die 19 mit allem lauteren Bewußtsein verbundenen (sobhana-siidhiirana) Diese finden sich in allen 59 lauteren Bewußtseinsklassen (§ 11 ). (b) Die 3 Enthaltsamkeiten (virati) Diese finden sich in den (8) überweltlichen (lokuttara) Bewußtseinsklassen in jeder Weise konstant und verbunden. Was die weltlichen Bewußtseinsklassen aber anbetrifft, so zeigen sie sich in den heilsamen (kusala) Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (Tab. 1-8) bloß gelegentlich und getrennt (sie mögen also in 16 Bewußtseinsklassen entstehen). (c) Die 2 Unermeßlichen (appamaiiiiii) Die 2 Unermeßlichen (Mitleid, Mitfreude) aber entstehen nur gelegentlich und getrennt in 28 Bewußtseinsklassen, nämlich: den übernormalen Bewußtseinsklassen (mahaggata), ausgenommen die 5. Vertiefung, (also den 4 heilsamen, 4 karmagewirkten und 4 karmisch-unabhängig funktionierenden Vertiefungen), 12 den heilsamen (kusala) Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre, 8 den wurzelverbundenen karmisch-unabhängig funktionierenden Bewußtseinsklassen der Sinnesspäre. 8

KOMPENDIUM DER G E ISTESFAKTOR EN

Einige (z.B. Buddhaghosa in seinem Vis. XIV) jedoch lehren, daß Mitleid und Mitfreude in den indifferenz-begleiteten Bewußtseinsklassen nicht vorkommen können. (d) Die Fähigkeit des Wissens (paiiiiindriya) Wissen aber verbindet sich mit den 12 wissen-verbundenen (7 heilsamen+ 4 karmagewirkten + 4 karmisch-unabhängig funktionierenden) Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre; ferner mit allen 35 übernormalen (mahaggata; 3 x 9 = 27) und überweltlichen (lokuttara; 8) Bewußtseinsklassen, zusammen also mit 47 Bewußtseinsklassen. ZusAMMENFAssuNG § 31 Die lauteren Geistesfaktoren entstehen bloß in lauteren Bewußtseinsklassen, und zwar in vierfacher Weise: 19 (untrennbare) in 59 Bewußtseinsklassen, 3 (Enthaltsamkeiten) in 16 Bewußtseinsklassen, 2 (Unermeßliche) in 28 Bewußtseinsklassen, 1 Wissen in 47 Bewußtseinsklassen .

3. IN VERBINDUNG MITEINANDER

§ 32 Gelegentlich, aber nur jedesmal einzeln, sind anzutreffen: Geiz, Gewissensunruhe, die drei Enthaltsamkeiten, Mitleid, Mitfreude oder Dünkel; auch nur gelegentlich, aber stets zusammen, trifft man Starrheit und Mattheit. Die übrigen Geistesfaktoren aber sind konstant (niyata) in ihrer Verbindung, wie oben gezeigt (erstere also inkonstant, oder aniyata). Nunmehr will ich die Kombinationen der Geistesfaktoren in rechter Weise darlegen. Es finden sich dabei fünf mögliche Kombinationen, denn es finden sich:

ZWEIT ER T E IL

(A) 36 Geistesfaktoren im überweltlichen (lokuttara) Bewußtsein, (B) 35 Geistesfaktoren im übernormalen (mahaggata) Bewußtsein, (C) 38 Geistesfaktoren im lauteren (sobhana) Bewußtsein, (D) 27 Geistesfaktoren im unheilsamen (akusala) Bewußtsein, (E) 12 Geistesfaktoren im wurzelfreien (ahetuka) Bewußtsem. A. Im überweltlichen (lokuttara) Bewußtsein § 33 Alle 13 karmisch-variablen (aiiiiasamäna) und 23 lautere (sobhana) - fehlen die 2 U nermeßlichen - verbinden sich in den 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen der 1. Vertiefung (= 36 Geistesfaktoren), ebenso in den 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen der 2. V ertiefung, doch ohne Gedankenfassung (= 35), ebenso in den 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen der 3. Vertiefung, doch ohne Gedankenfassung und Diskursives Denken(= 34), ebenso in den 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen der 4. Vertiefung, doch ohne Gedankenfassung, Diskursives Denken und Interesse(= 33), ebenso in den 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen der 5. Vertiefung, doch mit Gleichmut (statt Freude;= 33). V gl. § 8, Üb ersicht. Somit bilden diese Geistesformationen in den 8 üb erweltlichen Bewußtseinsklassen aufgrund der 5 Vertiefungen insgesamt 5 Kombinationen. ZusAMMENFAssuNG § 34 Im überweltlichen Bewußtsein verbinden sich also die G eistesfaktoren der Reihe nach zu 5 Gruppen: von 36, 35, 34 und zweimal 33 Geistesfaktoren.

KO MPENDIUM D ER G E IS TE SFAKT O REN B. Im übernormalen (mahaggata) Bewußtsein § 35 Hier verbinden sich 35 Geistesfaktoren, d.i. alle 13 karmischvariablen (aiiiiasamäna; § 20 f.) und 22 lautere (sobhana; § 23 f.) Geistesfaktoren - fehlen die 3 Enthaltsamkeiten -, worunter aber Mitleid und Mitfreude nur einzeln in Betracht kommen, in den 3 Bewußtseinsklassen der 1. Vertiefung (karmisch heilsam, karmagewirkt oder karmisch-unabhängig funktionierend), ebenso in den 3 Bewußtseinsklassen der 2. Vertiefung, doch ohne Gedankenfassung (= 34 Geistesfaktoren), ebenso in den 3 Bewußtseinsklassen der 3. Vertiefung, doch ohne Gedankenfassung und Diskursives Denken(= 33), ebenso in den 3 Bewußtseinsklassen der 4. Vertiefung, doch ohne Gedankenfassung, Diskursives Denken und Interesse (= 32), ebenso in den 3 Bewußtseinsklassen der 5. Vertiefung, doch mit Gleichmut (statt Freude). In diesen 15 Klassen aber trifft man nicht die beiden Unermeßlichen (Mitleid, Mitfreude; also bloß 30 Geistesfaktoren). Vgl. § 18 . Somit bilden diese Geistesformationen in den 27 übernormalen Bewußtseinsklassen aufgrund der 5 Vertiefungen insgesamt 5 Kombinationen. ZusAMMENFASSUNG § 36 Im übernormalen Bewußtsein (d.i. in den 5 Vertiefungen) verbinden sich also die Geistesfaktoren der Reihe nach zu 5 Gruppen: von 35, 34, 33, 32 und 30 Geistesfaktoren.

C. Im lauteren (sobhana) Bewußtsein der Sinnessphäre

§ 37 (a) In den 8 heilsamen (kusala) Bewußtseinsklassen (§ 11) verbinden sich im 1. Paar (Tab. 1-2): 13 karmisch-variable, 25 lauterere (= 38 Geistesfaktoren), ebenso im 2. Paar (Tab. 3-4 ), doch ohne Wissen,

ZWEITER TEIL

ebenso im 3. Paar (Tab. 5-6), mit Wissen, doch ohne Interesse, ebenso im 4. Paar (Tab. 7-8), doch ohne Wissen und Interesse. 5 Geistesfaktoren, nämlich die 2 Unermeßlichen und die 3 Enthaltsamkeiten, können hier jedesmal nur einzeln auftreten. In Wirklichkeit treten demnach im 1. Paare im Höchstfall bloß 34 Geistesfaktoren auf. § 38 (b) In den 8 karmisch-unabhängig funktionierenden (kiriyä; § 11) Bewußtseinsklassen (des Arahat) Auch hier treten dieselben Geistesfaktoren in vierfacherWeise in den 4 Paaren von Bewußtseinsklassen zusammen auf, doch ohne die 3 Enthaltsamkeiten (also 35, 34, 34, 33). Da im Heiligen nämlich Verblendung und Begierde restlos erloschen sind, kann die als positive Willensanstrengung geltende dreifache Enthaltsamkeit von unrechtem Wandel (Worte, Werke, Lebens erwerb) nicht mehr für ihn in Betracht kommen. § 39 (c) In den 8 karmagewirkten (vipäka; § 11) Bewußtseinsklassen In derselben Weise verbinden sich auch hier (Tab. 42-49) jene Geistesfaktoren, doch ohne die 2 U nermeßlichen und die 3 Enthaltsamkeiten (also 33, 32, 32, 31 ). Somit verbinden sich die Geistesfaktoren in den 24 lauteren Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre zu insgesamt 24 (3 x 8) Gruppen. ZusAMMENFASSUNG § 40 Was die 24 wurzelverbundenen heilsamen (8), karmisch-unabhängig funktionierenden (8) und karmagewirkten (8) Bewußtseinsklassen anbetrifft, so gibt es in den 4 Paaren der heilsamen (kusala) Bewußtseinsklassen 38, 37, 37, 36 Geistesfaktoren, in den 4 Paaren der funktionellen (kiriyä) Bewußtseinsklassen 35, 34, 34, 33 Geistesfaktoren, in den 4 Paaren der karmagewirkten (vipäka) Bewußts einsklassen 33, 32, 32, 31 Geistesfaktoren.

KOMPENDIUM DER GE IST ESFAKTOREN

Dabei finden sich die 3 Enthaltsamkeiten nicht in den karmisch-unabhängig funktionierenden und übernormalen Bewußtseinsklassen, die 2 Unermeßlichen nicht in den überweltlichen Bewußtseins klassen, genannte 5 Geistesfaktoren nicht in den karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre. In den durch Hellblick hinsichtlich der Vergänglichkeit und Ichlosigkeit aller Daseinsformen bedingten überweltlichen Bewußtseinszuständen (4 Pfaden und 4 Früchten) kann natürlicherweise kein Mitleid und keine Mitfreude anwesend sein, denn diese beziehen sich auf die Vorstellung von Ich-Wesenheiten. Die Besonderheiten sind folgende: im überweltlichen Bewußtsein: die Vertiefungszustände, im übernormalen Bewußtsein: die 2 unermeßlichen Geistesfaktoren, im lauteren Bewußtsein (Sinnessphäre): die 3 Enthaltsamkeiten, Wissen und Interesse. D. Im karmisch-unheilsamen (akusala) Bewußtsein § 41 (a) In den 5 spontanen Klassen In der 1. spontanen Bewußtseinsklasse vorerst schließen sich zusammen karmisch-variable (aiiiiasamäna; § 20) Geistesfaktoren: 13 untrennbar-unheilsame (§ 22): 4 macht 17, dazu kommen Gier und Ansicht: 2 zusammen: 19 In der 2. spontanen Bewußtseinsklasse genauso, doch mit Gier und Dünkel (nicht Ansicht): 19 In der 3. spontanen Bewußtseinsklasse genauso, doch mit Gier und Ansicht, aber ohne Interesse: 18 In der 4. spontanen Bewußtseinsklasse genauso, doch mit Gier und Dünkel (nicht Ansicht): 19

ZWEIT ER T E IL

In der 5. spontanen, groll-verbundenen, Bewußtseinsklasse verbinden sich zusammen mit den 4 Geistesfaktoren Haß, Neid, Geiz, Gewissensunruhe, jedoch ohne Interesse: 20 Die 20 Faktor en also sind: die karmisch-variablen (§ 20), doch ohn e Interesse 12 untrennbar-unheilsame (§ 22) 4 Haß, N eid, Geiz und Gewissensunruhe 4 Neid, Geiz und Gewissensunruhe treten jedoch hier nur jedesmal einzeln auf. § 42 (b) In den 5 angeregten (sa-sankhäraka;•§ 4, 5) Bewußtseinsklassen Auch in den 5 angeregten Bewußtseinsklassen (Tab. 23, 25, 27, 29, 31) verbindet sich jedesmal dieselbe Anzahl von Geistesfaktoren (wie in den entsprechenden 5 spontanen Bewußtseinsklassen), doch unterscheiden sie sich durch das Hinzutre ten von geistiger Starrheit und Mattheit (durch das Hin z utreten dieser beiden Faktoren besitzen also die 5 angeregten Bewußtseinsklassen 21, 21, 20, 20, 22 Geistesfaktoren). § 43 (c) In der aufregung-begleiteten (uddhacca-sahagata) Bewußtseinsklasse In der aufregung-begleiteten Bewußtseinsklasse (§ 6; Tab. 33) verbinden sich die karmisch-variablen (§ 20), doch ohne Absicht und Interesse: 11 die unheilsam-untrennbaren (§ 22): 4 zusammen: 15

KOMPENDIUM DER GEISTESFAKTOREN

§ 44 (d) In der zweifel-begleiteten (vicikiccha-sahagata) Bewußtseinsklasse Auch in der zweifel-begleiteten Bewußtseinsklasse (§ 6; Tab. 32) trifft man 15 Geistesfaktoren, worin jedoch der Entschluß fehlt, dafür aber der Zweifel anwesend ist. ZusAMMENFASSUNG § 45 Die in den 12 unheilsamen Bewußtseinsklassen (§ 4 ff.) miteinander verbundenen Geistesfaktoren bilden mit Hinsicht auf ihre Anzahl 7 Gruppen: spontan (a-sankhiirika ): (1) 19 Geistesfaktoren (Tab. 22, 24: Gier) (2) 18 Geistesfaktoren (Tab. 26, 28: Gier) (3) 20 Geistesfaktoren (Tab. 30: Haß) angeregt (sa-sankhiirika ): (4) 21 Geistesfaktoren (Tab. 23,25: Gier) (5) 20 Geistesfaktoren (Tab. 27, 29: Gier) (6) 22 Geistesfaktoren (Tab. 31: Haß) (7) 15 Geistesfaktoren (Tab. 32, 33: Verblendung) In allem unheilsamenBewußtsein verbinden sich (mindestens) 4 unheilsam-untrennbare, ferner 10 karmisch-variable (fehlen: Absicht, Interesse, Entschluß), zusammen: 14 Geistesfaktoren. E. Im wurzellosen (ahetuka) Bewußtsein § 46 Was die wurzellosen Bewußtseinsklassen (§ 7) anbetrifft, so verbinden sich im lächeln-hervorrufenden Bewußtsein (Tab. 72) des Arahat alle karmisch-variablen Geistesfaktoren, ausgenommen Absicht (d.i. 13 - 1) = 12; ebenso im Feststell-Bewußtsein (votthapana; Tab. 71), doch ohne Absicht und Interesse (d.i. 13 - 2) = 11;

ZWEITER TEIL

ebenso im freude-begleiteten Prüf- Bewußtsein (santirana; Tab. 40), doch ohne Absicht, Energie (d.i. 13 - 2) = 11; ebenso im dreifachen Geist-Element (Aufmerken am Fünfsinnestor: Tab. 70; durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirktes indifferenz-begleitetes Rezeptiv- Bewußtsein: Tab. 39, 55) = 11; ebenso in dem zweifachen (schwachen) Wiedergeburtsbewußtsein (d.i. dem durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirkten, indifferenz-begleiteten Geistbewußtseins- Element: Tab. 41, 56), doch ohne Absicht, Interesse, Energie (d.i. 13 - 3) = 10; ebenso im 2 x fünffachen Sinnesbewußtsein, doch ohne die 6 gelegentlichen Geistesfaktoren (d.i. 13 - 6) = 7. ZusAMMENFASSUNG § 47 Somit bilden in den 18 wurzellosen Bewußtseinsklassen die Geistesfaktoren, ihrer Anzahl nach, insgesamt 4 Gruppen von 12, 11, 10 und 7 Geistesfaktoren; 7 karmisch-variable (untrennbare) Geistesfaktoren verbinden sich mit allem wurzellosen (ahetuka) Bewußtsein, die übrigen (gelegentlichen) nur unter Umständen. Somit nun wurden ausführlich dargelegt 33 Gruppen von Geistesfaktoren: im überweltlichen (lokuttara) Bewußtsein(§ 33 f.) im übernormalen (mahaggata) Bewußtsein(§ 35) im lauteren (sobhana) Bewußtsein der Sinnessphäre (§ 40) im unheilsamen (akusala) Bewußtsein(§ 45) im wurzellosen (ahetuka) Bewußtsein(§ 46) 5 Gruppen, 5 Gruppen, 12 Gruppen, 7 Gruppen, 4 Gruppen, insgesamt 33. Die Verbindung und Gruppierung der mit dem Bewußts ein verbundenen Faktoren also kennend, mag man nun ihre Einteilung und Verbindung mit dem Bewußtsein den Umständ en entsprechend angeben.

DRITTER TEIL
KOMPENDIUM BESONDERER KATEGORIEN

§ 48 Die miteinander verbundenen geistigen Dinge wie Bewußtsein und Geistesfaktoren sind ihrer Natur nach in Wirklichkeit 53 (d.i.: 1 Bewußtsein + 52 Geistesfaktoren). Hier nun wird im einzelnen festgestellt, wie mit Hinsicht auf Gefühl, Wurzelbedingungen, Funktionen, Bewußtseinstore, Objekte und physische Grundlagen sich die Geistesfaktoren mit den Bewußtseinsklassen gruppieren.

1. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT AUF

GEFÜHL ( vedanä) Was die Gruppe der Gefühle anbetrifft, so unterscheidet man da dreifaches Gefühl: (1) angenehmes (sukha), (2) unangenehmes (dukkha), (3) indifferentes (adukkhamasukha). Fünffach aber ist das Gefühl gemäß der Einteilung in: (1) körperliches Wohlgefühl (sukha = käyika-sukha), (2) körperliches Wehegefühl (dukkha = käyika-dukkha), (3) Freude (somanassa = cetasikasukha, geistiges Wohlgefühl), (4) Trübsal (domanassa = cetasika-dukkha, geistiges Wehegefühl), (5) Indifferenz (upekkhä, hier = adukkhamasukha, wörtl. 'weder Wohl- noch Wehegefühl'). Das hier als upekkha (s. B.Wtb.) bezeichnete indifferente Gefühl darf man nicht verwechseln mit dem bisweilen als tatra-majjhattatii (§ 23) bezeichneten ethischen Gleichmut (upekkha) der Geistesformationen-Gruppe (sankhara-khandha). Seh-, Hör-, Riech- und Schmeck-Bewußtsein sind stets mit indifferentem Gefühl verbunden, Körperbewußtsein (Körperempfin· dung) mit Wohl- oder Wehe-Gefühl, das G eistbewußtsein aber entweder mit Freude, Trübsal oder indifferentem Gefühl. A. Körperliches Wohl- und Wehegefühl § 49 Von körperlichem Wohlgefühl begleitet ist dabei nur eine ein-

DRITTER TEIL

zige Bewußtseinsklasse, nämlich das durch heilsames Karma gewirkte (kusala-vipäka) Körperbewußtsein. Entsprechend ist von körperlichem Wehegefühl begleitet nur das durch unheilsames Karma gewirkte (akusala-vipäka) Körperbewußtsein. B. Freude-Gefühl (somanassa) §50 Von Freude begleitet aber sind: 18 Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre, d.i. 4 in Gier wurzelnde, 12 lautere der Sinnessphäre (4 heilsame + 4 karmagewirkte + 4 karmisch-unabhängig funktionierende), 1 freude-begleitetes Prüf-Bewußtsein (santirana), 1 lächeln-hervorrufendes Bewußtsein des Arahat, 18 ferner: 44 übernormale (3 x 4 = 12) und überweltliche (4 x 8 = 32) der 1., 2., 3. und 4. Vertiefung, insgesamt 62 Bewußtseinsklassen.

C. Trübsal-Gefühl (domanassa)

§51 Von Trübsal-Gefühl begleitet sind bloß die zwei mit Groll verbundenen Bewußtseinsklassen. D. Indifferenz-Gefühl (upekkhä) § 52 Alle übrigen 55 Bewußtseinsklassen sind von Indifferenz begleitet. Diese sind: 4 in Gier wurzelnde Bewußtseinsklassen, 2 in Verblendung wurzelnde Bewußtseinsklassen, 6 durch unheilsames Karma gewirkte wurzellose (ahetuka) Bewußtseinsklassen (ausgenommen Körperbewußtsein; Tab. 50-53, 55, 56), 6 durch heilsames Karma gewirkte Bewußtseinsklassen (aus ge nommen Körperbewußtsein; Tab. 34-37,39, 41),

KOMP E NDIUM BESONDER ER KATE GORIEN 2 wurzellose karmisch-unabhängig funktionierende Bewußtseinsklassen (Tab. 70, 71), 12 lautere Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (4 heilsame+ 4 karmagewirkte + 4 karmisch-unabhängig funktionierende; Tab. 5-8, 46-49, 77-80), _32_ Bewußtseinsklassen der 5. Vertiefung (s . § 18). ZusAMMENFASSUNG § 53 Das Gefühl ist hier dreifach: angenehm, unangenehm oder indifferent; fünffachdurch weitere Einteilung in Freude und Trübsal. Es sind verbunden 1 Bewußtseinsklasse mit körperlichem Wohlgefühl, 1 Bewußtseinsklasse mit körperlichem Wehegefühl, 2 mit Trübsal, 62 mit Freude, 55 mit Indifferenz. 121 (§ 18)

2. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT

AUF DIE WuRZELBEDINGUNGEN (hetu) § 54 In der Gruppe der Wurzelbedingungen unterscheidet man sechs Wurzelbedingungen: Gier, Haß, Verblendung, Gierlosigkeit (Uneigennützigkeit), Haßlosigkeit (Güte), Unverblendung (Wissen) (lobha, dosa, moha; alobha, adosa, amoha; vgl. § 3). Wurzellos (ahetuka) sind 18 Bewußtseinsklassen (§ 7): das 2 x fünffache Sinnesbewußtsein, das Rezeptiv-, Prüf-, FeststellBewußtsein, das lächeln-hervorrufende Bewußtsein des Arahat. Alle übrigen 71 Klassen sind wurzelverbunden (sahetuka). Mit 1 Wurzel verbunden (eka-hetuka) sind: die in Verblendung wurzelnden 2 Bewußtseinsklassen (§ 6). Mit 2 Wurzeln verbunden (du-hetuka) sind: die 10 übrigen unheilsamen Bewußtseinsklassen (§ 3-5) und die 12 mit Wissen nicht verbundenen lauteren Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (§ 11 ). (Zusammen 22 Bewußtseinsklassen). Mit 3 Wurzeln verbunden (ti-hetuka) sind: die 12 wissen-

DRITTER TEIL

verbundenen lauteren Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (§ 11) und die 27 übernormalen und 8 überweltlichen (§ 16). (Zusammen 47 Bewußtseinsklassen). ZusAMMENFASSUNG §55 Gier, Haß und Verblendung sind die 3 unheilsamen Wurzeln (akusala-hetu), Gierlosigkeit, Haßlosigkeit, Unverblendung sind die karmisch-heilsamen (kusala-hetu) bzw. karmisch-neutralen Wurzeln (avyäkata-hetu ). Wurzellos (ahetuka) sind 18 Bewußtseinsklassen, mit 1 Wurzel verbunden (eka-hetuka) 2 Bewußtseinsklassen, mit 2 Wurzeln verbunden (du-hetuka) 22 Bewußtseinsklassen, mit 3 Wurzeln verbunden (ti-hetuka) 47 Bewußtseinsklassen. Zusammen 89 Bewußtseinsklassen.

3. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT AUF

DIE GEISTIGEN FUNKTIONEN (kicca) §56 In der Kategorie der geistigen Funktionen unterscheidet man 14 Funktionen: Wiedergeburtsbewußtsein (pa.tisandhi-kicca) Unterbewußtsein (bhavanga-0 ) Aufmerken (ävajjana-0 ) セ セ [ [ ョ @ IRiechen (paiica-viiiiiär:za-0 ) Schmecken Körperempfindung Rezipieren (sampaticchana-0 ) Prüfen (santirana-0 ) Feststellen (votthapana-0 ) Impulsion (javana-0 ) Registrieren (tadärammar:za-0 ) Sterben (cuti-0 ) Aufgrund der einzelnen Stadien aber, wie Wiedergeburtsbewußtsein, Unterbewußtsein, Aufmerken, Fünfsinnesbewußtsein usw., ist die Einteilung der Funktionen nach den einzelnen Stadien als zehnfach zu betrachten.

KOMPENDIUM BESONDERER KATEGORIEN

Nämlich: (1) Wiedergeburts- Funktion (patisandhi-kicca) (2) Unterbewußtseins-Funktion (bhavanga-0 ) (3) Aufmerk-Funktion (iivajjana-0 ) (4) fünffache Sinnes bewußtseins-Funktion (paiica-viiiiiiir;a-0 ) (5) Rezeptiv-Funktion (sampaticchana-0 ) (6) Prüf-Funktion (santfrana- 0 ) (7) Feststell-Funktion (votthapana- 0 ) (8) Impulsiv-Funktion (javana-0 ) (9) Registrier-Funktion (tadiirammar;a-0 ) (10) Sterbe-Funktion (cuti- 0 ) (1, 2 und 10)

WIEDERGEBURTS-, UNTERBEWUSSTSEINS- UND STERBEFUNKTION

(patisandhi-, bhavanga- und cuti-kicca) §57 Unter diesen nun wird die Wiedergeburts-, Unterbewußtseins- und Sterbe-Funktion von (einer der) 19 Bewußtseinsklassen verrichtet, nämlich: der 2 indifferenz-begleiteten, (sonst) die Prüf-Funktion verrichtenden Bewußtseinsklassen (Geistbewußtseins-Element; § 60 [2, 3]; Tab. 41, 56), der 8 karmagewirkten Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. 42-49) und der 9 karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Feinkörperlichen und Unkörperlichen Sphäre(§ 14 f.; Tab. 57-65). Der durch das physische Sinnesorgan und das physische Sinnesobjekt bedingt enstehende sinnliche Bewußtseinsvorgang ist in Wirklichkeit ein äußerst komplexer Prozeß, in welchem die einzelnen Bewußtseinsphasen in ungeheurer Geschwindigkeit aufeinander folgen und die oben aufgezählten Funktionen verrichten: Erregen und Schwinden des Unterbewußtseins, Aufmerken am Fünfsinnestor, Sehen (oder Hören, usw.), Rezipieren des Sehobjekts, Prüfen und Feststellen desselben, Impulsion, Registrieren. Dies alles sowie das Sterbeund Wiedergeburtsbewußtsein wird deutlicher erklärt in der unten folgenden Besprechung des U nterbewußtseins. Die grundlegende Bedeutung des Begriffs bhavanga als Arbeitshypothese zur Erklärung der buddhistischen Lehren der Wiedergeburt, Rückerinnerung usw., ist bis jetzt von den westlichen Forschern noch kaum erkannt worden. Bhavanga (= bhavassa anga) wird erklärt als 'Untergrund oder Grundlage (anga = kiirar;a) des Lebens oder Daseins', so daß ich den häufig vorkommenden Begriff bhavanga-sota als 'unterbewußten Lebensstrom' wiedergebe. Dieser Begriff deckt sich also mit dem, was die meisten modernen Psycho-

DRITTER TEIL

logen, wie Jung u.a., als 'Seele' und das 'Unbewußte' (weil uns nicht bewußt) bezeichnet haben, als das sine qua non alles Lebens überhaupt. Bloß die kürzere Bezeichnung bhavanga (Lebensgrund) kommt im Kanon einige Male vor, und da auch nur in dem letzten Buche der philosophischen Sammlung, dem Panhana, wird aber dort nirgends näher erklärt, sondern offenbar als bekannt vorausgesetzt. Dort heißt es z.B. (Tikapanhana, li, Panhavara 4): "Das bhavanga (d.i. bhavanga-citta) oder Unterbewußtsein ist für das Aufmerken (avajjana; nämlich am Geisttor oder Fünfsinnestor) eine Bedingung im Sinne von Kontiguität oder unmittelbarer Angrenzung" (§ 174; vgl. § 66). Aus den im Kanon vorkommenden wenigen Stellen geht immerhin klar und unzweideutig hervor, daß schon darin zum Aufsteigen sowohl des Sinnesbewußtseins als auch des Geistbewußtseins das Unterbewußte als Bedingung vorausgesetzt wird. Wäre übrigens alles, was wir je gesehen, gefühlt, wahrgenommen, gedacht, innerlich und äußerlich erfahren und gewirkt haben, nicht ausnahmslos irgendwo und irgendwie registriert in dem, einer äußerst komplizierten Grammophonplatte vergleichbaren, Nervensystem oder im Dinerbewußten oder Unbewußten, so könnten wir uns nicht einmal daran erinnern, was wir einen Augenblick vorher getan haben, wüßten überhaupt nichts von der Existenz anderer Wesen und Dinge, würden nicht Eltern, Freunde usw. kennen, könnten überhaupt nicht denken (da dies durch Vergleich mit früheren Erfahrungen bedingt ist), und unser Geist wäre eine vollkommene tabula rasa und leerer als der eines eben zur Welt gekommenen Säuglings, ja selbst eines noch im Mutterleib befindlichen Embryos. Ausführlicheres über den unterbewußten 'Lebensstrom' (bhavanga-sota) findet man bloß in den Kommentaren, und da besonders im Visuddhi-Magga. In den Erklärungen über die Wiedergeburt und die übrigen oben aufgezählten geistigen Funktionen heißt es dortselbst (Vis. XIV): "Sobald das (im Momente der Empfängnis im Mutterleib eingetretene) Wiedergeburtsbewußtsein geschwunden ist, tritt mit genau demselben Objekt (wie im Sterbe- und Wiedergeburtsbewußtsein) jedesmal das dementsprechende Unterbewußtsein (bhavangaカ ゥ ゥ ゥ ゥ ゥ ゥ ゥ セ j 。 I @ auf, unmittelbar auf das betreffende Wiedergeburtsbewußtsein folgend und die Wirkung dieser und jener (unmittelbar vor dem Tode begangenen) Tat (kamma = karma, geistige Willenstätigkeit) darstellend. Und wiederum von neuem tritt ein weiteres ähnliches Unterbewußtsein auf. Solange nun kein anderes, die Kontinuität (santana) des unterbewußten Lebensstroms unterbrechendes, (Ober-) Bewußtsein aufsteigt, solange tritt das Unterbewußt sein, der Strömung eines Flusses vergleichbar, selbst während des traumlosen Schlafes und anderer Zeiten immer wieder in derselben Weise unzählige Male auf. Auf diese Weise ist das fungeset zte Auftreten jener Bewußtseinszustände in dem unterbewußten Lebensstrome zu verstehen.

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Sind aber, während die Kontinuität des Bewußtseinsstroms im Gange ist, die Sinnesfähigkeiten der Wesen zum Erfassen der Objekte tauglich geworden, so findet, sobald (z .B. ) ein Sehobjekt in den Gesichtskreis getreten ist, durch das Objekt bedingt eine Einwirkung auf das sensitive Sehorgan (cakkhu-pasada) statt. Darauf erfolgt durch diese Einwirkung eine Erregung des Unterbewußten (bhavanga-calana). Sobald aber das Unterbewußtsein geschwunden ist, steigt das rein funktionelle Geist-Element (mano-dhatu; Tab. 70) auf, indem es, eben dieses Sehobjekt zum Objekt nehmend und das Unterbewußte durchbrechend, die Funktion des Aufmerkens (avajjana) erfüllt... Unmittelbar auf das Aufmerken aber steigt an der Sehpforte das, die Augensensitivität zur Grundlage habende, Sehbewußtsein (cakォ ィ オ M カ ゥ ゥ コ ゥ コ ゥ ゥ セ j 。 I @ auf, indem es die Funktion des Sehens erfüllt ... Unmittelbar darauf steigt das entsprechende Geist-Element auf ..., indem es das Objekt des Sehbewußtseins rezipiert (sampaticchana) ... Unmittelbar darauf das entsprechende Geist-Element ..., das das, durch das Geist-Element rezipierte, Objekt des Sehbewußtseins prüft (santirana) ... Unmittelbar darauf das von Indifferenz begleitete, funktionelle, wurzellose Geistbewußtseins-Element, indem es eben jenes Objekt feststellt (votthapana) .. . Unmittelbar darauf ... kommt es zum Aufblitzen von 6 oder 7 lmpulsivmomenten (javana) .. . Ist das Objekt sehr groß ... , so kommt es 1- oder 2-mal zum Aufsteigen von irgendeiner der karmagewirkten Bewußtseinsklassen .. . oder des Geistbewußtseins-Elements, indem dieses 'jenes Objekt' (tad-arammaiJa) des Impulsivbewußtseins zum Objekt nimmt. Darum wird es als registrierendes (tad-arammaiJa) bezeichnet. Nach Ablauf desselben tritt wiederum das Unterbewußtsein ein. Sobald das Unterbewußtsein aber wieder durchbrachen wird, entstehen von neuem das aufmerkende Bewußtsein usw. Auf diese Weise besteht die auf Bedingungen gestützte Bewußtseinskontinuität (citta-santana), indem unmittelbar auf das Unterbewußtsein (wie oben gezeigt) das Aufmerken entsteht, unmittelbar darauf das Sehbewußtsein usw. So tritt denn diese, im Sinne einer geistigen Ordnung (citta-niyama), immer wieder von neuem auf, bis schließlich in einem Dasein dieses Unterbewußtsein versiegt. Das al lerletzte Unterbewußtsein in einem Dasein nämlich wird wegen seines Schwindens als das Abscheiden (Sterbebewußtsein) bezeichnet. Nach dem Abscheiden aber kommt von neuem die Wiedergeburt, nach der Wiedergeburt (d. i. dem Wiedergeburtsbewußtsein im Momente der Empfängnis) von neuem das Unterbewußtsein usw." Nach obigen Erklärungen gibt es in der Sinnessphäre 10 Typen von Unterbewußtsein, nämlich die die Wirkungen (vipaka) der 8 karmisch-heilsamen Bewußtseinskategorien bildenden und diesen genau entsprechenden 8 Unterbewußtseinsformen (§ 11; Tab.

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42-49); ferner die durch (schwaches) heilsames und durch unheilsames Karma gewirkten (vipäka) und mit indifferentem Gefühl verbundenen zweifachen Geistbewußtseins-Elemente (§ 8, 9; Tab. 41, 56). Jeder dieser Unterbewußtseinszustände ist also mit genau denselben Geistesfaktoren verbunden wie der ihm entsprechende Oberbewußtseinszustand und bildet gewissermaßen eine ununterbrochene Wiederholung des, durch die allerletzte karmische Willenstätigkeit vor dem Sterben bedingten, Wiedergeburtsbewußtseins und wirkt dadurch bestimmend auf den Charakter des Menschen ein. Die durch die 1. heilsame Bewußtseinsklasse erzeugte Unterbewußtseinsklasse ist demnach genau wie jene durch Freude und Wissen gekennzeichnet und verbunden mit allen 13 untrennbaren und 25 edlen Geistesfaktoren, nur daß die unterbewußten Zustände karmisch-neutral (avyäkata) sind. Es darf dabei wohl angenommen werden, daß dieser unterbewußte Lebensstrom von alle den früher erlebten äußeren Eindrücken und Umständen begleitet ist, vor allem aber von denen, die bei früher selber verübten besonders guten und bösen Taten anwesend waren. Etwas widerspruchsvoll muß einen der Standpunkt der Kommentatoren anmuten, daß sie zwar die Anwesenheit von Gierlosigkeit (Uneigennützigkeit), Haßlosigkeit (Güte) und Unverblendung (Wissen) und anderer lauterer (zwar karmisch neutraler) Geistesfaktoren im Unterbewußtsein als möglich lehren, nicht aber in derselben Weise auch etwas den üblen Wurzeln und Geistesfaktoren Entsprechendes im Unterbewußten postulieren. Sicher immerhin ist es, daß das Fehlen der drei obigen guten Wurzeln usw., bei Anwesenheit der durch früheres böses Karma (Willenstätigkeit) bedingten wollüstigen und grausamen Erinnerungsbilder und karmagewirkten unerwünschten Bewußtseinsobjekte H 。 ョ ゥ エ エ ィ 。 イ 。 ュ ュ 。 エ Z セ 。 [ @ s. Tab. 50-54), einen mächtigen Anlaß (upanissaya) zum Bösen bildet. Denn Mangel an Uneigennützigkeit, Güte und Wissen mag bei Anwesenheit solcher Erinnerungsbilder und Sinnesobjekte sehr leicht zu Gier, Haß, Verblendung und den übrigen karmisch-unheilsamen Geistesfaktoren führen. Über den Bewußtseinsprozeß vgl. auch§ 10. (3) AUFMERK-FUNKTION (ävajjana-kicca) §58 Die Aufmerk-Funktion ist von 2 Arten. Diese sind: (1) das Aufmerken am Fünfsinnestor (paizcadväravajjana), vollz ogen durch das funktionelle Geist-Element (Tab. 70), (2) das Aufmerken am Geisttor (manodväravajjana), vollzogen durch das indifferenz-verbundene funktionelle Geistbewußtseins-Element (Tab. 71).

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(4, 5) FÜNFSINNES-UND REZEPTIV-FUNKTIONEN

(paiica-viiiiiär.za- und sampaticchana-kicca) §59 Jede dieser Funktionen (des Sehens, Hörens usw.) wird von 2 Bewußtseinsklassen vollzogen. Das Sehen nämlich wird vollzogen (1) von dem durch heilsames Karma gewirkten Sehbewußtsein (Tab . 34), (2) von dem durch unheilsames Karma gewirkten Sehbewußtsein (Tab. 50). Entsprechend ist es mit den Funktionen des Hörens, Riechens, Schmeckens, körperlichen Beeindruckens und des Rezipierens des Sinnesobjektes (sampaticchana, Tab. 39, 55). (6) PRÜF-FUNKTION (santirana-kicca) § 60 Die Prüf-Funktion wird von 3 Bewußtseinsklassen vollzogen. Diese sind: (1) das durch heilsames Karma gewirkte freude-begleitete Geistbewußtseins-Element (Tab. 40), (2) das durch heilsames Karma gewirkte indifferenz-begleitete Geistbewußtseins-Element (Tab. 41), (3) das durch unheilsames Karma gewirkte indifferenz-begleitete Geistbewußtseins-Element (Tab. 56). (7) FEsTSTELL- FuNKTION ( votthapana-kicca) § 61 Die Feststell-Funktion am Fünfsinnestor wird vollzogen von dem (-selben Geistbewußtseins-Element wie das) Aufmerken am Geisttor (Tab. 71). Um die zweideutig klingende gekürzte Ausdrucksweise des Autors klarer wiederzugeben habe ich die eingeklammerten Worte eingeschoben, doch dies bei späteren analogen Stellen nicht mehr getan. (8) IMPULSIV- FuNKTION (javana-kicca) § 62 Die Impulsiv-Funktion wird vollzogen von 55 Bewußtseinsklassen, d.i. den heilsamen und unheilsamen Bewußtseinsklassen, sowie den überweltlichen Früchte und den funktionellen

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Bewußtseinsklassen, außer den 2 Aufmerk-Bewußtseinsklassen (Tab. 70, 71). Dies sind, genau gesagt: 21 heilsame (kusala) Bewußtseinsklassen (Tab.1-21), 12 unheilsame (akusala) Bewußtseinsklassen (Tab. 22-33), 4 Früchte (phala) (Tab. 66-69), 18 karmisch-unabhängig funktionierende Bewußtseinsklassen _ (Tab. 72-89) 55 Bewußtseinsklassen. ]avana (< javati, antreiben, impellere), 'lmpulsion', nennt man die im Bewußtseinsprozeß aufblitzenden karmischen Willensmomente (kamma-cetanii), von denen, nach den Kommentaren, meist bis 7 entstehen. Die durch Rhys Davids eingeführte und überall akzeptierte Übersetzung mit 'apperception' ist durchaus verfehlt. (9) REGISTRIER-FUNKTION (tad-aramma?Ja-kicca) § 63 Die Registrier- Funktion wird vollzogen von den 8 karmagewirkten Hauptbewußtseinsklassen und den 3 (auch die) PrüfFunktionen (vollziehenden Geist bewußtseins-Elementen), also von 11 Bewußtseinsklassen. Dies sind also: die 8 karmagewirkten Hauptbewußtseinsklassen (Tab. 42-49), die 3 Geistbewußtseins-Elemente (Tab. 40, 41, 56) 11 Bewußtseinsklassen. § 64 Mit Hinsicht auf die Funktionen dieser Bewußtseinsklassen gilt folgendes: Die 2 indifferenz-begleiteten Prüf- Bewußtseinsklassen (Geistbewußtseins-Elemente; Tab. 41, 56) verrichten 5 Funktionen: Wiedergeburt, Unterbewußtsein, Sterben, Registrieren, Prüfen. Die 8 karmagewirkten Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. 42-49) verrichten 4 Funktionen: Wiedergeburt, Unterbewußtsein, Sterben, Registrieren. Die 9 karmagewirkten übernormalen Bewußtseinsklassen (Tab. 57- 65) verrichten 3 Funktionen: Wiedergeburt, Unter bewußtsein, Sterben. Das freude-begleitete Prüf-Bewußtsein (Geistbewußtseins-

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Element; Tab. 40) verrichtet 2 Funktionen: Prüfen und Registneren. Das Feststellende Bewußtsein (Geist-Element; Tab. 70) verrichtet ebenso 2 Funktionen: Feststellen und Aufmerken. Alle übrigen (68) Bewußtseinsklassen aber verrichten jedesmal nur eine ihrer Natur entsprechende Funktion, nämlich die (55) Impulsiv-Bewußtseinsklassen (die Impulsionen), die 3 Geist-Elemente (1 und 2: Rezipieren, 3: Feststellen; Tab. 39, 55, 70) und die zweifache Fünfsinnes-Bewußtseinsklasse (das Sehen, Hören usw.; Tab. 34-38; 50-54). ZusAMMENFASSUNG § 65 Wiedergeburt usw. gelten als die 14 Bewußtseinsfunktionen. Nach Einteilung in Stadien jedoch bilden diese bloß 10 Bewußtseinsstadien. 68 Bewußtseinsklassen haben 1 Funktion und 1 Stadium. 2 Bewußtseinsklassen haben 2 Funktionen und 2 Stadien. 9 Bewußtseinsklassen haben 3 Funktionen und 3 Stadien. 8 Bewußtseinsklassen haben 4 Funktionen und 4 Stadien. 2 Bewußtseinsklassen haben 5 Funktionen und 5 Stadien. 89 Bewußtseinsklassen .

4. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT AUF
SINNESTORE UND GEISTTOR

§ 66 In der Kategorie der Bewußtseinstore gelten als die 6 Tore: das Sehtor, Hörtor, Riechtor, Schmecktor, Körpertor und Geisttor (cakkhu-dvära, sota0 , ghäna0 , jivhä0 , käya0 , mano0 ). Unter diesen gilt eben das (physische) Auge als das Sehtor. Entsprechend verhält es sich mit den übrigen 4 Sinnestoren. Als Geisttor (mano-dvära) aber wird das Unterbewußte (bhavanga) bezeichnet ('manodväram pana bhavangan ti pavuccati'). Das 'Geisttor' (mano-dvära) ist also nicht zu verwechseln mit dem, bloß die Funktion des Aufmerkens, Rezipierens und Feststellens ausübenden, 'Geistelement' (manodhätu; § 159) oder der, alles Bewußtsein umfassenden, 'Geistgrundlage' (manayatana) oder gar mit der 'physischen Grundlage des Geistigen' (hadaya-vatthu; § 80).

DRITTER TEIL

A. Fünfertor-Bewußtseinsklassen (paiicadvara-citta) § 67 Am Sehtor (cakkhu-dvara) entstehen den Umständen nach 46 Bewußtseinsklassen, nämlich: 1 Aufmerken am Fünfertor (paiicadvaravajjana; § 58), 2 Seh-Bewußtseinsklassen (durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirkt; § 59), 2 Rezeptiv- Bewußtseinsklassen (sampa.ticchana; §59), 3 Prüf-Bewußtseinsklassen (santfrana; § 60), 1 Feststell-Bewußtseinsklasse (votthapana; § 61 ), 29 Impulsiv-Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (javana; 8 heilsame + 12 unheilsame + 8 karmisch-unabhängig funktionierende Haupt-Bewußtseinsklassen + 1 lächelnhervorrufende Bewußtseinsklasse des Arahat), 8 Registrier-Bewußtseinsklassen (die karmagewirkten HauptBewußtseinsklassen; Tab. 42-49).':Genau dieselben 46 Bewußtseinsklassen entstehen auch an jedem der 4 übrigen Sinnestore. Somit hat man (durch Hinzufügung der durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirkten 8 Sinnes-Bewußtseinsklassen) 8 anzunehmen. Insgesamt: 54 Bewußtseinsklassen_ ,,. Da die hier fehlenden 3 registrierenden Bewußtseinsklassen (§ 63) identisch sind mit den bereits aufgezählten Prüf-Bewußtseinsklassen, so sind sie hier nicht nochmals aufgezählt. B. Geisttor-Bewußtseinsklassen (manodviira-citta) § 68 Am Geisttor aber entstehen 67 Bewußtseinsklassen, nämlich: 1 Aufmerken am Geisttor (manodviiravajjana; § 58), 55 Impulsiv-Bewußtseinsklassen (§ 62), 11 Registrier-Bewußtseinsklassen (§ 63)-

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C. Von Toren unabhängige Bewußtseinsklassen

(dväravimutta-citta) § 69 Von Toren unabhängig sind die 19 Wiedergeburts-, U nterbewußtseins- und Sterhe-Bewußtseinsklassen (§57). Diese 19 Bewußtseinsklassen sind, als Unterbewußtsein usw., insofern unabhängig von den Toren, weil sie eben selber das Geisttor bilden, wie oben(§ 66) gesagt. Irgendeine dieser (19) Bewußtseinsklassen entsteht im Sterbemoment, bedingt durch die unmittelbar vorausgegangene geistige Willenstätigkeit, wiederholt sich darauf als Wiedergeburtsbewußtsein und bildet dann, während des ganzen Lebens sich immer und immer wiederholend, den unterbewußten Lebensstrom, der gewissermaßen den latenten Charakter des Menschen ausmacht. D. Einertor-Bewußtseinsklassen (ekadvärika-citta) § 70 Unter jenen (Tor-Bewußtseinsklassen) aber gibt es 36 bloß durch 1 Tor entstehende Bewußtseinsklassen, nämlich: die 10 Fünfsinnes-Bewußtseinsklassen (5 durch heilsames + 5 durch unheilsames Karma gewirkte), die 18 übernormalen (9 heilsame + 9 karmisch-unabhängig funktionierende) Impulsiv-Bewußtseinsklassen (§ 13 ff.), die 8 überweltlichen Bewußtseinsklassen (4 Pfade+ 4 Früchte;§ 16). Die Fünfsinnes-Bewußtseinsklassen, wie Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck- und Körperbewußtsein, entstehen jedesmal bloß durch 1 Tor, wie Auge, Ohr usw., die übernormalen und überweltlichen aber nur durch das Geisttor (Unterbewußtsein). E. Fünfertor-Bewußtseinsklassen (paiicadvärika-citta) § 71 Die 3 Geist-Elemente (2 rezipierende und 1 am Fünfsinnestor aufmerkendes; § 58 f.; Tab. 39, 55, 70) entstehen durch die 5 Sinnestore.

DRITTER TEIL

F. Sechsertor-Bewußtseinsklassen (chadvärika-citta) § 72 31 Bewußtseinsklassen entstehen durch alle 6 Tore, nämlich: 1 das freude-begleitete Prüf-Bewußtsein (Geistbewußtseins-Element; § 60; Tab. 40), 1 das Aufmerken am Geisttor (feststellendes Geistbewußtseins-Element; §58; Tab. 71), 29 die Impulsiv-Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (8 heilsame + 12 unheilsame + 9 karmisch-unabhängig funktionierende). G. Teils durch 6 Tore entstanden, teils von Toren unabhängig (chadvärikäni c'eva dväravimuttäni ca) § 73 Die teils durch die 6 Tore entstandenen, teils von Toren unabhängigen Bewußtseinsklassen sind: 2 die indifferenz-begleiteten Prüf- (bzw. Registrier-) Bewußtseinsklassen (Tab. 41, 56), 8 die karmagewirkten Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. _42-49). Als Registrier-Bewußtsein mögen diese 10 Bewußtseinsklassen durch irgendeines der 6 Tore entstehen, als Unterbewußtsein usw. aber sind sie von Toren unabhängig, da sie selber dann das Geisttor (manodvära) bilden, wie bereits oben erklärt. H. In jeder Hinsicht von Toren unabhängig (dväravimuttän 'eva) § 74 Die karmagewirkten übernormalen 9 Bewußtseinsklassen (Tab. 57-61) sind in jeder Hinsicht von Toren unabhängig. Diese Bewußtseinsklassen sind deshalb von Toren unabhängig, weil sie stets nur als Unterbewußtsein (Sterbe- und Wiedergeburtsbewußtsein) vorkommen und damit selber das Geisttor bilden.

KOMPENDIUM BESONDERER KATEGORIEN

ZusAMMENFASSUNG § 75 Die Bewußtseinsklassen mag man (mit Hinsicht auf die Tore) in 5 Gruppen einteilen: 36 Einertor- Bewußtseinsklassen, 3 Fünfertor- Bewußtseinsklassen, 31 Sechsertor-Bewußtseinsklassen, 10 teils durch 6 Tore entstandene, teils von Toren unabhängige Bewußtseinsklassen, 9 in jeder Hinsicht von Toren unabhängige Bewußtseinsklassen.

5. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT

AUF DIE ÜBJEKTE (aramma1Ja) § 76 In der Kategorie der Objekte unterscheidet man 6 Objekte: Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Körpereindruck- und GeistObjekt (dhammaramma1Ja). Hierbei nun ist die körperliche Form (rüpa) dasselbe wie das Sehobjekt (rüparamma1Ja). Das Entsprechende gilt auch von den 4 übrigen Objekten. Das Geist-Objekt (dhammaramma1Ja) jedoch wird als sechsfach zusammengefaßt, nämlich als: sensitive Körperlichkeit (pasäda-rüpa, d.i. Sehorgan usw.) subtile Körperlichkeit (sukhuma-rüpa, d.i. alle Körperlichkeit außer den Sinnes-Organen und -Objekten und dem Feste-, Hitze- und Wind-Element,§ 130), Bewußtsein (citta), Geistesfaktoren (cetasika ), Nibbäna (nibbäna) und Begriff (paiiiiatti). A. Mit Hinsicht auf die Objekte der Sechsertor-Bewußtseinsklassen § 77 Hierunter haben alle durch das Sehtor entstandenen Bewußtseinsklassen (cakkhudvärika-citta) stets nur das Sehobjekt als

DRITTER TEIL

Objekt, und dieses ist bloß gegenwärtig (d.h. das Sehbewußtsein ist jedesmal bedingt durch die Gegenwart des Sehobjekts). Das Entsprechende gilt auch für die 4 übrigen Arten des Sinnesbewußtseins (d.i. Hören, Riechen usw.). Das Objekt der durch das Geisttor entstandenen Bewußtseinsklassen (manodvärika-citta) indessen ist, je nach den Umständen, sechsfach (wie oben erklärt) und ist entweder gegenwärtig, vergangen, zukünftig oder von der Zeit unabhängig. B. Mit Hinsicht auf die Objekte der von Toren unabhängigen Bewugtseinsklassen (dväravimutta-citta) § 78 Die Objekte der von Toren unabhängigen und als Wiedergeburt, Unterbewußtsein und Sterbe-Bewußtsein geltenden Bewußtseinsklassen (§ 57) sind ihrem Entstehen nach (d.i. als Objekte des registrierenden Bewußtseins) ebenfalls sechsfach (s. vorletzter Abschnitt); bisweilen aber sind es im Vorleben (unmittelbar vor dem Sterben) durch die 6 Tore aufgegriffene und damals gegenwärtige, vergangene oder begriffliche Objek te, bestehend in einer (eine früher begangene Tat im Geiste wiederholenden) Karmatätigkeit (kamma) oder einem Merkmal eines solchen Karma (kamma-nimitta; z.B. Blut, Dolch u.dgl.) oder einem Merkmal der bevorstehenden Daseinsfährte (gati-nimitta; z.B. Höllenfeuer oder himmlische Paläste u.dgl.). (1) Unter jenen Bewußtseinsklassen haben die 5 Arten des Sinnesbewußtseins, wie Sehbewußtsein usw. (Tab. 34-38, 50-54), jedesmal nur ein einziges Objekt, wie Sehobjekt, Hörobjekt usw.- Die 3 Geist-Elemente (rezipierende und feststellendes; Tab. 39, 55, 70) aber haben 5 Objekte, nämlich das Sehobjekt usw. - Die übrigen karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (3 Prüf- und Registrier-Geistbewußtseins-Elemente: Tab. 40, 41, 56; ferner 10 auch als Unterbewußtsein, Sterbe- und Wiedergeburtsbewußtsein funktionierende Bewußtseinsklassen: Tab. 41-49) sowie das lächeln-hervorrufende Bewußtsein (Tab. 72) des Arahat: diese haben unter allen Umständen bloß Objekte der Sinnessphäre. (Vgl. § 79 a).

KOMPENDIUM BESO ND ER ER KATEGORIEN

(2) Unter den Bewußtseinsklassen der Unkörperlichen Sphäre haben die 2. und 4. Bewußtseinsklasse (d .i. das Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet und das Weder- WahrnehmungNoch- Nichtwahrnehmungsgebiet; Tab. 15, 63, 87; 17, 65, 89) übernormale (mahaggata) Objekte. (3) Die übrigen aber haben bloß begriffliche Objekte. (V gl. § 79, 2). Die 1. und 3. Bewußtseinsklasse der Unkörperli chen Sphär e, nämli ch das Raumunendlichkeits- und das Nichtsheit -Ge biet, sind keine wirk li che n, sondern bloß begriffliche Zustände. (4) Die überweltlichen Bewußtseinsklassen (4 Pfade und 4 Früchte,§ 16) haben das Nibbäna zum Objekt. (Vgl. § 79, 4). (5) Bloß die 12 unheilsamen Bewußtseinsklassen (Tab. 22-33) und die mit Wissen nicht verbundenen lmpulsiv-Bewußtseinsklassen (4 heilsame+ 4 karmisch-unabhängig funktionierende; Tab. 3, 4, 7, 8; 75, 76, 79, 80) mögen alle Dinge, a ußer den überweltlichen (lokuttara), zum Objekt haben. (Vgl. § 79, 5). Auch die Heiligen mögen bisweilen selbst mit Wissen nicht ver bundene Impulsiv-Bew ußt sei ns zustände haben, und zwar dann, wenn s ie ni c ht gerade ihren Geist a uf Erkenntnisdinge richten, sondern sich etwa in Gedanken von Güte und Mitleid vertiefen. (6) Die 4 wissen-verbundenen heilsamen (kusala) Bewußtse insklassen der Sinnessphäre (Tab. 1, 2, 5, 6) sowie das als 5. Vertiefung geltende magisch-heilsame (abhiiiiiä-kusala, eig. 'mit Höheren Geisteskräften verbundene') Bewußtsein mögen alle Dinge außer Pfad und Frucht der Heiligkeit (arahattamagga und 0 phala) zum Objekt haben. (Vgl. § 79, 6). (7) Die wissen-verbundenen karmisch-unabhängig funktionier e nden (kiriyä) Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (Tab. 73, 74, 77, 78) sowie das karmisch-unabhängig funktionierende magische (kiriyabhiiiiiä; Tab. 85) und das FeststellBewußtsein (in seiner Funktion als 'Aufmerken am Geisttor'; Tab. 71) mögen in jeder Hinsicht alle Dinge zu Objekten haben. (V g l. § 79, 7).

DRITTER TEIL

ZusAMMENFASSUNG § 79 Hier lassen sich 7 Gruppen von Bewußtseinsklassen unterscheiden. Es entstehen nämlich: (1)25 Bewußtseinsklassen bei begrenztem Objekt (der Sinnessphäre), (2) 6 Bewußtseinsklassen bei übernormalem Objekt (der Feinkörperlichen und Unkörperlichen Sphäre), (3) 21 Bewußtseinsklassen bei konventionellem (begrifflichem, unwirklichem) Objekt, (4) 8 Bewußtseinsklassen bei dem Nibbäna-Objekt, (5) 20 Bewußtseinsklassen bei allen Objekten, außer bei überweltlichen Objekten, (6) 5 Bewußtseinsklassen bei allen Objekten, außer bei höchstem Pfad und höchster Frucht, (7) 6 Bewußtseinsklassen bei allen Objekten. (1) Nämlich: alle karmagewirkten Bewußtseinsklassen (Tab. 34-56) 23 Aufmerken am Fünfertor (Tab. 70) 1 lächeln-hervorrufendes Bewußtsein des Arahat (Tab. 72) 1 (2) Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet Nichtsheitgebiet (heilsam, karmagewirkt, karmisch-unabhängig funktionierend) (3) Feinkörperliche Bewußtseinsklassen (heilsame, karmagewirkte, karmisch - unabhängig funktionierende) 15 Raumunendlichkeitsgebiet, Nichtsheitgebiet (heilsame, karmagewirkte, karmisch-unabhängig funktionierende) 6 (4) 4 Pfade+ 4 Früchte 8 (5) Alleunheilsamen Bewußtseinsklassen 12 mit Wissen nicht verbundene 4 heilsame + 4 karmischunabhängig funktionierende Impulsiv- Bewußtseinsklassen 8 (6) Wissen-verbundene heilsame Bewußtseinsklassen (Tab. 1, 2, 56) 4 heilsame magische Bewußtseinsklassen (= 5. Vertiefung) 1

KOMP E NDIUM BE SONDER ER KATEGORIEN (7) Wissen-verbundene karmisch-unabhängig funktionierende Bewußtseinsklassen karmisch-unabhängig funktionierend e magische Bewußtseinsklassen (Tab. 85) Aufmerken am Fünfer- und Geisttor (Tab. 70)

6. DIE BEWUSSTSEINSKLASSEN MIT HINSICHT
AUF DIE PHYSISCHEN BEWUSSTSEINSGRUNDLAGEN

(vatthu) § 80 Was die Kategorie der physischen Bewußtseinsgrundlagen (vatthu) anbetrifft, so unterscheidet man 6 Grundlagen: Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Herz (hadaya-vatthu). Das H erz gilt, nach den Kommentaren wie nach der allgemeinen indischen Überlieferung, als der Sitz des Bewußtseins. In den kanonischen Texten jedoch, selbst im Abhidhamma, wird für das Bewußtsein kein bestimmtes physisches Organ angegeben, wie wohl Shwe Zan Aung (Comp e ndium of Philosophy) zum erstenmal entdeckt hat. Panhäna (Paccaya- Niddesa 7) erwähnt bloß: "Jenes physische Etwas (rupa), worauf gegründet das Geist-Element (mano-dhiitu) und Geistbewußtseins-Element (manov innii?Ja-dhiitu) in Tätigkeit treten." Alle diese 6 physischen Grundlagen (vatthu) trifft man in der Sinneswelt (käma-loka). In der Feinkörperlichen Welt (riipa-loka) dagegen fehlen Riech-, Schmeck- und sensitives Körperorgan. In der U nkörperlichen Welt (ariipa-loka) aber fehlen alle physischen Grundlagen. Hierbei nun entstehen die Fünfsinnes-Bewußtseinselemente (Sehbewußtsein usw.) in völliger Abhängigkeit von den 5 sensitiven Grundlagen (pasäda-vatthu: Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Körper-Organ). Die als 'Aufmerken am Fünfertor' bzw. als 'Prüf-Bewußtsein' geltenden Geist-Elemente (Tab. 70; 39, 55) entstehen ganz in Abhängigkeit von der physischen Grundlage des Geistigen. Die übrigen aber als Geistbewußtseins-Elementegeltenden (3) Prüf-Bewußtseinsklassen (Tab. 40, 41, 56), ferner die (8) karmagewirkten Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. 42-49), die 2 Haß-Bewußtseinsklassen, der 1. Pfad (des Stromeintritts),

DRITTER TEIL

das (1) lächeln-hervorrufende Bewußtsein des Arahat und die (15) feinkörperlichen Bewußtseinsklassen (5 heilsame+ 5 karmagewirkte + 5 karmisch-unabhängig funktionierende Vertiefungen): diese entstehen in Abhängigkeit von der physischen Grundlage des Geistigen. Die übrigen heilsamen, unheilsamen, karmisch-unabhängig funktionierenden und überweltlichen Bewußtseinsklassen aber entstehen teils in Abhängigkeit von der physischen Grundlage des Geistigen, teils unabhängig davon. Die karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Unkörperlichen Sphäre entstehen unabhängig von der physischen Grundlage des Geistigen. ZusAMENFASSUNG § 81 Es entstehen: die 7 Bewußtseins-Elemente 1 der Sinnessphäre abhängig von 6 physischen Grundlagen, die 4 Bewußtseinsklassen der Feinkörperlichen (Vertiefungs-) Sphäre2 abhängig von 3 Grundlagen, das 1 (Geist-) Element der Unkörperlichen Sphäre unabhängig von den Grundlagen, 43 Bewußtseinsklassen3 abhängig von den 6 physischen Grundlagen, 42 Bewußtseinsklassen4 teils abhängig, teils unabhängig von den 6 physischen Grundlagen. 1 Geist-Element Geistbewußtseins-Element Fünfsinnesbewußtseins-Elemente (Sehen usw.) Als Geistbewußtseins-Element gilt hier alles Bewußts ei n, außer dem Fünfsinnes-Bewußtsein und dem dreifachen Geist-Element (Tab. 39, 55, 70). Vgl. § 159. 2 Seh-, Hör-, Geist-, Geistbewußtseins-Element 4 3 Alle karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre 23 lächeln-hervorrufendes Bewußtsein des Arahat (Tab. 72) 1 Aufmerken am Fünfertor (Tab. 70)

KOMPENDIUM BESONDERER KATEGORIEN

die Haß- Bewußtseinsklassen die 5 heilsamen + 5 karmagewirkten + 5 karmischunabhängig funktionierenden feinkörperlichen Bewußtseinsklassen (Vertiefungen) Pfad des Stromeintritts 4 Die unheilsamen, außer den 2 Haß- Bewußtseinsklassen 10 8 heilsame + 8 karmisch-unabhängig funktionierende Haupt-Bewußtseinsklassen 16 Aufmerken am Geisttor (Tab. 71) 1 4 heilsame + 4 karmisch-unabhängig funktionierende unkörperliche Bewußtseinsklassen 8 die überweltlichen Bewußtseinsklassen, außer dem Pfad des Stromeintritts (§ 16) 7

VIERTER TEIL
KOMPENDIUM DER GEISTIGEN PROZESSE

Cittavithi-Sangaha § 82 Nachdem ich somit dieses weitere Kompendium der Bewußtseinsklassen zusammengestellt habe, will ich nunmehr kurzgefaßt das Kompendium der geistigen Vorgänge darlegen nach ihrem Vorkommen bei der Wiedergeburt (pa.tisandhi) wie während des Lebensfortganges (pavatti), und zwar nach Einteilung in Daseinsebene und Individuum und in der richtigen Reihenfolge geordnet. Im Kompendium der geistigen Prozesse hat man 6 Gebiete zu unterscheiden, nämlich: (1) 6 physische Grundlagen des Bewußtseins (vatthu), (2) 6 Bewußtseins- Tore (dvära), (3) 6 Bewußtseins-Objekte (ärammar:za), (4) 6 Bewußtseins- Arten (viiiiiär:za ), (5) 6 Bewußtseins-Prozesse (vithi), (6) 6 Abstufungen der Objekte (visaya-pavatti). Was die prozeß-freien (vithi-mutta) Bewußtseinsklassen (wie Sterbe-, Wiedergeburts- und Unterbewußtsein) aber anbetrifft, so haben diese zum Objekt entweder eine (früher begangene) Tat (kamma) oder ein Merkmal solcher Tat (kamma-nimitta) oder ein Merkmal der (neuen) Daseinsfährte (gati-nimitta ). (1-3) Von den obigen Gebieten hat man die physischen Grundlagen, die Bewußtseinstore und die 6 Bewußtseinsobjekte in der bereits früher erwähnten Weise zu verstehen. (4) Die 6 Arten des Bewußtseins sind: Sehbewußtsein (cakkhu-viiiiiär:za), Hörbewußtsein, Riechbewußtsein, Schmeckbewußtsein, Körperbewußtsein und Geistbewußtsein (manoviiiiiär:za ). (5) Die 6 Prozesse (vithi) aber nennt man mit Hinsicht auf die Tore: Sehtor-Prozeß (cakkhudvära-vithi), Hör-, Riech-, Schmeck-, Körper- und Geisttor-Prozeß (manodvära-vithi);

KO MP E NDIUM D ER G EISTI GE N PR OZE SS E mit Hinsicht auf das Bewußtsein aber: Sehbewußtseins-Prozeß (cakkhuviiiiiär:za-vzthi), Hör-, Riech-, Schmeck-, Körperund Geistbewußtseins-Prozeß (manoviiiiiär:za-vithi), indem man sie eben als Torprozesse oder Bewußtseinsprozesse zu sammenfaßt. (6) Die 6 Abstufungen des Objekts sind so zu verstehen: das Objekt am Fünfertor ist entweder sehr groß, groß, begrenzt oder sehr begrenzt; das Objekt am Geisttor aber entweder deutlich oder undeutlich. In welcher Weise ist dies zu verstehen?

1. FÜNFSINNESTOR-PROZESSE

(paiicadvära-vzthi) A. Mit sehr großem Bewußtseinsobjekt (atimahantarammar:za) § 83 Die 3 Momente des Entstehens (uppäda), des Beharrens (thiti) und des Abbrechens (bhanga): diese 3 Momente gelten als ein einzelner Bewußtseinsmoment (eka-citta-kkhar:za). 17 solcher Bewußtseinsmomente nun beträgt die Lebensdauer einer einzelnen körperlichen Einheit (rüpa-dhamma). Ein oder mehrere Bewußtseinsmomente müssen bereits vergangen sein, bevor die zum Beharrungsmoment gelangten 5 physischen Sinnesobjekte in den Sinnesbereich des Fünfertores gelangen. Wenn aber z.B. ein Sehobjekt nach dem Verstreichen eines einzigen Bewußtseinsmomentes in den Gesichtskreis eintritt und darauf, nach zweimaligem Erschüttertwerden, der unterbewußte Lebensstrom (bhavanga-sota) abbricht, so steigt, auf eben jenes Sehobjekt aufmerkend, das (1) Aufmerk-Bewußtsein am Fünfertor (paiicadväravajjana) auf und verschwindet gleich wieder. Unmittelbar darauf aber entstehen der Reihe nach: . eben jenes Sehobjekt sehend das (2) Sehbewußtsein (cakkhuviiiiiär:za ), das Objekt rezipierend das (3) Rezeptiv- Bewußtsein (sampaticchana-citta ), es prüfend das (4) Prüf- Bewußtsein (santzrana-citta), es feststellend das (5) Feststell-Bewußtsein (votthapana-citta), und alle diese Bewußtseinsmomente schwinden jedesmal gleich wieder.

VIERTER TEIL

Darauf kommt von den 29 Impulsivklassen (javana) irgendeine, die die Bedingungen erfüllt hat, gewöhnlich siebenmal (6-12) zum Aufblitzen. Unmittelbar aber auf das Impulsivbewußtsein folgend, steigen meist 2 karmagewirkte (13, 14) Registriermomente (tad-ärammaJJa-citta) auf. Darauf kommt es zum Versinken (des Objektes) im unterbewußten Lebensstrom. Somit nun sind die 17 Bewußtseinsmomente vollständig, nämlich: 14 Bewußtseinsmomente des Prozesses, 2 Erschütterungen des Unterbewußtseins (bhavangacalana), 1 vorhergegangener (Unter- )Bewußtseinsmoment (atita- bhavanga ). Darauf schwindet das Objekt. Dieses Objekt nun gilt als ein sehr großes. (b) Mit großem Objekt (mahantarammar;a) § 84 Als (bloß) großes Objekt gilt ein solches, das in den Sinnesbereich eintritt, ohne jedoch bis zum Aufsteigen des RegistrierBewußtseins (tad-äramma7Ja) anhalten zu können. In diesem Fall findet zu Ende des Impulsiv-Bewußtseins (javana) sein Versinken im Unterbewußten statt, und kein Registrier-Bewußtsein steigt auf.

C. Mit begrenztem Objekt (parittarammar;a)

§ 85 Als begrenztes Objekt gilt ein solches, das, ohne bis zum Aufsteigen des Impulsiv-Bewußtseins (javana) anhalten zu können, in den Sinnesbereich eintritt. In diesem Falle steigt kein Impulsiv-Bewußtsein auf, und bloß das Feststell-Bewußtsein (votthapana) erscheint zwei- oder dreimal. Darauf versinkt das Objekt im Unterbewußten.

KOMPENDIUM DER GEISTIGEN PROZESSE

D. Mit sehr begrenztem Objekt (atiparittaramma1Ja) § 86 Als sehr begrenztes Objekt gilt ein solches, das, ohne bis zum Aufsteigen des Feststell-Bewußtseins (votthapana) anhalten zu können, in den Sinnesbereich eintritt und dabei schon am Verschwinden ist. In diesem Fall findet nur eine Erschütterung des Unterbewußten statt, zur Entstehung eines Bewußtseinsprozesses aber kommt es nicht. Auf diese Weise hat man am Sehtor und dementsprechend an den 4 übrigen Sinnestoren, mithin an allen fünf Toren, der Reihe nach die vierfache Abstufung der 4 Vorgänge zu verstehen, die da sind: mit dem Registrier-Stadium endender Vorgang (sehr großes Objekt), mit dem Impulsiv-Stadium endender Vorgang (großes Objekt), mit dem Feststell-Stadium endender Vorgang (begrenztes Objekt), leerer Vorgang (sehr begrenztes Objekt). ZusAMMENFASSUNG § 87 An den 5 Sinnestoren entstehen, je nach den Umständen: 7 den Prozeß bildende Bewußtseinsstadien (vithi-citta 1 ), 14 einzelne Bewußtseinsmomente2, genauer gesagt, 54 Bewußtseinsklassen (d.i. alle Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre!). 1 Aufmerken am Fünfertor, Sinnesbewußtsein, Rezeptiv-, Prüf-, Feststell-, Impulsiv-, Registrier-Bewußtsein. 2 1 Aufmerken am Fünfertor, 1 Sinnesbewußtsein, 1 Rezeptiv-, 1 Prüf -, 1 Feststell-, 7 Impulsiv-, 2 Registrier-Momente, zusammen 14 .

VIERTER TEIL
2. GEISTTOR-BEWUSSTSEINSPROZESS
(DER SINNESSPHÄRE)

(manodvära-vzth i) A. Mit deutlichem Objekt § 88 Wenn aber am Geisttor (mano-dvära = Unterbewußtsein) ein deutliches (vibhüta) Objekt in den Bereich tritt, so entstehen nach Verlauf von Unterbewußtseinserschütterung (bhavangacalana), Aufmerken am Geisttor (manodväravajjana; Tab. 71) und Impulsivbewußtsein (javana) die karmagewirkten Registriermomente (tad-äramma1Ja), und darauf versinkt das Objekt im Unterbewußten. B. Mit undeutlichem Objekt Bei undeutlichem (avibhüta) Objekt aber versinkt das Objekt schon am Ende des Impulsivbewußtseins im Unterbewußten, und kein Registrieren findet statt. ZusAMMENFASSUNG § 89 Es entstehen somit im Geisttor-Bewußtseinsprozeß (der Sinnessphäre) insgesamt: 3 Bewußtseinsstadien (Aufmerken, lmpulsion, Registrieren), 10 einzelne Bewußtseinsmomente, ausführlich aber gesagt 41 Bewußtseinsklassen. Von den 54 Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre nämlich kommen selbstredend die 13, nur die Fünfsinnestätigkeit betreffenden, Bewußtseinsklassen nicht in Betracht, nämlich 5 durch heilsames + 5 durch unheilsames Karma gewirkte, also: 10 Sinnesbewußtseinsklassen, 1 Aufmerken am Fünfertor (Tab. 70), セ @ Rezeptivklassen (Tab. 39, 55).

KOMPENDIUM DER GEISTIGEN PROZESSE
3. EKSTATISCHER IMPULSIV-PROZESS

(appanä-javana-vithi) § 90 Im Ekstatischen lmpulsiv-Prozeß aber teilt man die Objekte nicht nach Deutlichkeit und Undeutlichkeit ein, auch steigt da kein Registrierbewußtsein auf. Bei irgendeiner von den 8 wissenverbundenen Impulsiv- Klassen (4 heilsamen und 4 karmisch-unabhängig funktionierenden) der Sinnessphäre blitzen der Reihe nach 4 oder bloß 3 Impulsivmomente auf, genannt Vorbereitungs- (parikamma ), Annäherungs- (upacära ), Anpassungs- (anuloma) und Reife-Moment (gotrabhii). Unmittelbar nach ihrem Schwinden aber tritt, je nach den Umständen, als der 4. oder 5. Moment irgendeine von den 26 übernormalen (9 heilsame + 9 karmisch-unabhängig funktionierende Vertiefungen) oder überweltlichen (4 Pfade oder 4 Früchte) Impulsivklassen gemäß der Triebrichtung in den ekstatischen lmpulsivprozeß ein. Darauf versinkt das Objekt (der Vertiefung bzw. des Pfad- oder Frucht-Bewußtseins) im U nterbewußtsein. Appanä, zu appeti, skr. arpayati (Caus . .Ya r), 'befestigen', bezeichnet im allgemeinen den mit Eintritt in die Vertiefung erreichten festeren oder entwickelteren Grad der Sammlung (appanä-samädhi) im Gegensatz zu der der Vertiefung sich nähernden, aber noch der Sinnessphäre angehörenden, sog. Angrenzenden Sammlung (upacärasamädhi); s. B.Wtb.: samädhi. Über die, dem Eintritt sowohl in die Vertiefungen als auch in den überweltlichen Pfad- und Fruchtmoment unmittelbar vorausgehenden, 4 Impulsiven Willensmomente (ja va na-cetanä) s. B.Wtb.: ja va na und go trabhü. Hierbei nun hat man unmittelbar auf ein freude-begleitetes lmpulsivbewußtsein ebenfalls ein freude-begleitetes ekstatisches Bewußtsein zu erwarten, nach einem indifferenz-begleiteten ein indifferenz-begleitetes. Auch erreicht man dabei unmittelbar auf ein heilsames (kusala) Impulsiv-Bewußtsein (der Sinnessphäre) sowohl ein heilsames ekstatisches Impulsiv- Bewußtsein als auch die 3 unteren überweltlichen Früchte, auf ein karmisch-unabhängig funktionierendes (kiriyä) lmpulsivbewußt.sein (des Heiligen) aber ein karmisch-unabhängig funktionierendes Impulsivbewußtsein sowie die Frucht der Heiligkeit.

VIERTER TEIL

ZusAMMENFASSUNG § 91 Es folgt auf eine freude-begleitete heilsame (kusala) Bewußtseinsklasse eine der 32 ekstatischen Bewußtseinsklassen 1, auf eine indifferenz-begleitete heilsame (kusala) Bewußtseinsklasse eine der 12 ekstatischen Bewußtseinsklassen2, auf eine freude-begleitete karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyä) Bewußtseinsklasse eine der 8 ekstatischen Bewußtseinsklassen3, auf eine indifferenz-begleitete karmisch-unabhängig funktionierende (kiriyä) Bewußtseinsklasse eine der 6 ekstatischen Bewußtseinsklassen4• Der ekstatische Zustand tritt also ein bei Weltlingen und Schulungstüchtigen (sekha) nach einem dreiwurzelverbundenen heilsamen (kusala) Bewußtsein der Sinnessphäre, bei Giererlösten (Heiligen) nach einem dreiwurzelverbundenen karmisch-unabhängig funktionierenden (kiriyä) Bewußtsein der Sinnessphäre. 1 4 erste Vertiefungen 16 Pfade (d.i. jeder der 4 Pfade verbunden mit je einer der 4 Vertiefungen) 12 Früchte (jede der 3 unteren Früchte verbunden mit je _ einer der 4 Vertiefungen) 2 1 die 5. Vertiefung 4 Gebiete der Unkörperlichen Sphäre 7 überweltliche Bewußtseinsklassen (ausgenommen _ ist die Frucht der Heiligkeit) 3 4 erste Vertiefungen 4 Frucht der Heiligkeit, verbunden mit je einer _ der 4 Vertiefungen 4 1 die 5. Vertiefung 4 Gebiete der U nkörperlichen Sphäre _1_ Frucht der Heiligkeit

KOMPENDIUM DER GEISTIGEN PROZESSE

Weltling (puthu;jana) nennt man jeden, der noch sämtliche 10 Fesseln (samyojana) besitzt und daher noch keine der 4 überweltlichen Pfade oder Früchte (des Stromeintritts, der Einmalwiederkehr, Niewiederkehr oder Heiligkeit) verwirklicht hat, im Gegensatz zu den Edlen (ariya-puggala), die als Schulungstüchtige (sekha) einen der 4 Pfade oder eine der 3 ersten Früchte erreicht haben, und dem giererlösten, schulungsentronnenen Heiligen (arahat), der auch die 4. und letzte Frucht (der Heiligkeit) verwirklicht hat.

4. REGISTRIER-BEWUSSTSEIN

(tad-aramma1Ja) usw. § 92 Das Fünfsinnes-, Prüf- und Registrier-Bewußtsein ist, falls das Objekt unerwünscht (an-i.ttha) ist, stets die Wirkung von unheilsamem (akusala) Karma; falls es erwünscht ist, von heilsamem (kusala) Karma. Ist das Objekt aber sehr erwünscht (ati-i.ttha ), so ist das Prüf- und Registrier-Bewußtsein von Freude begleitet. Auch zu Ende des freude-begleiteten karmisch-unabhängig funktionierenden (kiriya) Impulsiv-Bewußtseins (des Heiligen) entstehen von Freude begleitete Registriermomente; und zu Ende des indifferenz-begleiteten karmisch-unabhängig funktionierenden Impulsiv-Bewußtsein entstehen von Indifferenz begleitete Registriermomente. Nach einem trübsal-begleiteten Impulsiv-Bewußtsein aber sind sowohl die Registrier- als auch die U nterbewußtseinsmomente von Indifferenz begleitet. Wenn daher einem mit freudiger Gemütsart (eig. 'mit freude-begleitetem Wiedergeburts- bzw. Unterbewußtsein Geborener') nach einem trübsal-begleiteten Impulsiv-Bewußtsein kein Registriermoment aufsteigt, dann steigt aufgrund irgendeines früher häufig erwogenen geringfügigen Objektes das von Indifferenz begleitete Prüf-Bewußtsein auf. Unmittelbar darauf aber versinkt das Objekt im Unterbewußten: so sagen die Lehrer. Ebenso halten sie dafür, daß das Registrier-Bewußtsein nur aufsteige nach einem Impulsiv-Bewußtsein der Sinnessphäre und nur bei Wesen der Sinnessphäre und auch nur mit Dingen der Sinnessphäre als Objekt.

VI E RT ER T E IL ZusAMMENFASSUNG Nur unter der Bedingung, daß das Impulsiv-Bewußtsein, das Objekt und das Lebewesen der Sinnessphäre angehören, entsteht bei deutlichem oder großem Objekt das Registrier-Bewußtsein.

5. IMPULSIV- PROZESS

(javana-vithi) § 93 Was die Impulsivklasse anbetrifft, so mögen in einem begrenzten (der Sinnessphäre angehörenden) lmpulsiv-Prozeß die der Sinnessphäre angehöfenden Impulsivklassen siebenmal <?.der nur sechsmal aufblitzen, oder aber bei ganz schwacher Außerung, wie beim Tode usw ., nur fünfmaL Es heißt, daß dem Erhabenen bei ihrem ganz flüchtigen Auftreten, wie beim Doppelten Wunder (yamaka-pä.tihäriya) und ähnlichen Gelegenheiten, 4 oder 5 Rückblickmomente (paccavekkhana -citta) aufgestiegen seien. Bei dem Anfänger (in der Qeistesentfaltung) kommen auf jeden Fall bei seinen ersten Ubungen die übernormalen (mahaggata) und magischen (abhinnä) Impulsivmomente bloß einmal zum Aufblitzen. Darauf aber findet das Versinken im Unterbewußten statt. Die 4 Pfadbewußtseinsklassen bestehen nur für einen einzigen Bewußtseinsmoment. Darauf kommen, je nachdem, 2 oder 3 Fruchtbewußtseinsmomente (phala-citta) zum Aufsteigeri,'wonach das Objekt im Unterbewußten versinkt. Beim Eintreten in den Erlöschungszustand (nirodha-samäpatti) blitzt das 4. Unkörperliche Impulsivbewußtsein (Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung; § 15) zweimal auf, und darauf erreicht man den Erlöschungszustand. Beim Wiederheraustreten aus diesem Zustand aber steigt, je nachdem, die Frucht der Niewiederkehr oder der Heiligkeit einmal auf, und nach ihrem Verschwinden kommt es zum Versinken im Unterbewußten. Auf jeden Fall gibt es hinsichtlich des Prozesses der Erreichungen (samäpatti = Vertiefungen), dem unterbewußten Lebensstrom vergleichbar, keine festgelegte Norm, und zahlreiche Impulsivmomente sind darin anzutreffen.

KOMPENDIUM DER GEISTIGEN PRO ZESSE

ZusAMMENFASSUNG Siebenmal treten die begrenzten (der Sinnessphäre angehörenden) Impulsivklassen auf, einmal nur die des Pfades und des magischen Bewußtseins, häufig aber die übrigen lnpulsivklassen (der Vertiefungen).

6. MIT HINSICHT AUF DIE EINTEILUNG IN
VERSCHIEDENE MENSCHENARTEN

(puggala-bheda) § 94 Den Zweiwurzelgeborenen (du-hetuka) und Wurzellosgeborenen (ahetuka) nun sind hierbei sowohl die karmischunabhängig funktionierenden (nur den Heiligen zugänglichen) Impulsivklassen als auch die ekstatischen Impulsivklassen (Vertiefungen usw.) unzugänglich, ebenso auch die wissenverbundenen karmagewirkten Haupt- Bewußtseinsklassen der glücklichen Daseinsfährte (in der Menschen- oder Himmelswelt). Auf leidvoller Daseinsfährte (Tier-, Gespenster-, Dämonenreich und Hölle) aber sind ihnen nicht einmal die nicht-wissenbegleiteten karmagewirkten Haupt- Bewußtseinsklassen zugänglich. Beim Zweiwurzelgeborenen (du-hetuka) ist das Wiedergeburtsbewußtsein, und dadurch auch das Unterbewußtsein, nur von den beiden Wurzeln Gierlosigkeit (Uneigennützigkeit) und Haßlosigkeit (Güte) begleitet, nicht aber von der Unverblendung (Wissen), während hier dem Wurzellosgeborenen (ahetuka) alle diese 3 Wurzeln fehlen . Di e Anwesenh eit sowie das teilweise oder vollständige Fehlen dieser Wurzeln im unterbewußten Lebensstrom bestimmen den latenten Charakter des Individuums. Wurzellosgeborene sind bloß in den 4 nieder en Welten (Leidensfährten) anzutreffen oder aber als Krüppel, Taubstumm e, Idioten usw. in der Menschenwelt. § 95 Was nun die Dreiwurzelgeborenen (ti-hetuka) anbetrifft, so findet man bei den Triebversiegten (Heiligen) weder heilsame noch unheilsame Impulsivklassen (sondern nur karmischunabhängig funktionierende [Tab. 72-80] und die Frucht der Heiligkeit; Tab. 69), bei den Schulungstüchtigen (sekha) und

VIERTER TEIL

Weltlingen aber keine karmisch-unabhängig funktionierenden Impulsivklassen (Tab. 72-89). Bei den Niewiederkehrenden aber findet man keine Haß-lmpulsivklassen (Tab. 31, 32) mehr. Die überweltlichen Impulsivklassen (4 Pfade und 3 Früchte) steigen auf jeden Fall nur in den Edlen (ariya) auf. ZusAMMENFASSUNG § 96 Es entstehen also in den Schulungsentgangenen (Heiligen) 44 Bewußtseinsklassen 1, in den 7 Schulungstüchtigen (sekha) 56 Bewußtseinsklassen 2, in den übrigen Wesen (Weltlinge) 54 Bewußtseinsklassen 3• 1 23 alle karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre (Tab. 34-56) 1 Frucht der Heiligkeit (Tab. 69) 20 alle karmisch-unabhängig funktionierenden Bewußtseinsklassen (Tab. 70-89) 2 21 alle heilsamen Bewußtseinsklassen 7 alle unheilsamen Bewußtseinsklassen, außer 4 ansieht- und 1 zweifelbegleitete 23 alle karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre 3 die ersten überweltlichen Früchte 2 karmisch-unabhängig funktionierende (Feststell- und Auf merk-Bewußtsein; Tab. 70-71) Bewußtseinsklassen 3 17 alle heilsamen Bewußtseinsklassen außer den überweltlichen 12 alle unheilsamen 23 alle karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Sinnessphäre 2 karmisch-unabhängig funktionierende (Feststell- und Aufmerk-Bewußtsein) Bewußtseinsklassen Es sei hier daran erinnert, daß die karmagewirkten Vertiefungen nur als Unterbewußtsein (usw.) in der Feinkörperlichen und Unkörperlichen Sphäre aufsteigen.

KOMPENDIUM DE R GEISTIGEN PRO ZESSE
7. MIT HINSICHT AUF DIE DASEINSEBENEN

(bhümi-bheda) § 97 Auf der Ebene der Sinnessphäre trifft man unter Umständen alle die Prozeß-Bewußtseinsklassen (doch fehlen die 9 karmagewirkten Vertiefungen, da diese als Unterbewußtsein keine Prozeß-Klassen sind. Auf der Ebene der Feinkörperlichen Sphäre fehlen außerdem: 2 die Haß- Bewußtseinsklassen (Tab. 30, 31 ), 8 die Impulsiv- und Registrier-Bewußtseinsklassen (Tab. 42-49), 6 die Riech-, Schmeck- und Körper-Bewußtseinsklassen _ (Tab. 36-38; 52-54). Auf der Ebene der Unkörperlichen Sphäre fehlen fernerhin: 1 der 1. Pfad (des Stromeintritts ), 10 die 5 heilsamen und 5 karmisch-unabhängig funktionierenden Feinkörperlichen Bewußtseinsklassen, 1 das lächeln- hervorrufende Bewußtsein des Arahat (Tab. 72), 3 die unterste Unkörperliche Bewußtseinsklasse, (Raumunendlichkeitsgebiet; Tab. 14, 62, 86), 4 Seh- und Hörbewußtsein (Tab. 34, 35; 50, 51), 2 Rezeptiv-Bewußtseinsklassen (Tab. 39, 65), 1 Aufmerken am Fünfertor. 22) In der Unkörperlichen Sphäre ist es somit unmöglich, den Pfad des Stromeintritts zu gewinnen. Die anderen 7 überweltlichen Bewußtseinsklassen aber si nd dort vertreten. In jedem Falle aber treten bei den dieses, oder jenes sensitive Organ Entbehrenden (z.B. beim Blinden usw.) die entsprechenden T orprozeß- Bewußtseinsklassen nicht auf. Den unbewußten Wesen (asaiiiia-satta) aber steigt überhaupt kein Bewußtsein auf.

VIERTER TEIL

ZusAMMENFASSUNG § 98 An Prozeßbewußtseinsklassen mögen gefunden werden: 80 in der Sinnessphäre I, 64 in der Feinkörperlichen Sphäre2, 42 in der Unkörperlichen Sphäre3. d.h. alle außer den 9 karmagewirkten Vertiefungen. Diese nämlich treten nur (und zwar als Unterbewußtsein usw .) in der Feinkörperlichen bzw. Unkörperlichen Sphäre auf. 89-9 = 80 d.h. alle außer den 9 karmagewirkten Vertiefungen (Tab. 57- 65) 2 Haß-Bewußtseinsklassen (Tab. 30, 31) 8 karmagewirkten Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. 42-49) 6 Riech-, Schmeck- und Körperbewußtsein (durch heilsames bzw. unheilsames Karma gewirkt) 89 - 25 = 64 310 8 in Gier und 2 in Verblendung wurzelnde Bewußtseinsklassen (Tab. 22-29; 32, 33) 1 Aufmerken am Geisttor (Tab. 71) 16 8 heilsame und 8 karmisch-unabhängig funktionierende Haupt-Bewußtseinsklassen (Tab. 1-8; 73-80) 8 4 heilsame und 4 karmisch-unabhängig funktionierende Unkörperliche Bewußtseinsklassen (Tab. 14-17; 86-89) 7 4 Früchte und 3 höhere Pfade Die 4 karmagewirkten U nkörperlichen Bewußtseinsklassen kommen hier nicht in Betracht, da sie als Unterbewußtsein usw. keine Prozeß-Bewußtseinsklassen bilden (vithi-mutta). Somit versinkt der Sechsertor-Bewußtseinsprozeß jedesmal im unterbewußten Lebensstrom und setzt sich, je nach den Umständen, ungebrochen bis zum Tode fort.

FÜNFTER TEIL
KOMPENDIUM
DER PROZESS-UNABHÄNGIGEN DINGE

Vzthimutta-Sangaha § 99 Wir haben nun das Kompendium der Vorgänge, im Sinne von Prozeß-Bewußtseinsklassen, während des Lebensfortganges dargelegt, nunmehr aber sollen die Vorgänge bei der Wiedergeburt erklärt werden. Was dieses Kompendium der prozeß-unabhängigen Dinge anbetrifft, so haben wir hier 4 Dinge zu unterscheiden, nämlich: 1. die 4 Daseinsebenen, 2. die 4 Wiedergeburten, 3. die 4 Arten des Karma, 4. die 4 Anlässe des Sterbens.

1. DASEINSEBENEN

(bhümi) Es gibt da 4 Daseinsebenen, nämlich: die Daseinsebene der Niederen Welten (apäya-bhümi), die Daseinsebene der Glücklichen Fährte der Sinnessphäre (kämavacarasugati-bhümi), die Daseinsebene der Feinkörperlichen Sphäre (rüpavacara-bhümi), die Daseinsebene der Unkörperlichen Sphäre (arüpavacara-bhümi). A. Niedere Welten (apäya) Die Daseinsebene der Niederen Welten ist hierunter vierfach: Hölle, Tierschoß, Gespensterreich, Dämonenreich (niraya, tiracchäna-yoni, petti-visaya, asura-nikäya ).

FÜNFTER TEIL

B. Glückliche Daseinsebene der Sinnessphäre (su-gati) § 100 Die Daseinsebene der Glücklichen Fährte der Sinnessphäre ist siebenfach: die Menschen, die Geister der Vier Großkönige (mahäräjika), die des Himmels der Dreiunddreißig (tävatimsa), die Wachsamen Geister (yämä), die Seligen Geister (tusita), die Schöpfungsfreudigen Geister (nimmäna-rati), die über die Schöpfungen der anderen verfügenden Geister (paranimmitavasavatti). Diese 11 Arten des Daseins zählen als die Daseinsebenen der Sinnessphäre (kämavacara ).

C. Feinkörperliche Sphäre

(rüpavacara) § 101 Die Daseinsebene der Feinkörperlichen Sphäre ist 16-fach: die 1. Vertiefungsebene (pathamajjhäna-bhümi): das Brahmagefolge, die Brahmaminister, die Großbrahmas; die 2. Vertiefungsebene (dutiyajjhäna-bhümi): die Begrenzt-Leuchtenden, U nermeßlich-Leuchtenden, die HellErstrahlenden; die 3. Vertiefungsebene (tatiyajjhäna-bhümi) : die Begrenzt-Erglänzenden, U nermeßlich-Erglänzenden, RingsumErglänzenden; die 4. Vertiefungsebene (catutthajjhäna-bhümi): die Verdienstgewaltigen (vehapphalä), die U nbewußten Wesen (asaiiiia-satta; s. B.Wtb.), die Geister der Lauteren Gefilde (suddhaväsa ). Letztere sind fünffach: die Unerschütterlichen, Ernsten, Herrlichen, Klarblickenden, Gewaltigen.

KO MP E NDIUM DE R PRO ZE SS - UNABHÄN G I GE N DINGE D. Unkörperliche Sphäre (arupavacara) § 102 Die Daseinsebene der Unkörperlichen Sphäre (arupavacara) ist vierfach: die Ebene des Raumunendlichkeitsgebietes (akasanaiicayatana ), die Ebene des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes (v iiiiiii?Jaiicayatana ), die Ebene des Nichtsheitsgebietes (akiiicaiiiiayatana ), die Ebene des Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmungsgebietes (nevasaiiiia-nasaiiiiayatana ). ZusAMMENFASSUNG § 103 In den Reinen Gefilden (suddhavasa) finden sich niemals W eldinge, Stromeingetretene und Einmalwiederkehrende (sondern nur Niewiederkehrende und dort zum Ziele der Heiligkeit Gelangte; s. B.Wtb.: anagami). Unter den Unbewußten Wesen (asaiiiia-satta; s. B.Wtb.) und in den Niederen Welten (apaya) finden sich keine Edlen (ariya: Stromeingetretene usw.). In allen übrigen Welten aber finden sich Edle wie Nichtedle (Weldinge).

2. WIEDERGEBURT

(patisandhi) § 104 Vier Arten der Wiedergeburt (eig. des mit dem nächsten Dasein 'verbindenden' Bewußtseins): in den Niederen Welten, in der Glücklichen Daseinsfährte der Sinnessphäre, in der Feinkörperlichen Sphäre, in der Unkörperlichen Sphäre. A. In den Niederen Welten § 105 Hier funktioniert das, durch unheilsames Karma gewirkte indifferenz-verbundene, sog. Prüf-Bewußtsein (Geistbewußtseins-Element; Tab. 56) im Empfängnismoment in der Niederen Daseinsebene als Wiedergeburtsbewußtsein und darauf als

FÜNFTER TEIL

Unterbewußtsein, am Lebensende aber als Sterbebewußtsein, und dann bricht es ab. Dies ist die einzige Form der Wiedergeburt in Niederen Welten. B. In der Glücklichen Daseinsebene der Sinnessphäre § 106 Das durch heilsames Karma gewirkte indifferenz-verbundene sog. Prüf-Bewußtsein (Geistbewußtseins-Element; Tab. 41) aber funktioniert nur bei blindgeborenen und ähnlichen Menschen und erdgebundenen verstoßenen Dämonen auf der Glücklichen Daseinsfährte der Sinnessphäre als Wiedergeburtsbewußtsein, Unterbewußtsein und Sterbebewußtsein. Die 8 karmagewirkten Hauptklassen (Tab. 42--49) aber funktionieren überall auf der Glücklichen Daseinsfährte der Sinnessphäre als Wiedergeburtsbewußtsein, Unterbewußtsein und Sterbebewußtsein. Diese 9 Formen der Wiedergeburt gibt es auf der Glücklichen Daseinsfährte der Sinnessphäre. Alle obigen 10 Wiedergeburten aber zählen als Wiedergeburt in der Sinnessphäre. Hierbei nun gibt es keine feste Grenze für die Lebensdauer der 4 Niederen Welten, der Menschen und der verstoßenen Dämonen. Die Lebensdauer der Geister der 4 Großkönige aber beträgt 500 Himmelsjahre, d.i. nach menschlicher Zählung 9 Millionen Jahre, das Leben der Geister der Dreiunddreißig viermal mehr, das der Wachsamen Geister noch viermal mehr, das der Seligen Geister wiederum viermal mehr, das der Schöpfungsfreudigen Geister noch viermal mehr, das der über die Schöpfungen anderer verfügenden Geister wiederum viermal mehr, d.i. 9216 Millionen (Menschen-) Jahre.

C. In der Feinkörperlichen Sphäre

§ 107 Das erste karmagewirkte Vertiefungsbewußtsein (Tab. 57) funktioniert auf der 1. Vertiefungsebene als Wiedergeburt, Unterbewußstein und Sterbebewußtsein, ebenso das 2. und 3. karmagewirkte Vertiefungsbewußtsein auf der 2. Vertiefungsebene, das 4. karmagewirkte Vertiefungsbewußtsein auf

KOMPENDIUM DER PROZESS-UNABHÄNGIGEN DINGE

der 3. Vertiefungsebene, das 5. karmagewirkte auf der 4. Vertiefungsebene. Diese Einteilung in 4 Vertiefungsebenen geht auf die in den Sutten übliche Vierereinteilung der Vertiefungen und die diesen entsprechend erklärten 4 Daseinsebenen zurück. Für die Unbewußten Wesen (asannä-satta) aber gilt bloß die Körperlichkeit (rüpa) als Wiedergeburt; auch während der Fortdauer sowie beim Abscheiden funktioniert bloß die Körperlichkeit und schwindet. Wie man sich ein Wesen ohne jegliches Oberbewußtsein (und Unterbewußtsein?) vorstellen soll, geht über meine Begriffe hinaus. Diese 6 Formen der Wiedergeburt gibt es in der Feinkörperlichen Sphäre. Hierbei nun セ セ エ イ ¦ ァ エ @ die Lebensdauer der Geister des b イ 。 セ ⦅ ュ 。 ᆳ gefolges 1/3 Aon (k.f!lpa), die der Brahmaminister 11? Aon, der Großbrahmas 1 Aon, der b ・ ァ イ N セ ョ コ エ M l ・ オ 」 ィ エ ・ ョ 、 ・ ョ @ 2 Aonen, der Unermeßlich-Leuchtenden 4 Aonen, der Hell-Erstrahlenden 8 Äonen, der Begrenzt-Er.glänzenden 16 Äonen, der u ョ ・ イ ュ ・ ￟ ャ ゥ セ セ M e イ ァ ャ ¦ ョ コ ・ ョ 、 ・ ョ @ 32 Aonen, der Ringsum-Erglänコ ・ ョ 、 セ ョ @ 64 Aonen, der v ・ イ 、 ゥ ・ ョ ウ エ ァ ・ キ 。 ャ エ ゥ ァ ・ セ @ und Unbewußten 500 Aonen, der Unerschütterlichen 1000 Aonen, der Ernsten 2000 Äonen, der Herrlichen 4000 Äonen, der Klarblickenden 8000 Äonen, der Gewaltigen 16.000 Äonen. Die letzten 5 Wesensklassen bilden die 5 Reinen Gefilde (suddhaviisa), in denen nur die Niewiederkehrenden wiedererscheinen. D. In der Unkörperlichen Sphäre § 108 Die karmagewirkten Bewußtseinsklassen der Unkörperlichen Sphäre (Tab. 62-65) funktionieren der Reihe nach in den Unkörperlichen Daseinsebenen als Wiedergeburtsbewußtsein, Unterbewußtsein und Sterbebewußtsein. Diese 4 Formen der Wiedergeburt gibt es in der U nkörperlichen Sphäre.

FÜNFTER TEIL

Hierbei beträgt die Lebensdauer der im r セ オ ュ オ ョ ・ ョ 、 ャ ゥ 」 ィ ᆳ keitsgebiet wiedergeborenen Geister 20.000 Aonen, der im セ ・ キ オ ￟ エ ウ ・ ゥ ョ ウ オ ョ ・ ョ 、 ャ ゥ 」 ィ ォ ・ ゥ エ ウ ァ ・ 「 ゥ ・ エ @ wiedergeborenen 40.000 J\onen, der im Nichtsheitsgebiet wiedergeborenen 60.000 Aonen, der im w ・ 、 ・ イ M w 。 ィ イ ョ ・ ィ ュ オ ョ ァ セ n ッ 」 ィ M n ゥ 」 ィ エ キ 。 ィ イ ョ ・ ィ ᆳ mungsgebiet wiedergeborenen 84.000 Aonen. In einem einzelnen Leben sind das Wiedergeburtsbewußtsein, Unterbewußtsein und Sterbebewußtsein von ein und derselben Kategorie, mit ein und demselben Objekt.

3. KARMA

(kamma) Karma (Sanskrit) bzw. kamma (Pali), wörtl. 'Wirken', 'Tat', bezeichnet, genaugenommen, den die Wiedergeburt erzeugenden oder beeinflussenden heilsamen oder unheilsamen Willen (kusala- oder akusala-cetanä) sowie die damit verbundenen geistigen Dinge . Dieser karmische Wille (kamma-cetanä) äußert sich in körperlichen Taten oder Worten oder bloß in Gedanken. Karma also bedeutet keineswegs auch das Ergebnis des Wirkens oder gar das Schicksal von Menschen oder ganzen Völkern, wie unter dem Einfluß der Theosophie die beinahe allgemeine Auffassung im Westen ist. Näheres über Karma s. B.Wtb. und Nyaryatiloka, Karma und Wiedergeburt (aus: Grundlagen des Buddhismus), ferner Vis. XVII und XIX und L.d. B. § 109 Man unterscheidet viererlei Karma (d.i. heilsame bzw. unheilsame Willenstätigkeit oder cetana), und zwar: A. Die Arten des Karma

1. HINSICHTLICH DER FuNKTIONEN

(Wiedergeburt-) Erzeugendes Karma (janaka-kamma), Unterstützendes Karma (upatthambhaka0 ), Unterdrückendes Karma H オ ー 。 ー セ ャ 。 ォ 。 P I L @ Zerstörendes Karma (upaghataka0 ). Vis. 381 f.

KOMPENDIUM DER PROZESS - UNABHÄNGIGEN DINGE
2. HINSICHTLICH DER REIHENFOLGE DER WIRKUNGEN

§ 110 Schwerwiegendes Karma (garuka-kamma ), Todesnahes Karma (äsanna0 ), Häufiges Karma (äci1J1Ja0 ), Aufgespeichertes Karma (ka.tattä0 ). Vis. 381 f. Ka{attii (= katassa bhiivena 'infolge des Getanseins') bezeichnet solches Karma, das erst nach der nächsten Geburt durch eine Reihe von Geburten hindurch, wenn immer sich die Gelegenheit dazu bietet, seine Wirkungen hervorbringt. Es fällt unter Nr. 3 der nächsten Vierergruppe.

3. HINSICHTLICH DER ZEIT DER EINTRETENDEN WIRKUNG

§ 111 Bei Lebzeiten Wirkungen erzeugendes Karma (ditthadhamma-vedaniya-kamma ), Im nächsten Leben Wirkungen erzeugendes Karma (upapajja 0 ), In späteren Leben Wirkungen erzeugendes Karma (aparäpariya0 ), Unwirksames Karma (ahosi-kamma). Vis . 380 f.

4. HINSICHTLICH DES ÜRTES DER WIRKUNG

§ 112 Unheilsames Karma (akusala-kamma; an die Sinnessphäre gebunden), Heilsames Karma der Sinnessphäre (kämavacara-kusala0 ), Heilsames Karma der Feinkörperlichen Sphäre (rüpavacara0 ), Heilsames Karma der Unkörperlichen Sphäre (arüpavacara0 ).

5. UNHEILSAMES KARMA (akusafa-kamma)

§ 113 Hierunter nun ist das unheilsame Karma hinsichtlich der Karmatore dreifach: körperliches, sprachliches und geistiges Karma. Und in welcher Weise? Da Töten, Stehlen und Ehebrechen meistens durch das, als körperliche Äußerung (käya-viiiiiatti) geltende, Körpertor (käya-dvära) ausgeübt wird, so bezeichnet man diese Tätigkeiten als körperliches Karma (käya-kamma).

FÜNFTER TEIL

Da Lüge, Verleumdung, rohe r ・ セ ・ @ und leeres Geplapper meistens durch das als sprachliche Außerung (vaci-viiiiiatti) geltende Sprachtor (vaci-dvära) ausgeübt wird, so bezeichnet man diese t ¦ エ ゥ ァ ォ セ ゥ エ ・ ョ @ als sprachliches Karma (vaci-kamma ). d セ N @ Habgier, Ubelwollen und üble Ansicht vielfach, ohne jede Außerung, bloß im Geiste ausgeübt wird, so bezeichnet man diese Tätigkeiten als geistiges Karma (mano-kamma). h セ N ・ イ 「 ・ ゥ @ nun wurzeln (im allgemeinen) Töten, rohe Rede und Ubelwollen im Haß (dosa), Ehebruch, Habgier und üble Ansicht in der Gier (lobha ). Die übrigen 4 Tätigkeiten aber entspringen beiden Wurzeln. Hinsichtlich der Bewußtseinsklassen aber ist das unheilsame Karma insgesamt 12-fach (Tab. 22-33).

6. HEILSAMES KARMA (kusafa-kamma)

(a. IN DER SINNESSPHÄRE) § 114 Auch gilt das am Körpertor entstandene heilsame Karma als körperliches Karma, das am Sprachtor entstandene als sprachliches und das am Geisttor entstandene als geistiges Karma. Dreifach ist dieses ferner mit Hinsicht auf Almosengeben (däna), Sittlichkeit (sila) und Geistesentfaltung (bhävanä) . Durch diese 3 Begriffe ist die gesamte buddhistische Praxis angedeutet. Darunter bilden Sittlichkeit (sila) und Geistesentfaltung (bhävana) - letztere ist die Entfaltung der Sammlung (samadhi) und des Wissens (pafifia) - die auch in den Sutten häufig gemachte Dreiteilung des Achtfachen Pfades: Sittlichkeit, Sammlung, Wissen. Achtfach aber ist es mit Hinsicht auf die Bewußtseinsklassen (Tab. 1-8), zehnfach mit Hinsicht auf Almosengeben, Sittlichkeit, Geistesentfaltung, Ehrerbietung, Hilfsbereitschaft, Verdienstübertragung (patti-däna; s. B.Wtb.), Freude am karmischen Verdienst anderer, Anhören der Lehre, Darlegen der Lehre, Geradheit in Ansichten. Diese 20 Arten (12 unheilsame, 8 heilsame) des Karma (Willenstätigkeit) zählen als das Karma in der Sinnessphäre (kämavacara-kamma ).

KOMP E NDIUM DER PROZESS-UNABHÄNGIGEN DINGE

(b. DER FEINKÖRPERLICHEN SPHÄRE) § 115 Das heilsame Karma der Feinkörperlichen Sphäre ist bloß geistiges Karma, ist durch Geistesentfaltung erzeugt (bhävanä-maya) und hat den ekstatischen Zustand erreicht. Mit Hinsicht auf Einteilung nach den Vertiefungsgliedern ist es fünffach (Tab. 9-13). ( c. DER UNKÖRPERLICHEN SPHÄRE) § 116 Das heilsame Karma der Unkörperlichen Sphäre ist ebenfalls bloß geistiges Karma. Auch dieses ist durch Geistesentfaltung erzeugt, hat den ekstatischen Zustand erreicht. Mit Hinsicht auf die Objekte aber ist es vierfach (Tab. 14-17). B. Karma und Karmawirkung

(1. UNHEILSAMES KARMA)

§ 117 Unter diesen Arten des Karma nun erzeugt, außer der Aufgercgtheitsklasse (Tab. 33), alles übrige unheilsame Karma Wiedergeburt in den Daseinsebenen der Niederen Welten (apäya ). Während des Lebensfortganges aber erzeugen dort alle 12 unheilsamen Arten die 7 durch unheilsames Karma gewirkten Bewußtseinsklassen (Tab. 50-56), je nach den Umständen sowohl in der Sinneswelt als auch in der Feinkörperlichen Welt. Man hat wohl vipacati (statt vipaccati) und sabbattha pi (statt sabbatha pi) zu lesen.

(2. HEILSAMES KARMA IN DER SINNESSPHÄRE)

§ 118 Auch das heilsame Karma der Sinnessphäre (Tab. 1-8) erzeugt Wiedergeburt bloß auf einer glücklichen Fährte der Sinneswelt, ebenso während des Lebens die 8 karmagewirkten Hauptbewußtseinsklassen (und zwar als Registrierbewußtsein; Tab. 42-49). Die dreiwurzellosen karmagewirkten Klassen (Tab. 34-41) aber werden überall in der Sinneswelt und Feinkörperlichen Welt je nach den Umständen erzeugt. Vipaccati kann auch hier grammatisch nicht richtig sein.

FÜNFTER TEIL

Darunter aber erzeugt das dreiwurzelverbundene, stark entwickelte, heilsame Karma (Tab. 1, 2, 5, 6) eine dreiwurzelverbundene Wiedergeburt (tihetuka-patisandhi, und zwar unter Menschen oder Himmelswesen; Tab. 42, 43, 46, 47) sowie während des Lebens alle durch heilsames Karma bedingten 16 karmagewirkten Bewußtseinsklassen (Tab. 34-49). Ein schwach entwickeltes dreiwurzelverbundenes oder ein stark entwickeltes zweiwurzelverbundenes (bloß mit Gierlosigkeit und Haßlosigkeit verbundenes) heilsames Karma (Tab. 3, 4, 7, 8) erzeugt eine zweiwurzelverbundene Wiedergeburt (dvihetuka-pa.tisandhi, d. i. als Idiot, Taubstummer, Blinder usw.; Tab. 44, 45, 48, 49) sowie während des Lebens nur die nicht mit den 3 Wurzeln verbundenen (d.i. 4 zweiwurzelverbundene [Tab. 44, 45, 48, 49] und 8 wurzellose [Tab. 34-41]) 12 karmagewirkten Bewußtseinsklassen (d.h. es fehlen hier von den oben erwähnten 16 Klassen die 4 dreiwurzelverbundenen; Tab. 42, 43, 46, 47). Ein schwach entwickeltes, zweiwurzelverbundenes, heilsames Karma erzeugt bloß eine wurzellose Wiedergeburt (ahetuka-patisandhi; Tab. 41) und während des Lebensfortganges bloß die (8) wurzellosen karmagewirkten Klassen (Tab. 34-41). Einige nun (wie Mahädhammarakkhita- Thera und seine Schule in Ceylon: A. Vibh.) halten dafür, daß weder eine spontane Karmaklasse (asankhärika; Tab. 1, 3, 5, 7) vorbereitete Klassen (sa-sankhärika; Tab. 2, 4, 6, 8), noch auch eine vorbereitete Klasse spontane Klassen zur Wirkung haben könne, und behaupten daher, daß die heilsamen Klassen in der oben erwähnten Reihenfolge, je nach den Umständen, 12, 10 oder 8 (statt 16, 12, 8) karmagewirkte Klassen als Wirkung haben.

(3. IN DER FEINKÖRPERLICHEN SPHÄRE)

§ 119 Wer aber die heilsame 1. Vertiefung der Feinkörperlichen Sphäre schwach entfaltet hat, erscheint unter den Geistern des Brahmagefolges wieder; wer sie mittelmäßig entfaltet hat, unter den Brahmaministern; wer sie stark entfaltet hat, unter den Großbrahmas. Ebenso, wer die 2. und 3. Vertiefung schwach entfaltet hat,

KOMPENDIUM D ER PROZESS - UNABHÄNGIG EN DINGE erscheint unter den Begrenzt-Leuchtenden Geistern wieder; wer sie mittelmäßig entfaltet hat, unter den Unermeßlich-Leuchtenden; wer sie stark entfaltet hat, unter den Hell-Erstrahlenden. Wer die 4. Vertiefung schwach entfaltet hat, erscheint unter den Begrenzt-Erglänzenden wieder; wer sie mittelmäßig entfaltet hat, unter den Unermeßlich-Erglänzenden; wer sie stark entfaltet hat, unter den Ringsum-Erglänzenden. Wer die 5. Vertiefung entfaltet hat, erscheint unter den Verdienstgewaltigen wieder; wer sie aber zwecks Loslösung vom Bewußtsein entfaltet hat, unter den Unbewußten Wesen (asaiiiia-satta). Die Niewiederkehrenden (anägämi) aber erscheinen in den Reinen Gefilden (suddhaväsa) wieder.

(4. IN DER UNKÖRPERLICHEN SPHÄRE)

§ 120 Diejenigen aber, die die heilsamen Zustände der Unkörperlichen Sphäre entfaltet haben, erscheinen in der entsprechenden U nkörperlichen Welt wieder. Auf diese Weise erzeugt das übernormale heilsame Karma (der Feinkörperlichen und Unkörperlichen Sphäre), der erreichten Daseinsebene entsprechend, eine ähnliche Wirkung bei der Wiedergeburt und während des Lebens dortselbst.

4. STERBEN, WIEDERGEBURT UND
UNTERBEWUSSTSEIN

§ 121 Vier Anlässe des Sterbens gibt es: Schwund der Lebenskraft, Schwund des Karma, Schwund von beiden, zerstörendes Karma. Dem solcherart Sterbenden aber ist zur Sterbezeit, kraft seines Karma, an einem der 6 Tore, den Umständen gemäß, eines von den folgenden Dingen gegenwärtig: entweder ein im nächsten Dasein Wiedergeburt erzeugendes (früher schon einmal begangenes und jetzt im Geiste wiederholtes) 'Karma' (kamma); oder ein 'Abzeichen der Tat' (kamma-nimitta ), das früher bei Verübung derselben anzutreffen war und das in sichtbaren oder anderen Gegenständen besteht oder ein Werkzeug dazu bildete;

FÜNFTER TEIL

Zum Beispiel der Schrein, vor dem der Sterbende früher vertrauensvollen Herzens dem Buddha seine Verehrung dargebracht hat; oder die Mordwaffe, mit der er einen anderen umgebracht hat, u.dg l. mehr. oder ein 'Abzeichen der Daseinsfährte' (gati-nimitta ), die er in dem unmittelbar darauf folgenden Dasein zu erwarten hat und die ihm beschieden ist. Auf eben dieses solcherart gegenwärtige Objekt gestützt, ist darauf die, dem reifenden Karma gemäß reine oder befleckte und dem zu erwartenden Dasein entsprechende, Bewußtseins_kontinuität (citta-santäna) wiederholt und häufig dorthin genetgt. Oder aber jenes wiedergeburterzeugende Karma funktioniert bloß an einem der Bewußtseinstore im Sinne einer neuen Tat. Dem ganz nahe vor dem Tode Befindlichen steigt am Ende seines Bewußtseinsprozesses oder beim Schwinden des Unterbewußtseins, im Sinne des Abscheidens und das Ende des gegenwärtigen Daseins bildend, das Sterbebewußtsein (cuticitta) auf und schwindet alsbald wieder. Unmittelbar nach seinem Schwinden aber und auf das so aufgefaßte Objekt gestützt, entsteht und festigt sich im nächsten Dasein das Bewußtsein, das als Wiedergeburt (patisandhi, wörtl. 'Wiederverbindung') bezeichnet wird, 'weil es die Verbindung mit dem nächsten Dasein herstellt' (bhavantara-patisandhäna vasena). Dieses Wiedergeburtsbewußtsein hat eine physische Grundlage (vatthu) oder auch nicht (letzteres im Unkörperlichen Dasein), ist gezeugt durch die in dem, je nach den Umständen, von Unwissenheit umgebenen Begehrenstrieb wurzelnden Karmaformationen und erweist sich durch seine Festigkeit als Führer aller der damit verbundenen, davon umfaßten und damit zusammenentstehenden Geistesfaktoren. (WI E D E RG E BURT) § 122 Im Bewußtseinsprozeß kurz vor dem Sterbemoment aber sind bloß 5 langsam funktionierende Impulsivmomente (javana) zu erwarten. Wenn aber während der Anwesenheit der in den Bewußtseinsbereich eingetretenen gegenwärtigen Objekt e der

KOMPENDIUM DER PROZESS - UNABHÄNGIGEN DINGE

Tod stattfindet, so bekommen auch die Wiedergeburt und das Unterbewußtsein das gegenwärtige Objekt. Somit erhält die Wiedergeburt in der Sinnessphäre ein, an einem der 6 Tore aufgefaßtes, Abzeichen einer (früher begangenen) Tat (kamma-nimitta) oder ein Abzeichen der bevorstehenden Daseinsfährte (gati-nimitta) als gegenwärtiges oder zukünftiges Objekt. Die Tat selber aber ist etwas V ergangenes und bloß im Geiste Aufgefaßtes. All jene Dinge aber sind nur in begrenzten (der Sinnessphäre angehörenden) Dingen bestehende Objekte. Das Objekt der Wiedergeburt (des Wiedergeburtsbewußtseins) in der Feinkörperlichen Sphäre (arüpavacara) ist bloß ein (keine im höchsten Sinne [paramatthana] bestehende Wirklichkeit bezeichnender) Begriff von einem Abzeichen einer früheren Tat. Ebenso auch ist bei Wiedergeburt in der Unkörperlichen Sphäre das Objekt, je nach den Umständen, ein Abzeichen einer früheren Tat, bestehend in einem übernormalen (mahaggata; den Vertiefungen angehörenden) Zustand oder einem Begriff (paiiiiati) . Bei den Unbewußten Wesen (asaiiiia-satta) erscheint als Geburt bloß die Vitale Neunergruppe (jivita-navaka: festes Element, flüssiges Element, Hitze, Wind [Bewegung], Duft, Farbe, Geschmack, Nährstoff, physische Lebensfähigkeit; s.

Teil VI). Daher bezeichnet man diese Wesen als 'von körperli-

cher Geburt' (rüpa-pa#sandhika), während die Unkörperlichen Wesen 'von unkörperlicher Geburt' (arüpa-patisandhika) sind. Alle übrigen aber sind 'von körperlich-geistiger Geburt' (rüparüpa-pa.tisandhika ). Nach dem Abscheiden aus den Unkörperlichen Welten (arüpa) wird man entweder wieder in einer ebensolchen oder einer höheren wiedergeboren, nicht in einer niedrigeren; oder man mag eine dreiwurzelverbundene Wiedergeburt in der Sinnessphäre (als einsichtiges Wesen) haben. Nach dem Abscheiden aus der Feinkörperlichen Welt (rüpa) aber ist einem keine wurzellose Wiedergeburt (ahetuka-pa#sandhi; als Idiot usw.) beschieden. Nach dem Abscheiden aus der Sinneswelt steht einem aufgrund der 3 Wurzeln (als einsichtigem Menschen) jede Wiedergeburt offen.

FÜNFTER TEIL

Alle übrigen Wesen aber werden bloß in der Sinneswelt wiedergeboren. (DER UNTERBEWUSSTE LEBENSSTROM: bhavanga-sota) § 123 Unmittelbar nach Verschwinden des Wiedergeburtsbewußtseins aber, bei den so zur Wiedergeburt gelangten Wesen, funktioniert, auf dasselbe Objekt gestützt, dieselbe Art des Bewußtseins (als Unterbewußtsein) bis zum Aufsteigen des Sterbebewußtseins. Solange nun kein (Ober-) Bewußtseinsprozeß auftritt, solange bleibt der Seelenvorgang in Tätigkeit und 'eilt, gleichwie die Strömung eines Flusses, ungebrochen vorwärts' (abbhocchinnam nadi soto viya pavattati). Diesen Seelenvorgang (mänasa) aber bezeichnet man deshalb als die Kontinuität des unterbewußten Lebensstromes (bhavanga), weil er die Grundlage des Daseins (bhavassa anga; wörtl. 'Grund oder Ursache des Daseins') bildet. Beim Abscheiden am Lebensende aber wird das Unterbewußtsein zum Sterbebewußtsein und erlischt darauf. Danach rollen Geburt usw., einem Wagenrad vergleichbar, auf diese Weise beharrlich immer weiter. Der Bewußtseinstyp für Wiedergeburt, Unterbewußtsein und Sterben im nächsten Dasein wird bestimmt durch die unmittelbar vor dem Sterbebewußtsein im früheren Dasein stattgefundene karmische Willenstätigkeit (kamma-cetanä) , braucht also keineswegs mit dem früheren Sterbebewußtsein identisch zu sein. Wiedergeburt, Unterbewußtsein, Bewußtseinsprozeß und Sterben, wie hier so in der nächsten Welt, und immer wieder neue Wiedergeburt, Unterbewußtsein usw.: so eilt diese geistige Kontinuität im Kreise herum. Die Weisen aber, die durch Betrachtung dieser Unbeständigkeit des Daseins die unsterbliche Stätte erreicht und alle Bande des Anhaftens völlig durchschnitten haben, diese rein Wandelnden werden schließlich zum Frieden gelangen.

SECHSTER TEIL
KOMPENDIUM DER KÖRPERLICHKEIT

Rüpa-Sangaha § 124 Soweit nun habe ich das Bewußtsein und die Geistesfaktoren zusammen mit ihren Einteilungen und Vorgängen dargelegt. Nunmehr soll die Körperlichkeit (rüpa) besprochen werden. Das Kompendium der körperlichen Dinge bildet hierbei 5 Abschnitte: 1. Aufzählung der körperlichen Dinge, 2. ihre Klassifizierung, 3. ihre Entstehungsgründe, 4. ihre Gruppen, 5. ihr Auftreten.

1. AuFZÄHLUNG DER KÖRPERLICHEN DINGE

Die 4 Grundelemente (mahä-bhüta) und die von den 4 Grundelementen abhängige Körperlichkeit (upädäya rüpa): diese zweifache Körperlichkeit umfaßt 11 Kategorien: (a) Elementare Körperlichkeit (bhüta-rüpa): ErdElement (das Feste), Wasser-Element (das Flüssige oder Bindende), Hitze-Element, Wind-Element (Bewegung) (pathavi-dhäthu, äpo0 , tejo0 , väyo0 ); 4 (b) Sensitive Körperlichkeit (pasäda-rüpa ): Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Körper-Organ; 5 (c) Objekt-Körperlichkeit (gocara-rüpa) : Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Körper-Objekt. - Als das Körpereindruck-Objekt gelten die (unter a bereits aufgezählten) 3 Elemente Erd-, Hitze- und Wind-Element, nicht aber das Wasser-Element; 4 (d) Geschlechts-Körperlichkeit (bhiiva-rüpa): Männlichkeit, Weiblichkeit; 2 (e) Herz-Körperlichkeit (hadaya-rüpa): das Herz als

SECHSTER TEIL

physische Grundlage des Geistes (hadaya-vatthu); 1 (f) Vitalitäts-Körperlichkeit (jfvita-rüpa ): physische Lebensfähigkeit; 1 (g) Nutritive Körperlichkeit (ähära-rüpa): stoffliche Nahrung. 1 § 125 Diese 18-fache Körperlichkeit läßt sich auch zusammenfassen als wirkliche Körperlichkeit (sabhäva-rüpa), als Merkmale besitzende Körperlichkeit (salakkha1J.a0), erzeugte Körperlichkeit (nipphanna0), stoffliche Körperlichkeit (rüpa0) oder analysierbare Körperlichkeit (sammasana0). In Vis. XIV wird gesagt, daß 'erzeugte' (nipphanna) und 'stoffliche' Körperlichkeit (rüpa -rüpa) identisch seien. (h) Begrenzungs-: Körperlichkeit (pariccheda-rüpa ): das Raum-Element; 1 (i) in Äußerungen 「 セ セ エ ・ ィ ・ ョ 、 ・ @ Körperlichkeit (viiiiiatti-rüpa ): körperliche Außerung (käya-viiiiiatti), sprachliche Äußerung (vacz-viiiiiatti); 2 (j) in Veränderungen bestehende Körperlichkeit (vikära 0): körperliche Beweglichkeit (rüpassa lahutä), körperliche Geschmeidigkeit (rüpassa mudutä), körperliche Gefügigkeit (rüpassa kammaiiiiatä); 3 die (bereits oben gen3:!1nten und deshalb hier nicht mehr mitzuzählenden) 2 Außerungen (viiiiiatti); (k) in Merkmalen bestehende Körperlichkeit (lakkha1J.a0): Wachsen (upacaya ), Kontinuität (santati), Verfall (jaratä), Unbeständigkeit (aniccatä); 4 hier wird die Geburt (jäti) als Anwachsen und Kontinuität bezeichnet. Somit ist diese in 11 Kategorien zerfallende Körperlichkeit ihrer Natur nach 28-fach.

KO MP E NDIUM D ER KÖRP ERLI C HK E IT ZusAMMENFASSUNG § 12 6 18-fach ist die Körperlichkeit als: (wirkliche oder geze ugte [nipphanna] Kö rp erli c hk eit) (a) Grund-Elemente (bhüta-rüpa), 4 (b) sensitive Organe (pasada0 ), 5 (c) Objekte (visaya0 ), 4 (d) Geschlecht (bhäva0 ), 2 (e) Herz (hadaya0 ), 1 (f) Vitalität (jzvita0 ), 1 (g) Nutriment (ähära0 ); 1 10-fach als nicht-gezeugte (anipphanna) Körperlichkeit , d.i.: ( ni c ht -w irkliche o der nicht- gezeugte Kö rperlic hk eit) (h) J?.egrenzung (pariccheda0 ), (i) Außerungen (viiiiiatti0 ), (j) Veränderungen (vikära0 ), (k) Merkmale (lakkha1Ja0 ); insgesamt 28-fach.

2. KLASSIFIZIERUNG DER KÖRPERLICHEN DINGE

§ 12 7 All dieses Körperliche ist wurzellos (ahetuka; d.i. mit keiner der 6 Wurzeln verbunden, was eben nur bei geistigen Dingen möglich ist), bedingt (sappaccaya), ein Objekt der Triebe (sasava), erschaffen (sankhata), weltlich (lokiya), der Sinnessphäre angehörend (kämavacara), nicht zu überwinden (appahätabba), ohne Objekte (anäramma1Ja: Objekte wahrzunehmen unfähig). Obwohl die Körperlichkeit als solche nur eine einzige ist, lä ßt sie sich dennoch in vielerlei Arten einteilen, als wie in eigene, fremde usw. Man unterscheidet nämlich: (a) 5 Arten 'eigener Körperlichkeit' (ajjhattika-rüpa), d.i. die sensitive Körperlichkeit (pasäda0 : Auge, Ohr usw.); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'fremde Körperlichkeit' (bähira0 );

SECHSTER TEIL

(b) 6 Arten 'körperliche Grundlagen bildender Körperlichkeit' (vatthu 0), d.i. die sensitive Körperlichkeit und das Herz (hadaya ); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'keine Grundlagen bildende Körperlichkeit' (avatthu 0); (c) 7 Arten 'tor-bildender Körperlichkeit' (dvära0), d.i. die セ セ ョ ウ ゥ エ ゥ カ ・ @ Körperlichkeit (Sehtor, Hörtor usw.) und die 2 Außerungen (viiiiiatti = käya- und vaä-dvära, körperliches und sprachliches Tor); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'keine Tore bildende Körperlichkeit' (advära0); (d) 8 Arten 'Fähigkeiten bildender Körperlichkeit' (indriya0), d.i. die (fünffache) sensitive Körperlichkeit, die (zweifache) Geschlechtskörperlichkeit, die (physische) Lebensfähigkeit (jzvita); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'keine Fähigkeiten bildende Körperlichkeit' (anindriya0); In Vis . XIV heißt es, daß obige Dinge im Sinne von Prädominanz (adhipati) als Fähigkeiten gelten. (e) 12 Arten 'grober Körperlichkeit' (o/.tirika 0), 'naheliegender Körperlichkeit' (santike0), 'sinnlich-reagierbarer Körperlichkeit' (sappatighao, d.i. die fünffache sensitive und die siebenfache Objekt-Körperlichkeit: § 124 b, c); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'subtile Körperlichkeit' (sukhuma0), 'fernliegende Körperlichkeit' (düre0), 'nicht sinnlich-reagierbare Körperlichkeit' (appa.tigha0); (f) 'Karmisch-erworbene Körperlichkeit' (upädinna0), d.i. die karma-gezeugte Körperlichkeit (kammaja0); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'nicht karmisch-erworben' (anupädinna0); (g) 'Sichtbare Körperlichkeit' (sanidassana0), d.i. Sehobjekt-Grundlage (Form); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'nicht-sichtbare Körperlichkeit' (anidassana0); (h) 5 Arten 'objekt-ergreifender Körperlichkeit' (gocaraggähika0), d.i. das Seh- und Hörorgan als die 'nicht (mit dem Objekt) in Kontakt tretende Körperlichkeit' (asampatta0) und das Riech-, Schmeck- und Körper-Organ als die '(mit dem Objekt) in Kontakt tretende Körperlichkeit' (sampatta0); alle übrige Körperlichkeit gilt als 'nicht objekt-ergreifende Körperlichkeit' (agocara-gghähika0); (i) 8 Arten 'untrennbarer Körperlichkeit' (avinibbhoga0),

KOMPENDIUM DER KÖRPERLICHKEIT

d.i. Sehobjekt, Duft, Saft, Nährstoff und die 4 Grundelemente; alle übrige Körperlichkeit gilt als 'trennbare Körperlichkeit' (vinibbhoga0 ). Auf diese Weise erklären die Wissenden die 28-fache Körperlichkeit, indem sie diese, je nach den Umständen, in eigene, fremde usw. einteilen. Shwe Zan Aung (Compendium of Philosophy) führt eine burmesische Autorität an, die, angeblich auf die Mahä-Anhakathä (sie!) gestützt, behauptet, daß die hier (h) gegebene und mit der Abhidhammattha-Vibhävanl- 'fika und Vis. XIV übereinstimmende Auffassung von dem Nicht-in -physischen-Kontakt-Treten des Seh- und Hörobjektes mit den entsprechenden Sinnesorganen als falsch zu verwerfen sei . Der Burmese faßt offenbar die mit Auge und Ohr allerdings in Berührung tretenden Licht- und Schallwellen als die in Frage stehenden Objekte auf, wogegen jedoch mit den Begriffen rüpayatana und saddayatana die, die Ausgangspunkte der Lichtund Schallwellen bildenden, physischen Objekte gemeint sind. 3. e n t s t e h セ n g s g r ᅵ n d e @ (samutthäna) DER KORPERLICHEN biNGE § 128 Vier Entstehungsgründe der Körperlichkeit gibt es: Karma, Bewußtsein, Temperatur und Nahrung. (a) Karmagezeugte Körperlichkeit (kamma-samutthana-rüpa) Hierunter erzeugt das, der Sinnes- und Feinkörperlichen Sphäre angehörende, 25-fache heilsame und unheilsame Karma (Tab. 1-13, 22-33) in unserer eigenen Kontinuität, alle Augenblicke vom Wiedergeburtsmomente ab, wohlgestaltete karmagezeugte Körperlichkeit. (b) Bewußtseingezeugte Körperlichkeit (citta-samutthana-rüpa) § 129 Abgesehen von dem (vierfachen) Karmagewirkten Bewußtsein der Unkörperlichen Sphäre (Tab. 62-65) und dem zweifachen Fünf-Sinnesbewußtsein (Tab. 34-38, 50-54), erzeugt

SE C HST ER TEIL

alles übrige 75-fache Bewußtsein, vom ersten Unterbewußtseinsmoment ab, jedesmal bei seinem Entstehen bewußtseingezeugte Körperlichkeit. Hierunter nun festigt (Ledi Sayadaw liest sandhiireti statt sanniimeti) das ekstatische Impulsiv- Bewußtsein (appanii-javana; d.i. das Vertiefungsbewußtsein) auch die körperliche Stellung. Das Feststell-Bewußtsein (Tab . 71) sowie das Impulsivbewußtsein der Sinnessphäre (Tab. 1-8, 22-33) und das magische Bewußtsein (abhiiiiiii-citta, d.i. die .?· Vertiefung) aber lassen auch (körperliche und sprachliche) Außerungen entstehen. Die freudigen Impulsivklassen (Tab. 1-4, 22-25, 72) erzeugen hierbei auch Lachen . (c) Temperaturerzeugte Körperlichkeit (utu- samu.tthiina-rüpa) § 130 Das als kalte oder heiße Temperatur (utu) bezeichnete HitzeElement (tejo-dhiitu) erzeugt jedesmal in seinem statischen Moment(§ 83) temperaturgezeugte Körperlichkeit, eigene wie äußere, je nach den Umständen. (d) Nahrunggezeugte Körperlichkeit (iihiira-samut.thiina-rüpa) § 131 Die als Nährstoff (ojii) bezeichnete Nahrung erzeugt jedesmal in ihrem statischen Moment, während der Nahrungsaufnahme, nahrunggezeugte Körperlichkeit. Hierbei nun sind ausschließlich karmagezeugt (kamma-ja): das Herz sowie die körperlichen Fähigkeiten (5 Sinnesorgane, Geschlecht, l ・ 「 ・ ョ ウ ヲ ¦ ィ ゥ ァ ォ N セ ゥ エ I [ @ bewußtseingezeugt (citta-ja): die zweifache Außerung (körperlich und sprachlich); bewußtsein- und temperaturgezeugt (cittotu-ja) : der Ton; temperatur-, bewußtsein- und nahrunggezeugt : Beweglichkeit, Geschmeidigkeit und Gefügigkeit (s. § 125 k); durch alle 4 entstanden: die untrennbare Körperlichkeit (4 Elemente, Farbe, Duft, Saft und Nährstoff); durch nichts gezeugt: die in bloßen Merkmalen (s. VI, 1 [11]) bestehende Körperlichkeit.

KOMP E NDIUM DER KÖRP E RLICHKEIT Die Eigenschaften der Dinge nämlich haben an sich keine wirkliche Exi sten z. ZusAMMENFASSUNG § 132 Je nach den Umständen sind karmagezeugt (kamma-ja): 18 körperliche Dinge (8 untrennbare, Raum, Herz, 8 Fähigkeiten); bewußtseingezeugt (citta-ja): 15 ォ ￶ イ ー ・ イ ャ セ セ ィ ・ @ Dinge (8 untrennbare, Raum, Ton, 3 Veränderungen, 2 Außerungen); temperaturgezeugt (utu-ja ): 13 körperliche Dinge (8 untrennbare, Raum, 3 Veränderungen, Ton); nahrunggezeugt (ähära-ja): 12 körperliche Dinge (8 untrennbare, Raum, 3 Veränderungen). Die bloßen Merkmale (Anwachsen, Kontinuität, Verfall, Unbeständigkeit) jedoch entstehen nicht aus irgendeiner dieser Ursachen, weil sie nämlich nicht die Natur der körperlichen Dinge haben, die da entstehen, vergehen usw.

4. DIE KÖRPERLICHEN GRUPPEN

(kaläpa) § 133 Es gibt 21 Gruppen von körperlichen Dingen, die gleichzeitig entstehen, gleichzeitig erlöschen, dieselbe Grundlage haben und zusammen existieren, nämlich: (a) 9 karmagezeugte Gruppen (kamma-samutthäna-kaläpa) Die 9 karmagezeugten Gruppen sind: (1) Die Augen-Zehnergruppe (cakkhu-dasaka-kaläpa). So bezeichnet man die Lebensfähigkeit und die untrennbare Körperlichkeit (4 Elemente, Farbe, Geschmack, Duft, Nährstoff) in Verbindung mit dem Sehorgan. (2-8) Die Ohr-, Nasen-, Zungen-, Körper-, Weibheit-, Mannheit-, Herz-Zehnergruppe. Diese erhält man durch Verbindung (obiger 9 Dinge) mit dem Hörorgan usw. (9) Die Vitale Neunergruppe (jzvita-navaka). Als solche

SECHSTER TEIL

bezeichnet man die mit der Lebensfähigkeit verbundene (achtfache) untrennbare Körperlichkeit. § 134 Diese sind: (b) 6 bewußtseingezeugte Gruppen (citta 00 ) (10) Die Reine Achtergruppe (suddhatthaka-kaläpa). Als solche gilt die untrennbare Körperlichkeit (4 Elemente, Farbe, Duft, Saft, Nährstoff). Dies ist die, die sog. 'tote Materie' bildende, allerprimitivste Gruppe. Die einfachste Form der 'lebenden Materie' aber ist gebildet durch Hinzutreten von Lebensfähigkeit, d.i. die oben bereits erwähnte Vi tale Neunergruppe (s. Nr. 9). (11) Die Körperäußerung-Neunergruppe (käyaviiiätti-navaka0 ). Als solche gilt die v ・ イ 「 ゥ セ 、 オ ョ ァ @ der Reinen Achtergruppe mit der körperlichen Außerung. ( 12) Die Sprachäußerung-N eunergruppe (vaäviiiiiatti-navaka0 ). セ ャ ウ @ solche gilt die Verbindung mit der sprachlichen Außerung. (13) Die Elfergruppen der Beweglichkeit usw. (lahutad'ekädasaka0). Als solche gelten die Verbindung der Reinen Achtergruppe mit Beweglichkeit, Geschmeidigkeit und Gefügigkeit. (14) Die Zwölfergruppen der Körperäußerung, Beweglichkeit usw. Diese entstehen durch Hinzutreten von körperlicher Äußerung usw. (15) Die Dreizehnergruppen von Sprachäußerung, Ton, Beweglichkeit usw . .. Diese entstehen durch Hinzutreten von sprachlicher Außerung, Ton usw. (c) 4 temperaturgezeugte Gruppen (utU 00 ) § 135 (16) Die Reine Achtergruppe, bestehend aus den 8 untrennbaren Dingen(= Nr. 10),

KOMPENDIUM DER KÖRPERLICHKEIT

(17) die Ton-Neunergruppe (sadda-navaka: die 8 +Ton), (18) die Elfergruppen der Beweglichkeit usw. (= Nr. 13), (19) die Zwölfergruppe von Ton, Beweglichkeit usw. (saddalahutadidvädasaka0: die 8 +Ton, Beweglichkeit, Geschmeidigkeit, Gefügigkeit). (d) 2 nahrunggezeugte Gruppen (ähära 00 ) § 136 (20) Die Reine Achtergruppe (= Nr. 10), (21) die Elfergruppen der Beweglichkeit usw. (= Nr. 13). Von obigen Gruppen finden sich die Reine Achtergruppe und die Ton-Neunergruppe als temperaturgezeugte Gruppen auch in der äußeren Natur (bahiddhä), die übrigen aber nur bei lebenden Wesen (ajjhattika). Ajjhattika bedeutet eig. 'auf das Ich oder die eigene Person bezüglich' im Gegensatz zu bahiddhä, wörtl. 'außerhalb'. Letzterer Begriff bezieht sich in den Texten meist auf alles Körperliche wie Geistige, das sich außerhalb der eigenen Person befindet, wie z.B. in dem stereotypen Suttentext: "Was immer es an Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung usw. gibt, ob eigen oder fremd ... " ZusAMMENFASSUNG § 137 Es gibt also: 9 karmagezeugte Gruppen (kammasamutthäna-kaläpa ), 6 bewußtseingezeugte Gruppen (citta 00 ), 4 temperaturgezeugte Gruppen (utu 00 ), 2 nahrunggezeugte Gruppen (ähära 00 ), insgesamt 21 Gruppen. Raum (äkäsa) und Merkmale (Anwachsen usw.; s. § 125 k) rechnen die Weisen nicht als Bestandteile der körperlichen Gruppen, da sie eben bloß im Begrenzen und in den Eigenschaften der Gruppen bestehen.

SECHST ER TEIL
5. AuFTRETEN DER KÖRPERLICHEN GRuPPEN

A. In der Sinneswelt § 138 Alle diese körperlichen Dinge finden sich, je nach den Umständen, unvermindert während des Lebens in der Sinneswelt. Bei den in Feuchtigkeit geborenen (samsedaja) und spontan entstehenden Wesen (opapatika; z.B. in Himmel oder Hölle) manifestieren sich bei der Wiedergeburt im Höchstfalle 7 Zehnergruppen, nämlich die Seh-, Hör-, Riech-, Geschmack-, Körper-, Geschlecht- und Herz-Zehnergruppe. Im schlimmsten Falle fehlen davon die Seh-, Hör-, Riech- und GeschlechtGruppe gänzlich; daher möge man aufgrund dieser fehlenden Gruppen verstehen, welche Gruppen anwesend sind (d.s. die 3: Geschmack-, Körper- und Herz-Gruppe). Bei den leibgeborenen Wesen hingegen manifestieren sich 3 Zehnergruppen, nämlich die Körper-, Geschlecht- und Herzgruppe, worunter bisweilen (im Falle von geschlechtslosen Wesen) auch die Geschlecht-Zehnergruppe gänzlich fehlt. Während des Lebensfortgangs manifestieren sich dann der Reihe nach die Zehnergruppen des Sehens usw. Auf diese Weise bleibt der, der Flamme einer Lampe oder der Strömung eines Flusses gleichende, Prozeß (Kontinuität) der durch die 4 Entstehungsursachen gezeugten Körperlichkeitsgruppen in der Sinnessphäre bis zum Tode ununterbrochen im Gange, und zwar entstehen, vom Geburt- (Empfängnis-) Moment ab, die karmagezeugten Gruppen, vom 2. Bewußtseinsmoment (d.i. dem 1. Unterbewußtseinsmoment) ab die bewußtseingezeugten, vom statischen Moment ab die temperaturgezeugten und von der Durchdringung mit dem Nährstoff (d.i. der Assimilation) ab die nahrunggezeugten Gruppen. Zur Zeit des Sterbens aber steigen, vom statischen Moment des 17. Bewußtseinsaugenblicks vor dem Sterbebewußtsein ab, keine karmagezeugten Gruppen mehr auf, und die bereits vorher (d.i. bei dem, dem Sterbebewußtsein unmittelbar vorangehenden, karmischen Willensprozeß [§ 121]) entstandenen karmagezeugten körperlichen Dinge halten bis zum Sterbemoment an und schwinden alsdann. Darauf bricht die bewußtsein- und nahrunggezeugte Körperlichkeit ab. D anach

KOMP E NDIUM D E R KÖRPERLICHKEIT setzt sich der Prozeß der temperatur-gezeugten Körperlichkeit fort, solange eben die als Leiche geltende Körperlichkeit noch besteht. Auf diese Weise entsteht den verstorbenen Wesen auch im nächsten Dasein von neuem wieder, von der Geburt ab, solche Körperlichkeit. B. In der Feinkörperlichen Welt § 139 In der Feinkörperlichen Welt jedoch fehlen die Geruch-, Geschmack-, Körper- und Geschlecht-Zehnergruppe ebenso wie die nahrunggezeugten Gruppen. Bei Geburt jener Wesen entstehen also die 3 Seh-, Hör- und Herz-Zehnergruppen sowie die Vitale Neunergruppe, somit 4 karmagezeugte Gruppen, während des Lebens aber die temperaturgezeugten Gruppen. Die Unbewußten Wesen (asaiiiia-satta; § 101) besitzen nicht einmal die Seh-, Hör-, Herz- und Ton-Gruppe, auch keine der bewußtseingezeugten Gruppen. Daher haben sie bei der Geburt nur die Vitale Neunergruppe, doch während ihres Lebens treten außerdem noch, abgesehen von der Tongruppe, alle übrigen temperaturgezeugten körperlichen Gruppen auf. Auf diese Weise hat man hinsichtlich der drei Gebiete, d.i. der Sinneswelt, Feinkörperlichen Welt und der Unbewußten Wesen, die zweifache Entstehung der Körperlichkeit zu verstehen, nämlich im Wiedergeburtsmoment und während des Lebens. ZusAMMENFASSUNG § 140 Es finden sich in der Sinneswelt alle 28 körperlichen Dinge, in der Feinkörperlichen Welt 23 (fehlen Riech-, Schmeck-, Körper-Organ, Männlichkeit, Weiblichkeit), bei den u ョ 「 ・ キ オ ￟ エ N セ ョ @ Wesen 17 (fehlen 5 Sinnesorgane, Geschlecht [2], Herz, 2 Außerungen [körperlich und sprachlich], Tongrundlage ); in der U nkörperlichen Welt fehlen alle körperlichen Dinge. Im Geburtsmoment fehlen T ongrundlage, Veränderungen

SECHSTER TEIL

(Beweglichkeit, Geschmeidigkeit, Gefügigkeit, 2 Äußerungen), Alter und Tod. Während des Lebens finden sich alle körperlichen Dinge. Wo das, als Sehobjekt-Grundlage (rüpayatana) bezeichnete, physische Ausgangsobjekt zu finden ist, sollte meines Erachtens auch das als Hörobjekt-Grundlage geltende zu finden sein. Von beiden wird doch oben behauptet, daß sie nicht in physischen Kontakt (asampatta) mit den entsprechenden Sinnesorganen treten. (Vgl. § 127 h und Anm .)

6. NIBBÄNA

§ 141 Das als überweltlich geltende· Nibbäna, das durch die vierfache Pfaderkenntnis (des Stromein getretenen, Einmalwiederkehrenden, Niewiederkehrenden und Heiligen) zu verwirklichende und das Objekt der 4 Pfade und Fruchtmomente bildende, dieses wird als Nibbäna bezeichnet, weil es dem als Wunscheswahn (vana: vgl. vana < --Jvan, wünschen, lat. venus, ahd. wini [Freund], wan [Wahn]) geltenden Begehren entrückt ist. Dieses Nibbäna ist seinem Wesen nach einfach, von einem besonderen Standpunkt aus aber gilt es als zweifach, nämlich als 'Nibbäna-Element mit einem übergebliebenen Daseinssubstrat' (sa-upadisesa-nibbanadhatu) und 'Nibbäna-Element ohne überbleibendes Daseinssubstrat' (an-upadisesa-nibbanadhatu). Ebenso gilt es als dreifach mit Hinsicht auf Einteilung nach seinen Eigenschaften, nämlich als das Leere, Bedingunslose, Wunschlose. Die vom Wahne erlösten großen Weisen bezeichnen es als das Unendliche, Ungeschaffene, Höchste. Das Nibbäna, das seiner wirklichen Bedeutung nach doch wohl 'Erlöschen' (nibbayati < --.lva , vayati, wehen, also wörtl. 'aufhören zu wehen', ausgehen [von Feuer], erlöschen) bedeutet, bildet das höchste und letzte Endziel allen buddhistischen Strebens, nämlich das restlose Erlöschen allen in Gier, Haß und Verblendung sich äußernden, das Leben bejahenden und sich krampfhaft daran klammernden Willenstriebes und damit die endgültige, restlose Befreiung von al-

KOMPENDIUM DER KÖRPERLICHKEIT

lern künftigen Wiedergeborenwerden, Altern und Sterben, Leiden und Elend. Zwei weitere Aspekte des Nibbänas, die sich mit obigen beiden decken, sind die 'Völlige Erlöschung der Leidenschaften' (kilesa-parinibbäna) und 'Völlige Erlöschung (eig. Sich-nicht-mehr-Fortsetzen) der Daseinsgruppen' (khandha-parinibbäna). Erstere tritt ein bei Erreichung der vollkommenen Heiligkeit, letztere beim Tode des Heiligen. Vgl. B.Wtb.: nibbäna und L.d.B. Bisweilen treten beide Aspekte in ein und demselben Augenblick, nämlich im Momente des Todes, ein. Hierüber s. B.Wtb.: sama-sisin und Pug. 18. Somit also verkünden die Vollendeten, daß es bloß vier Wirklichkeiten gibt: Bewußtsein, Geistesfaktoren, Körperlichkeit und Nibbäna. Hier endet, genaugenommen, die Ausführung des zu Beginn des Werkes aufgestellten Programms.- Der Abschnitt über das Nibbäna ist, offenbar seiner Kürze wegen, dem Kapitel über die Körperlichkeit angegliedert worden.

SIEBENTER TEIL
KOMPENDIUM DER KATEGORIEN

§ 142 Es wurden 72 Kategorien mitsamt ihren Merkmalen gelehrt. Diese Sammlung der Kategorien will ich nunmehr in rechter Weise vortragen. Dabei hat man 4 Gruppen zu unterscheiden: 1. Kompendium der karmisch unheilsamen Kategorien, 2. Kompendium der vermischten Kategorien, 3. Kompendium der zum Wissen gehörenden Kategorien, 4. Kompendium des Ganzen.

1. KOMPENDIUM DER KARMISCH UNHEILSAMEN
KATEGORIEN

Im Kompendium der unheilsamen Kategorien unterscheidet man zunächst: (a) 4 Triebe (äsava, wörtl. 'Einströmungcn'): Sinnlichkeitstrieb, Daseinstrieb, Ansichtstrieb, U nwissenheitstrieb (kämasava, bhava0 , dit.thi0 , avijjä 0 ); (b) 4 Fluten (ogha): Sinnlichkeitsflut, Daseinsflut, Ansichtsflut, Unwissenheitsflut; Identisch mit den 4 Trieben . (c) 4 Fesselungen (yoga): Sinnlichkeitsfesselung, Daseinsfesselung, Ansichtsfesselung, U nwissenheitsfesselung; Identisch mit den 4 Trieben. (d) 4 Verstrickungen (gantha ): die körperliche Yerstrikkung Habgier, die körperliche Verstrickung Ubelwollen, die körperliche Verstrickung Haften an Regeln und Riten, die körperliche Verstrickung Glaubensfanatismus (d.i. die Ansicht: 'Nur dies ist die Wahrheit, alles andere Unsinn') (abhijjhä-käyagantha, vyäpäda0 , silabbataparämäsa0 , idamsaccabhinivesa0 ).

KOMPENDIUM DER KATEGORIEN

(e) 4 Anhaftungen (upädäna): Sinnliches Anhaften, Anhaften an Ansichten, Anhaften an Regeln und Riten, Anhaften an Persönlichkeitsglauben (kämupädäna, ditthio, s'ilabbata0 , attaväda0 ); (f) 6 Hemmungen (n'ivarar;a): Sinnliche Gier, Übelwollen, Starrheit und Mattheit, Aufgeregtheit und Gewissensunruhe, Zweifelsucht, Unwissenheit (kämacchanda, vyäpäda, th'ina-middha, uddhacca-kukkucca, vtctkicchä, avijjä); In den Sutten werden nur die ersten 5 Eigenschaften als Hemmungen bezeichnet. (g) 7 Neigungen (anusaya): Sinnliche Gier, Daseinsgier, Groll, Dünkel, verkehrte Ansicht, Zweifelsucht, Unwissenheit (kämaräga, bhavaräga, pa.tigha, mäna, ditthi, vicikicchä, avijjä); (h) 10 Fesseln (samyojana) gemäß den Sutten: Sinnliche Gier, Gier nach feinkörperlichem Dasein, Gier nach unkörperlichem Dasein, Groll, Dünkel, Ansicht, Haften an Regeln und Riten, Zweifelsucht, Aufgeregtheit, Unwissenheit (kämaräga, riipa0 , ariipa0 , patigha, mäna, ditthi, szlabbataparämäsa, vicikicchä, uddhacca, avijjä); Diese Aufzählung deckt sich keineswegs mit der in den Sutten üblichen Reihenfolge, auch findet sich dort sakkaya-ditthi (Persönlichkeitsansicht) statt bloß ditthi (Ansicht). (i) weitere 10 Fesseln gemäß dem Abhidhamma: Sinnlichkeitsgier, Daseinsgier, Groll, Dünkel, Ansicht, Haften an Regeln und Riten, Zweifelsucht, Neid, Geiz, Unwissenheit (kämaräga, bhava0 , patigha, mäna, ditthi, szliabbataparämäsa, vicikicchä, issä, macchariya, avijjä); (j) 10 Geistestrübungen (kilesa; häufig von mir als 'Leidenschaften' wiedergegeben): Gier, Haß, Verblendung, Dünkel, Ansicht, Zweifelsucht, Starrheit, Aufgeregtheit, Schamlosigkeit, Gewissenlosigkeit (lobha, dosa, moha, mäna, di.tthi, vicikicchä, th'ina, uddhacca, ahirika, anottappa ). Fast alle obigen Palibegriffe sind im Buddhistischen Wörterbuch erklärt.

SIEBENTER TEIL

§ 143 Was die obigen Kategorien anbetrifft, so hat man da (z.B. in a, b, c) unter den Namen 'Sinnlichkeit' (käma; hier die Sinnesobjekte) und 'Dasein' (bhava) genau genommen das, jene beiden Dinge zum Objekt habende, Begehren (ta1Jhä) zu verstehen (also Begehren nach den sinnlichen Dingen bzw. nach Dasein). - Haften an Regeln und Riten, Glaubensfanatismus und Persönlichkeitsglaube (d, e, h, i) aber gelten als die in dieser Weise sich manifestierende Ansicht (ditthi). ZusAMMENFAssuNG § 144 Mit Hinsicht auf die wahre Natur der Dinge wurden also gelehrt: 3 Triebe (1. Begehren nach sinnlichen Dingen bzw. Dasein, 2. Ansichten, 3. Unwissenheit;§ 142 a); 3 Fluten (wie vorh.; § 142 b); 3 Fesselungen (wie vorh.; § 142 c);. 3 Verstrickungen (1. Habgier, 2. Ubelwollen, 3. Ansichten; § 142 d); 2 Anhaftungen (§ 142 e); 8 Hemmungen; Die 3. und 4. der 6 Hemmungen(§ 142 f) bilden nämlich in Wirklichkeit je 2 Hemmungen . 6 Neigungen (1. Gier, 2. Groll, 3. Dünkel usw.; § 142 g); 9 Fesseln; Es ist mir unverständlich, warum nicht auch hi er die 3 verschiedenen Arten des Begehrens, wie käma-, rüpa- und arüpa-räga, nur als eine einzige Fessel, nämlich 'Begehren' gezählt werden, ebenso dinhi und sflabbataparämäsa als 'A nsicht' (s. § 142 h). 10 Geistestrübungen (§ 142 j). Dies nun gilt als die neunfache Zusammenfassung der karmisch-unheilsamen Kategorien.

KOMPENDIUM DER KATEGORJEN
2. KOMPENDIUM DER VERMISCHTEN KATEGORIEN

§ 145 Hier nun hat man zu unterscheiden: (a) 6 Wurzelbedingungen (hetu; s. § 3) (1) Gier (lobha) (2) Haß (dosa) (3) Verblendung (moha) (4) Gierlosigkeit (alobha) (5) Haßlosigkeit (adosa) (6) Unverblendung (amoha) (b) 7 Vertiefungsglieder (jhänanga) § 146 (1) Gedankenfassung (vitakka) (2) Diskursives Denken (vicära) (3) Verzückung (piti; Interesse) (4) Sammlung (samädhi) (5) Freude (somanassa) (6) Indifferenz (upekkhä) (7) Trübsal (domanassa) 1-7 sind entweder karmisch heilsam, unheilsam oder karmischunabhängig funktionierend, während (7) stets unheilsam ist. Näheres s. B.Wtb.: paccaya 17 . (c) 12 Pfadglieder (magganga) § 147 (Rechter Pfad) (1) Rechte Erkenntnis (sammä-dit.thi) (2) Rechte Gesinnung (sammä-sankappa) (3) Rechte Rede (sammä-väcä) (4) Rechte Tat (sammä-kammanta) (5) Rechter Lebensberuf (sammä-äjlva) (6) Rechte Anstrengung (sammä-väyäma) (7) Rechte Achtsamkeit (sammä-sati) (8) Rechte Sammlung (sammä-samädhi)

SIEBENTER TEIL

(Verkehrter Pfad) (9) Verkehrte Erkenntnis (miccha-ditthi) (10)Verkehrte Gesinnung (miccha-sankappa) (11) Verkehrte Anstrengung (miccha-viiyiima) (12) Verkehrte Sammlung (miccha-samiidhi) Die in Vis. XVII und Panhäna (s. Führer) als Pfad-Bedingung (magga-paccaya) aufgezählten 12 Glieder lauten anders, nämlich: -W issen (paiiiiä; identisch mit 1) - Gedankenfassung (vitakka; als rechte Gedankenfassung = 2, als verkehrte = 10) -Rechte Rede = 3 -Rechte Tat= 4 - R ec hter Lebensberuf = 5 -Wi llenskraft (viriya; als rechte Willenskraft= 6, als verkehrte= 11) -Ac htsamkeit (als rechte= 7; verkehrte Achtsamkeit fehlt obe n! ) - Sammlung (als rechte= 8, als verkehrte= 12) -Verkehrte Erkenntnis= 9 -Ve rkehrte Tat fehlen obe n! - Verkehrte Rede } - Verkehrter Lebensberuf Die in meiner Ausgabe aufgezählten Pfadglieder sind falsch bzw. unvollständig, denn es fehl en 4 Glieder des verkehrten Achtfachen Pfades, nämlich verkehrte Rede, Tat, Lebensberuf und verkehrte Achtsamkeit. Leider steht mir zur Zeit keine weitere Ausgabe zur Verfügung, um sie mit meinem Text ve rgleichen zu können . (d) 22 Fähigkeiten (indriya) § 148 (1) Sehorgan (2) Hörorgan (3) Riechorgan Sinnesorgane (4) Schmeckorgan (5) Körperorgan (6) Bewußtseinsorgan (7) Weiblichkeit } (8) Männlichkeit Geschlecht (9) Vitalität (körp. und geist.)

KOMPENDIUM DER KATEGORJEN

(1 0) körperliches Wohlgefühl (11) körperliches Wehegefühl (12)Freude (13)Trübsal ( 14) Indifferenz (15) Vertrauen (16)Tatkraft (17) Achtsamkeit (18) Sammlung (19) Wissen (20) die Gewißheit 'Das noch nicht Erkannte werde ich erkennen'(§ 152) (21) Höchstes Wissen, Gnosis (22) die Fähigkeit des Erkannthabenden lGefühl lセ¦エZセセ]ゥエ・ョ@ } Überweltliche Fähigkeiten 1-5 und 7, 8 sind körperlich; 9 ist entweder körperlich oder geistig; alle übrigen sind geistig. 20 entsteht beim Eintritt in den Strom, 21 beim Aufsteigen der Frucht des Stromeintritts, 22 beim Aufsteigen der Frucht der Heiligkeit. Vgl. B.Wtb.: ariya-puggala. (e) 9 Geistige Kräfte (bala) § 149 (1) Vertrauen (saddhä) (2) Willenskraft (viriya) (3) Achtsamkeit (sati) ( 4) Sammlung (samädhi) (5) Wissen oder Einsicht (pannä) (6) Schamgefühl (hiri) (7) Gewissensangst (ottappa) (8) Schamlosigkeit (ahirika) (9) Gewissenlosigkeit (anottappa) Siehe B.Wtb.: bala und indriya-samatta (f) 4 Vorherrschende Faktoren (adhipati) § 150 ( 1) (Konzentrierte) Absicht (chanda) (2) (Konzentrierte) Willenskraft (viriya) (3) (Konzentriertes) Bewußtsein (citta) (4) (Konzentrierte) Erwägung (vimamsä) Hierüber s. B.Wtb.: paccaya 3.

SIEBENTER TEIL

(g) 4 Nahrungen (ähära) oder Grundlagen § 151 (1) Stoffliche Nahrung (kaba/zkära) (2) Bewußtseinseindruck (phassa) (3) Geistiger Wille (mano-saiicetanä) = heilsames bzw. unheilsames Karma (4) Bewußtsein (viiiiiä7J.a, hier das Wiedergeburts bewußtsein) "Die Stoffliche Nahrung ernährt die aus 8 Bestandteilen - dem Nährstoff als achtern- bestehende Körperlichkeit (§ 134). Der Be wußtseinseindruck ist Nahrung oder Grundlage für die 3 Arten der Gefühle, der geistige Wille (Karma) für die Wiedergeburt. Das Bewußtsein ist die Grundlage für das Geistige und Körperliche im Augenblick der Wiedergeburt." (Vis. XI) (Erklärungen zu obigem) § 152 Was da die Fähigkeiten (indriya) anbetrifft, so gilt da als 'Gewißheit: Das noch nicht Erkannte werde ich erkennen' (anaiiiiätaii-iiassämi t'indriya) die mit dem Pfad des Stromeintritts verbundene Erkenntnis (sotapattimagga-iiä1J.a ), als 'Fähigkeit des Erkannthabenden' (aiiiiätäv'indriya) die mit der Frucht der Heiligkeit verbundene Erkenntnis (arahattaphala-iiä7J.a) und als 'Höchstes Wissen' (aiiii'indriya) die dazwischenliegenden 6 Erkenntnisse (von Frucht des Stromeintritts, Pfad und Frucht der Einmal- und Niewiederkehr und Pfad der Heiligkeit). Die Lebensfähigkeit aber ist zweifach, körperlich oder unkörperlich. Die Vertiefungsglieder (jhänanga) finden sich nicht in den 5 (sinnlichen) Bewußtseinsklassen (Sehen, Hören usw.), die geistigen Kräfte (bala) nicht in den der Willenskraft entbehrenden Bewußtseinsklassen (d.i. Fünfsinnesbewußtsein, Rezeptiv- und Prüfbewußtsein, Aufmerken am Fünfertor), die Pfadglieder (magganga) nicht in den wurzellosen Bewußtseinsklassen. Ebenso erreicht die (sehr schwache) Sammlung in der zweifelbegleiteten Bewußtseinsklasse (Tab. 32) nie den Zustand eines Pfadgliedes oder einer geistigen Fähigkeit oder Kraft. Von den Vorherrschenden Faktoren (adhipati) tritt jedesmal bloß ein einziger auf, und zwar bloß in den zweiwurzel- und dreiwurzelbegleiteten Impulsivklassen, je nach den Umständen.

K O MPENDIUM DER KAT E GORI EN ZusAMMENFASSUNG § 153 Mit Hinsicht auf die wahre Natur der Dinge wurden (genaugenommen) gelehrt: 6 Wurzelbedingungen (hetu), 5 Vertiefungsglieder (jhänanga; Freude, Trübsal und Indifferenz sind nämlich in dem einem Begriff 'Gefühl' eingeschlossen), 9 Pfadglieder (magganga; rechte und verkehrte Gesinnung, Anstrengung und Sammlung gelten als nur 3 Dinge [statt 6], nämlich als Gesinnung usw.), 16 Fähigkeiten (indriya; 10-14 gelten als Gefühl, 19-22 als Wissen, 9 aber gilt als 2 Fähigkeiten: körperliche und geistige Vitalität), 9 Kräfte (bala), 4 Vorherrschende Faktoren (adhipati), 4 Nahrungen (ähära). So wurde das mit karmisch heilsamen, unheilsamen und karmisch-unabhängig funktionierenden Dingen vermischte Kompendium der Vermischten Kategorien gelehrt.

3. KoMPENDIUM DER 3 7 zuM WisSEN
GEHÖRENDEN DINGE

(bodhipakkhiya-dhamma) § 154 Hier nun hat man zu unterscheiden: ( a) 4 Grundlagen der Achtsamkeit (satipat.thäna = sati + upa.t.thäna ): Körperbetrachtung, Gefühlsbetrachtung, Bewußtseinsbetrachtung, Geistobjektbetrachtung (käyaanupassanä, vedanä0 , citta0 , dhamma0 ); (b) 4 Rechte Anstrengungen (samma-ppadhäna): die Anstrengung, die aufgestiegenen üblen Dinge zu überwinden, die noch nicht aufgestiegenen üblen Dinge nicht aufsteigen zu lassen, die noch nicht aufgestiegenen heilsamen Dinge aufsteigen zu lassen, die aufgestiegenen heilsamen Dinge anwachsen zu lassen; (c) 4 Machtfährten (iddhipäda): (Konzentrierte) Absicht, Bewußtsein, Willenskraft, Erwägung (chanda, citta, viriya, vimamsä);

SIEBENTER TEIL

(d) 5 Geistige Fähigkeiten (indriya ): Vertrauen, Willenskraft, Achtsamkeit, Sammlung, Wissen (saddhä, viriya, sati, samädhi, paiiiiä); (e) 5 Geistige Kräfte (bala): Vertrauen, Willenskraft, Achtsamkeit, Sammlung, Wissen (saddhä, viriya, sati, samädhi, paiiiiä); (f) 7 Erleuchtungsglieder (bojjhanga): Achtsamkeit, Wahrheitsergründung, Willenskraft, Verzückung, Gestilltheit, Sammlung, Gleichmut (sati, dhammavicaya, viriya, piti, passaddhi, samädhi, upekkhä); (g) 8 Pfadglieder (magganga): Rechte Erkenntnis, Rechte Gesinnung, Rechte Rede, Rechte Tat, Rechter Lebensberuf, Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit, Rechte Sammlung (sammä-di.tthi, 0 sankappa, 0 väcä, - 0 kammanta, 0 äjiva,0 väyäma, 0 Sati, 0 Samädhi) . Hierunter aber gelten die 4 Grundlagen der Achtsamkeit als ein einziger Faktor, nämlich als 'Rechte Achtsamkeit' (sammäsati), ebenso die 4 Rechten Anstrengungen als 'Rechte Anstrengung' (sammäväyäma). ZusAMMENFASSUNG § 155 Dieses Kompendium bildet nach Einteilung in 37 Faktoren 7 Gruppen. In Wirklichkeit jedoch finden sich da nur 14 Faktoren. Die dabei ausgelassenen 23 Faktoren kommen nämlich z.T. wiederholt vor, z.T. bilden sie Sammelbegriffe, was aus dem Folgenden zu ersehen ist. Diese 14 Faktoren sind: (1) Absicht, (2) Bewußtsein, (3) Gleichmut, (4) Vertrauen, (5) Gestilltheit, (6) Verzückung, (7) Rechte Erkenntnis, (8) Rechte Gesinnung, 3 Enthaltsamkeiten ([9] Rechte Rede, [10] Rechte Tat, [11] Rechter Lebensberuf), (12) Rechte Anstrengung, (13) Rechte Achtsamkeit, (14) Rechte Sammlung.

KOMPENDIUM DER KATEGORIEN

4 4 4 5 5 7 8 Grund - Rechte Macht- Fähig- Kräfte Erle uch- Pfadlagen der Anstren- fährten keiten tungs- glieder Achtsam- gungen glieder keit (1) - - Absicht - - - (2) - - Bewußtsein - - - (3) - - - - - Gleichmut (4) - - - Vertrauen Vertrauen - (5) - - - - - Gestilltheit (6) - - - - - Verzückung (7) - - Erwägung Wissen Wissen Wahrheits- Rechte ergründung Erkenntnis (8) - - - - - - Rechte Gesinnung (9) - - - - - - Rechte Rede (10) - - - - - - Rechte Tat (11) - - - - - - Rechter Lebensber. (12) - 4 Willens- Willens- Willens- Willens- Rechte Anstreng. kraft kraft kraft kraft Anstreng. (13) 4 Gr. d. - - Achtsam- Achtsam- Achtsam- Rechte Achtsamk. keit keit keit Achtsamk. (14) - - - Sammlung Sammlung Sammlung Rechte Sammlung

SIEBENTER TEIL

In den 37 Faktoren werden 1-mal erwähnt Absic ht 1 1-mal erwähnt Bewußtsein 1 1-mal erwähnt Gleichmut 1 1-mal erwähnt Gestilltheit 1 1-mal erwähnt Verzückung 1 1-mal erwähnt Rechte Gesinnung 1 1-mal erwähnt Rechte Rede 1 1-mal erwä hnt Rechte Tat 1 1-mal erwähnt Rechter Lebensberuf 1 2-mal erwähnt Vertrauen 1 4-mal erwähnt Sammlung 1 5-mal erwäh nt Wissen 1 8-mal erwähnt Achtsamkeit 1 9-mal erwähnt Willenskraft 1 37 14 in Wirklichkeit vorhandene Faktoren Dies ist die erhabene Darlegung der 37 höchsten Eigenschaften. Alle diese Dinge sind anzutreffen in den überweltlichen Bewußtseinsklassen, doch bisweilen fehlen darin Gesinnung (Diskursives Denken) und Verzückung (erstere von der 2. überweltlichen Vertiefung ab, letztere von der 4. Vertiefung ab). Auch in den weltlichen Bewußtseinszuständen finden sie sich, je nach den Umständen, während des Bestehens der sechsfachen Reinheit(§ 230- 235).

4. KoMPENDIUM DES GANZEN

(sabba-sangaha) § 156 Hier hat man zu unterscheiden: A. 5 Gruppen (khandha) Körperlichkeitsgruppe (riipa-kkhandha) Gefühlsgruppe (vedana0 ) Wahrnehmungsgruppe (saiiiia 0 ) Geistesformationengruppe (sankhara0 ) Bewußtseinsgruppe (viiiiia1Ja0 )

KOMPENDIUM DER KATEGORIEN

Unser sog. individuelles Dasein ist in Wirklichkeit nichts weiter als ein bloßer Prozeß dieser körperlichen und geistigen Phänomene, ein Prozeß, der, seit undenkbaren Zeiten, schon vor unserer Geburt im Gange war, und der auch nach dem Tode sich für undenkbar lange Zeitperioden fortsetzen wird. Diese 5 Daseinsgruppen aber bilden, weder einzeln noch zusammengenommen, irgendeine in sich abgeschlossene wirkliche Ich-Einheit oder Persönlichkeit, und auch außerhalb derselben existiert nichts, was man als eine für sich unabhängige Ichheit bezeichnen könnte, so daß eben der Glaube an eine im höchsten Sinne wirkliche Ichheit, Persönlichkeit usw. eine bloße Illusion ist. Näheres s. B.Wtb.: khandha. B. 5 Anhaftungsgruppen (upiidiina-kkhandha) § 157 Die Anhaftungsgruppe Körperlichkeit (rupupiidiina-kkhandha) Die Anhaftungsgruppe Gefühl (vedanii 0 ) Die Anhaftungsgruppe Wahrnehmung (saiiiiii 0 ) Die Anhaftungsgruppe Geistesformationen (sankhiira0 ) Die Anhaftungsgruppe Bewußtsein (viiiiiii?Ja0 ) In Vis. XIV, wo die ausführlichste Darlegung der 5 Gruppen zu finden ist, heißt es über den Unterschied zwischen den Termini 'Gruppe' und 'Anhaftungsgruppe': "Von Gruppen spricht man ganz allgemein; als Anhaftungsgruppen aber werden sie bezeichnet, sofern sie im Menschen noch einen Anlaß bilden zur Entstehung von Trieben oder Anhaftungen." Ferners. S XXII, 48.

C. 12 Grundlagen

(iiyatana) § 158 Seh-Organ (cakkhayatana) Hör-Organ (sota0 ) Riech-Organ (ghiina0 ) Schmeck-Organ (jivhii 0 ) Körper-Organ (kiiya0 ) Geist-Grundlage (manayatana) Seh-Objekt (rupa0 ) Hör-Objekt (sadda0 ) Riech-Objekt (gandha0 ) Schmeck-Objekt (rasa0 ) Körpereindruck-Objekt (photthabba0 ) Geist-Objekt (dhammayatana)

SIEBENTER TEIL

"Als Sehorgan gilt der, aus den 4 Elementen gebildete, sensitive Teil des Auges (cakkhu-pasiida), ... der auf Sinneseindrücke reagiert (sappa#gha) ... " (Vibh. li) . Als Geist-Grundlage (manayatana) gilt alles Bewußtsein überhaupt. Die Geistgrundlage ist also nicht zu verwechseln mit dem sog. Geist-Element (mano-dhiitu), welch letzteres bloß die Funktionen des Aufmerkens, Rezipierensund Feststellens (§58, 59, 61) der Sinnesobjekte verrichtet und nur bei der sinnlichen Perzeption in Betracht kommt. Vgl. §57. Das Sehobjekt wird in Vibh. li beschrieben als "jenes aus den 4 physischen Elementen entstandene Phänomen, das als Farbe erscheint ... ". Die Grundlage Geistobjekt, d.i. das Objekt des Geistes, ist identisch mit dem Geistobjekt-Element (s. folg.). Es mag sein körperlich oder geistig, gegenwärtig oder zukünftig, wirklich oder imaginär. Siehe B.Wtb.: iiyatana und Vis. XV, 1. D. 18 Elemente (dhätu) § 159 1. Seh-Organ-Element

2. Hör-Organ-Element
3. Riech-Organ-Element
4. Schmeck-Organ-Element
5. Körper-Organ-Element
6. Seh-Objekt-Element
7. Hör-Objekt-Element
8. Riech-Objekt-Element
9. Schmeck-Objekt-Element
10. Körpereindruck-Objekt-Element
11. Seh-Bewußtsein-Element
12. Hör- Bewußtsein-Element
13. Riech-Bewußtsein-Element
14. Schmeck-Bewußtsein-Element
15. Körper-Bewußtsein-Element
16. Geist-Element (mano-dhätu)
17. Geistobjekt-Element (dhamma-dhätu)
18. Geist-Bewußtsein-Element (manoviiiiiäJJ-a-dhätu)
KOMP E NDIUM DER KATEGORIEN

Das Geist-Element verrichtet bloß die Funktionen des Aufmerkens, Rezipierens und Feststellens der Sinnesobjekte. Das, was das Sehbewußtsein H 」 。 ォ ォ ィ オ M カ ゥ ゥ ゥ ゥ ゥ ¦ セ j 。 I @ sieht, sind bloße Farben und Lichteindrücke, und keine dreidimensionalen körperlichen Gegenstände. 1-10 sind physisch; 11-16 und 18 sind geistig (Bewußtsein); 17 mag physisch oder geistig sein.- Siehe Vis. XV, 2. E. 4 Edle Wahrheiten (ariya- sacca) § 160 Die Wahrheit vom Leiden (dukkha = 5 Daseinsgruppen), die Wahrheit von der Leidensentstehung (dukkha-samudaya =Begehren), die Wahrheit von der Leidenserlöschung (dukkha-nirodha = Nibbäna), die Wahrheit von dem zur Leidenserlöschung führenden Pfade (dukkhanirodha-gämini-patipadä = Achterpfad). Die 4 Edlen Wahrheiten sind der prägnanteste Ausdruck für die gesamten Lehren des Buddhismus, so daß sämtliche, in den 3 buddhistischen Sammlungen, dem t ゥ M p ゥ セ 。 ォ 。 L @ niedergelegten Lehren in ihnen eingeschlossen sind. Ausführliches hierüber s. Wort des Buddha; über das Wesen der Leidenswahrheit und des Pfades s. B.Wtb.: sacca, magga. - Siehe Vis . XVI, 2. (Weiteres über Geist-Objekt und Geist-Grundlage) § 161 In obigem gelten als Geistobjekt-Grundlage (dhammayatana) oder Geistobjekt-Element (dhamma-dhätu) 69 Dinge, nämlich: Geistesfaktoren (§ 19- 25) 52 Subtile Körperlichkeit 16 D.i. alle Körperlichkeit außer den 5 Sinnesorganen und den 7 Sinnesobjekten. Vgl. § 127 e. Nibbäna

SIEBENTER TEIL

Die Geist-Grundlage (manayatana) zerfällt in 7 BewußtseinsElemente (d.i. Element 11-16, 18; § 159). ZusAMMENFASSUNG § 162 Das Kompendium des Ganzen zerfällt in 5 Kategorien, nämlich: Die 5 Gruppen (khandha): Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, die (nach Abzug von Gefühl und Wahrnehmung) übrigbleibenden (5) Geistesfaktoren (genannt die Geistesformationen-Gruppe), Bewußtsein; die 5 Anhaftungsgruppen (upädäna-kkhandha), die als die 3 Daseinsebenen gerechnet werden (d.i. als Sinnliche, Feinkörperliche oder Unkörperliche); das Nibbäna aber wird, da es nicht zu zerlegen ist (in vergangenes, gegenwärtiges, zukünftiges usw.), in den Gruppen nicht eingeschlossen; die 12 Grundlagen (äyatana), die in die 6 Bewußtseinstore und 6 Objekte zerfallen; Über die Geist-Grundlage (manayatana) jedoch s. § 158 ; über das Geisttor § 66 . die 18 Elemente (dhätu), die nach den Sinnestoren, Objekten und den dadurch bedingten Bewußtseinsarten geordnet sind; die 4 Wahrheiten (sacca), in denen das Leiden als die Runde in den 3 Daseinsebenen gilt, der Entstehungsgrund als das Begehren, die Erlöschung als das Nibbäna, der Pfad als überweltlich, in welch letzterem aber die mit dem (überweltlichen) Pfad (des Stromeintritts usw.) verbundenen Geistesfaktoren und die Früchte (phala) nicht eingeschlossen sind .

ACHTER TEIL
KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

paccaya-sangaha § 163 Nunmehr will ich hier in rechter Weise darlegen, wie für die Entstehung von erschaffenen Dingen andere Dinge wiederum die Bedingung bilden. Dieses Kompendium der Bedingungen ist als von zweierlei Art zu betrachten, nämlich als: 1. die Methode der Bedingten Entstehung (paticcasamuppäda-naya ), 2. die Panhäna-Methode (patthäna-naya).

1. Von diesen beiden nun ist die Methode der Bedingten Ent-

stehung durch die bloße Tatsache gekennzeichnet, daß, wenn das eine Ding entsteht, auch das andere entstehen muß (tabbhävabhävibhävakäramattopalakkhito ).

2. Die zweite Methode aber wird als die Panhäna-Methode

bezeichnet, weil sich darin die (im p 。 セ セ ィ ¦ ョ 。 I @ überlieferten Bedingungen vorfinden. Im Panhäna, dem sechsbändigen letzten Werk des Abhidhammap ゥ セ 。 ォ 。 L @ nämlich werden die Daseinsphänomene nicht nach den 12 Gliedern des p 。 セ ゥ 」 」 。 ウ 。 ュ オ ー ー ¦ 、 。 @ geordnet, sondern nach den 24 Bedingungsarten (paccaya), von denen alle Daseinsphänomene abhängig sind. Beide Methoden aber erklären (gewöhnlich) die Meister in Verbindung miteinander (z.B. Buddhaghosa in Vis. XVII).

1. DIE BEDINGTE ENTSTEHUNG

(pa_ticcasamuppäda) § 164 Diese Methode lautet hier folgendermaßen: Durch (1) Unwissenheit (avijjä) bedingt sind die (2) Karmaformationen (sankhära), dadurch das

ACHTER TEIL

(3) (Wiedergeburts-) Bewußtsein (vinna1Ja ), dadurch das (4) Geistige und Körperliche (nama-rüpa), dadurch die (5) 6 Bewußtseinsgrundlagen (ayatana), dadurch der (6) Bewußtseinseindruck (phassa), dadurch das (7) Gefühl (vedana), dadurch das (8) Begehren (ta1Jha), dadurch das (9) Anhaften (upadana), dadurch der (10) Werdeprozeß (bhava; kamma-bhava und uppatti-bhava, Karmaprozeß und Wiedergeburtsprozeß), durch den Karmaprozeß die (11) Wiedergeburt (jati); dadurch entstehen (12) Altern und Sterben (jara-mara1Ja), Sorge, Klage, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. So kommt es zur Entstehung dieser ganzen Leidensfülle. Dies nun gilt als die Methode der Bedingten Entstehung. Ich möchte hier erwähnen, daß, obgleich im Abendland von berufener wie unberufener Seite dieser Gegenstand so häufig in Wort und Schrift behandelt wurde, doch bis jetzt noch keiner von alle den Autoren eine rechte Ahnung von dem eigentlichen Sinn dieser Lehre hatte und viele davon sogar die Bedeutung einzelner der Hauptbegriffe der Entstehungsformel völlig mißverstanden haben. Ich möchte daher feststellen, daß vor meiner ersten Abhandlung über diesen Gegenstand in Englisch (Calcutta 1934) in Wirklichkeit dem Abendländer die eigentliche Bedeutung dieser Lehre vollständig verschlossen war. Die gründliche Erforschung derselben erfordert eben eine eingehende Kenntnis des Abhidhamma, die aber bei keinem einzigen unter den im Abendlande lebenden Gelehrten anzutreffen ist. Ich verweise daher den näher Interessierten auf meinen Visuddhi-Magga (XVII), den Anhang zu meinem Führer durch das Abhidhammap ゥ セ 。 ォ 。 L @ das Buddhistische Wörterbuch, die 'Lehre des Buddha', wie vor allem auf meinen Vortrag G p 。 セ ゥ 」 」 。 ウ 。 ュ オ ー ー ¦ 、 。 G N @ (s. 'Grundlagen des Buddhismus') § 165 Hier hat man zu unterscheiden (vgl. die folgende Tabelle): 3 Lebenszeiten, 12 Glieder, 20 Erscheinungsformen, 3 Verknüpfungen, 4 Gruppen, 3 Runden und 2 Wurzeln.

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

Die 3 Lebenszeiten Unwissenheit (avijja) und Karmaformationen (sankhara) gehören der vergangenen Lebenszeit an; Geburt, Altern und Sterben der zukünftigen, die dazwischen befindlichen 8 Glieder aber der gegenwärtigen. Die 12 Glieder § 166 Diese sind: Unwissenheit, Karmaformationen, Bewußtsein, Geistiges und Körperliches, 6 Bewußtseinsgrundlagen, Bewußtseinseindruck, Gefühl, Begehren, Anhaften, W erdeprozeß, Geburt, Altern und Sterben. Die Erwähnung von Sorge usw. aber soll hier das notwendige Ergebnis der Geburt andeuten. Die 20 Erscheinungsformen, 3 Verknüpfungen und 4 Gruppen § 167 In der Zusammenfassung von Unwissenheit und Karmaformationen sind hier gleichfalls Begehren, Anhaften und W erdeprozeß mit einbegriffen. Ebenso sind in der Zusammenfassung von Begehren, Anhaften und Werdeprozeß auch Unwissenheit und Karmaformationen mit einbegriffen. In der Zusammenfassung von Geburt, Altern und Sterben aber gelten die 5 Ergebnisse wie Bewußtsein, Geistiges und Körperliches, Bewußtseinsgrundlagen, Bewußtseinseindruck und Gefühl als zusammengefaßt. 5 Ursachen vergangen sind, 5 Wirkungen man jetzt erlebt, 5 Ursachen man jetzt erzeugt, 5 Wirkungen zukünftig sind. Diese Dinge bilden also 20 Erscheinungsformen, 3 V erknüpfungen und 4 Gruppen.

3 Lebenszeiten 12 Glieder

1. Unwissenheit

vergangen 2. Karmaformationen

3. Bewußtsein

...... N "'

4. Geistiges und Kör-

perliches

5. Bewußtseinsgrund-

gegenwärtig lagen

6. Bewußtseinseindruck
7. Gefühl
8. Begehren
9. Anhaften
10. Werdeprozeß

zukünftig 11 . Wiedergeburt 12 . Altern und Sterben 20 Erscheinungsformen 5 Ursachen: Unwissenheit Begehren Anhaften W erdeprozeß Karmaformationen 5 Wirkungen: Bewußtsein Geistiges und Körperliches Bewußtseinsgrundlagen Bewußtseinseindruck Gefühl 5 Ursachen: Unwissenheit .. . Karmaformationen 5 Wirkungen: Bewußtsein usw. 3 Verknüpfungen } 1 }2 } 3 4 Gruppen >(') ::r:..., m ;:.; ..., m r-<

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

Kurz gesagt, lehrt der p 。 セ ゥ 」 」 。 ウ 。 ュ オ ー ー ¦ 、 。 L @ daß alles, was entsteht- ob geistige oder körperliche Phänomene oder Vorgänge -, notwendigerweise in Abhängigkeit von Bedingungen entsteht, daß es daher keinen blinden Zufall geben kann, sondern alles gesetzmäßig geschieht. Nicht aber zum Zwecke von Geistesgymnastik und Dialektik wurde er gelehrt, sondern nur, um die Ursachen und alle anderen Bedingungen zu zeigen, durch die die Entstehung allen Leidens bedingt ist, und wie durch Aufhebung dieser Bedingungen schließlich alles Leiden erlöschen muß. Er zeigt somit, wie das gegenwärtige Dasein mitallseinem Wohl und Wehe bedingt, und zwar verursacht ist durch die in Unwissenheit (1) und Begehren (8) wurzelnden und krampfhaft am Leben hängenden Willenstätigkeiten oder Karma (2) in früherer GebUrt, und wie nach Aufhebung der Wiedergeburtbedingungen in diesem Leben es zu keiner künftigen Geburt mehr kommen kann und damit das Ziel der Lehre des Buddha erreicht ist: Erlösung von Wiedergeburt und Leiden. Die 3 Runden § 168 Unwissenheit (avi;ja), Begehren (tar;ha) und Anhaften (upiidana; 1, 8, 9) bilden die 'Runde der Leidenschaften' (kilesava.tta).- Die eine, als Karmaprozeß (kamma-bhava) geltende Seite des Werdeprozesses (10) sowie die Karmaformationen (sankhara; 2) bilden die 'Karmarunde' (kamma-va.tta). -Die eine, als Wiedergeburtsprozeß (uppatti-bhava) geltende Seite des Werdeprozesses (10) sowie die übrigen Glieder (3-7, 11, 12) bilden die 'Runde der Karmawirkung' (vipaka-va.tta). Diese 3 Runden gibt es. Die 2 Wurzeln § 169 Als diese hat man die Unwissenheit (avijja) und das Begehren (tar;hii) zu verstehen. ZusAMMENFASSUNG Durch Erlöschung eben dieser Wurzeln kommt es zum Erlöschen der Daseinsrunde der durch das Wüten von Alter und Tod bedrückten Wesen. Durch Aufsteigen der üblen Triebe

ACHTER TEIL

aber kommt es immer wieder zum Aufsteigen der Unwissenheit und dieser Fessel der Daseinsrunde, dieser anfangslosen, an alle 3 Daseinsebenen kettenden. Damit legte der Große Weise die Bedingte Entstehung fest.

2. DIE PA'f'fHÄNA-METHODE

§ 170 Im Paghäna, dem gigantischen und wichtigsten, aber äußerst verwickelten sechsbändigen Werk des Abhidhamma, von dem vor mir (vgl. Führer durch das a 「 ィ ゥ 、 ィ 。 ュ ュ 。 M p ゥ セ 。 ォ 。 I @ bisher noch keiner auch wohl nicht eine Zeile in irgendeine moderne Sprache übersetzt hatte, werden die in diesem Werk aufgezählten und erklärten 24 Bedingungsarten an allen nur denkbaren geistigen und körperlichen Phänomenen und Vorgängen beleuchtet. 'Bedingung' (paccaya) bezeichnet etwas, wovon ein anderes, das sog. 'Bedingte' (paccayuppanna: Bedingt-Entstandene) abhängig ist, und wofür es die nötige Voraussetzung bildet, ohne die das andere nicht sein kann. Die 24 Bedingungen (paccaya) Dies nun gilt hier als die Panhäna-Methode: (1) Wurzel-Bedingung (hetu-paccaya), (2) Objekt- Bedingung (arammaJJa-paccaya ), (3) Vorherrschaft-Bedingung (adhipati-paccaya ), (4) Angrenzung-Bedingung (anantara-paccaya ), (5) Unmittelbarkeit-Bedingung (samanantara-paccaya), (6) Zusammenentstehung-Bedingung (sahajata-paccaya ), (7) Gegenseitigkeit-Bedingung (aiiiiamaiiiia-paccaya ), (8) Grundlage-Bedingung (nissaya-paccaya ), (9) Anlaß-Bedingung (upanissaya-paccaya ), (1 0) Vorherentstehung-Bedingung (purejata-paccaya ), (11) Nachherentstehung-Bedingung (pacchajata-paccaya), (12) Wiederholung-Bedingung (asevana-paccaya), (13) Karma-Bedingung (kamma-paccaya), ( 14) Karmawirkung-Bedingung (vipaka -paccaya ), (15) Nährstoff-Bedingung (ahara-paccaya),

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

(16) Fähigkeit-Bedingung (indriya-paccaya), (17) Vertiefung-Bedingung (jhäna-paccaya), (18) Pfad-Bedingung (magga-paccaya), ( 19) Verbundensein- Bedingung (sampayutta-paccaya ), (20) U nverbundensein- Bedingung (vippayutta-paccaya ), (21) Anwesenheit- Bedingung (atthi-paccaya ), (22) Abwesenheit-Bedingung (natthi-paccaya), (23) Geschwundensein- Bedingung (vigata-paccaya ), (24) Nichtgeschwundensein- Bedingung (avigata-paccaya ). (1) Wurzel-Bedingung (hetu-paccaya) § 171 Wurzelbedingung soll besagen, daß diese Bedingung der Wurzel eines Baumes gleicht. Wie nämlich ein Baum nur solange am Leben bleibt, solange die Wurzel noch unzerstört da ist, so auch sind alle karmischen Willens- und Geisteszustände bedingt durch das Zusammenentstehen der entsprechenden Wurzeln (Gier usw.; § 145). (2) Objekt- Bedingung (äramma?Ja-paccaya) § 172 Das physische Sehobjekt z.B. ist eine notwendige Bedingung und Voraussetzung für die Entstehung des Sehbewußtseins, ... das Geistobjekt für das innere oder Geist-Bewußtsein. (3) Vorherrschaft-Bedingung (adhipati-paccaya) § 173 Als solche gelten 4 Dinge (Konzentrierte Absicht, Willenskraft, Bewußtsein und Erwägung[§ 150]). "Steigt das Bewußtsein auf, indem es der Absicht besonderes Gewicht beilegt und den Vorrang gibt, so ist eben die Absicht das Vorherrschende, und nicht sind es die 3 anderen Dinge." (Vis. XVII) Also jedesmal bloß eines von diesen 4 Dingen kann die in Frage kommende Bedingung bilden. (4, 5) Angrenzung- und Unmittelbarkeit-Bedingung (anantara- und samanantara-paccaya) § 174 Beide sind identisch. Zum Beispiel bildet das Sehbewußtsein für das angrenzende und unmittelbar folgende und das Sinnesobjekt rezipierende (sampaticchana) Bewußtsein (s. § 57) eine Bedingung im Sinne von Angrenzung oder Unmittelbarkeit. (6) Zusammenentstehung-Bedingung (sahajäta-paccaya) § 175 Es bildet zum Beispiel jede der 4 geistigen Daseinsgruppen eine notwendige Bedingung für die Entstehung der 3 anderen. Denn alle 4

ACHTER TEIL

bedingen sich gegenseitig durch ihre Zusammenentstehung und können nicht einzeln aufsteigen. Dasselbe gilt auch für die 4 Elemente. (7) Gegenseitigkeit-Bedingung (aiiiiamaiiiia-paccaya) § 176 Auch als sich gegenseitig bedingend gelten die 4 geistigen Gruppen und die 4 Elemente. (8) Grundlage-Bedingung (nissaya-paccaya) § 177 Als solche gelten die 5 Sinnesorgane für das Sinnesbewußtsein und das physische Denkorgan für das innere oder Geistbewußtsein. (9) Anlaß-Bedingung (upanissaya-paccaya) § 178 Diese mag sein: ein direkter oder eigentlicher Anlaß (pakati-upanissaya), Objekt als Anlaß (ärammaiJupanissaya) oder Anlaß durch Angrenzung (anantarupanissaya). (a) Begehren zum Beispiel mag ein direkter Anlaß sein für Diebstahl; Haß für Verleumdung, Mord usw.; Klima oder Nahrung usw. für guten oder schlechten Gesundheitszustand; Freunde für unseren Fortschritt oder Rückschritt. (b) Irgend etwas Vergangenes, Gegenwärtiges oder Zukünftiges, Körperliches oder Geistiges, Wirkliches oder Unwirkliches mag, als Objekt unseres Geistes, ein Anlaß werden zur Entstehung vielerlei Dinge. Zum Beispiel mag das Nibbäna, als Objekt unseres Nachdenkens, ein Anlaß sein, daß man sich bemüht, einen reinen Lebenswandel zu führen; ähnlich mag uns irgendeine gute oder böse Tat, dadurch daß wir über sie nachdenken, zu Gutem oder Bösem veranlassen usw. (c) Diese Bedingung wird von Nr. 4 gebildet. (1 0) Vorherentstehung-Bedingung (purejiita-paccaya) § 179 Als solche gelten die Sinnesorgane und das physische Denkorgan, da diese durch ihr Vorherentstehen die notwendige Bedingung zur Entstehung der entsprechenden Bewußtseinsarten bilden. Das Gleiche gilt auch für die Sinnesobjekte. (11) Nachherentstehung-Bedingung (pacchiijiita-paccaya) § 180 Bewußtsein und Geistesfaktoren sind zum Beispiel genau wie der Hunger und Nahrungstrieb, eine notwendige Bedingung für die Erhaltung dieses schon früher entstandenen Körpers. (12) Wiederholung-Bedingung (iisevana-paccaya) § 181 Diese bezieht sich auf die im karmischen Prozeß aufeinander folgenden Impulsivmomente, von denen jedesmal die früheren für alle spä-

§ 182 § 183 § 184 § 185 § 186 § 187 § 188

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

teren eine Bedingung sind im Sinne von Wiederholung und Übung, gleichwie beim Auswendiglernen eines Textesaufgrund des beständigen Wiederholens das spätere Hersagen immer leichter wird. (13) Karma-Bedingung (kamma-paccaya) Das (vorgeburtliche) Karma ist für die karmagewirkten (gegenwärtigen) geistigen Gruppen und die karmagewirkten körperlichen Dinge (wie Sinnesorgane usw.) eine solche Bedingung. Ebenso ist es jedes Karma (karmischer Willenszustand) für alle damit verbundenen Geistesfaktoren und die damit entstandenen körperlichen Dinge, wie körperlicher Ausdruck usw. (14) Karmawirkung-Bedingung (vipäka-paccaya) "Eine karmagewirkte Daseinsgruppe (zum Beispiel Sehbewußtsein) ist für die damit verbundenen geistigen Gruppen usw. eine Bedingung im Sinne von Karmawirkung." (Panh.) (15) Nährstoff-Bedingung (ähära-paccaya) "Die 4 Nahrungen oder Grundbedingungen sind: stoffliche Nahrung, Bewußtseinseindruck (phassa), geistiger Wille (manosaiicetanä), Bewußtsein H カ ゥ ゥ ゥ ゥ ゥ ¦ セ j 。 I N B @ (D. 33, 34; M. 9 usw.) "Die stoffliche Nahrung ernährt die ... Körperlichkeit; der Bewußtseinseindruck ernährt (mit anderen Worten, ist eine Bedingung für) die 3 Arten der Gefühle; der geistige Wille (Karma) für die Wiedergeburt; das Bewußtsein für das Geistige und Körperliche." (Vis. XI) (16) Fähigkeit-Bedingung (indriya-paccaya) 20 der Fähigkeiten (indriya)- 7 und 8 sind ausgenommen (s. VII, 2)kommen hier in Betracht. Sehorgan usw. (1-5) bilden zum Beispiel eine solche Bedingung für Sehbewußtsein usw., physische Lebensfähigkeit für die karmageborenen körperlichen Dinge usw. ( 17) Vertiefung-Bedingung (jhäna-paccaya) Hier kommen die 7 Vertiefungsglieder (§ 146) in Betracht, die für die damit verbundenen geistigen Dinge eine solche Bedingung bilden. (18) Pfad-Bedingung (magga-paccaya) Hier kommen die 12 Pfadglieder (s. VII, 2) in Betracht, die für die damit verbundenen geistigen Dinge eine Bedingung bilden zum Entkommen aus irgendeinem Zustand. (19) Verbundensein-Bedingung (sampayutta-paccaya) Als solche gelten die zusammenentstehenden und sich gegenseitig

ACHTER TEIL

bedingenden 4 geistigen Gruppen, "da diese sich gegenseitig un terstützen, dadurch daß sie miteinander verbunden sind, eine gemeinsame ph ysische Grundlage (z.B. beim Sehbewußtsein das Sehorgan) und ein gemeinsames Objekt haben, gleichzeitig entstehen und gleichzeitig schwinden." (20) Unverbundensein-Bedingung (vippayutta-paccaya) § 189 Als solche gelten die körperlichen Dinge für die geistigen, die ge istigen für die körperlichen, da beiderlei Dinge nie zu einer Einheit ve rbunden sein können. (21) Anwesenheit-Bedingung (atthi-paccaya) § 190 Als solche gilt etwas, das durch seine Anwesenheit für etwas anderes eine Bedingung bildet. Hierher gehören alle unter 6, 7, 8 und 10 genannten Dinge. (22) Abwesenheit-Bedingung (natthi-paccaya) § 191 Diese bezieht sich auf den, einem Bewußtseinszustand unmittelbar vorangehenden, Zustand (s . Nr. 4) , der durch seine Abwesenheit dem nachfolgenden die Möglichkeit zu seiner Entstehung bietet. (23) und (24) sind identisch mit (22) und (21). § 192 A. Das Geistige (närna) ist für das Geistige eine sechsfache Bedingung; B. das Geistige (närna) ist für die geistig-körperliche Verbindung (näma-rüpa) eine fünffache Bedingung;

C. das Geistige (näma) ist für das Körperliche (rüpa) eine

einfache Bedingung; D. das Körperliche (rüpa) ist für das Geistige eine einfache Bedingung; E. Begriff, Geistiges und Körperliches sind für das Geistige eine zweifache Bedingung; F. die geistig- körperliche Verbindung ist für die geistig-körperliche Verbindung eine neunfache Bedingung. Auf diese Weise bilden die Bedingungen 6 Gruppen, was folgendermaßen zu verstehen ist:

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

A. Das Geistige ist für das Geistige eine sechsfache Bedingung (a) Das unmittelbar vorher geschwundene Bewußtsein und die Geistesfaktoren nämlich sind für das folgende Bewußtsein und die Geistesfaktoren eine Bedingung im Sinne von Angrenzung, Unmittelbarkeit, Abwesenheit und Geschwundensein (anantara, samanantara, natthi, vigata: §§ 174, 191). (b) Alle vorangegangenen karmischen Impulsivmomente sind für alle späteren eine Bedingung im Sinne von Wiederholung (äsevana: § 181). (c) Das zusammenentstandene Bewußtsein und die Geistesfaktoren sind sich gegenseitig (§ 176) eine Bedingung im Sinne von Verbundensein (sampayutta: § 188). B. Das Geistige ist für die geistig-körperliche Verbindung eine fünffache Bedingung § 193 (a) Die Wurzeln, Vertiefungen und Pfadglieder nämlich sind für die damit zusammenentstehenden körperlichen und geistigen Dinge eine Bedingung im Sinne von Wurzel, Vertiefung und Pfad (müla,jhäna, magga: §§ 171, 186, 187). (b) Der (karmische) Wille ist für die damit zusammenentstehenden geistigen und körperlichen Dinge, gleichwie der (von der Wirkung) zeitlich getrennte Wille für die karmagezeugten geistigen und körperlichen Dinge, eine Bedingung im Sinne von Karma (kamma: § 182). (c) Die karmagewirkten Daseinsgruppen und die damit zusammenentstehenden körperlichen Dinge bilden gegenseitig eine Bedingung im Sinne von Karmawirkung (vipäka: § 183 ).

C. Das Geistige ist für das Körperliche

eine einfache Bedingung § 194 Die später entstehenden Dinge, wie Bewußtsein und Geistesfaktoren, sind für diesen vorherentstandenen Körper eine Bedingung im Sinne des Nachherentstehens (pacchäjäta: § 180).

ACHTER TEIL

D. Das Körperliche ist für das Geistige eine einfache Bedingung § 195 Die 6 physischen Bewußtseinsgrundlagen nämlich sind während des Lebens für die 7 Bewußtseinselemente (§ 159 [11-16, 18]), ebenso die 5 (physischen) Sinnesobjekte für den Fünfsinnesbewußtseinsprozeß eine Bedingung im Sinne des Vorherentstehens (purejäta: § 179). E. Begriff, Geistiges und Körperliches sind für das Geistige eme zweifaclie Bedingung, § 196 nämlich im Sinne von Objekt (ärammar:za: § 173) und Anlaß (upanissaya: § 178). Hierbei sind die Objekte sechsfacher Art (Sehobjekt, ... Geistobjekt). Der Anlaß(§ 178) aber mag dreierlei Art sein: Anlaß aufgrund eines Objektes (ärammar:zupanissaya), Anlaß aufgrund von Angrenzung (anantara0 ), primärer oder direkter Anlaß (pakati0 ). Hierbei nun gilt ein solches Objekt, dem man Gewicht beilegt, als Anlaß aufgrund von Objekt. - Die unmittelbar vorher geschwundenen Dinge wie Bewußtsein und Geistesfaktoren: die gelten als die Angrenzung-Bedingung.- Dinge wie Gier usw. oder Vertrauen usw., Freuden, Leiden, Personen, Speisen, Klima, Wohnung, mögen in vielfacher Weise ein primärer Anlaß sein für heilsame, unheilsameund andere Dinge, je nachdem, für einen selber oder für andere. Auch ist das Karma (§ 182) der primäre Anlaß für die Karmawirkungen. F. Die geistig-körperliche Verbindung ist für die geistigkörperliclie Verbindung eine neunfache Bedingung, § 197 nämlich, je nach den Umständen, im Sinne von Vorherrschaft, Zusammenentstehung, Gegenseitigkeit, Grundlage, Nahrung, Fähigkeit, Unverbundensein, Anwesenheit, Nichtgeschwundensein (adhipati, sahajäta, aiiiiamaiiiia, nissaya, ähära, indriya, vippayutta, atthi, avigata ).

KOMP E NDIUM DER BE DINGUNGEN

§ 198 (a) Die Vorherrschaft-Bedingung (adhipati: § 173) ist zweifach: Das wertgehaltene Objekt nämlich ist für die geistigen Dinge eine Bedingung im Sinne von Objekt- Vorherrschaft (ärammar:zadhipati). Die zusammenentstehende vierfache Vorherrschaft (sahajätadhipati: Absicht, Bewußtsein, Willenskraft oder Erwägen) aber ist für die damit zusammenentstehenden geistigen und körperlichen Dinge eine Bedingung im Sinne von Zusammenentstehung (sahajäta : § 175). § 199 (b) Die Zusammenentstehung-Bedingung (sahajäta) ist dreifach: Bewußtsein und Geistesfaktoren nämlich sind sich gegenseitig und auch für die damit zusammenentstehenden körperlichen Dinge eine Bedingung im Sinne des Zusammenentstehens. Dementsprechend ist es mit den 4 Grundelementen und der abhängigen Körperlichkeit (Sinnesorgane usw.).- Im Wiedergeburtsmoment sind die physische Grundlage des Denkens und das karmagewirkte Bewußtsein sich gegenseitig eine Bedingung im Sinne des Zusammenentstehens. § 200 (c) Die Gegenseitigkeit-Bedingung (aiiiiamaiiiia) ist dreifach: Bewußtsein und Geistesfaktoren bedingen sich gegenseitig, ebenso die 4 Grundelemente, ebenso im Wiedergeburtsmoment auch die physische Grundlage des Denkens und das karmagewirkte Bewußtsein. § 201 (d) Die Grundlage-Bedingung (nissaya) ist dreifach: Bewußtsein und Geistesfaktoren nämlich sind sich gegenseitig und auch den damit zusammenentstehenden körperlichen Dingen eine Grundlage. - Die Grundelemente sind sich gegenseitig und auch der abhängigen Körperlichkeit eine Grundlage. -Die 6 physischen Bewußtseinsgrundlagen (§ 80) sind den 7 Bewußtseinselementen eine Grundlage (d.i. das Auge dem Sehbewußtsein, ... die physische Grundlage des Denkens dem Geistbewußtsein). § 202 (e) Die Nahrung-Bedingung (ähära) ist zweifach: Die stoffliche Nahrung nämlich ist die Nahrung für diesen Körper, die 3 unkörperlichen Nahrungen (Bewußtseinseindruck, geistiger Wille, Bewußtsein) sind es für die damit zusammenentstehenden geistigen und körperlichen Dinge (s. § 184).

ACHTER TEIL

§ 203 (f) Die Fähigkeit-Bedingung (indriya) ist dreifach: Die 5 sensitiven Organe (Sehorgan usw.) nämlich sind für die 5 Klassen des Sinnesbewußtseins eine Bedingung im Sinne von Fähigkeit, die physische Lebensfähigkeit für die karmischerworbene Körperlichkeit (Sinnesorgane usw.), die geistigen Fähigkeiten für die damit zusammenentstehenden geistigen und körperlichen Dinge (s. § 148). § 204 (g) Die Unverbundensein-Bedingung (vippayutta) ist dreifach: Im Empfängnismoment nämlich ist die physische Grundlage für die karmagewirkten Dinge (Bewußtsein, Geistesfaktoren), und diese für die damit zusammenentstehenden körperlichen Dinge eine solche Bedingung im Sinne des Zusammenentstehens (sahajata). - Die später entstehenden Dinge wie Bewußtsein und Geistesfaktoren sind für diesen vorherentstandenen Körper eine solche Bedingung im Sinne des Nachherentstehens (pacchajata). - Die 6 physischen Bewußtseinsgrundlagen (§ 80) sind während des Lebens für die 7 Bewußtseinselemente (Sehbewußtsein usw.; § 81) eine solche Bedingung im Sinne des Vorherentstehens (purejata). § 205 (h) Die Anwesenheit- und (i) die Nichtgeschwundensein-Bedingung sind fünffach: zusammenentstehend (sahajata ), vorherentstehend (purejata ), nachherentstehend (pacchajata), stoffliche Nahrung (ahara) oder physische Lebensfähigkeit (indriya). § 206 Alle die 24 Bedingungen lassen sich zusammenfassen in 4 Bedingungen, nämlich in: Objekt (aramma?Ja), Anlaß (upanissaya), Karma (kamma) und Anwesenheit (atthi).

1. Objekt

2. Anlaß, beinhaltend: Angrenzung, Unmittelbarkeit, Abwesenheit, Verschwundensein, Wiederholung 6

3. Karma
4. Anwesenheit, beinhaltend: Wurzel, Vorherrschaft, Gegensei-

tigkeit, Grundlage, Zusammenentstehung, Vorherentstehung, Nachherentstehung, Karmawirkung, Nahrung, Fähigkeit, Vertiefung, Pfad, Verbundensein, U nverbundensein, Nichtge- 16 schwundensein 24

KOMP E NDIUM D ER BEDINGUNGEN

Da nun in Vis. XVII auch Karma als Anlaß (upanissaya) bezeichnet wird, ließen sich demnach alle 24 Bedingungen sogar auf 3 reduzieren: Objekt , Anlaß und Anwesenheit. § 207 Den (oben gebrauchten) Ausdruck 'zusammenentstehende Körperlichkeit' (sahajata-rüpa) hat man in zweierlei Weise zu verstehen: 1. als die während des Lebens mit dem Bewußtsein コ オ ウ 。 ュ ュ ・ ョ ・ セ セ ウ エ ・ ィ ・ ョ 、 ・ @ Körperlichkeit (d.i. körperliche bzw. sprachliche Außerung) oder 2. als die bei der Wiedergeburt (mit dem Bewußtsein) zusammenentstehende Körperlichkeit (d.i. das physische Organ des Denkens ). § 208 Ob den drei Zeiten angehörig oder ob zeitlos, persönlich oder fremd, geschaffen oder ungeschaffen- alle Dinge zerfallen in 3 Arten: Begriffe (paiiiiati), Geistiges (nama ), Körperliches (rüpa), und diese bilden die im Paqhäna gelehrten 24 Bedingungen. Hierbei nun gilt als das Körperliche (rüpa) die Körperlichkeitsgruppe (rüpa-kkhandha). Als das fünffache 'Unkörperliche' oder 'Geistige' (nama) aber werden bezeichnet die als Bewußtsein und Geistesfaktoren geltenden 4 unkörperlichen Gruppen (Gefühl, Wahrnehmung, Geistesformationen, Bewußtsein) und außerdem das Nibbäna. Der dabei übrigbleibende 'Begriff' (paiiiiatti) aber ist von zweierlei Art, insofern er nämlich entweder (a) etwas 'Bekanntgemachtes' (offenbar paiiiiapitatta statt 0 piyatta zu lesen) oder (b) etwas Bekanntmachendes oder Begreiflichmachendes (paiiiiapanato) ist. Di e erste Art wird al s attha-paiiiiatti (Bedeutung), die zw eite als n ii ma-paiiiiatti oder saddao (Name, Wort, Zeichen: nomina rerum) bezeichnet. Die Begriffe (paiiiiatti) § 209 (a) Es gibt da die, aufgrundeiner gewissen Art von Veränderung dieser oder jener Elemente so und so bezeichneten, Begriffe wie 'Erde', 'Berg' usw.; oder die, aufgrund einer gewissen Art der Zusammensetzung verschiedener Bestandteile

AC HTER TEIL

gebildeten, Begriffe wie 'Haus', 'Wagen', 'Karren' usw.; oder die, aufgrundder Umdrehungen des Mondes usw. gebildeten Begriffe wie 'Himmelsrichtung', 'Zeit' usw.; oder die, aufgrund einer gewissen Art von leerem Raum (wörtl. Unberührtheit) gebildeten, Begriffe wie 'Grube', 'Höhle' usw.; oder die, von dieser oder jener elementaren Erscheinung (wie Erde, Wasser usw.) und einem besonderen Grad von Geistesschulung abhängig gebildeten, Begriffe wie 'Kasinabild' (kasi1:za-nimitta; hat nur geistige, nicht körperliche Realität) usw. Obzwar alle derartigen Dinge im höchsten Sinne (paramatthato) keinerlei Wirklichkeit besitzen (die bloß Bewußtsein, Geistesfaktoren und Körperlichkeit zukommt), so werden sie dennoch als eine Art Schatten und als Objekte des Bewußtseins und der Geistesfaktoren, von diesem oder jenem Ding abhängig und dadurch bedingt, zum Gegenstand gemacht, unter dem und dem Namen festgelegt und gezählt, genannt, gebraucht, begreiflich gemacht und daher als Begriffe bezeichnet. Diese nun gelten als Begriffe aus dem Grunde, daß sie etwas Bekanntgemachtes sirid (also als attha-paiiiiatti). § 210 (b) Das aber, was im Sinne des 'Bekanntmachenden' (paiiiiäpanato) als Begriff (d.i. näma-paiiiiatti) gilt, das wird erklärt durch solche Bezeichnungen wie Name, Namengebung usw. Dieser nun aber ist sechsfach: ( 1) realer Begriff (vijjamäna-paiiiiatti, auf etwas wirklich Vorhandenseiendes sich beziehender Begriff), (2) irrealer Begriff (avijjamäna-paiiiiatti), (3) durch realen Begriff bestimmter irrealer Begriff (vijjamänena avijjamäna0 ), (4) durch irrealen Begriff bestimmter realer Begriff (avijjmänena vijjamäna0 ), (5) durch realen Begriff bestimmter realer Begriff (vijjamänena vijjamäna0 ), (6) durch irrealen Begriff bestimmter irrealer Begriff (avijjamänena avijjamäna0 ). (1) Hierbei aber gilt ein Begriff als realer Begriff (vijjamänapaiiiiatti), wenn man dadurch etwas im höchsten Sinne (paramatthato) wirklich Vorhandenseiendes (vijjamäna)

KOMPENDIUM DER BEDINGUNGEN

wie Körperlichkeit, Gefühl usw. damit begreiflich macht. (2) Als irrealer Begriff (avijjamäna-paiiiiatti) aber gilt ein Begriff, wenn man dadurch etwas im höchsten Sinne nicht wirklich Vorhandenseiendes bezeichnet. Durch die verschiedene Kombination beider Begriffe hat man die übrigen 4 Arten der Reihe nach zu verstehen, nämlich: (3) der Sechswissens-Gewaltige, Das 'Sechserwissen' ist, als geistiger Zustand, etwas Reales; 'der Gewaltige' aber ist etwas Irreales, da dadurch ein im höchsten Sinne nicht wirklich bestehendes Wesen angedeutet wird . (4) Frauen-Stimme, 'Frau' ist als Bezeichnung eines 'Wesens' etwas Irreales, 'Stimme' aber, als zur Körperlichkeit gehörend, etwas Reales. (5) Augen-Bewußtsein, Beide Glieder des Kompositums sind reale Begriffe, nämlich Auge, d.i. Sehorgan, als etwas Körperliches, Bewußtsein als etwas Geistiges. (6) König-Sohn. Beide Glieder bezeichnen nicht im höchsten Sinne wirklich vorhandene W esenheiten. § 211 Der Begriff, der, aufgrund des Wortgeräusches im Hörbewußtseinsprozeß entstanden, das Objekt des unmittelbar darauf aufsteigenden Geisttors bildet, durch das die Bedeutung desselben セ イ ォ 。 ョ ョ エ @ wird, dieser Begriff muß betrachtet werden als durch Ubereinkunft der Menschen festgelegt.

NEUNTER TEIL
KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIETE

kammatthäna-sangaha § 212 Nunmehr will ich das zweifache Übungsgebiet zur Entfaltung von Gemütsruhe (samatha) und Hellblick (vipassanä) der Reihe nach erklären.

1. ENTFALTUNG DER GEMÜTSRUHE

(samatha-bhävanä) Im Kompendiufi?.. der Gemütsruhe hat man zu unterscheiden: 7 Gruppen von Ubungsgebieten der Gemütsruhe (zusammen 40), nämlich: 10 Kasinaobjekte (kasi?Ja), 10 Ekelobjekte (asubha), 10 Betrachtungen (anussati), 4 Unermeßlichkeiten (appamafifiä), 1 Wahrnehmung (safifiä), 1 Analyse (vavatthäna ), 4 U nkörperliche Gebiete (äruppä); 6 Menschenarten, nämlich: den Gierig-Gearteten (räga-carita ), den Gehässig-Gearteten (dosa0 ), den Verblendet-Gearteten (moha0 ), den Vertrauensvoll-Gearteten (saddhä 0 ), den Einsichtsvoll-Gearteten (buddhi 0 ), den Vieldenkerisch-Gearteten (vitakka0 ); 3 Geistesentfaltungen, nämlich: Vorbereitende Entfaltung (parikamma-bhävanä), Angrenzende Entfaltung (upacära 0 ), Ekstatische Entfaltung (appanä 0 );

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIETE

3 Geistige Bilder, nämlich: Vorbereitendes Bild (parikamma-nimitta ), Aufgefaßtes Bild (uggaha0 ), Gegenbild (patibhäga0 ). A. Die 40 Übungsgebiete (kamma.t.thäna) § 213 (a) Die 10 Kasinaobjekte sind: Erd- Kasina (pathavi-kasiJJa ), Wasser-Kasina (apo0 ), Feuer- Kasina (tejo 0 ), Wind- Kasina (väyo0 ), Blau-Kasina (n1la0 ), Gelb-Kasina (ptta0 ), Rot- Kasina (lohita0 ), Weiß-Kasina (odäta0 ), Raum-Kasina (äkäsa0 ), Licht-Kasina (äloka0 ). Kasina (vielleicht verwandt mit skr. krtsna 'all, vollständig, gesamt') ist der Name für ein rein äußerliches Verfahren, die Sammlung zu entfalten und die Vertiefungen (jhiina) zu erreichen. Dieses besteht darin, daß man seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf einen sichtbaren Gegenstand (parikamma-nimitta, Vorbereitendes Bild) konzentriert, etwa auf eine bunte Scheibe, einen Fleck Erde, einen Teich u. dgl., bis man schließlich einen geistigen Reflex sowohl bei offenen wie geschlossenen Augen wahrnimmt, das sog. Aufgefaßte Bild (uggaha-nimitta). Indem man nun fortfährt, seine konzentrierte Aufmerksamkeit zu richten, entsteht das klare, unbew egliche Gegenbild (patibhiiga-nimitta), und damit ist die Angrenzende Sammlung (upaciira-samiidhi) erreicht. Indem man nun seine volle Aufmerksamkeit noch immer auf das Objekt gerichtet hält, erreicht man schließlich einen Zustand, wo es kein Sehen und Hören, keine körperlichen Eindrücke mehr gibt und alle Sinnestätigkeit ausgelöscht ist, nämlich den Zustand der ersten Vertiefung (jhiina). In den Sutten wird als das 10. Kasina das Bewußtseinskasina ge nannt. Ausführlich werden diese Übungen behandelt in Vis. IV und V. Vgl. auch L.d.B.

NEUNTER TEIL

§214 (b) Die 10 Ekelobjekte (asubha) sind: eine aufgedunsene Leiche (uddhumätaka), eine blauverfärbte Leiche (vinilaka ), eine eiterbedeckte Leiche (vipubbaka), eine aufgespaltene Leiche (vicchiddaka ), eine angenagte Leiche (vikkhäyitaka ), eine umhergestreute Leiche (vikkhittaka ), eine zerhackte und umhergestreute Leiche (hata-vikkhittaka ), eine blutende Leiche (lohitaka ), eine würmerbedeckte Leiche (pu!avaka), ein Knochengerippe (atthika). Eine ausführliche Beschreibung dieser Übungen findet sich in Vis. VI. § 215 (c) Die 10 Betrachtungen (anussati) sind: Betrachtung über den Erleuchteten (buddhanussati), Betrachtung über die Lehre (dhamma0 ), Betrachtung über die Jüngerschaft (sangha0 ), Betrachtung über die Sittlichkeit (sila0 ), Betrachtung über die Freigebigkeit (cäga0 ), Betrachtung über die Himmelswesen (devatä 0 ), Betrachtung über den Frieden (upasama0 ), Betrachtung über den Tod (mara7J.a0 ), Betrachtung über den Körper (käyagatä-sati), Betrachtung über Ein-und-Ausatmung (änapäna-sati). Eine ausführliche Beschreibung dieser Übungen findet sich in Vis.

VII-VIII.

§ 216 (d) Die Unermeßlichkeiten (appamaiiiiä), auch 'Göttliche Zustände' (brahmä-vihära) genannt, sind: Güte (mettä), Mitleid (karu7J.ä), Mitfreude (muditä), Gleichmut (upekkhä). Eine ausführliche Beschreibung dieser Übungen findet sich in Vis. IX.

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIETE

(e) Die 1 Wahrnehmung (saiiiiä) ist: die Wahrnehmung des Ekels der Nahrung (ähäre pa.tikküla-saiiiiä). Ausführlich beschrieben in Vis. IX, 1. (f) Die 1 Analyse ist: die Analyse der 4 Elemente. Ausführlich beschrieben in Vis. XI, 2. (g) Die 4 Unkörperlichen Gebiete (äruppä) sind: Raumunendlichkeitsgebiet (äkäsanaiicayatana ), Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet (viiiiiär:zaiicayatana ), Nichtsheitgebiet (äkiiicaiiiiayatana ), Weder-Wahrnehmung- Noch- Nichtwahrnehmungsgebiet (nevasaiiiiänasaiiiiayatana ). Ausführlich beschrieben in Vis. X. In der d セ ⦅ イ ウ エ ・ ャ ャ オ ョ ァ @ von der Entfaltung der Gemütsruhe gibt es diese 40 Ubungsobjekte. Über die 40 Übungsobjekte vgl. auch L.d.B. B. Für die 6 Menschenarten (carita) geeignete Übungen § 217 Was nun die verschiedenen Menschenarten anbetrifft, so eignen sich die 10 Ekelobjekte und die als Betrachtung des Körpers geltende Erwägung der (32) Körperteile für den Gieriggearteten, die 4 Unermeßlichkeiten und die 4 Farbenkasinas für den Gehässiggearteten, Ein- und Ausatmung für den Verblendetgearteten und den Vieldenkerischgearteten, die 6 ersten Betrachtungen für den V ertrauensvollgearteten, die Betrachtung über den Tod und den Frieden sowie die Wahrnehmung des Ekels der Nahrung und die Analyse N セ ・ イ @ 4 Elemente für den Einsichtsvollgearteten. Alle übrigen Ubungsgebiete aber eignen sich für alle.

N E UNT ER T E IL Hierbei ist von den Kasinascheiben eine große geeignet für den Verblendetgearteten, eine kleine für den Vieldenkerischgearteten. Ausführliches hierüber s. Vi s. III .

C. Erreichung der 3 Grade der Entfaltung der Sammlung

(samädhi-bhävanä) § 218 (a) Was die} Grade der Geistesentfaltung anbetrifft, so wird bei allen Ubungen die Vorbereitende Geistesentfaltung (parikamma-bhävanä) erreicht. (b) Bei den ersten 8 Betrachtungen, der Wahrnehmung des Ekels 、 ・ セ N @ Nahrung und der Analyse der 4 Elemente, bei diesen 10 Ubungen mag die Angrenzende Geistesentfaltung (upacära-bhävanä) zustande kommen, nicht die Ekstatische. (c) Bei den übrigen 30 Übungsgebieten aber mag die Ekstatische Geistesentfaltung (appanä-bhävanä) eintreten. Unter den letzteren mögen die 10 Kasinas sowie Ein- und Ausatmung die 5 Vertiefungen herbeiführen, die 10 Ekelbetrachtungen und die Körperbetrachtung aber bloß eine Vertiefung; Güte, Mitleid und Mitfreude die 4 Vertiefungen, Gleichmut jedoch die 5 Vertiefungen. Somit gibt es 26, die Vertiefungen der f ・ N セ ョ ォ ￶ イ ー ・ イ ャ ゥ 」 ィ ・ ョ @ Sphäre (rüpavacara-jjhäna) herbeiführende Ubungsgebiete. Die 4 U nkörperlichen Gebiete aber gelten als die Vertiefungen der Unkörperlichen Sphäre (arüpavacara-jjhäna). Ausführliches hierüber s. Vis. IV. D. Die Erreichung der 3 Geistigen Bilder (nimitta) § 219 Von den 3 Geistigen Bildern aber mag man in jedem Fall, den Umständen entsprechend, der Reihe nach das Vorbereitende Bild (parikamma-nimitta) und das Aufgefaßte Bild (uggahanimitta) erreichen. Das Gegenbild (patibhäga-nimitta) mag

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIETE

bei den Kasinaübungen, den Ekelübungen, der Betrachtung der Körperteile und der Ein- und Ausatmung eintreten. Hierbei nämlich tritt aufgrund des Gegenbildes sowohl die Angrenzende als auch die Ekstatische Sammlung (appanä-samädhi) auf. Und in welcher Weise? Wenn der Anfänger seine Aufmerksamkeit auf eine runde Erdscheibe oder ein anderes Objekt heftet, so nennt man dieses Objekt das Vorbereitende Bild (parikamma-nimitta). Sobald aber dieses Bild fest im Geist aufgefaßt und in den Bereich des Geisttores eingetreten ist und man es gleichsam mit den Augen zu sehen meint, so gilt dieses Objekt als das Aufgefaßte Bild (uggaha-nimitta ); die Geistesentfaltung aber festigt sich in der Sammlung. Wenn aber hierauf in dem so Gesammelten, während er hinsichtlich dieses aufgefaßten Bildes mit Hilfe der Vorbereitenden Sammlung der Geistesentfaltung hingegeben ist, das jenem genau entsprechende, aber von den Hemmungen befreite und als bloß geistiges Phänomen geltende, geistgezeugte Objekt ganz im Geist eingedrungen und gefestigt ist, so erklärt man das Gegenbild (patibhäga-nimitta) als entstanden. Von da ab nun gilt die von den Hemmungen freie, als die der Sinnessphäre angehörende Sammlung (kämavacara-samädhi) geltende, Angrenzende Entfaltung (upacära-bhävanä) als erwirkt. Ausführliches hierüber s. Vis. IV. E. Die Vertiefungen der Feinkörperlichen Sphäre (rüpavacara-jjhäna) § 220 Wer darauf eben jenes Gegenbild vermittels der Angrenzenden Sammlung (upacära-samädhi) gründlich übt, in dem festigt sich vollkommen die 1. Vertiefung der Feinkörperlichen Sphäre. Hat er nun eben diese 1. Vertiefung in fünffacher Meisterschaft gemeistert - nämlich in Meisterschaft im Hinwenden der Achtsamkeit darauf, im Eintreten darin, im Entschluß, im Heraustreten daraus und in Selbstprüfung -, so treten nach

N E UNT ER T EIL

Überwindung der gröberen Vertiefungsglieder, wie Gedankenfassung usw., und durch Aufsteigen der subtilen Glieder, wie Diskursives Denken usw., in dem sich Anstrengenden der Reihe nach die übrigen Vertiefungen den Umständen gemäß auf. .. Auf diese Weise mag also bei den (oben genannten) 22 Ubungsgebieten, wie Kasinas usw., das Gegenbild erreicht werden. Unter den übrigen (18) sind die 4 Unermeßlichkeiten (Güte usw.) abhängig von dem Begriff 'Wesen '. Ausführliches hierüber s. Vi s. IV. F. Erreichung der 4 Unkörperlichen Gebiete (äruppä) § 221 Wer nun irgendeines der Kasinas, ausgenommen das Raumkasina, aufhebt und den dadurch entstandenen leeren Raum als etwas Unendliches zum vorbereitenden Objekt nimmt, dem steigt das 1. Unkörperliche Gebiet auf (d.i. das Raumunendlichkeitsgebiet: äkiisanaiicayatana ). Indem er aber das Bewußtsein des 1. Unkörperlichen Gebietes als etwas Unendliches zum vorbereitenden Objekt nimmt, steigt ihm das 2. Unkörperliche Gebiet auf (d.i. das Bewuß tseinsunendlichkei tsgebiet: viiiiiä?Jaiicayatana) . Indem er nun aber den Bewußtseinszustand eben jenes 2. Unkörperlichen Gebietes, in dem Gedanken: ' Nichts ist da!', zum vorbereitenden Objekt nimmt, steigt ihm das 3. Unkörperliche Gebiet auf (d.i. das Nichtsheitgebiet: äkiiicaiiiiayatana ). Indem er sodann das 3. Unkörperliche Gebiet, in dem Gedanken: 'Dies ist der Frieden, dies das Erhabene!', zum vorbereitenden Objekt nimmt, steigt ihm das 4. Unkörperliche Gebiet auf (d.i. das Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmungsgebiet: nevasaiiiiänasaiiiiayatana).

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIET E

G. Erreichung der Angrenzenden Sammlung (upacära-samädhi) § 222 Wer von den übrigen 10 Übungsgebieten (d. s. die 8 ersten Betrachtungen, die Wahrnehmung des Ekels der Nahrung und die Analyse der 4 Elemente) die Betrachtung der Tugenden eines Erleuchteten usw. zum vorbereitenden Objekt nimmt, in dem ョ ゥ ュ ュ エ L ⦅ セ ッ 「 。 ャ 、 @ das Geistige Bild gut aufgefaßt ist, die vorbereitende Ubung an Sammlung zu, und die Angrenzende Sammlung (upacära-samädhi) tritt ein. H. Erreichung der 5 Höheren Geisteskräfte (abhiiiiiä) § 223 Nachdem man aus der, die Grundlage zu den Höheren Geisteskräften bildenden, 5. Vertiefung herausgetreten ist und sich auf seinen Entschluß konzentriert hat, nimmt man die zwecks der Höheren Geisteskräfte fortwirkende 5. Vertiefung der Feinkörperlichen Sphäre zum vorbereitenden Objekt, und dabei entsteht eines von den sichtbaren oder anderen Objekten, je nach den Umständen. Fünf Arten höherer Geisteskräfte gibt es: die magischen Kräfte, das Himmlische Ohr, die Durchdringung der Gedanken anderer, Erinnerung an frühere Daseinsformen und das Himmlische Auge. Die hier genannten 5 Höheren Geisteskräfte gelten als weltlich (lokiya), während die sechste, hier nicht genannte, überweltliche (lokuttara) Geisteskraft in der Triebversiegung (äsava-kkhaya) des Heiligen besteht. Eine ausführliche Beschreibung der 5 Geisteskräfte gibt Vis. XII-

XIII.
NEUNTER TEIL
2. ENTFALTUNG DES HELLBLICKS

(vipassanä-bhävanä) § 224 Auf dem Übungsgebiet des Hellblicks hat man zu unterscheiden: die 7 Stufen der Reinheit (satta-visuddhi), (1) Reinheit der Sittlichkeit (szla-visuddhi), (2) Reinheit des Geistes (citta0 ), (3) Reinheit der Erkenntnis (ditthi 0 ), (4) Reinheit der Zweifelentrinnung (kankhävitarar;a0 ), (5) Reinheit des Erkenntnisblicks mit Hinsicht auf Pfad und Nichtpfad (maggamagga-iiär;adassana0 ), (6) Reinheit des Erkenntnisblicks mit Hinsicht auf den Fortschritt (pa_tipadä-iiär;adassana0 ), (7) Reinheit des Erkenntnisblicks (iiär;adassana0 ); § 225 die 3 Merkmale (lakkhar;a ), das Merkmal Vergänglichkeit (anicca-lakkhar;a ), das Merkmal Leiden (dukkha0 ), das Merkmal Unpersönlichkeit (anatta0 ); § 226 die 3 Betrachtungen (anupassanä), Betrachtung der Vergänglichkeit (aniccanupassanä), Betrachtung des Leidens (dukkha0 ), Betrachtung der Unpersönlichkeit (anatta0 ); § 227 die 10 Hellblickerkenntnisse (vipassanä-iiär;a ), 1. Untersuchende Erkenntnis (sammasana-iiär;a),

2. Erkenntnis des Entstehens und Hinschwindens

(udayabbaya0 ), 3. Erkenntnis der Auflösung (bhanga0 ), 4. Erkenntnis des Schreckens (bhaya0 ),

5. Erkenntnis des Elends (ädznava0

), 6. Erkenntnis der Abwendung (nibbidä 0 ), 7. im Erlösungswunsch bestehende Erkenntnis (muccita-kamyatä 0 ), 8. im Nachdenken bestehende Erkenntnis (pa .tisankhä0 ), 9. im Gleichmut hinsichtlich der Gebilde bestehend e Erkenntnis (sankhärupekkha0 ), 10. Anpassungserkenntnis (anuloma0 );

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBIETE

§ 228 die dreifache Erlösung (vimokkha ), Leerheitserlösung (suiiiiata-vimokkha ), Merkmallose Erlösung (animitta0 ), Wunschlose Erlösung (apa?Jihita0 ); § 229 die 3 Tore der Erlösung (vimokkha-mukha ), Leerheitsbetrachtung (suiiiiatanupassanä), Merkmallosigkeitsbetrachtung (animitta0 ), Wunschlosigkeitsbetrachtung (apa?Jihita0 ). A. Die 7 Stufen der Reinheit (satta-visuddhi; s. B.Wtb.) § 230 (1) Reinheit der Sittlichkeit (sila-visuddhi) Als solche gilt die vierfache lautere Sittlichkeit (catu-pärisuddhi-sila): Zügelung in der Ordenssatzung (pätimokkha-samvara), Sinneszügelung (indriya-samvara ), Lauterkeit des Lebenserwerbs (äjiva-pärisuddhi), Sittlichkeit mit Hinsicht auf die Bedarfsgegenstände (paccaya-sannissita-sila ). Ausführlich beschrieben in Vis. I. § 231 (2) Reinheit des Geistes (citta-visuddhi) Als solche gelten die 2 Grade der Sammlung (samädhi). Diese sind die Angrenzende Sammlung (upaäira-samadhi) und die Ekstatische Sammlung (appana-samadhi) der Vertiefungen. Ausführlich in Vis. IV ff. § 232 (3) Reinheit der Erkenntnis (ditthi-visuddhi) Als solche gilt die Erfassung des Geistigen und k ￶ セ ー ・ イ ャ ゥ 」 ィ ・ ョ @ (näma-riipa) mit Hinsicht auf Merkmale, Wesen, Außerung und Grundlage. "Als Reinheit der Erkenntnis gilt das der Wahrheit gemäße Erkennen des Geistigen und Körperlichen, ... jenes auf dem Boden der Unverblendung ruhende wahrheitsgemäße Erken-

NEUNTER TEIL

nen, das auf vielerlei Weise das Geistige und Körperliche feststellt und den Glauben an eine Persönlichkeit überwunden hat." (Vis. XVIII) Ausführlich in Vis. XVIII . § 233 ( 4) Reinheit der Zweifelentrinnung (kankhä-vitaratJ.a-visuddhi) Als solche gilt die Erfassung der Bedingungen für eben jene geistigen und körperlichen Dinge. Ausführlich in Vis. XIX. § 234 (5) Reinheit des Erkenntnisblicks mit Hinsicht auf Pfad und Nichtpfad (maggamagga-iiätJ.adassana-visuddhi) Als solche gilt das Feststellen der Merkmale des Pfades und Nichtpfades beim Untersuchen der 10 Hellblicktrübungen (eig. Anlässe dazu), wie des Lichtglanzes usw. Während man nämlich die so erfaßten vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Gebilde der 3 Daseinsebenen samt ihren Bedingungen nach Daseinsgruppen usw. in Gruppen geordnet zusammenfaßt und dabei vermittels der untersuchenden Erkenntnis nach Zeitperioden, Kontinuität oder Augenblick die 3 Daseinsmerkmale erwägt, und zwar die Vergänglichkeit im Sinne von Auflösung, das Leiden im Sinne von Schrecken, das Unpersönliche im Sinne von etwas Wesenlosem, und bei eben jenen Gebilden vermittels der Erkenntnis des Entstehens und Hinschwindens mit Rücksicht auf Bedingung und Augenblick das Entstehen und Hinschwinden betrachtet, zu einer solchen Zeit entstehen in einem jene 10 Hellblicktrübungen, nämlich: Lichtglanz (obhäsa, Aura), Verzückung, Frieden, Entschlossenheit, Kraft, Glücksgefühl, Erkenntnis, Geistesgegenwärtigsein, Gleichmut und Lust. Ausführlich beschrieben in Vis. XX. § 235 (6) Reinheit des Erkenntnisblicks mit Hinsicht auf Fortschritt (patipadä-iiätJ.adassana-visuddhi) Als solche gelten die 9 Hellblickwissen (s. oben: 10 Hellblickwissen [2-10]), die ein solcher besitzt, der von jenen 10 hem-

KOMPENDIUM DER ÜBUNGSGEBI E TE

menden Hellblicktrübungen befreit ist und von der Erkenntnis des Entstehens und Hinschwindens ab bis zur Anpassungserkenntnis in der Reihe der Hellblickerkenntnisse fortschreitend die 3 Daseinsmerkmale betrachtet. Ausführlich beschrieben in Vis. XXI. § 236 (7) Reinheit des Erkenntnisblicks (iiä?Jadassana-visuddhi) Wer aber so fortschreitet, in dem kommt es aufgrund seiner Hellblicksreife, in dem Gedanken 'Jetzt wird die Erfüllung eintreten!', nach Durchbrechen des Unterbewußtseins, unmittelbar nach dem Aufmerken auf das Geisttor, zum Aufblitzen von 2 oder 3 Hellblickmomenten, die die Vergänglichkeit oder irgendein anderes Daseinsmerkmal zum Objekt haben und als Vorbereitung (parikamma ), Angrenzung (upacära) und Anpassung (anuloma) bezeichnet werden. Dieser den Gipfel erreicht habende Gleichmut hinsichtlich der Gebilde (sankhärupekkhä) wird, zusammen mit der Anpassungserkenntnis, als zum Aufstieg (Pfad) führende Erkenntnis bezeichnet. Danach aber entsteht der Reifemoment (gotrabhu-citta), indem dieser, mit Nibbäna als Objekt, die Klasse der Weltlinge überwindet und die Klasse der Edlen erreicht. Unmittelbar darauf aber tritt das Pfadbewußtsein in den Erreichungsprozeß ein, indem es die Leidenswahrheit (der 5 Daseinsgruppen) durchdringt, die Entstehungswahrheit (Begehren) überwindet, die Erlöschungswahrheit (Nibbäna) verwirklicht und die Pfadwahrheit (den Achtfachen Pfad) zur vollen Entfaltung bringt. Dann blitzen 2 oder 3 Fruchtmomente (Impulsivmomente) auf und schwinden alsbald wieder. Hierauf findet das Versinken im Unterbewußtsein statt. Von neuem aber wieder das Unterbewußtsein durchbrechend, treten die Rückblickerkenntnisse auf, und der Weise blickt zurück auf (das von ihm Verwirklichte, nämlich:) Pfad, Frucht und Nibbäna. Über die geschwundenen und die noch übrigen Leidenschaften aber mag er nachdenken oder nicht. Der durch die 6 Stufen der Reinheit zu entfaltende vierfache Pfad (des Stromeintritts usw.) aber gilt als die Reinheit des Erkenntnisblicks .

NEUNTER TEIL

"Als Reinheit des Erkenntnisblicks gilt die mit irgendeinem der 4 Pfade des Stromeintritts, der Einmalwiederkehr, Niewiederkehr oder Heiligkeit verbundene Erkenntnis." (Vis . XXII) Ausführlich beschrieben in Vis . XXII. B. Die 3 Tore der Erlösung § 237 (a) Als das Erlösungstor der Leerheitsbetrachtung (suiiiiatä-vimokkha-mukha) gilt hier die, von allem Haften an der Persönlichkeitsidee befreiende, Betrachtung der Leerheit (aller Daseinsphänomene). (b) Als das Erlösungstor der Merkmallosen Betrachtung (animitta-vimokkha-mukha) gilt die, von allen geistigen V erdrehtheiten (Ewigkeitsidee, Persönlichkeitsidee usw.) befreiende, Betrachtung der Vergänglichkeit. (c) Als das Erlösungstor der Wunschlosigkeitsbetrachtung (apar;ihita-vimokkha-mukha) gilt die, von allem Begehren und V erlangen befreiende, Betrachtung des Leidens.

C. Die dreifache Erlösung

§ 238 (a) Wenn also der zum Aufstieg (Pfad) führende Hellblick die Dinge als unpersönlich (anattä) erkennt, so gilt der Pfad als die Leerheitserlösung (suiiiiata-vimokkha ). (b) Wenn er die Dinge als vergänglich (anicca) erkennt, gilt er als die Bedingungslose Erlösung (animitta-vimokkha). (c) Wenn er die Dinge als Leiden (dukkha) erkennt, gilt er als die Wunschlose Erlösung (apar;ihita-vimokkha) . Somit erhält der Pfad aufgrund seiner Entstehung durch den Hellblick diese 3 Namen. Ebenso erhält die Frucht (phala) aufgrund der durch den Pfad entstandenen Entfaltung die 3 Namen im Pfadprozeß. Im vollen f イ オ 」 ィ エ ー イ ッ コ セ ￟ @ aber wird bei den in oben besprochener Weise Hellblick Ubenden jedesmal die entsprechende Frucht, sobald sie aufsteigt, eben aufgrund ihrer Entstehung durch den Hellblick, als Leerheitserlösung usw. bezeichnet. Aufgrund ihrer Objekte und ihres gemeinsamen Wesens jedoch gelten überall und für alle diese 3 Namen in gleicher Weise.

KOMP E NDIUM D ER ÜBUNGSGEBI E TE Üb er B und C ausführlich Vis. XXI. D. Die 4 überweltlichen Pfade § 239 (1) Nach e ョ エ ヲ 。 ャ エ セ ョ ァ @ des Pfades des Stromeintritts (sotapatti-magga) und der Uberwindung von Ansichten und Zweifelsucht aber gilt man als Stromeingetretener (sotapanna ), der dem Rückfall in die niederen Welten entronnen ist und höchstens noch siebenmal wiedergeboren wird. (2) Nach Entfaltung des Pfades der Einmalwiederkehr (sakadägämi-magga) und äußerster Abschwächung von Gier, Haß und Verblendung gilt man als Einmalwiederkehrender (sakadägämt), der nur noch einmal zu dieser (Sinnes-) Welt zurückkehrt. (3) Nach Entfaltung des N セ ヲ 。 、 ・ ウ @ der Niewiederkehr (anägä1!!-i-magga) und restloser Uberwindung von Sinneslust und Ubelwollen gilt man als Niewiederkehrender (anägämt), der niemals mehr zu dieser Welt zurückkehrt. (4) Nach Entfaltufl:g des Pfades der Heiligkeit (arahattamagga) und restloser Uberwindung aller geistigen Unreinheiten gilt man als Heiliger, als Triebversiegter, als der in der Welt der höchsten Opfer Würdige. Der (wiederholte) Eintritt in den Fruchtzustand steht allen in jedesmaliger Übereinstimmung mit der (vorher verwirklichten) eigenen Frucht überall offen. Ausführlich in Vis. XXII. E. Der Erlöschungszustand § 240 D er Eintritt in den Erlöschungszustand (nirodha-samäpatti) aber ist bloß den (die 9 Vertiefungszustände erreicht habend en) Niewiederkehrenden und Heiligen möglich. Ein solcher tritt z uerst in den übernormalen Zustand jeder der 5 Vertie fungen der Reihe nach ein ; und jedesmal erhebt er sich wieder daraus, indem er dabei die in der betreffenden Vertiefung vorhanden gewesenen Gebilde hier und da mit Hellblick betrachtet. So schreitet er fort bis zum Nichtsheitgebiet. Dann verricht et er seine vorher zu erfüll e nden Pflichten, wie das Fassen

NEUNTER TEIL

seiner Entschlüsse usw., und tritt darauf in das Weder- Wahrnehmung-Noch- Nichtwahrnehmungsgebiet ein, und nach 2 der Erreichung (dieses Vertiefungszustandes) angehörenden Impulsivmomenten bricht die Bewußtseinskontinuität ab. Darauf gilt er als in den Erlöschungszustand eingetreten. Beim Heraustreten aus diesem Zustand aber steigt dem Niewiederkehrenden die Frucht der Niewiederkehr, dem Heiligen die Frucht der Heiligkeit auf, und zwar bloß einmal, und darauf findet das Versinken im Unterbewußtsein statt. Darauf tritt die Rückblickerkenntnis in Tätigkeit. Ausführlich in Vis. XXIII .

EPILOG

Diese Abhandlung - die aus Mitgefühl für andere auf Ansuchen von Namba, einem kultivierten Menschen aus erstklassiger Familie, voll Vertrauen und im Besitz von lauterer Tugend angefertigt wurde- ist nun vollständig. Mögen die genügsamen Mönche, die durch Weisheit geläutert sind und die durch Tugendhaftigkeit glänzen, durch diese verdienstvolle Arbeit bis an das Ende der Welt sich an das berühmte Mulasoma-Kloster erinnern, eine lobenswerte Verweilungsstätte zum Ansammeln verdienstvoller Resultate und für ihr eigenes Glück.

NyÂÒATILOKA MAHÂTHeRA Der ehrw. Nyâòatiloka Mahâthera (1878–1957) war der erste deutsche buddhistische Mönch der Theravâda-Tradition. Bereits in seiner Jugend entwickelte er ein reges Interesse am Buddhismus und begab sich nach Asien, um in den buddhistischen Orden einzutreten. Im Jahre 1903 wurde er in Burma ordiniert. Den größten Teil seines Mönchslebens verbrachte er in Sri Lanka, wo er die Island Hermitage, ein Kloster für westliche Mönche, gründete. Der ehrw. Nyâòatiloka war Autor zahlreicher buddhistischer Schriften und übersetze erstmalig aus dem Pâli-Kanon ins Deutsche. er starb 1957 in Colombo und wurde durch ein Staatsbegräbnis geehrt. WeITeRe WeRKe NyÂÒATILOKAS IN DeUTSCHeR SPRACHe Buddhistisches Wörterbuch. Kurzgefaßtes Handbuch der buddhistischen Lehren und Begriffe in alphabetischer Anordnung. Von Nyâòatiloka . Vierte Auflage, herausgegeben von Nyâòaponika. Verlag Beyerlein-Steinschulte, Stammbach, 280 S. Das Wort des Buddha. eine systematische Übersicht über die Lehre des Buddha in seinen eigenen Worten. Ausgewählt, übersetzt und erläutert von Nyâòatiloka. Fünfte Auflage, herausgegeben von Nyâòaponika. Verlag Beyerlein-Steinschulte, Stammbach, 118 S. Der Weg zur Erlösung. In Worten der buddhistischen Urschriften. Ausgewählt, übersetzt und erläutert von Nyâòatiloka. zweite, revidierte Auflage, herausgegeben von Nyâòaponika. Verlag BeyerleinSteinschulte, Stammbach, 268 S. Der Weg zur Reinheit – Visuddhi-Magga. Die größte und älteste systematische Darstellung des Buddhismus. Aus dem Pâli übersetzt von Nyâòatiloka Mahâthera. Achte Auflage (unveränderter Nachdruck der 3., revidierten Auflage). Theravâda-Netz innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union, München, 981 S.

Dhammapada. Des Buddhas Weg zur Weisheit und Kommentar. Pâlitext, wörtliche metrische Übersetzung und Kommentar zu der ältesten buddhistischen Spruchsammlung von Nyâòatiloka. Jhana Verlag, Uttenbühl, 372 S. – vergriffen. Die Lehrreden des Buddha aus der Angereihten Sammlung (AíguttaraNikâya). Aus dem Pâlikanon übersetzt von Nyâòatiloka Mahâthera, überarbeitet vom ehrwürdigen Nyâòaponika. Verlag Beyerlein-Steinschulte, Stammbach, 1350 S. Führer durch den Abhidhamma-Piúaka. Nyâòatiloka. Michael zeh Verlag, Berlin, 178 S. Grundlagen des Buddhismus. Vier Vorträge des ehrw. Nyâòatiloka Mahâthera. Jhana Verlag, Uttenbühl, 152 S. – vergriffen. Milindapañha: Die Fragen des Königs Milinda. zwiegespräche zwischen einem Griechenkönig und einem buddhistischen Mönch. Aus dem Pâli übersetzt von Nyâòatiloka. Neuausgabe, Jhana Verlag, Uttenbühl. Kleine systematische Pâli-Grammatik. Von Nyâòatiloka Mahâthera. Revidierte Version der Ausgabe von 1910. Theravâda-Netz innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union, München, 131 S. – vergriffen.

ABHIDHAMMA-FÖRDERVEREIN E. V.

http://www.verein.abhidhamma.de e-Mail: verein@abhidhamma.de Der Abhidhamma ist eine Systematisierung der buddhistischen Lehre, der buddhistischen Philosophie und Psychologie. Alle geistigen und körperlich-materiellen Prozesse werden mit Hilfe der „letztendlich erfahrbarer Realitäten“ (dhammas) erklärt und in einen logischen, nachvollziehbaren und praktisch anwendbaren Ursache-Wirkungszusammenhang gebracht. Das tiefe und verinnerlichte Verständnis dieser Sicht der Wirklichkeiten führt uns zur Überwindung von Leiden, zu einer befreiten Anschauung der Wirklichkeit … zIeLe ziel des Vereins ist es, die Philosophie und Psychologie des Buddhismus (Theravâda-Abhidhamma) in Theorie und Praxis im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen, zu fördern und zu vertiefen. Dieses ziel wird verwirklicht insbesondere durch:

1. Übersetzungen der Abhidhamma-Originalwerke, der klassi-

schen Kommentare und von neuzeitlichen Büchern und Texten in die deutsche Sprache

2. Verfassung neuer Schriften und Präsentationen direkt in deut-

scher Sprache, Publikationen als Print-Medien oder elektronisch aufbereitet 3. Pflege und Ausbau von Abhidhamma-Websites, derzeit www. abhidhamma.de

4. Auskunft und Kontaktstelle für Fragen zum Abhidhamma
5. Pflege des wissenschaftlichen Austausches mit Abhidhamma-

Lehrern und -Organisationen

6. Organisation von Abhidhamma-Kursen, -Vorträgen und Me-

ditations-Veranstaltungen (Retreats) auf der Grundlage des Abhidhamma sowie deren Bewerbung 7. Gewinnung von qualifizierten Abhidhamma-Lehrern, z. B. auch aus Myanmar, als Referenten für Veranstaltungen in Deutschland

8. Finanzielle Unterstützung oder Auszeichnung von Personen, die sich für den Abhidhamma in Deutschland engagieren, mit nachweislich qualifizierter Ausbildung und mehrjährigen erfahrungen im Abhidhamma 9. Unterstützung von Organisationen, Vereinen oder Stiftungen, die den Abhidhamma unterstützen. PROJeKTe Der Abhidhamma-Förderverein unterstützt bereits laufende Projekte. Dazu gehören: 1. Kurse zum Abhidhamma: • Kurse mit Ayya Agganyani in Deutschland • Kurse mit U Nandamala in Myanmar

2. Aufsätze über Abhidhamma

3. Charts bzw. Tabellen über Abhidhamma

4. Audios über Abhidhamma

5. die deutsche Web-Seite http://www.abhidhamma.de (Ayya Agganyani) 6. die englische Web-Seite http://www.abhidhamma.com (Ayya Agganyani)

7. Online-Version Abhidhammattha-saígaha von Nyâòatiloka

mit neuen Tabellen u. Grafiken SPeNDeN Wenn Sie diese Arbeit unterstützen wollen, können Sie auf das folgende Konto des Abhidhamma-Fördervereins e.V. spenden: Bankverbindung des Abhidhamma-Fördervereins e. V.: Abhidhamma-Förderverein e. V. GLS-Bank München IBAN De85 4306 0967 8221 2145 00 BIC GeNO De M 1 GLS

VORSCHAU

TIeFeR SCHAUeN UND VeRSTeHeN DIe eRKeNNTNISWeLT DeS BUDDHA

Teil I. Analyse der Wirklichkeiten

AGGANyANI Grundlegende Abhandlungen zum Abhidhamma mit vielen Tabellen und Diagrammen zur Veranschaulichung. Inhalt: Abhidhamma – Buddhistische Philosophie, Psychologie und erfahrungslehre Grundlagen des Abhidhamma und wie unser Geist funktioniert Bewusstsein aus buddhistischer Sicht Geistesfaktoren, Begleiter des Bewusstseins Moha – Der Geisteszustand von Verblendung oder Unwissenheit Die emotion „Angst“ in der buddhistischen Psychologie Rûpa – Materie oder physikalische Phänomene einteilung der Phänomene in Kategorien und Gruppen Dukkha-Gefühl und universelle dukkha-Natur Nibbâna entgegenreifen Glossar wichtiger Begriffe erscheinungstermin: Anfang 2015 TIeFeR SCHAUeN UND VeRSTeHeN DIe eRKeNNTNISWeLT DeS BUDDHA

Teil II. Beziehungen der Wirklichkeiten

Inhaltliche Schwerpunkte: Paúiccasamuppâda – Bedingtes entstehen Paúúhâna – Bedingungszusammenhänge Vîthi – Geistesprozesse Voraussichtliche Veröffentlichung 2016

Sinnensphäre Feinkörperliehe Sphäre (Vertief.) Unkörperliehe Sphäre Oberweltlich Karmisch heilsam (kusala) (Imp.) 1. freud., mit Wissen, unvorb. 2. freud., mit Wissen, vorb. 3. freud., ohne Wissen, unvorb. 4. freud., ohne Wissen, vorb. 5. indiff., mit Wissen, unvorb. 6. indiff.; mit Wissen, vorb. 7. indiff., ohne Wissen, unvorb. 8. indiff., ohne Wissen, vorb. 9. Gedankenfassung, Diskurs. Denken, Verzückung, Freude, Sammlung 10. Diskurs. Denken, Verzückung, Freude, Sammlung

11. Verzückung, Freude, Sammlung
12. Freude, Sammlung (Imp.)
13. Gleichmut, Sammlung
14. Raumunendlichkeitsgebiet
15. Bewußtseinsunendlichkeitsgebiet

·16. Nichtsheitsgebiet (Imp.)

17. Weder-Wahmehmung-Noch-

Nichtwahmehmungsgebiet

18. Pfadmoment (Imp.)

Pfadmoment des Stromeintritts 19. Pfadmoment d. Einmalwiederkehr

20. Pfadmoment der Niewiederkehr
21. Pfadmoment der Arahatschaft
(I) BEWUSSTSEINS-GRUPPE

Karmisch unheilsam (akusala) in Gier (lobha) wurzelnd: 22. freud., mit Ansicht, unvorb. 23. freud., mit Ansicht, vorb. 24. freud., ohne Ansicht, unvorb. 25. freud., ohne Ansicht, vorb. 26. indiff., mit Ansicht, unvorb. 27. indiff., mit Ansicht, vorb. 28. indiff., ohne Ansicht, unvorb. 29. indiff., ohne Ansicht, vorb. in Haß (dosa) wurzelnd: 30. traurig, mit Groll, unvorb. 31. traurig, mit Groll, vorb. in Verblendung (moha) wurzelnd: (Imp.) 32. indiff., mit Zweifel 33. indiff., mit Aufgeregtheit Karmisch neutral (avyäkata) (a) karmagewirkt (vipäka) I (b) funktionell (kiriya) Wirkg. heils. Karmas (mit angen. Objekt) 34.-38. Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, (wohlig.) Körperbewußtsein

39. Geist-Element: mano-dhätu (Rez.)

40. freud. Geistbewußts. Element: manovififiär.r.a-dhätu (Pr. Reg.) 41. indiff. Geistbew. BI. (Pr. Reg.

W.U.T.)

42.-49. = 1 bis 8 (W. U. T. Reg.) Wirkg. unheils. Karmas mit unang. Objekt) 50.-54. Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, (wehes) Körperbewußtsein

55. Geist-Element: mano-dhätu (Rez.)
56. Geistbewußtseins-Element

(W. U. T. Pr. Reg.) 58. = 9 bis 13 (W. U. T.) 63. = 14 bis 17 (W. U. T.)

66. Fruchtmoment des Stromeintritts
67. Fruchtmoment der Einmalwieder-

kehr

68. Fruchtmoment der Niewiederkehr
69. Fruchtmoment der Arahatschaft

(Imp.) 70. Geist-Eiern. (Aufm.: 5Pf.) 71. Geist-Bewußts.-Elem. (Feststell.; Aufm.: GPf.) 72. freud. Geistbewußtseins-Element (lmp.) 73.-80. = 1 bis 8 (lmp.) 82. = 9 bis 13 (Imp.) 87. = 14 bis 17 (Imp.) Bloß lffi Arahat Abkürzungen: W.: im Wiedergeburtsmoment (patisandhi) ; U.: im Unterbewußtsein (bhavanga); T.: im Todesmoment (cuti); Aufm.: aufmerkend (ävajjana); Rez.: rezipierend (sampaticchana); Pr.: prüfend (santirana); Festst.: feststellend (votthapana); lmp.: Impulsion (javana); Reg.: registrierend (tad-ärammana); 5Pf.: an der Fünfsinnenpforte; GPf.: an der Geistpforte.

(II) FORMATIONEN-GRUPPE

Es gibt 50 Geistesformationen, nämlich: 1 11 Allgemeine 1 Gefügigkeit der S. (k. kammafifiatä) ( a) 5 primäre (in allem Bewußts.): Bewußtseinseindruck ( phassa) Wille (cetanä) (geist.) Lebensfähigkeit (jivita) Sammlung (samadhi) Aufmerken (manasikära) ( b) 6 sekundäre (nicht in allem B.) Gedankenfassung (vitakka) Diskursives Denken (vicära) Entschluß ( adhimokkha) Tatkraft (viriya) Interesse (Verzückung: piti) Absicht (chanda) 25 Edle (a) primäre (in allem heils. u. karmagewirkten edlen B.) Vertrauen (saddhä) Achtsamkeit ( sati) Schamgefühl ( hiri) Sittliche Scheu (ottappa) Gierlosigkeit ( alobha) Haßlosigkeit ( adosa) Allgleichheit ( tatrama jjhattatä) Gelassenheit der Seelengruppe ( käya-passaddhi) Gelassenheit der Bewußtseinsgruppe ( citta-passaddhi) Beweglichkeit der S. ( k. lahutä) Beweglichkeit des B. (c. lahutä) Geschmeidigkeit der S. (k. mudutä) Geschmeidigkeit des B. (c. mudutä) Gefügigkeit des B. (c. kammafifiatä) Geschultheit der S. (k. pägufifiatä) Geschultheit des B. (c. pägufifiatä) Geradheit der S. (k.'ujukatä) Geradheit des B. ( c.'ujukatä) (b) 6 sekundäre (nicht in all. edl. B.) 3 Enthaltsamkeiten: von böser Tat, Rede, Lebenserwerb 2 Unermeßliche: Mitleid (karur:zä) u. Mitfreude (muditä) 3 Unverblendung ( amoha, Wissen) 14 Unheilsame (a) 4 primäre (in all. unheilsam. B.) Verblendung (moha) Schamlosigkeit ( ahirika) Gewissenlosigkeit ( anottappa) Aufgeregtheit (uddhacca) (b) 10 sekundäre (nicht in all. unheils. B. 4 haßvolle Haß (dosa) Neid (issä)3 Geiz (macchariya) 3 Gewissensunruhe (kukkucca) 3 ferner: Gier (lobha) (üble) Ansicht ( dirthi) Dünkel (mäna) 3 Starrheit (thina) 3 Mattheit (middha) 3 Zweifelsucht ( vicikicchä) 1 Die hier gegebene Gruppierung gründet sich im großen und ganzen auf AbhidhammatthaSangaha. 2 Die moralische Qualität dieser 11 Formationen hängt jedesmal davon ab, ob sie einem karmisch heilsamen, unheilsamen oder neutralen Bewußtseinszustande angehören. 8 Die 3 Enthaltsamkeiten und 2 Unermeßlichen, ebenso Neid, Geiz, Gewissensunruhe, Dünkel, Starrheit und Mattheit, gelten als ,inkonstant' (aniyata), d. h. sie treten in den in Frage kommenden Bewußtseinszuständen nur gelegendich auf, und auch dann nur einzeln.

(III) DIE FORMATIONEN IN VERBINDUNG
MIT DEM BEWUSSTSEIN

karmisch heilsam Verbunden mit der Bewußtseinsklasse Nr. 1 u. 2 : 11 Allgemeine und 25 Edle = 36 Formationen Nr. 3 u. 4 : obige 36 - 1 Unverblendung = 35 Formationen Nr. 5 u. 6 : obige 36- Interesse = 35 Formationen Nr. 7 u. 8 : obige 36 - Interesse - Unverblendung = 34 Formationen Nr. 9 Nr.10 Nr.11 Nr.12 Nr.13 : obige 36 - 3 Enthaltsamkeiten = 33 Formationen : letztere 33 - Gedankenfassung = 32 Formationen : letztere 32 - Diskurs. Denken = 31 Formationen : letztere 32 - Interesse = 30 Formationen : letztere 30 - 2 Unermeßliche = 28 Formationen Nr. 14 bis 17 : letztere 28 Formationen Nr. 18 bis 21 = ·Nr. 9 bis 13, doch- 2 Unermeßliche, und die 3 Enthaltsamkeiten sind konstant Nr.22 : Nr.23 : Nr.24 = Nr.25 = Nr.26 : Nr.27 : Nr.28 : Nr.29 : Nr.30 : Nr. 31 : Nr.32 : Nr. 33 : Nr. 34 bis 38} . Nr. 50 bis 54 · karmisch unheilsam 11 Allg. + 4 prim. Unheils. + Gier + Ansicht = 17 Formationen obige 17 + Starrheit+ Mattheit = 19 Formationen Nr. 22, doch Dünkel statt Ansicht = 19 Formationen Nr. 23, doch Dünkel statt Ansicht = 19 Formationen obige 17- Interesse= 16 Formationen obige 17- Interesse+ Starrheit + Mattheit = 18 Formationen obige 17- Interesse -Ansicht + Dünkel = 16 Formationen obige 17- Interesse+ Starrheit + Mattheit = 18 Formationen 10 Allg. (fehlt Inter.) + 4 prim. Unheils. + 4 Haßvolle = 18 Form. letztere 18 + Starrheit + Mattheit = 20 Formationen 8 Allg. (fehl. Inter., Entschl., Absicht) + 4 primäre Unheilsame + Zweifel = 13 Formationen letztere 13, doch Entschluß statt Zweifel = 13 Formationen karmisch neutral (a) karmagewirkt 5 primäre Allgemeine (Sammlung schwach) Nr. 39 u. 55 } : letztere 5 + Gedankenfassung + Disk. Denken Nr. 41 u. 56 + Entschluß = 8 Formationen Nr. 40 : 9 Allgemeine (fehlen Tatkraft und Absicht) . Nr. 42 bis 49 = Nr. 1 bis 8, doch - 2 Unermeßlichkeit - 3 Enthaltsamkelt Nr. 57 bis 69 = Nr. 9 bis 21 ( b) funktionell Nr. 70 = Nr. 39 Nr. 71 u. 72 = Nr. 39 + Tatkraft, d. i. 9 Allg. (fehl. Interesse und Absicht) Nr. 73 bis 80 = Nr. 1 bis 8, doch- 3 Enthaltsamkeiten Nr. 81 bis 89 = Nr. 9 bis 17 1 ,-' steht auf dieser Seite stets bloß als Minuszeichen.

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