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SN6.14

2. Das zweite Kapitel

2. Dutiyavagga

Über Aruṇavatī

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī auf. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“

„Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

„Es war einmal, Mönche und Nonnen, ein König mit Namen Aruṇavā. Er hatte eine Königsstadt mit Namen Aruṇavatī. Sikhī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha wurde von Aruṇavatī unterhalten. Sikhī hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Abhibhū und Sambhava.

Da wandte sich der Buddha Sikhī an den Mönch Abhibhū: ‚Komm, Brahmane, wir wollen zu einer der Brahmāwelten gehen, bis es Zeit zum Essen ist.‘

‚Ja, Herr‘, antwortete Abhibhū. Und so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwanden sie aus Aruṇavatī und erschienen wieder in dieser Brahmāwelt.

Dort wandte sich der Buddha Sikhī an den Mönch Abhibhū: ‚Brahmane, lehre den Dhamma für diesen Brahmā, seine Versammlung und die Mitglieder seines Gefolges, wie es dir einfällt.‘

‚Ja, Herr‘, antwortete Abhibhū. Und er leitete sie mit einem Dhammavortrag an, ermunterte, begeisterte und erhob sie.

Aber der Brahmā, seine Versammlung und sein Gefolge beklagten sich, murrten und widersprachen: ‚Ach, wie unglaublich! Wie erstaunlich! Wie in aller Welt kann ein Schüler vor den Augen des Lehrers lehren?‘

Da wandte sich der Buddha Sikhī an den Mönch Abhibhū: ‚Brahmane, der Brahmā, seine Versammlung und sein Gefolge beklagen sich, dass ein Schüler vor den Augen des Lehrers den Dhamma lehrt. Nun, Brahmane, wühle sie noch mehr auf!‘

‚Ja, Herr‘, antwortete Abhibhū. Und er lehrte den Dhamma, während sein Körper sichtbar war; während sein Körper unsichtbar war; während die untere Hälfte sichtbar und die obere unsichtbar war; während die obere Hälfte sichtbar und die untere unsichtbar war.

Und der Geist des Brahmā, seiner Versammlung und seines Gefolges war voller Verwunderung und Erstaunen. Sie dachten: ‚Ach, wie unglaublich! Wie erstaunlich! Der Asket besitzt solche übersinnliche Kraft und Macht!‘

Und Abhibhū sagte zum Buddha Sikhī: ‚Herr, ich erinnere mich, dass ich inmitten des Saṅgha gesagt habe: „Geehrter, wenn ich in der Brahmāwelt stehe, kann ich meine Stimme durch die tausendfache Galaxie erschallen lassen.“‘

‚Jetzt ist die Zeit, Brahmane! Jetzt ist die Zeit, Brahmane! Wenn du in der Brahmāwelt stehst, lass deine Stimme durch die tausendfache Galaxie erschallen.‘

‚Ja, Herr‘, antwortete Abhibhū. Und während er in der Brahmāwelt stand, sagte er diese Strophe auf:

‚Rüttelt euch auf! Strengt euch mehr an! Weiht euch den Lehren des Buddha! Zermalmt das Heer des Todes wie ein Elefant eine Schilfhütte.

Jeder, der in dieser Lehre und Schulung beflissen meditieren wird, der das Umherwandern durch Wiedergeburten aufgibt, wird dem Leiden ein Ende machen.‘

Als sie in diesem Brahmā, seiner Versammlung und seinem Gefolge ein Gefühl der Ergriffenheit geweckt hatten, verschwanden Sikhī und Abhibhū so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, aus dieser Brahmāwelt und erschienen wieder in Aruṇavatī.

Dort wandte sich der Buddha Sikhī an die Mönche und Nonnen: ‚Mönche und Nonnen, habt ihr gehört, wie der Mönch Abhibhū eine Strophe gesprochen hat, während er in einer Brahmāwelt stand?‘

‚Das haben wir, Herr.‘

‚Aber was genau habt ihr gehört?‘

‚Das haben wir gehört, Herr:

„Rüttelt euch auf! Strengt euch mehr an! Weiht euch den Lehren des Buddha! Zermalmt das Heer des Todes wie ein Elefant eine Schilfhütte.

Jeder, der in dieser Lehre und Schulung beflissen meditieren wird, der das Umherwandern durch Wiedergeburten aufgibt, wird dem Leiden ein Ende machen.“

Das haben wir gehört, Herr.‘

‚Gut, gut, Mönche und Nonnen! Es ist gut, dass ihr gehört habt, wie der Mönch Abhibhū eine Strophe gesprochen hat, während er in einer Brahmāwelt stand.‘“

Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).