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SN55.54

6. Das Kapitel über einen weisen Menschen

6. Sappaññavagga

Krank

Einmal hielt sich der Buddha im Land der Sakyer bei Kapilavatthu auf, im Banyanbaum-Kloster.

Zu dieser Zeit waren mehrere Mönche und Nonnen dabei, eine Robe für den Buddha zu fertigen: „Wenn seine Robe fertig ist und die drei Monate des Regenzeitaufenthalts um sein werden, wird der Buddha auf Wanderschaft gehen.“

Der Sakyer Mahānāma hörte davon. Da ging er zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte, er habe von der bevorstehenden Abreise gehört. Er fügte hinzu: „Herr, ich habe unter den Augen des Buddha nicht gehört und gelernt, wie ein weiser Laienschüler einen anderen weisen Laienschüler, der mitgenommen, leidend, schwer krank ist, unterweisen soll.“

„Mahānāma, ein weiser Laienschüler soll einen anderen weisen Laienschüler, der mitgenommen, leidend, schwer krank ist, mit einem vierfachen Trost trösten: ‚Tröste dich, Herr. Du hast auf Erfahrung gegründete Zuversicht zum Buddha … zur Lehre … und zum Saṅgha … Und deine Tugend wird von den Edlen geliebt … und führt in die Versenkung.‘

Wenn ein weiser Laienschüler einen anderen weisen Laienschüler, der mitgenommen, leidend, schwer krank ist, mit diesem vierfachen Trost getröstet hat, soll er sagen: ‚Machst du dir um deine Mutter und deinen Vater Sorgen?‘ Wenn er antwortet: ‚Das tue ich‘, soll er sagen: ‚Aber ehrwürdiger Kamerad, du musst sterben. Ob du dir um deine Mutter und deinen Vater Sorgen machst oder nicht, du wirst dennoch sterben. Es wäre gut, wenn du die Sorgen um deine Mutter und deinen Vater aufgeben würdest.‘

Wenn er antwortet: ‚Ich habe die Sorgen um meine Mutter und meinen Vater aufgegeben‘, soll er sagen: ‚Aber machst du dir um deine Frauen und Kinder Sorgen?‘ Wenn er antwortet: ‚Das tue ich‘, soll er sagen: ‚Aber ehrwürdiger Kamerad, du musst sterben. Ob du dir um deine Frauen und Kinder Sorgen machst oder nicht, du wirst dennoch sterben. Es wäre gut, wenn du die Sorgen um deine Frauen und Kinder aufgeben würdest.‘

Wenn er antwortet: ‚Ich habe die Sorgen um meine Frauen und Kinder aufgegeben‘, soll er sagen: ‚Aber machst du dir wegen der fünf menschlichen Sinnesreize Sorgen?‘ Wenn er antwortet: ‚Das tue ich‘, soll er sagen: ‚Geehrter, himmlische Sinnenfreuden sind vortrefflicher und erlesener als menschliche Sinnenfreuden. Es wäre gut, wenn du deinen Geist von menschlichen Sinnenfreuden abwenden und auf die Götter der vier großen Könige ausrichten würdest.‘

Wenn er antwortet: ‚Ich habe meinen Geist auf die Götter der vier großen Könige ausgerichtet‘, soll er sagen: ‚Geehrter, die Götter der Dreiunddreißig sind vortrefflicher und erlesener als die Götter der vier großen Könige … Geehrter, die Yama-Götter … die freudvollen Götter … die Götter, die das Erschaffen lieben … die Götter, die über das herrschen, was andere erschaffen … die Götter der Brahmāwelt sind vortrefflicher und erlesener als die Götter, die über das herrschen, was andere erschaffen. Es wäre gut, wenn du deinen Geist von den Göttern, die über das herrschen, was andere erschaffen, abwenden und auf die Götter der Brahmāwelt ausrichten würdest.‘ Wenn er antwortet: ‚Ich habe meinen Geist auf die Götter der Brahmāwelt ausgerichtet‘, soll er sagen: ‚Geehrter, die Brahmāwelt ist unbeständig, währt nicht fort und ist Teil der substanziellen Wirklichkeit. Es wäre gut, wenn du deinen Geist von der Brahmāwelt abwenden und auf das Aufhören substanzieller Wirklichkeit ausrichten würdest.‘

Wenn er antwortet: ‚Ich habe meinen Geist auf das Aufhören substanzieller Wirklichkeit ausgerichtet‘, dann gibt es keinen Unterschied zwischen einem Laienschüler, dessen Geist auf diese Art befreit ist, und einem Mönch, dessen Geist von den Befleckungen befreit ist; das heißt, zwischen der Freiheit des einen und der Freiheit des anderen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).