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SN55.3

1. Das Kapitel bei Bambustor

1. Veḷudvāravagga

Mit Dīghāvu

Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Zu dieser Zeit nun war der Laienschüler Dīghāvu mitgenommen, leidend, schwer krank. Da wandte er sich an seinen Vater, den Hausbesitzer Jotika: „Bitte, Hausbesitzer, geh zum Buddha und beuge in meinem Namen deinen Kopf zu seinen Füßen. Sage zu ihm: ‚Herr, der Laienschüler Dīghāvu ist mitgenommen, leidend, schwer krank. Er beugt seinen Kopf zu deinen Füßen.‘ Und dann sage: ‚Herr, bitte besuche ihn in seiner Wohnung aus Anteilnahme.‘“

„Ja, Lieber“, antwortete Jotika. Er tat, worum Dīghāvu gebeten hatte, und der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.

Da kleidete sich der Buddha am Morgen an, nahm Schale und Robe, ging zur Wohnung des Hausbesitzers Dīghāvu, setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz und sagte zu Dīghāvu: „Ich hoffe, es geht dir leidlich, Dīghāvu, ich hoffe, du kommst zurecht. Und ich hoffe, dass der Schmerz nachlässt und nicht zunimmt, dass ein Nachlassen ersichtlich ist, kein Zunehmen.“

„Herr, es geht mir nicht leidlich, ich komme nicht zurecht. Der Schmerz ist schrecklich und nimmt zu, er lässt nicht nach, ein Zunehmen ist ersichtlich, kein Nachlassen.“

„Daher, Dīghāvu, sollst du dich so schulen: ‚Ich will auf Erfahrung gegründete Zuversicht zum Buddha … zur Lehre … und zum Saṅgha haben … Und meine Tugend soll von den Edlen geliebt werden … und in die Versenkung führen.‘ So sollst du dich schulen.“

„Herr, diese vier Faktoren des Stromeintritts, die vom Buddha gelehrt wurden, sind in mir zu finden und ich weise sie auf. Denn ich habe auf Erfahrung gegründete Zuversicht zum Buddha … zur Lehre … und zum Saṅgha … Und meine Tugend wird von den Edlen geliebt … und führt in die Versenkung.“

„In diesem Fall, Dīghāvu, sollst du, gegründet auf diese vier Faktoren des Stromeintritts, noch sechs weitere Dinge entwickeln, die für das Klarwerden eine Rolle spielen. Du sollst meditieren, indem du die Unbeständigkeit aller Bedingungen beobachtest, indem du das Leiden in der Unbeständigkeit, das Fehlen eines Selbst im Leiden, das Aufgeben, das Schwinden und das Aufhören wahrnimmst. So sollst du dich schulen.“

„Diese sechs Dinge, die für das Klarwerden eine Rolle spielen und die vom Buddha gelehrt wurden, sind in mir zu finden und ich weise sie auf. Denn ich meditiere, indem ich die Unbeständigkeit aller Bedingungen beobachte, indem ich das Leiden in der Unbeständigkeit, das Fehlens eines Selbst im Leiden, das Aufgeben, das Schwinden und das Aufhören wahrnehme.

Aber dennoch, Herr, denke ich: ‚Ich hoffe, der Hausbesitzer Jotika wird keine Qual empfinden, wenn ich gegangen bin.‘“ Jotika sagte: „Lieber Dīghāvu, richte den Geist nicht darauf. Komm, lieber Dīghāvu, du sollst den Geist sorgfältig auf das richten, was der Buddha sagt.“

Nachdem der Buddha Dīghāvu diese Unterweisung erteilt hatte, erhob er sich von seinem Sitz und ging. Nicht lange, nachdem der Buddha gegangen war, starb Dīghāvu. Da gingen mehrere Mönche und Nonnen zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und sagten zu ihm:

„Herr, der Laienschüler mit Namen Dīghāvu, der vom Buddha kurz unterwiesen worden war, ist gestorben. Wo wurde er im nächsten Leben wiedergeboren?“

„Mönche und Nonnen, Dīghāvu war klug. Er übte im Einklang mit den Lehren und machte mir wegen der Lehren keine Mühe. Mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln wurde er durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren und wird dort erlöschen, ohne dass er von jener Welt zurückkehren muss.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).