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SN36.6

1. Das Kapitel mit Strophen

1. Sagāthāvagga

Ein Pfeil

„Mönche und Nonnen, da erfährt ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch ein angenehmes, ein schmerzhaftes und ein neutrales Gefühl. Auch ein gebildeter edler Schüler erfährt ein angenehmes, ein schmerzhaftes und ein neutrales Gefühl. Was ist da der Unterschied zwischen einem gebildeten edlen Schüler und einem ungebildeten gewöhnlichen Menschen?“

„Unsere Lehren wurzeln im Buddha …“

„Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch schmerzhafte körperliche Gefühle erfährt, ist er bekümmert und jammert und klagt, schlägt sich an die Brust und stürzt in Verwirrung. Er erfährt zwei Gefühle: ein körperliches und ein seelisches.

Wie wenn ein Mensch von einem Pfeil getroffen würde, nur um von einem zweiten Pfeil getroffen zu werden: Dieser Mensch würde das Gefühl von zwei Pfeilen erfahren.

Ebenso ist ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch, wenn er schmerzhafte körperliche Gefühle erfährt, bekümmert und jammert und klagt, schlägt sich an die Brust und stürzt in Verwirrung. Er erfährt zwei Gefühle: ein körperliches und ein seelisches.

Wenn er von einem schmerzhaften Gefühl getroffen wird, wehrt er es ab. Bei ihm liegt eine Neigung zu Abwehr in Bezug auf schmerzhaftes Gefühl zugrunde.

Wenn er von einem schmerzhaften Gefühl getroffen wird, freut er sich darauf, Sinnenfreuden zu genießen. Warum ist das so? Weil ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch kein anderes Entrinnen von schmerzhaftem Gefühl kennt als Sinnenfreuden. Bei ihm liegt eine Neigung zu Gier in Bezug auf angenehmes Gefühl zugrunde.

Er versteht bei den Gefühlen nicht wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen. Bei ihm liegt eine Neigung zu Unwissenheit in Bezug auf neutrales Gefühl zugrunde.

Wenn er ein angenehmes Gefühl fühlt, fühlt er es gebunden. Wenn er ein schmerzhaftes Gefühl fühlt, fühlt er es gebunden. Wenn er ein neutrales Gefühl fühlt, fühlt er es gebunden.

Ihn nennt man einen ungebildeten gewöhnlichen Menschen, der an Wiedergeburt gebunden ist, an Alter und Tod, an Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist ans Leiden gebunden, sage ich.

Wenn ein gebildeter edler Schüler schmerzhafte körperliche Gefühle erfährt, ist er nicht bekümmert, jammert und klagt nicht, schlägt sich nicht an die Brust und stürzt nicht in Verwirrung. Er erfährt ein Gefühl: ein körperliches, kein seelisches.

Wie wenn ein Mensch von einem Pfeil getroffen würde, aber er würde nicht von einem zweiten Pfeil getroffen: Dieser Mensch würde das Gefühl von einem Pfeil erfahren.

Ebenso ist ein gebildeter edler Schüler, wenn er schmerzhafte körperliche Gefühle erfährt, nicht bekümmert, jammert und klagt nicht, schlägt sich nicht an die Brust und stürzt nicht in Verwirrung. Er erfährt ein Gefühl: ein körperliches, kein seelisches.

Wenn er von einem schmerzhaften Gefühl getroffen wird, wehrt er es nicht ab. Bei ihm liegt keine Neigung zu Abwehr in Bezug auf schmerzhaftes Gefühl zugrunde.

Wenn er von einem schmerzhaften Gefühl getroffen wird, freut er sich nicht darauf, Sinnenfreuden zu genießen. Warum ist das so? Weil ein gebildeter edler Schüler ein anderes Entrinnen von schmerzhaftem Gefühl kennt als Sinnenfreuden. Bei ihm liegt keine Neigung zu Gier in Bezug auf angenehmes Gefühl zugrunde.

Er versteht bei den Gefühlen wahrhaftig den Ursprung, das Vergehen, die Befriedigung, den Nachteil und das Entrinnen. Bei ihm liegt keine Neigung zu Unwissenheit in Bezug auf neutrales Gefühl zugrunde.

Wenn er ein angenehmes Gefühl fühlt, fühlt er es abgelöst. Wenn er ein schmerzhaftes Gefühl fühlt, fühlt er es abgelöst. Wenn er ein neutrales Gefühl fühlt, fühlt er es abgelöst.

Ihn nennt man einen gebildeten edlen Schüler, der von Wiedergeburt abgelöst ist, von Alter und Tod, von Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist vom Leiden abgelöst, sage ich.

Das ist der Unterschied zwischen einem gebildeten edlen Schüler und einem ungebildeten gewöhnlichen Menschen.

Ein weiser und gebildeter Mensch ist nicht betroffen von angenehmen und schmerzhaften Gefühlen. Das ist der große Unterschied zwischen der Fertigkeit des Bedächtigen und der des Gewöhnlichen.

Ein gelehrter Mensch, der die Lehre eingeschätzt hat, sieht klar diese und jene Welt. Erwünschte Dinge erregen seinen Geist nicht, noch wehrt er unerwünschte ab.

Bevorzugen und Zurückweisen sind beseitigt und beendet, sie sind nicht mehr. Er kennt den unbefleckten Zustand, wo kein Kummer herrscht, er versteht richtig und ist über die Wiedergeburt hinausgegangen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).