← SN

SN36.3

1. Das Kapitel mit Strophen

1. Sagāthāvagga

Aufgeben

„Mönche und Nonnen, es gibt drei Gefühle. Welche drei?

Angenehmes, schmerzhaftes und neutrales Gefühl.

Bei einem angenehmen Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Gier aufgegeben werden. Bei einem schmerzhaften Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Abwehr aufgegeben werden. Bei einem neutralen Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Unwissenheit aufgegeben werden.

Wenn ein Mönch diese zugrunde liegenden Neigungen aufgegeben hat, nennt man ihn einen Mönch, der ohne zugrunde liegende Neigungen ist, der richtig sieht, das Verlangen abgeschnitten, die Fesseln abgestreift, die Einbildung richtig erfasst und dadurch dem Leiden ein Ende gemacht hat.

Wenn man Glück empfindet, ohne Gefühl zu verstehen, gibt es die zugrunde liegende Neigung zu Gier, wenn man das Entrinnen nicht sieht.

Wenn man Schmerz empfindet, ohne Gefühl zu verstehen, gibt es die zugrunde liegende Neigung zu Abwehr, wenn man das Entrinnen nicht sieht.

Und dieses friedvolle neutrale Gefühl: Der von ausgedehnter Weisheit hat gelehrt, dass man, wenn man es genießt, vom Leiden noch nicht erlöst ist.

Doch wenn ein Mönch eifrig ist und das Situationsbewusstsein nicht vernachlässigt, versteht dieser kluge Mensch alle Gefühle.

Wenn er Gefühle vollständig versteht, ist er in eben diesem Leben ohne Befleckungen. Dieser Wissensmeister ist standhaft in Grundsätzen; wenn sein Körper auseinanderbricht, ist er nicht zu berechnen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).