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SN36.19

2. Das Kapitel über die Klausur

2. Rahogatavagga

Mit Pañcakaṅga

Da ging der Kammerherr Pañcakaṅga zum Ehrwürdigen Udāyī, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm: „Herr, von wie vielen Gefühlen hat der Buddha gesprochen?“

„Kammerherr, der Buddha hat von drei Gefühlen gesprochen: von angenehmem, schmerzhaftem und neutralem Gefühl. Von diesen drei Gefühlen hat der Buddha gesprochen.“

Darauf sagte Pañcakaṅga zu Udāyī: „Herr, Udāyī, der Buddha hat nicht von drei Gefühlen gesprochen. Er hat von zwei Gefühlen gesprochen: von angenehmem und schmerzhaftem Gefühl. Der Buddha sagte, das neutrale Gefühl sei in einem friedvollen und erlesenen Glück enthalten.“

Zum zweiten Mal sagte Udāyī zu Pañcakaṅga: „Der Buddha hat nicht von zwei Gefühlen gesprochen, er hat von dreien gesprochen.“

Zum zweiten Mal sagte Pañcakaṅga zu Udāyī: „Der Buddha hat nicht von drei Gefühlen gesprochen, er hat von zweien gesprochen.“

Zum dritten Mal sagte Udāyī zu Pañcakaṅga: „Der Buddha hat nicht von zwei Gefühlen gesprochen, er hat von dreien gesprochen.“

Zum dritten Mal sagte Pañcakaṅga zu Udāyī: „Der Buddha hat nicht von drei Gefühlen gesprochen, er hat von zweien gesprochen.“

Und keiner war in der Lage, den anderen zu überzeugen.

Der Ehrwürdige Ānanda hörte dieses Gespräch zwischen dem Ehrwürdigen Udāyī und Pañcakaṅga. Er ging zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und berichtete dem Buddha, worüber die beiden gesprochen hatten.

„Ānanda, die Erklärung des Mönchs Udāyī, der der Kammerherr Pañcakaṅga nicht zugestimmt hat, war ganz richtig. Und die Erklärung Pañcakaṅgas, der Udāyī nicht zugestimmt hat, war auch ganz richtig.

In einer Erklärung habe ich von zwei Gefühlen gesprochen. In einer anderen Erklärung habe ich von drei Gefühlen gesprochen, oder von fünf, von sechs, von achtzehn, von sechsunddreißig oder von hundertacht Gefühlen.

Ich habe die Lehre auf all diese verschiedenen Arten erklärt. Da das so ist, kann man erwarten, dass diejenigen, die nicht nachgeben, zustimmen oder mit dem einverstanden sind, was gut gesprochen wurde, uneins sein, zanken, streiten und einander fortwährend mit scharfen Worten verletzen werden.

Ich habe die Lehre auf all diese verschiedenen Arten erklärt. Da das so ist, kann man erwarten, dass diejenigen, die nachgeben, zustimmen und mit dem einverstanden sind, was gut gesprochen wurde, in Eintracht leben werden, sich gegenseitig wertschätzen, ohne Streit, sich wie Milch und Wasser mischen und einander mit freundlichen Augen betrachten.

Es gibt diese fünf Sinnesreize. Welche fünf? Bilder, die das Auge erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend. … Berührungen, die der Körper erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend. Das sind die fünf Sinnesreize. Das Glück und die Freude, die von diesen fünf Sinnesreizen kommen, nennt man Sinnenfreuden. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da tritt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während er den Geist ausrichtet und hält. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da tritt ein Mönch, wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da tritt ein Mönch mit dem Schwinden der Ekstase in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert er mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘ Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da tritt ein Mönch, indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da übersteigt ein Mönch jegliche Formwahrnehmung, und mit dem Vergehen der Wahrnehmung von Eindrücken, und indem er den Geist nicht auf die Wahrnehmung von Vielfalt richtet, tritt er im Wissen: ‚Raum ist unendlich‘, in die Dimension des unendlichen Raumes ein und verweilt darin. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da übersteigt ein Mönch vollständig die Dimension des unendlichen Raumes, tritt im Wissen: ‚Bewusstsein ist unendlich‘, in die Dimension des unendlichen Bewusstseins ein und verweilt darin. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da übersteigt ein Mönch vollständig die Dimension des unendlichen Bewusstseins, tritt im Wissen: ‚Da ist überhaupt nichts‘, in die Dimension des Nichts ein und verweilt darin. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da übersteigt ein Mönch vollständig die Dimension des Nichts, tritt in die Dimension ein, die weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat, und verweilt darin. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes. Es gibt die, die sagen würden, dies sei das höchste Glück und Hochgefühl, das Lebewesen erfahren. Aber ich erkenne das nicht an. Warum ist das so? Weil es ein anderes Glück gibt, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Und was ist dieses Glück? Da übersteigt ein Mönch vollständig die Dimension, die weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat, tritt in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein und verweilt darin. Das ist ein Glück, das vortrefflicher und erlesener ist als jenes.

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Der Asket Gotama sprach vom Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl, und er sagt, das sei im Glück enthalten. Was hat es damit auf sich?‘

Wenn Wanderer anderer Konfessionen das sagen, sollt ihr zu ihnen sagen: ‚Geehrte, wenn der Buddha beschreibt, was im Glück enthalten ist, bezieht er sich nicht nur auf angenehmes Gefühl. Der Klargewordene beschreibt Angenehmes als etwas, das im Glück enthalten ist, überall da und in jedem Zusammenhang, wo es zu finden ist.‘“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).