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SN35.239

19. Das Kapitel über das Gleichnis von den Giftschlangen

19. Āsīvisavagga

Das Gleichnis vom Wagen

„Mönche und Nonnen, wenn ein Mönch drei Eigenschaften besitzt, ist er in eben diesem Leben voller Glück und Freude, und er hat den Grundstein für das Auflösen der Befleckungen gelegt. Welche drei?

Er bewacht die Tore der Sinne, hält beim Essen Maß und weiht sich dem Wachsein.

Und wie bewacht ein Mönch die Tore der Sinne?

Wenn ein Mönch mit dem Auge ein Bild sieht, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Sehvermögen und hält es im Zaum.

Wenn er mit dem Ohr einen Ton hört …

Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt …

Wenn er mit dem Körper eine Berührung empfindet …

Wenn er mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und hält es im Zaum.

Wie wenn da ein Wagen mit angespannten Vollblütern an einer Straßenkreuzung auf ebenem Gelände stünde, und eine Peitsche läge bereit. Ein geschickter Zureiter, ein meisterhafter Wagenlenker, bestiege den Wagen und nähme die Zügel in seine Rechte und die Peitsche in seine Linke: Er würde nach Belieben hin- und wieder zurückfahren, wann und wohin er wollte.

Ebenso schult sich ein Mönch darin, die sechs Sinne zu schützen, zu zügeln, zu bändigen und zu beruhigen.

So bewacht ein Mönch die Tore der Sinne.

Und wie hält ein Mönch Maß beim Essen?

Da denkt ein Mönch beim Essen über seine Nahrung wohlüberlegt nach: ‚Nicht zum Spaß, zum Schwelgen, als Schmuck oder Putz, sondern nur, um diesen Körper zu erhalten, um Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; so werde ich altes Unbehagen beenden und neues nicht entstehen lassen, und ich werde durchhalten und ohne Tadel und unbeschwert leben können.‘

Wie wenn da ein Mensch eine Wunde mit Salbe bestriche, nur damit sie heilen kann; oder eine Achse schmierte, nur damit sie eine Last befördern kann.

Ebenso denkt da ein Mönch beim Essen über seine Nahrung wohlüberlegt nach: ‚Nicht zum Spaß, zum Schwelgen, als Schmuck oder Putz, sondern nur, um diesen Körper zu erhalten, um Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; so werde ich altes Unbehagen beenden und neues nicht entstehen lassen, und ich werde durchhalten und ohne Tadel und unbeschwert leben können.‘

So hält ein Mönch Maß beim Essen.

Und wie weiht sich ein Mönch dem Wachsein?

Da meditiert ein Mönch am Tag im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen. In der ersten Nachtwache meditiert er im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen. In der mittleren Nachtwache legt er sich in der Haltung des Löwen nieder – auf die rechte Seite, einen Fuß auf den anderen gelegt – achtsam und der Situation bewusst, den Geist auf die Zeit des Aufstehens gerichtet. In der letzten Nachtwache steht er auf und meditiert im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen.

So weiht sich ein Mönch dem Wachsein.

Wenn ein Mönch diese drei Eigenschaften besitzt, ist er in eben diesem Leben voller Glück und Freude, und er hat den Grundstein für das Auflösen der Befleckungen gelegt.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).