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SN12.68

7. Das große Kapitel

7. Mahāvagga

In Kosambī

Einmal hielten sich die Ehrwürdigen Musīla, Saviṭṭha, Nārada und Ānanda bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster. Da sagte der Ehrwürdige Saviṭṭha zum Ehrwürdigen Musīla:

„Geehrter Musīla, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass Wiedergeburt die Bedingung für Alter und Tod ist?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass Wiedergeburt die Bedingung für Alter und Tod ist.“

„Geehrter Musīla, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass fortgesetztes Dasein die Bedingung für Wiedergeburt ist … dass Ergreifen die Bedingung für fortgesetztes Dasein ist … dass Verlangen die Bedingung für Ergreifen ist … dass Gefühl die Bedingung für Verlangen ist … dass Kontakt die Bedingung für Gefühl ist … dass die sechs Sinnesfelder die Bedingung für Kontakt sind … dass Name und Form die Bedingung für die sechs Sinnesfelder sind … dass Bewusstsein die Bedingung für Name und Form ist … dass Willensbildungsprozesse die Bedingung für Bewusstsein sind … dass Unwissenheit die Bedingung für Willensbildungsprozesse ist?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass Unwissenheit die Bedingung für Willensbildungsprozesse ist.“

„Geehrter Musīla, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass, wenn Wiedergeburt aufhört, Alter und Tod aufhören?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass, wenn Wiedergeburt aufhört, Alter und Tod aufhören.“

„Geehrter Musīla, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass, wenn fortgesetztes Dasein aufhört, Wiedergeburt aufhört … dass, wenn Ergreifen aufhört, fortgesetztes Dasein aufhört … dass, wenn Verlangen aufhört, Ergreifen aufhört … dass, wenn Gefühl aufhört, Verlangen aufhört … dass, wenn Kontakt aufhört, Gefühl aufhört … dass, wenn die sechs Sinnesfelder aufhören, Kontakt aufhört … dass, wenn Name und Form aufhören, die sechs Sinnesfelder aufhören … dass, wenn Bewusstsein aufhört, Name und Form aufhören … dass, wenn Willensbildungsprozesse aufhören, Bewusstsein aufhört … dass, wenn Unwissenheit aufhört, Willensbildungsprozesse aufhören?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass, wenn Unwissenheit aufhört, Willensbildungsprozesse aufhören.“

„Geehrter Musīla, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist.“

„Dann ist der Ehrwürdige Musīla ein Vollendeter, der die Befleckungen aufgelöst hat.“ Daraufhin schwieg der Ehrwürdige Musīla.

Da sagte der Ehrwürdige Nārada zum Ehrwürdigen Saviṭṭha: „Geehrter Saviṭṭha, bitte, lass mich diese Fragen beantworten. Befrage mich, und ich will dir darauf antworten.“

„Auf jeden Fall, Ehrwürdiger Nārada, versuche dich an diesen Fragen. Ich werde dich befragen, und du kannst mir darauf antworten.“

(Saviṭṭha wiederholt genau die gleichen Fragen, und Nārada antwortet genau wie Musīla.)

„Geehrter Nārada, erkennst du für dich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist?“

„Geehrter Saviṭṭha, ich erkenne und sehe für mich selbst, unabhängig von Vertrauen, Billigung, mündlicher Überlieferung, einem vernünftigem Gedankengang oder der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist.“

„Dann ist der Ehrwürdige Nārada ein Vollendeter, der die Befleckungen aufgelöst hat.“

„Ich habe wahrhaftig mit rechter Weisheit klar gesehen, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist. Dennoch bin ich kein Vollendeter. Wie wenn an einer Wüstenstraße ein Brunnen wäre, der weder Seil noch Eimer hätte, und es käme ein Mensch daher, der sich unter der brütenden Hitze abmühte, der erschöpft, durstig und ausgedörrt wäre. Er wüsste, dass da Wasser ist, aber er könnte es nicht mit dem Körper berühren.

Ebenso habe ich wahrhaftig mit rechter Weisheit klar gesehen, dass das Aufhören des fortgesetzten Daseins Erlöschen ist. Dennoch bin ich kein Vollendeter.“

Daraufhin sagte der Ehrwürdige Ānanda zum Ehrwürdigen Saviṭṭha: „Geehrter Saviṭṭha, was hast du dem Ehrwürdigen Nārada zu sagen, wenn er so spricht?“

„Geehrter Ānanda, ich habe dem Ehrwürdigen Nārada nichts zu sagen, wenn er so spricht, außer dem, was gut und tauglich ist.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).