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SN12.24

3. Das Kapitel über die zehn Kräfte

3. Dasabalavagga

Anhänger anderer Konfessionen

Bei Rājagaha, im Bambuswäldchen. Da kleidete sich der ehrwürdige Sāriputta am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Rājagaha zum Almosengang. Da kam ihm in den Sinn: „Es ist zu früh für den Almosengang in Rājagaha. Warum besuche ich nicht das Kloster der Wanderer anderer Konfessionen?“

Und er ging zu dem Kloster der Wanderer anderer Konfessionen und tauschte dort mit den Wanderern Willkommensgrüße aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin. Die Wanderer sagten zu ihm:

„Geehrter Sāriputta, es gibt manche Asketen und Brahmanen, die die Wirksamkeit von Taten lehren. Manche von ihnen behaupten, Leiden werde von einem selbst gemacht. Manche von ihnen behaupten, Leiden werde von jemand anderem gemacht. Manche von ihnen behaupten, Leiden werde sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem gemacht. Manche von ihnen behaupten, Leiden entstehe durch eine Abweichung und werde weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht. Was sagt der Asket Gotama darüber? Wie erklärt er es? Wie sollen wir antworten, sodass wir die Worte des Asketen Gotama wiedergeben und ihn nicht mit einer Unwahrheit falsch darstellen? Wie wäre unsere Erklärung im Einklang mit der Lehre, und wie gäbe es keinen rechtmäßigen Grund für eine Gegendarstellung und Tadel?“

„Geehrte, der Buddha sagte, Leiden sei abhängig entstanden. Abhängig wovon? Abhängig von Kontakt. Wenn ihr das sagen würdet, würdet ihr die Worte des Buddha wiedergeben und ihn nicht mit einer Unwahrheit falsch darstellen. Eure Erklärung wäre im Einklang mit der Lehre, und es gäbe keinen rechtmäßigen Grund für eine Gegendarstellung und Tadel.

Es gibt Asketen und Brahmanen, die die Wirksamkeit von Taten lehren. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von einem selbst gemacht: Dann ist es durch Kontakt bedingt. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von jemand anderem gemacht: Auch dann ist es durch Kontakt bedingt. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem gemacht: Auch dann ist es durch Kontakt bedingt. Im Fall derer, die behaupten, Leiden entstehe durch eine Abweichung und werde weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht: Auch dann ist es durch Kontakt bedingt.

Es gibt Asketen und Brahmanen, die die Wirksamkeit von Taten lehren. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von einem selbst gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von jemand anderem gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten. Im Fall derer, die behaupten, Leiden entstehe durch eine Abweichung und werde weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten.“

Der Ehrwürdige Ānanda hörte dieses Gespräch zwischen dem Ehrwürdigen Sāriputta und jenen Wanderern anderer Konfessionen. Da zog Ānanda um Almosen durch Rājagaha. Nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, ging er zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und berichtete dem Buddha, worüber sie gesprochen hatten.

„Gut, gut, Ānanda! Es ist genauso wie Sāriputta so richtig erklärt hat. Ich habe gesagt, Leiden sei abhängig entstanden. Abhängig wovon? Abhängig von Kontakt. Wenn du das sagen würdest, würdest du meine Worte wiedergeben und mich nicht mit einer Unwahrheit falsch darstellen. Deine Erklärung wäre im Einklang mit der Lehre, und es gäbe keinen rechtmäßigen Grund für eine Gegendarstellung und Tadel.

Es gibt Asketen und Brahmanen, die die Wirksamkeit von Taten lehren. Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von einem selbst gemacht: Dann ist es durch Kontakt bedingt. … Im Fall derer, die behaupten, Leiden entstehe durch eine Abweichung und werde weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht: Auch dann ist es durch Kontakt bedingt.

Im Fall derer, die behaupten, Leiden werde von einem selbst gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten. … Im Fall derer, die behaupten, Leiden entstehe durch eine Abweichung und werde weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht: Es ist ganz unmöglich, dass sie es ohne Kontakt erfahren könnten.

Ānanda, dieses eine Mal hielt ich mich bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen. Da kleidete ich mich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Rājagaha zum Almosengang. Da dachte ich: ‚Es ist zu früh für den Almosengang in Rājagaha. Warum besuche ich nicht das Kloster der Wanderer anderer Konfessionen?‘

Und ich ging zu dem Kloster der Wanderer anderer Konfessionen und tauschte dort mit den Wanderern Willkommensgrüße aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte ich mich zur Seite hin. …“

(Die Wanderer stellten dem Buddha genau die gleichen Fragen, und der Buddha gab die gleichen Antworten.)

„Es ist unglaublich, Herr, es ist erstaunlich, wie die ganze Sache in einen Satz gefasst werden kann. Könnte man diese Sache, die tiefgründig ist und auch so erscheint, ausführlich erklären?“

„Nun, Ānanda, stelle diese Sache selbst klar.“

„Herr, angenommen, ich würde gefragt: ‚Geehrter Ānanda, was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Alter und Tod?‘, dann würde ich so antworten: ‚Geehrte, Wiedergeburt ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Alter und Tod.‘ So würde ich eine solche Frage beantworten.

Angenommen, ich würde gefragt: ‚Was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Wiedergeburt?‘, dann würde ich so antworten: ‚Fortgesetztes Dasein ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Wiedergeburt.‘ So würde ich eine solche Frage beantworten.

Angenommen, ich würde gefragt: ‚Was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von fortgesetztem Dasein?‘, dann würde ich so antworten: ‚Ergreifen ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von fortgesetztem Dasein.‘ So würde ich eine solche Frage beantworten.

Angenommen, ich würde gefragt: ‚Was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Ergreifen?‘, … von Verlangen … von Gefühl … Angenommen, ich würde gefragt: ‚Was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Kontakt?‘, dann würde ich so antworten: ‚Die sechs Sinnesfelder sind die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft von Kontakt.‘ ‚Wenn die sechs Kontaktfelder schwinden und restlos aufhören, hört Kontakt auf. Wenn Kontakt aufhört, hört Gefühl auf. Wenn Gefühl aufhört, hört Verlangen auf. Wenn Verlangen aufhört, hört Ergreifen auf. Wenn Ergreifen aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf. Wenn fortgesetztes Dasein aufhört, hört Wiedergeburt auf. Wenn Wiedergeburt aufhört, hören Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis auf. So hört diese ganze Masse des Leidens auf.‘ So würde ich eine solche Frage beantworten.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).