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SN1.32

4. Das Kapitel über die Schar der Hundert Schmeicheleien

4. Satullapakāyikavagga

Geizig

Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Da kamen spät in der Nacht mehrere strahlende Gottheiten von der Schar der Hundert Schmeicheleien, die mit ihrer Schönheit Jetas Wäldchen weithin erhellten, zum Buddha, verbeugten sich und stellten sich zur Seite hin. Und eine Gottheit sagte in Gegenwart des Buddha diese Strophe auf:

„Aus Geiz und Nachlässigkeit wird eine Gabe nicht gegeben. Wenn er Verdienst will, würde ein cleverer Mensch geben.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophen auf:

„Wenn ein Geizhals aus Furcht nicht gibt, wird genau das geschehen, wovor er sich fürchtet: Der Hunger und Durst, den ein Geizhals fürchtet, trifft den Toren in dieser und jener Welt.

Daher sollst du den Geiz vertreiben, diesen Fleck überwinden, und eine Gabe geben. Die guten Taten der Lebewesen geben Halt in der nächsten Welt.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophen auf:

„Unter den Toten sterben sie nicht, die, wie Mitreisende auf dem Weg, gerne abgeben, obwohl sie nur wenig haben; Das ist eine Lehre von alters her.

Manche, die wenig haben, geben gerne ab, während andere, die viel haben, nicht geben wollen. Eine Spende, die von Wenigem gegeben wird, wird tausendfach vervielfältigt.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophen auf:

„Geben, was schwer zu geben ist, tun, was schwer zu tun ist: So handeln die Unredlichen nicht, denn die Lehre der Redlichen ist schwer zu befolgen.

Darum gehen die Redlichen und die Unredlichen von hier zu unterschiedlichen Orten. Die Unredlichen gehen zur Hölle, und die Redlichen sind für den Himmel bestimmt.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha: „Herr, wer hat gut gesprochen?“

„Ihr habt alle auf eure Art gut gesprochen. Doch nun hört auch mir zu:

Wer von Resten lebt, lebt rechtschaffen, oder wer mit dem Wenigen, das er hat, seine Frau ernährt. Hunderttausend Menschen, die tausend Opfer ausrichten, sind nicht einen Bruchteil eines Solchen wert.“

Darauf redete eine andere Gottheit den Buddha mit einer Strophe an:

„Warum gleicht dieses Opfer, so üppig und wunderbar, nicht dem Wert der Spende eines moralischen Menschen? Wie kommt es, dass hunderttausend Menschen, die tausend Opfer ausrichten, nicht einen Bruchteil eines solchen Menschen wert sind?“

„Manche stützen sich beim Geben auf Unmoral – sie spenden, nachdem sie verletzt, getötet und gefoltert haben. Eine solche Spende, tränenreich und grausam, gleicht niemals dem Wert der Spende eines moralischen Menschen.

So kommt es, dass hunderttausend Menschen, die tausend Opfer ausrichten, nicht einen Bruchteil eines solchen Menschen wert sind.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).