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THIG13.3

Das Zwanzigerbuch

Vīsatinipāta

Cāpā

„Einst trug ich den Stab eines Eremiten, doch heutzutage jage ich Rotwild. Meine Lüste haben es vereitelt, dass ich von dem entsetzlichen Morast zum anderen Ufer übersetzte.

Weil sie mich für berauscht hielt von Liebe zu ihr, sorgte Cāpā dafür, dass unser Sohn glücklich war. Jetzt habe ich Cāpās Band durchgeschnitten und werde noch einmal fortziehen.“

„Sei nicht zornig auf mich, großer Held! Sei nicht zornig auf mich, großer Abgeklärter! Wenn du in Zorn verstrickt bist, kannst du nicht rein bleiben und schon gar nicht inbrünstig sein.“

„Ich werde Nālā verlassen! Denn wer bleibt schon hier in Nālā! Mit ihrer Gestalt fangen die Frauen rechtschaffen lebende Asketen ein.“

„Bitte, Kāḷa, komm zurück zu mir, genieße die Sinnenfreuden, so wie früher. Ich werde mich dir unterwerfen zusammen mit allen meinen Verwandten.“

„Cāpā, wenn nur der vierte Teil deiner Worte wahr wäre, wäre das eine tolle Sache für einen Mann, der in dich verliebt wäre!“

„Kāḷa, ich bin wie eine sprießende Akazie in flammender Blüte auf einem Berggipfel, wie ein blühender Granatapfel, wie ein Patalabaum auf einer Insel.

Meine Glieder sind mit gelbem Sandelholz eingerieben, und ich trage erlesenstes Tuch aus Kāsi: Da ich so überaus schön bin, wie kannst du mich da verlassen und weggehen?“

„Du bist wie eine Vogelfängerin, die einen Vogel erwischen will; doch mich wirst du mit deiner einnehmenden Gestalt nicht fangen.“

„Aber dieses Kind, meine Frucht, hast du, Kāḷa, gezeugt. Da ich dieses Kind habe, wie kannst du mich da verlassen und weggehen?“

„Die Weisen geben Kinder, Familie und Vermögen auf. Große Helden ziehen fort wie Elefanten, die ihre Fesseln sprengen.“

„Nun, diesen deinen Sohn: Eben hier werde ich ihn mit einem Stock oder einem Messer zu Boden schlagen! Aus Kummer um deinen Sohn wirst du nicht weggehen.“

„Selbst wenn du unseren Sohn den Schakalen und Hunden zum Fraß vorwerfen würdest, würde ich nie zurückkommen, du Schlampe, nicht einmal um des Kindes willen.“

„Nun denn, Herr, dann sag mir: Wohin willst du gehen, Kāḷa? Zu welchem Dorf oder Marktflecken, welcher Stadt oder Königsstadt?“

„Beim letzten Mal hatten wir Anhänger; wir waren keine Asketen, wir dachten nur, wir wären es. Wir wanderten von Dorf zu Dorf, zu Städten und Königsstädten.

Doch jetzt hält sich der Gesegnete, der Buddha, wieder am Ufer des Flusses Nerañjara auf und lehrt den Dhamma, sodass lebende Geschöpfe alles Leiden aufgeben können. Zu ihm werde ich hingehen, er soll mein Lehrer sein.“

„Dann überbringe bitte meine Ehrerbietung an den unübertrefflichen Beschützer der Welt. Umrunde ihn mit deiner rechten Seite und weihe ihm meine religiöse Gabe.“

„Das ist die rechte Art, zu handeln, genauso wie du zu mir gesagt hast. Ich werde deine Ehrerbietung überbringen an den unübertrefflichen Beschützer der Welt. Mit meiner rechten Seite werde ich ihn umrunden und ihm deine religiöse Gabe weihen.“

Dann brach Kāḷa auf, zurück zum Ufer des Flusses Nerañjara. Er sah den Erwachten, wie er den Zustand lehrte, der frei vom Tod ist:

das Leiden, des Leidens Entstehen, des Leidens Überwindung und den edlen achtfachen Pfad, der zum Stillen des Leidens führt.

Er erwies Ehrerbietung zu seinen Füßen, umrundete ihn mit seiner rechten Seite und überbrachte Cāpās Widmung. Dann zog er fort ins hauslose Leben. Er verwirklichte das dreifache Wissen und erfüllte die Anleitung des Buddha.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).