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THIG11.1

Das Zwölferbuch

Dvādasakanipāta

Uppalavaṇṇā

„Obwohl wir Mutter und Tochter waren, waren wir beide gemeinsam Nebenfrauen. Ich wurde von einem Gefühl der Dringlichkeit ergriffen, das so erstaunlich und haarsträubend war!

Verflucht seien diese schmutzigen Sinnenfreuden, so widerlich und voller Dornen, für die wir, Mutter und Tochter, gemeinsam Nebenfrauen sein mussten.

Als ich die Nachteile der Sinnenfreuden sah, als ich Entsagung als Refugium sah, zog ich in Rājagaha fort aus dem Haus ins hauslose Leben.

Ich kenne meine früheren Leben; meine Hellsichtigkeit ist geläutert; ich erfasse den Geist anderer; meine Hellhörigkeit ist geläutert;

ich habe die übersinnlichen Kräfte verwirklicht und die Auflösung der Befleckungen erreicht. Die sechs Arten der unmittelbaren Einsicht habe ich verwirklicht und die Anleitung des Buddha erfüllt.

Mit meinen übersinnlichen Kräften habe ich einen vierspännigen Wagen geschaffen. Dann habe ich mich zu Füßen des Buddha verbeugt, des ruhmreichen Beschützers der Welt.“

„Du bist zu diesem Salbaum gekommen, der von Blüten gekrönt ist, und stehst ganz allein an seinem Fuß. Doch du hast keinen Mann als Gefährten bei dir – törichtes Mädchen, hast du keine Angst vor Schurken?“

„Selbst wenn 100.000 Schurken wie du sich zusammenrotten würden, würde sich mir kein Haar sträuben, noch würde ich zittern. Was kannst du allein mir anhaben, Māra?

Ich werde verschwinden oder in deinen Bauch schlüpfen; ich könnte zwischen deinen Augenbrauen stehen, und du würdest mich dennoch nicht sehen.

Ich bin Meisterin über meinen Geist, ich habe die Grundlagen übersinnlicher Kraft gut entwickelt. Die sechs Arten der unmittelbaren Einsicht habe ich verwirklicht und die Anleitung des Buddha erfüllt.

Sinnenfreuden sind wie Schwerter und Lanzen, die Aggregate sind der Hackklotz dazu. Was du erotische Wonne nennst, ist für mich nun Quelle des Widerwillens.

Genießen ist in jeder Hinsicht zerstört, und die Masse der Dunkelheit ist zerschmettert. Das sollst du wissen, Böser: Geschlagen bist du, Zerstörer!“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).