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THAG17.2

Das Dreißigerbuch

Tiṁsanipāta

1. Das erste Kapitel

Sāriputta

„Einen, der achtsam ist wie beim Gehen und der Achtsamkeit, beflissen wie bei den Absichten und der Meditation, im Innern glücklich, gesammelt, einsam, zufrieden: Diesen nennt man einen Mönch.

Beim Essen von frischer oder getrockneter Speise soll man sich nicht übersättigen. Ein Mönch soll achtsam wandern, mit leerem Magen, mäßig beim Essen.

Vier oder fünf Bissen bevor man satt ist, trinke man etwas Wasser; das ist genug für einen entschlossenen Mönch, um unbeschwert zu leben.

Sich mit einer Robe zu bedecken, ist erlaubt und dient dem Zweck; das ist genug für einen entschlossenen Mönch, um unbeschwert zu leben.

Mit gekreuzten Beinen sitzen, sodass der Regen nicht auf die Knie fällt; das ist genug für einen entschlossenen Mönch, um unbeschwert zu leben.“

„Wenn du Angenehmes als Schmerz gesehen hast und Schmerzhaftes als Pfeil und dass zwischen beiden nichts ist – was hält dich dann in der Welt? Was kannst du werden?

Wenn du denkst: ‚Mit denen, die unlautere Wünsche haben, die träge sind, mit wenig Energie, ungebildet, ohne Rücksicht auf andere, will ich nichts zu tun haben‘ – was hält dich dann in der Welt? Was kannst du werden?“

„Ein gelehrter und verständiger Mensch, in der Tugend stetig, der Sammlung des Herzens geweiht, er soll an oberster Stelle stehen.“

„Einer Bestie, die gerne wuchert und das Wuchern liebt, gelingt es nicht, das Erlöschen zu gewinnen, das unübertreffliche Refugium vor dem Joch.

Doch wer das Wuchern aufgibt und den Zustand des Nicht-Wucherns liebt, gewinnt das Erlöschen, das unübertreffliche Refugium vor dem Joch.“

„Ob im Dorf oder in der Wildnis, in der Niederung oder im Hochland, überall da, wo die Vollendeten leben, da ist ein entzückender Ort.“

„Entzückend sind Wildnisse, wo Menschen sich nicht erfreuen. Die von Gier Freien werden sich dort erfreuen, nicht die, die Sinnenfreuden suchen.“

„Betrachte jemanden, der deine Fehler sieht, als Führer zu einer Schatzgrube. Bleib nahe bei einem, der so verständig und klug ist, der dich verbessert, wenn es nötig ist. Wenn man nahe bei solch einem Unvoreingenommenen bleibt, wird es besser, nicht schlechter.“

„Unterweise und leite an; gebiete dem Schlechten Einhalt: Denn du wirst den Guten lieb und den Schlechten unlieb sein.“

„Der Gesegnete, der Buddha, der Seher lehrte jemand anderen den Dhamma. Als er den Dhamma lehrte, spitzte ich die Ohren, um die Bedeutung zu verstehen.

Mein Zuhören war nicht umsonst: ich bin befreit, ohne Befleckungen.“

„Weder nach Erinnerung an frühere Leben noch nach Hellsichtigkeit, nicht nach übersinnlichen Kräften oder danach, den Geist anderer zu erfassen, nicht danach, zu sehen, wie Menschen hinscheiden und wieder geboren werden, noch nach Läuterung der Kraft der Hellhörigkeit hatte ich den geringsten Wunsch.“

„Sein einziger Schutz ist der Fuß eines Baumes; geschoren, in die äußere Robe gehüllt, meditiert der altehrwürdige Mönch, Upatissa selbst, der bei der Weisheit der höchste ist.

Wenn er in einen Meditationszustand ohne Ausrichten des Geistes eingetreten ist, ist ein Schüler des Buddha in diesem Augenblick mit edler Stille gesegnet.

So wie ein Felsenberg standhaft und fest gegründet ist, so ist ein Mönch, wenn die Täuschung endet, wie ein Berg: Er zittert nicht.“

„Für einen reinen Mann ohne Makel, der stets Reinheit sucht, erscheint selbst eine Haarspitze von Bösem groß wie eine Wolke.“

„Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; der Situation bewusst und achtsam werde ich diesen Körper ablegen.

Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; ich warte meine Zeit ab wie ein Arbeiter, der auf seinen Lohn wartet.“

„Was vorher kam und was später folgte, ist beides nur Tod, nicht Freiheit vom Tod. Übt, geht nicht zugrunde – versäumt nicht den Augenblick.

So wie eine Festungsstadt innen und außen bewacht ist, so sollt ihr euch schützen – versäumt nicht den Augenblick. Denn wenn ihr euren Augenblick versäumt, ist der Jammer groß, wenn ihr in die Hölle kommt.“

„Still und reglos, beim Ratgeben bedacht, nicht rastlos – er schüttelt schlechte Eigenschaften ab wie der Sturmwind Blätter vom Baum schüttelt.

Still und reglos, beim Ratgeben bedacht, nicht rastlos – er reißt schlechte Eigenschaften aus wie der Sturmwind Blätter vom Baum reißt.

Still und frei von Verzweiflung, klar und ungetrübt, mit guter Tugend, verständig: so macht man dem Leiden ein Ende.“

„Manchen Hausbesitzern und selbst manchen Hauslosen kann man nicht vertrauen. Manche, die gut sind, werden später schlecht; und manche, die schlecht sind, werden später gut.“

„Sinnliches Begehren, böser Wille, Dumpfheit und Benommenheit, Rastlosigkeit und Zweifel: das sind bei einem Mönch die fünf geistigen Verunreinigungen.“

„Ob er geehrt wird oder nicht geehrt oder beides, seine Versenkung wankt nicht, da er beflissen lebt.

Beständig ist seine Vertiefung, subtil sind seine Ansicht und seine Klarsicht. Er erfreut sich an der Auflösung des Ergreifens; ihn nennt man einen wahren Menschen.“

„Weltmeer und Erde, Berg und Wind – kein Gleichnis kann der großartigen Befreiung des Lehrers gerecht werden.“

„Der altehrwürdige Mönch, der das Rad weiterrollt, er ist sehr weise und gesammelt. Wie Erde, wie Wasser, wie Feuer ist er nicht angezogen noch abgestoßen.

Er hat die Vollkommenheit der Weisheit erlangt, so überaus verständig und bedacht. Obwohl er stumpf erscheint, ist er gewitzt; er wandert stets, verloschen.“

„Ich habe dem Lehrer gedient und die Anleitung des Buddha erfüllt. Die schwere Bürde ist abgelegt, der Zug zum Dasein ist ausgerottet.

Macht beflissen weiter: Das ist meine Anleitung. Kommt, ich werde vollkommen erloschen sein – ich bin in jeder Hinsicht befreit.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).