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THAG17.1

Das Dreißigerbuch

Tiṁsanipāta

1. Das erste Kapitel

Phussa

Der Seher vom Paṇḍara-Stamm sah Viele, die Zuversicht weckten, entwickelt und gut gezügelt, und fragte den, der als Phussa bekannt ist:

„Was wird in künftigen Zeiten die Sehnsucht, das Begehren und das Verhalten der Menschen sein? Bitte beantworte meine Frage.“

„Hör auf meine Worte, du Seher, als Paṇḍara bekannt, und behalte sie sorgfältig, ich werde die Zukunft beschreiben.

In der Zukunft werden Viele zornig und feindselig sein, beleidigend, starrsinnig und doppelzüngig, eifersüchtig, haben abweichende Meinungen.

Sie bilden sich ein, sie verstünden die Tiefen der Lehre, doch sie halten sich an dieses Ufer. Oberflächlich und ohne Achtung vor der Lehre, und voreinander haben sie keine Achtung.

In der Zukunft werden viele Gefahren in der Welt erscheinen. Dummköpfe werden den Dhamma beflecken, der so gut gelehrt wurde.

Obwohl sie von guten Eigenschaften abgefallen sind, ungebildete Großmäuler, zu selbstsicher, werden sie stark beim Durchführen von Saṅghaverfahren.

Obwohl sie gute Eigenschaften besitzen, die mit einem Gewissen und die Unvoreingenommenen, die im richtigen Geist handeln, werden sie schwach beim Durchführen von Saṅghaverfahren.

In der Zukunft werden Dummköpfe Zahlungsmittel und Gold annehmen, Felder und Grundstücke, Ziegen und Schafe und abhängige Diener und Dienerinnen.

Toren, die andere bekritteln, doch selbst in der Tugend nicht stetig sind, werden umherwandern, unverschämt, wie zänkische Bestien.

Hochmütig werden sie sein, in Roben von Blau gehüllt; Betrüger und Schmeichler, wichtigtuerisch und falsch, sie werden umhergehen, als seien sie Edle.

Die Haare mit Öl geglättet, launisch, die Augen mit Lidschatten bemalt, so werden sie auf der Hauptstraße wandern, in Roben von Elfenbeinfarbe gehüllt.

Die tief-ocker gefärbte Robe, von den Freien ohne Ekel getragen, sie wird ihnen zuwider werden, da sie von weißen Kleidern besessen sind.

Sie werden viele Besitztümer wollen und träge sein, mit wenig Energie. Den Wald werden sie leid sein und in Dörfern leben.

Sie werden ungezügelt sein und sich denen anschließen, die Gewinn erwerben und stets falschen Lebenserwerb genießen, indem sie ihrem Beispiel folgen.

Die, die nicht viele Sachen bekommen, werden sie nicht achten; sie werden sich nicht den Bedächtigen anschließen, selbst wenn diese sehr liebenswürdig sind.

Manche werden ihr eigenes Banner, das zinnoberrot gefärbte, verachten und das weiße Banner der Anhänger anderer Konfessionen tragen.

Dann werden sie keine Achtung vor der ockerfarbenen Robe haben. Die Mönche werden nicht über die Natur der ockerfarbenen Robe nachdenken.

Dieser entsetzliche Mangel an Überlegung war für den Elefanten undenkbar, der vom Leiden überwältigt wurde, verwundet von einem Pfeilschuss.

Dann sprach der Elefant mit sechs Stoßzähnen, als er das tief-ocker gefärbte Banner der Vollendeten sah, sofort diese Strophen, die mit dem Ziel verbunden sind:

‚Wer, selbst nicht frei von Flecken, die ocker gefärbte Robe trägt, ohne Selbstbeherrschung und Wahrheit, ist der ockerfarbenen Robe nicht würdig.

Wer all seine Flecken ausgespien hat, in der Tugend stetig, wer Selbstbeherrschung und Wahrheit besitzt, ist der ockerfarbenen Robe wahrhaft würdig.

Wer ohne Tugend ist, dumm, wild, tut, was er will, mit schweifendem Geist, verdunkelt, ist der ockerfarbenen Robe nicht würdig.

Wer die Tugend vervollkommnet hat, von Gier frei, gesammelt, im Herzen helle Absicht, ist der ockerfarbenen Robe wahrhaft würdig.

Der hochmütige, aufgeblasene Tor, der keinerlei Tugend besitzt, ist einer weißen Robe würdig – was will er mit einer ockerfarbenen?

In der Zukunft werden Mönche und Nonnen mit gehässigem Herzen, ohne Rücksicht auf andere, auf die herabschauen, deren Herz voller Liebe ist.

Obwohl sie von altehrwürdigen Mönchen im Tragen der Robe geschult sind, werden die Dummköpfe nicht zuhören, wild, tun, was sie wollen.

Mit dieser Haltung zur Schulung werden diese Toren einander nicht achten noch ihre Mentoren beachten, wie ein wildes Fohlen es mit seinem Lenker tut.

So wird in der Zukunft die Übung der Mönche und der Nonnen sein, wenn die späten Tage gekommen sind.‘

Ehe diese furchteinflößende Zukunft kommt: Seid leicht zu ermahnen, redet höflich und achtet einander.

Habt ein Herz voller Liebe und Mitgefühl, und bitte, haltet eure Regeln ein. Seid energisch, entschlossen und stets beharrlich fest.

Betrachtet Nachlässigkeit als beängstigend und Beflissenheit als Refugium; entwickelt den achtfachen Pfad und verwirklicht den Zustand, der frei vom Tod ist.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).