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THAG15.1

Das Sechzehnerbuch

Soḷasakanipāta

1. Das erste Kapitel

Koṇḍañña der Versteher

„Mein Vertrauen wuchs, als ich die Lehre voller Wohlgeschmack hörte. Das Schwinden der Leidenschaft wurde gelehrt, ohne jedes Ergreifen.“

„Es gibt so viele schöne Dinge in diesem ausgedehnten Gebiet. Sie stören die Gedanken, so scheint es mir, sind anziehend und erregen Wollust.

Gerade wie Staub, vom Wind aufgewirbelt, sich bei einem Regen setzt, so setzen sich die Gedanken, wenn man sie mit Weisheit sieht.

Alle Bedingungen sind unbeständig – wenn man das mit Weisheit sieht, wird man vom Leiden ernüchtert: Das ist der Weg zur Reinheit.

Alle Bedingungen sind Leiden – wenn man das mit Weisheit sieht, wird man vom Leiden ernüchtert: Das ist der Weg zur Reinheit.

Alle Dinge sind ohne Selbst – wenn man das mit Weisheit sieht, wird man vom Leiden ernüchtert: Das ist der Weg zur Reinheit.“

„Der altehrwürdige Mönch, nach dem Buddha erwacht, Koṇḍañña, ist von eifriger Ausdauer. Geburt und Tod hat er hinter sich gelassen und das geistliche Leben zur Ganzheit gebracht.“

„Es gibt Fluten, Schlingen und starke Pfosten und einen Berg, der schwer zu sprengen ist; Er zerreißt Pfosten und Schlingen, sprengt den schwer zu sprengenden Berg und gelangt hinüber zum anderen Ufer: Wer meditiert, ist von Māras Fesseln befreit.

Wenn ein Mönch hochmütig und launisch ist und sich auf schlechte Freunde stützt, sinkt er unter in der großen Flut, von einer Welle überwältigt.

Wer aber nicht rastlos oder launisch ist, wach, mit gezügelten Sinnen, verständig, mit guten Freunden, macht dem Leiden ein Ende.

Mit knorrigen Knien, dünn, mit hervorstehenden Adern, mit Maß beim Essen und Trinken – der Geist dieses Menschen ist unerschrocken.

Von Fliegen und Mücken belästigt in der Wildnis, dem gewaltigen Wald, soll man achtsam ertragen wie ein Elefant an der Spitze der Schlacht.

Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; ich warte meine Zeit ab wie ein Arbeiter, der auf seinen Lohn wartet.

Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; ich warte meine Zeit ab, der Situation bewusst und achtsam.

Dem Lehrer habe ich gedient und die Anleitung des Buddha erfüllt. Die schwere Bürde ist abgelegt, der Zug zum Dasein ist ausgerottet.

Ich habe das Ziel erreicht, für das ich aus dem Haus fortzog ins hauslose Leben – was soll ich mit Schützlingen?“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).