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CP9

Das Kapitel mit Akitti

Akittivagga

Die Vollkommenheit des Gebens (9)

Vessantaras Verhalten

„Die meine Mutter war, die adlige Dame mit Namen Phussatī, war in früheren Leben Sakkas geliebte Königin.

Als er erkannte, dass ihr Lebensende bevorstand, sagte der Fürst der Götter: ‚Ich gewähre dir zehn Wünsche, Liebe, welchen Vorzug du auch wünschst.‘

Als er das sagte, sprach die Königin zu Sakka: ‚Was habe ich falsch gemacht? Wie missfalle ich dir? Du schickst mich weg von diesem schönen Ort, wie der Wind einen schwachen Baum niederwirft.‘

Als sie das sagte, sprach Sakka zu ihr: ‚Du hast nichts Schlechtes getan, auch ist es nicht so, dass du mir nicht lieb bist.

Aber dein Leben währt nicht länger, die Zeit deines Todes wird kommen. Nimm die zehn höchsten Vorzüge an, die ich dir anbiete.‘

Sie nahm voller Freude und Glück Sakkas Gabe an. Nachdem sie mich empfangen hatte, war Phussatī mit zehn Vorzügen gesegnet.

Nachdem Phussatī von dort abgeschieden war, wurde sie als Adlige in der Stadt Jetuttara wiedergeboren, wo sie Sañjaya heiratete.

Sobald ich im Schoß meiner lieben Mutter Phussatī empfangen war, freute sich durch meine Macht meine Mutter stets am Geben.

Sie gab den Bedürftigen, den Siechen und Alten, gab Bettlern, Reisenden, Leuten, sie gab Asketen und Brahmanen und Vertriebenen und denen, die nichts hatten.

Als sie mich zehn Monate getragen hatte, schritt sie um die Stadt herum, da brachte mich Phussatī zur Welt, mitten in der Straße der Landarbeiter.

Mein Name war nicht von mütterlicher Seite, noch von der meines Vaters. Ich war in der Landarbeiterstraße geboren, darum wurde ich Vessantara genannt.

Als ich ein Junge von nur acht Jahren war, saß ich im Pfahlbau-Langhaus und dachte daran, Spenden zu geben.

‚Ich gäbe mein Herz und meine Augen, mein Fleisch und auch mein Blut.‘ Ich gab bekannt, dass ich meinen Körper geben würde, wenn jemand mich bäte.

Als sie über den Zustand meines Geistes nachdachte, der so ungetrübt und standhaft war, bebte da die Erde und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Jeden halben Monat, am Fünfzehnten, und am Besinnungstag, wenn der Mond voll war, bestieg ich den Elefanten Paccaya und ging, um Spenden zu geben.

Aus dem Land Kaliṅga kamen die Brahmanen zu mir und baten um den königlichen Elefanten, der Glück brachte und als glückverheißend galt.

‚Unser Land leidet unter Dürre, Essen ist knapp und Hungersnot im Überfluss; bitte gib den edlen Elefanten, den ganz weißen, unübertrefflichen Elefanten.‘

‚Ich gebe ohne Zögern, worum ihr mich bittet, Brahmanen. Ich verberge nicht, was ich habe, denn mein Herz liebt das Geben.

Wenn Bittsteller zu mir kommen, steht es mir nicht an, sie abzuweisen. Mein Gelübde soll nicht gebrochen werden, ich werde den mächtigen Elefanten geben.‘

Ich nahm den Elefanten beim Rüssel und griff ein juwelenbesetztes Weihegefäß, sprengte Wasser auf die Hand und gab den Brahmanen den Elefanten.

Und wiederum, als ich den ganz weißen, unübertrefflichen Elefanten gab, bebte die Erde erneut und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Als ich den Elefanten gab, versammelte sich zorniges Stadtvolk und verbannte mich aus meinem Königreich: ‚Geh zum Krummen Berg.‘

Als sie mich so vertrieben, war ich ungetrübt und standhaft. Ich bat um einen Gefallen: ein großes Opfer darzubringen.

Als ich darum bat, gewährte mir all das Stadtvolk diesen einen Wunsch. Ich schlug die Trommeln und gab ein großes Opfer.

Als der Klang sich ausbreitete, gab es großen Tumult und Aufruhr. Sie trieben mich hinaus wegen des Gebens, aber ich gab gerade wieder.

Elefanten, Pferde, Wagen, Sklaven und Sklavinnen, Vieh und Reichtümer: Nachdem ich diese große Spende gegeben hatte, verließ ich die Stadt.

Als ich die Stadt verlassen hatte, wandte ich mich um und schaute zurück; darauf bebte die Erde und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Ich hatte meinen vierspännigen Wagen hergegeben und stand an der Kreuzung, allein ohne Gefährten. Ich sagte zur Königin Maddī:

‚Maddī, nimm du Kaṇhā, denn sie, die jüngere Schwester, ist leichter. Ich werde Jāli nehmen, denn er, der Bruder, ist schwerer.‘

Wie einen rosa oder weißen Lotus nahm Maddī Kaṇhājinā auf. Wie eine goldene Figur, so nahm ich Jāli, den Adligen, auf.

Hochwohlgeboren und verzärtelt, so wanderten vier Adlige über ebenen und unebenen Boden und gingen zum Krummen Berg.

Immer wenn Menschen vorbeikamen, die die Straße in anderer Richtung entlanggingen, fragten wir sie mitten auf der Straße: ‚Wo ist der Krumme Berg?‘

Als sie uns da sahen, sprachen sie freundlich zu uns. ‚Es wird schwer für euch sein‘, erklärten sie, ‚denn zum Krummen Berg ist es weit.‘

Wenn die Kinder im Wald an einem Baum Früchte sahen, da weinten die Kinder um dieser Frucht willen.

Als sie die Kinder weinen sahen, beugten diese hohen, wuchtigen Bäume sich von sich aus nieder, sodass die Kinder sie erreichen konnten.

Als sie dieses Wunder sah, das so erstaunlich und haarsträubend war, rief Maddī, die an allen Gliedern Schöne, feierlich aus:

‚So ein Wunder in der Welt, so erstaunlich und haarsträubend: Durch Vessantaras Macht beugten die Bäume sich von sich aus nieder!‘

Naturgeister verkürzten aus Anteilnahme den Weg, sodass sie am gleichen Tag, an dem sie aufbrachen, im Königreich Ceta ankamen.

60.000 Könige lebten da in Mātula. Alle erhoben ihre zusammengelegten Hände und kamen weinend näher.

Da unterhielten sie sich mit den Leuten von Ceta und ihren Kindern. Als sie dann diesen Ort verließen, kamen sie zum Krummen Berg.

Der Fürst der Götter wandte sich an Vissakamma von großer übersinnlicher Kraft: ‚Baue eine Klause, gut gearbeitet und entzückend, mit einer Halle aus Blättern.‘

Als er Sakkas Worte gehört hatte, baute Vissakamma von großer übersinnlicher Kraft eine Klause, gut gearbeitet und entzückend, mit einer Halle aus Blättern.

Nachdem wir tief in den Wald eingetaucht waren, den stillen und ungestörten, lebten wir vier Menschen dort in den Bergen.

Ich und Königin Maddī mit Jāli und auch Kaṇhājinā vertrieben einander die Sorgen und lebten dort in dieser Klause.

Während wir für die Kinder sorgten, war ich in der Klause nicht untätig. Maddī sammelte Früchte und versorgte drei Menschen mit Essen.

Als ich im Wald lebte, kam ein Reisender zu mir und bat um meine Kinder, Jāli und auch Kaṇhājinā.

Als ich den Bittsteller kommen sah, fühlte ich mich so voller Freude. Ich nahm meine beiden Kinder und gab sie dann dem Brahmanen.

Als ich meine eigenen Kinder dem Brahmanen Jūjaka gab, bebte die Erde erneut und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Und dann stieg Sakka in Gestalt eines Brahmanen herab. Er bat mich um die Königin Maddī, die tugendhafte und ergebene.

Ich nahm Maddī bei der Hand, füllte die hohlen Hände mit Wasser, mit vertrauensvollem Herzen gab ich ihm Maddī.

Als Maddī gegeben wurde, spendeten die Götter im Himmelsgewölbe Beifall, und die Erde bebte erneut und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Jāli und Kaṇhājinā, meine Tochter, und Königin Maddī, meine ergebene Frau: Ich gab sie, ohne nachzudenken, denn es war nur um des Erwachens willen.

Es war nicht, weil ich meine Kinder nicht mochte, noch, weil ich Königin Maddī nicht mochte, sondern weil mir Allwissenheit kostbar war, darum gab ich meine Lieben her.

Später wurden wir im gewaltigen Wald von meinen Eltern wieder vereint. Sie weinten mitleiderregend und sprachen von meinem Glück und meinem Schmerz.

Mit ernstem Gewissen und großer Besonnenheit begab ich mich zu ihnen; darauf bebte die Erde und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Später im gewaltigen Wald, als ich mit meiner Familie den Wald verlassen hatte, betrat ich die entzückende Stadt Jetuttara, die Hauptstadt.

Die sieben Juwelen regneten herab, gingen aus einer mächtigen Wolke nieder, und die Erde bebte erneut und der Berg Sineru, von Wäldern bekränzt.

Selbst diese gefühllose Erde, die Glück und Schmerz nicht kennt, bebte siebenmal bei der Macht meiner Gaben.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).