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DN20

Die große Zusammenkunft

Mahāsamayasutta

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha im Land der Sakyer im Großen Wald bei Kapilavatthu auf, zusammen mit einem großen Saṅgha von fünfhundert Mönchen und Nonnen, die alle Vollendete waren. Und die meisten Gottheiten aus zehn Sonnensystemen hatten sich versammelt, um den Buddha und den Saṅgha der Mönche und Nonnen zu sehen.

Da dachten vier Gottheiten aus den reinen Aufenthalten, die das Geschehen erfassten: „Warum gehen wir nicht zum Buddha und sagen in seiner Gegenwart jeder eine Strophe auf?“

Und so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwanden sie aus den reinen Aufenthalten und erschienen wieder vor dem Buddha. Sie verbeugten sich vor dem Buddha und stellten sich zur Seite hin. Und eine Gottheit sagte in Gegenwart des Buddha diese Strophe auf:

„Eine große Zusammenkunft ist da im Wald, wo himmlische Scharen sich versammelt haben. Wir sind zu dieser rechtschaffenen Zusammenkunft gekommen, um den unüberwindlichen Saṅgha zu sehen!“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophe auf:

„Die Mönche sind da im Samādhi versunken, ihren Geist haben sie ausgerichtet. Wie ein Wagenlenker, der die Zügel hält, so zügeln die klugen Menschen ihre Sinne.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophe auf:

„Den Pflock rissen sie ab und die Querlatte rissen sie ab, unbewegt rissen sie Indras Säule heraus. Rein und unbefleckt leben sie, die jungen Riesen, die der Klaräugige gezähmt hat.“

Darauf sagte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha diese Strophe auf:

„Wer zum Buddha Zuflucht genommen hat, wird nicht zu den Verlorenen gehen. Wenn er diesen menschlichen Körper aufgegeben hat, wird er die Scharen der Götter mehren.“

1. Versammlung der Gottheiten

Darauf wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

„Mönche und Nonnen, die meisten Gottheiten aus zehn Sonnensystemen haben sich versammelt, um den Klargewordenen und den Saṅgha der Mönche und Nonnen zu sehen. Die Buddhas der Vergangenheit hatten solche Versammlungen von Gottheiten, die höchstens so waren wie diese jetzt für mich ist. Und für die Buddhas der Zukunft gilt das Gleiche. Ich will die Namen der himmlischen Scharen bekanntgeben; ich will die Namen der himmlischen Scharen rühmen; ich will die Namen der himmlischen Scharen lehren. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“

„Ja, Herr“, antworteten sie.

Der Buddha sagte:

„Einen Lobgesang rufe ich auf! Wo die Erdgötter wohnen, dort in den Berghöhlen, entschlossen und gesammelt,

da wohnen viele wie einsame Löwen und haben ihre Furcht gemeistert. Ihr Geist ist hell und rein, klar und ungetrübt.“

Der Lehrer wusste, dass über fünfhundert im Wald bei Kapilavatthu waren. Daher wandte er sich an die Schüler, die die Lehre lieben:

„Die himmlischen Scharen sind hergekommen; Mönche und Nonnen, achtet wohl auf sie.“ Diese Mönche wurden eifrig, als sie die Anleitung des Buddha hörten.

Erkennen zeigte sich in ihnen, als sie die nicht-menschlichen Wesen sahen. Manche sahen hundert, tausend, gar siebzigtausend,

und andere hunderttausend nicht-menschliche Wesen. Doch manche sahen eine endlose Zahl, die sich in alle Himmelsrichtungen erstreckte.

Und all das erkannte und unterschied der Klaräugige. Daher wandte er sich an die Schüler, die die Lehre lieben:

„Die himmlischen Scharen sind hergekommen; Mönche und Nonnen, achtet wohl auf sie. Ich werde sie für euch rühmen mit Worten in der richtigen Folge.

Da sind siebentausend Geister, die Erdgötter von Kapilavatthu. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Sechstausend Geister von verschiedener Farbe sind aus dem Himalaya da. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Vom Berg Sātā sind dreitausend Geister von verschiedener Farbe da. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Und so sind es sechzehntausend Geister von verschiedener Farbe. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Fünfhundert Geister von verschiedener Farbe sind da von Vessāmittas Berg. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Und da ist Kumbhīra von Rājagaha, dessen Heim der Berg Vepulla ist. Begleitet von über hunderttausend Geistern ist Kumbhīra von Rājagaha auch zum Treffen im Wald gekommen.

Der König Dhataraṭṭha herrscht über den Osten. Er ist der Herr der Zentauren, ein großer König, so strahlend.

Und er hat viele mächtige Söhne, die alle den Namen Indra tragen. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Der König Virūḷhaka herrscht über den Süden. Er ist der Herr der Zwerge, ein großer König, so strahlend.

Und er hat viele mächtige Söhne, die alle den Namen Indra tragen. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Der König Virūpakkha herrscht über den Westen. Er ist der Herr der Drachen, ein großer König, so strahlend.

Und er hat viele mächtige Söhne, die alle den Namen Indra tragen. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Der König Kuvera herrscht über den Norden. Er ist der Herr der Geister, ein großer König, so strahlend.

Und er hat viele mächtige Söhne, die alle den Namen Indra tragen. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Dhataraṭṭha im Osten, Virūḷhaka im Süden, Virūpakkha im Westen und Kuvera im Norden –

diese vier großen Könige, ringsum in den vier Himmelsrichtungen, standen schillernd da im Wald bei Kapilavatthu.

Ihre hinterhältigen Gottlosen kamen, so tückisch waren sie und gewieft – die Betrüger Kuṭeṇḍu, Viṭeṇḍu mit Viṭucca und Viṭuṭa.

Und Candana und Kāmaseṭṭha, Kinnughaṇḍu und Nighaṇḍu, Panāda und Opamañña und Mātali, der Wagenlenker der Götter.

Cittasena der Zentaur kam auch und die Könige Nala und Janesabha. Auch Pañcasikha kam mit Timbaru und Suriyavaccasā.

Diese und andere Könige waren da, die Zentauren mit ihren Königen. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Dann kamen die Drachen vom See Nābhasa und die aus Vesālī mit denen von Takkasilā. Die Kambalas und Assataras kamen, auch die aus Pāyāga mit ihrer Sippe.

Es kamen die aus Yamunā und die Dhataraṭṭha-Drachen, so strahlend. Und Erāvaṇa, der große Drache, kam auch zum Treffen im Wald.

Die, die Drachenkönige mit Gewalt packen – die himmlischen, zweimal-geborenen Vögel mit durchdringendem Blick – stoßen vom Himmel herab in den Wald; ihr Name ist ‚Regenbogen-Phönix‘.

Doch die Drachenkönige hatten keine Furcht, denn der Buddha war ihr Schutz vor den Phönixen. Drachen und Phönixe luden einander mit sanften Worten ein und nahmen Zuflucht zum Buddha.

Von Vajirahattha waren sie geschlagen, die Titanen, und lebten im Meer. Sie sind Vāsavas Brüder, mächtig und ruhmreich.

Da sind die schrecklichen Kālakañjas, die Dānava- und Ghasa-Titanen, Vepacitti und Sucitti, Pahārāda mit Namuci

und Balis hundert Söhne, alle nach Virocana benannt. Balis Heer bewaffnete sich und zog zum glückverheißenden Rāhu. Sie sagten: ‚Jetzt ist die Zeit, Herr, für das Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.‘

Die Wasser- und die Erdgötter und die von Feuer und Wind sind gekommen, die Götter von Varuṇa und Varuṇas Nachwuchs, und Soma zusammen mit Yasa.

Von den Göttern der Liebe und des Mitgefühls kam eine Schar herbei, so strahlend. Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben.

Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Die Vishnu- und Sahalī-Götter und das unerreichte Zwillingspaar kamen. Es kamen die Götter, die auf dem Mond leben, und der Mond schritt ihnen voran.

Es kamen die Götter, die auf der Sonne leben, und die Sonne schritt ihnen voran. Und mit den Sternen, die voranschritten, kamen die behäbigen Wolkengötter.

Und Vāsava kam, der größte der Vasus, der Sakka der Fähige ist, Purindada der Erstspender. Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben.

Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Dann kamen die Sahabhū-Götter, lodernd wie eine Flammenkrone, auch die Ariṭṭhakas und auch die Rojas und die Götter von flachsblauer Schattierung.

Die Varuṇas und Sahadhammas, die Accutas und Anejakas, die Sūleyyas und Ruciras kamen alle, wie auch die Vāsavanesi-Götter. Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben.

Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Die Samānas und Mahāsamānas, Mānusas und Mānusuttamas, alle kamen, auch die Götter, die durch Spielen verkommen waren, sowie die Gehässigen.

Dann kamen die Götter des Merkur und die, die auf dem Mars leben. Die Pāragas und Mahāpāragas kamen, die so strahlend sind. Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben.

Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Die Götter der Venus, der neugeborenen Sonne und der Morgendämmerung kamen zusammen mit denen vom Saturn. Und die Götter des weißen Globus kamen und führten die glänzenden Götter an.

Die Sadāmattas und Hāragajas und die gemischten Ruhmreichen; Pajjuna kam donnernd an, er, der in allen Himmelsrichtungen regnet.

Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Es kamen die Khemiyas aus dem Tusita- und Yamareich und die ruhmreichen Kaṭṭhakas; ebenso die Lambītakas und Lāmaseṭṭhas und die, die man die Leuchtenden nennt, und die Götter der erfüllten Wünsche. Es kamen die Götter, die das Erschaffen lieben, und die, die über das herrschen, was andere erschaffen.

Diese zehn Götterscharen schillerten in allen Farben. Sie sind mächtig und glänzend, so schön und ruhmreich. Voll Freude sind sie hergekommen zum Treffen der Mönche und Nonnen im Wald.

Diese sechzig Götterscharen schillerten in allen Farben. Sie kamen nach Namen geordnet, diese und andere ebenso. Sie dachten:

‚Wir werden die sehen, die die Wiedergeburt los sind, die Gütigen, die Unbefleckten, die die Flut überquert haben, und den Drachen, der sie hinüberbrachte, der die Dunkelheit überwunden hat, so, wie der Mond.‘

Subrahmā und Paramatta kamen mit Söhnen dieser Gewaltigen. Sanaṅkumāra und Tissa, auch sie kamen zum Treffen im Wald.

In tausend Brahmāwelten tritt der Große Brahmā hervor. Strahlend ist er erschienen, sein gewaltiger Körper ist so strahlend.

Die zehn allmächtigen Götter kamen her, von denen jeder Macht ausübt, und in ihrer Mitte kam Hārita mit seinem Gefolge.“

Als sie alle hergekommen waren, die Götter mit ihrem Fürsten und die Brahmās, da erschien auch Māras Heer: Sieh, wie einfältig der Dunkle Herr ist!

„Kommt, ergreift sie und bindet sie“, sagte er, „sie sollen von Begierde gebunden sein! Umringt sie von allen Seiten, lasst niemanden entkommen!“

Und so schickte der große General, der dunkle Herr, sein Heer los. Er hieb mit der Faust auf den Boden, um mit dem Klang Entsetzen zu verbreiten,

wie eine Monsunwolke, aus der der Regen strömt, aus der es donnert und blitzt. Und dann kam er zurück, rasend, hatte die Beherrschung verloren.

Und all das erkannte und unterschied der Klaräugige. Daher wandte sich der Lehrer an die Schüler, die die Lehre lieben:

„Māras Heer ist gekommen; Mönche und Nonnen, achtet wohl auf sie.“ Diese Mönche wurden eifrig, als sie die Anleitung des Buddha hörten. Das Heer floh vor den Leidenschaftslosen, kein einziges Haar wurde gekrümmt!

„Alle siegreich in der Schlacht, so furchtlos und ruhmreich. Sie freuen sich mit allen Geistern, die Schüler dessen, der unter den Menschen berühmt ist.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).