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DN10

Mit Subha

Subhasutta

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Ehrwürdige Ānanda bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika, nicht lange, nachdem der Buddha vollkommen verloschen war.

Damals befand sich der Vedenstudent Subha, der Sohn Todeyyas, wegen einer Angelegenheit in Sāvatthī. Da wandte er sich an einen gewissen jungen Vedenstudenten: „Bitte, junger Vedenstudent, geh zum Asketen Ānanda und beuge in meinem Namen deinen Kopf zu seinen Füßen. Frage ihn, ob er gesund und wohlauf ist, ob er wendig und kräftig ist und unbeschwert lebt. Und dann sage: ‚Bitte, werter Ānanda, besuche den Vedenstudenten Subha, den Sohn Todeyyas, in seiner Wohnung aus Anteilnahme.‘“

„Ja, werter Herr“, antwortete der junge Vedenstudent und tat wie geheißen.

Auf seine Bitte antwortete ihm der Ehrwürdige Ānanda: „Jetzt ist nicht die rechte Zeit, junger Vedenstudent. Für heute habe ich eine Dosis Arznei getrunken. Aber morgen wird es hoffentlich eine Gelegenheit geben, dass ich ihn besuche.“

„Ja, werter Herr“, antwortete der junge Vedenstudent. Er ging zu Subha zurück, erstattete ihm Bericht und fügte hinzu: „So viel konnte ich ausrichten, werter Herr. Zumindest wird der werte Ānanda morgen die Gelegenheit nutzen, zu kommen.“

Als dann die Nacht vorüber war, kleidete Ānanda sich am Morgen an, nahm Schale und Robe, ging mit dem Ehrwürdigen Cetaka als zweitem Mönch zu Subhas Wohnung und setzte sich dort auf den ausgebreiteten Sitz. Da kam Subha zu Ānanda und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zu Ānanda:

„Werter Ānanda, du warst lange Zeit der Aufwärter des werten Gotama. Du standest ihm nahe und lebtest mit ihm. Du solltest wissen, welche Dinge der werte Gotama pries und wozu er all diese Menschen ermunterte, worin er sie verankerte und worauf er sie gründete. Was waren diese Dinge?“

„Vedenstudent, der Buddha pries drei Übungskategorien, und dazu ermunterte er all diese Menschen, darin verankerte er sie, darauf gründete er sie. Welche drei? Den Umfang der edlen Tugend, der edlen Versenkung und der edlen Weisheit. Das sind die drei Übungskategorien, die der Buddha pries.“

1. Der Umfang der Tugend

„Aber was ist dieser Umfang der edlen Tugend, den der werte Gotama pries?“

„Vedenstudent, da erscheint ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist. Ein Hausbesitzer hört diese Lehre, oder das Kind eines Hausbesitzers oder jemand, der in einer guten Familie wiedergeboren ist. Er fasst Vertrauen zum Klargewordenen und überlegt: ‚Das Hausleben ist eng und schmutzig, aber wenn man fortgezogen ist, ist das Leben weit offen. Es ist nicht einfach, wenn man im Haus lebt, das geistliche Leben ganz vollständig und rein zu führen wie eine blank gescheuerte Muschel. Warum rasiere ich mir nicht Haar und Bart, lege ockerfarbene Roben an und ziehe aus dem Haus fort ins hauslose Leben?‘ Nach einiger Zeit gibt er ein großes oder kleines Vermögen auf, verlässt einen großen oder kleinen Familienkreis. Er rasiert sich Haar und Bart, legt ockerfarbene Roben an und zieht aus dem Haus fort ins hauslose Leben. Nachdem er fortgezogen ist, lebt er gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Schulungsregeln ein, die er aufgenommen hat. Er handelt tauglich mit dem Körper und der Sprache. Sein Lebenserwerb ist rein und er hat die Tugend vervollkommnet. Er bewacht die Tore der Sinne, besitzt Achtsamkeit und Situationsbewusstsein und ist zufrieden.

Und wie hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet? Da gibt ein Mönch das Töten lebender Geschöpfe auf und tötet nicht mehr. Er verzichtet auf Stock und Schwert. Er ist einfühlsam und gütig und lebt voller Anteilnahme für alle Lebewesen …

Das ist Teil seiner Tugend.

Es gibt manche werten Asketen und Brahmanen, die Speisen genießen, die aus Vertrauen gespendet wurden, und gleichzeitig noch ihren Unterhalt mit einer unwürdigen Kunst, einem falschen Lebenserwerb verdienen: nämlich Riten zur Besänftigung, um Wünsche zu erfüllen, für Gespenster, für die Erde, für Regen, zur Befriedung eines Grundstücks und für das Vorbereiten und Weihen von Bauplätzen für Häuser, Riten, die mit Abspülen und Baden einhergehen, und Speiseopfer; weiterhin die Anwendung von Brechmitteln, Abführmitteln, Mitteln zum Lösen und Auswerfen von Schleim, die Anwendung von Ohröl, Stärkungsmitteln für die Augen, Arznei für die Nase, Salben und Gegensalben, Starstechen und Behandlung durch Wundärzte, Behandlung von Kindern, Verschreibung arzneilicher Wurzeln und Kräuterpflastern. Er unterlässt solch unwürdige Kunst, solch falschen Lebenserwerb. … Das ist Teil seiner Tugend.

Ein Mönch, der so die Tugend vervollkommnet hat, hat in Bezug auf seine Zügelung in der Tugend von keiner Seite etwas zu befürchten. Wie ein König, der seine Feinde besiegt hat: Er hat von seinen Feinden von keiner Seite etwas zu befürchten. Ebenso hat ein Mönch, der so die Tugend vervollkommnet hat, in Bezug auf seine Zügelung in der Tugend von keiner Seite etwas zu befürchten. Wenn er diesen Umfang der edlen Tugend besitzt, erfährt er im Innern ein Glück, das ohne Tadel ist. So hat ein Mönch die Tugend vervollkommnet.

Das ist dieser Umfang der edlen Tugend, den der Buddha pries. Aber es gibt noch mehr zu tun.“

„Es ist unglaublich, werter Ānanda, es ist erstaunlich! Dieser Umfang der edlen Tugend ist vollständig, da fehlt nichts! Solch einen vollständigen Umfang der edlen Tugend kann man bei den anderen Asketen und Brahmanen nicht sehen. Wenn andere Asketen und Brahmanen solch einen vollständigen Umfang der edlen Tugend bei sich selbst sähen, würden sie sich voller Entzücken damit zufriedengeben: ‚Das genügt, es wurde genug getan. Wir haben das Ziel unseres Asketenlebens erreicht. Es gibt nichts mehr weiter zu tun.‘ Und doch sagst du: ‚Aber es gibt noch mehr zu tun.‘

2. Der Umfang der Versenkung

Aber was, werter Ānanda, ist dieser Umfang der edlen Versenkung, den der werte Gotama pries?“

„Und wie, Vedenstudent, bewacht ein Mönch die Tore der Sinne? Wenn ein Mönch mit dem Auge ein Bild sieht, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Sehvermögen und hält es im Zaum. Wenn er mit dem Ohr einen Ton hört … Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht … Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt … Wenn er mit dem Körper eine Berührung empfindet … Wenn er mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und hält es im Zaum. Wenn er diese edle Zügelung der Sinne besitzt, erfährt er im Innern eine fleckenlose Seligkeit. So bewacht ein Mönch die Tore der Sinne.

Und wie ist ein Mönch achtsam und der Situation bewusst? Da handelt ein Mönch mit Situationsbewusstsein beim Ausgehen und Zurückkommen, beim Hin- und Wegschauen, beim Beugen und Strecken der Glieder, beim Tragen von äußerer Robe, Schale und Roben, beim Essen, Trinken, Kauen, Schmecken, beim Ausscheiden von Urin und Kot, beim Gehen, Stehen, Sitzen, Schlafen und Wachen, Reden und Schweigen. So ist ein Mönch achtsam und der Situation bewusst.

Und wie ist ein Mönch zufrieden? Da ist ein Mönch zufrieden mit Roben, die den Körper einhüllen, und Almosen, das den Bauch füllt. Wohin er auch geht, da nimmt er nur diese Dinge mit. Wie ein Vogel: Wohin er auch fliegt, die Flügel sind seine einzige Bürde. Ebenso ist ein Mönch zufrieden mit Roben, die den Körper einhüllen, und Almosen, das den Bauch füllt. Wohin er auch geht, da nimmt er nur diese Dinge mit. So ist ein Mönch zufrieden.

Wenn er diesen Umfang der edlen Tugend, diese edle Zügelung der Sinne, diese edle Achtsamkeit und das edle Situationsbewusstsein und diese edle Zufriedenheit besitzt, sucht er einen abgelegenen Platz auf: eine Wildnis, den Fuß eines Baumes, einen Hügel, eine Schlucht, eine Berghöhle, ein Leichenfeld, einen Wald, den freien Himmel, einen Strohhaufen. Nach dem Essen kommt er vom Almosengang zurück, setzt sich mit gekreuzten Beinen hin, richtet den Körper gerade auf und verankert die Achtsamkeit bei sich.

Er gibt das Begehren nach der Welt auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Begehren ist, und läutert den Geist von Begehren. Er gibt bösen Willen und Gehässigkeit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von bösem Willen ist, voller Anteilnahme für alle Lebewesen, und läutert den Geist von bösem Willen. Er gibt Dumpfheit und Benommenheit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Dumpfheit und Benommenheit ist, er nimmt Licht wahr, ist achtsam und der Situation bewusst und läutert den Geist von Dumpfheit und Benommenheit. Er gibt Rastlosigkeit und Reue auf, meditiert ohne Rastlosigkeit, mit innerlich friedvollem Geist, und läutert den Geist von Rastlosigkeit und Reue. Er gibt den Zweifel auf, meditiert, indem er über den Zweifel hinausgegangen ist, nicht im Unklaren über taugliche Eigenschaften, und läutert den Geist von Zweifel.

Wie ein Mann, der in Schulden geraten wäre und sich der Arbeit widmete und dessen Mühe erfolgreich wäre. Er würde die ursprüngliche Anleihe zurückzahlen und hätte genug übrig, um seine Frau zu unterhalten. Wenn er daran dächte, wäre er voller Freude und Glück.

Wie ein Mensch, der mitgenommen, leidend, schwer krank wäre. Er verlöre den Appetit und käme von Kräften. Doch nach einiger Zeit erholte er sich von dieser Krankheit, bekäme wieder Appetit und käme zu Kräften. Wenn er daran dächte, wäre er voller Freude und Glück.

Wie ein Mensch, der in einem Gefängnis eingesperrt wäre. Doch nach einiger Zeit würde er aus dem Gefängnis entlassen, wäre heil und gesund und hätte nichts von seinem Vermögen verloren. Wenn er daran dächte, wäre er voller Freude und Glück.

Wie ein Mensch, der ein abhängiger Diener wäre. Er wäre nicht sein eigener Herr, sondern einem anderen arbeitsverpflichtet und könnte nicht gehen, wohin er wollte. Doch nach einiger Zeit würde er aus der Knechtschaft befreit und würde sein eigener Herr, keinem anderen arbeitsverpflichtet, ein mündiger Mensch, der gehen könnte, wohin er wollte. Wenn er daran dächte, wäre er voller Freude und Glück.

Wie ein Mensch, der mit seinem Besitz und Vermögen eine Straße durch die Wüste entlangwanderte, die gefährlich wäre und wo es nichts zu essen gäbe. Doch nach einiger Zeit hätte er die Wüste sicher durchquert und käme in einem Dorf an, in einem Refugium frei von Gefahr. Wenn er daran dächte, wäre er voller Freude und Glück.

Ebenso betrachtet da ein Mönch, der diese fünf Hindernisse im Innern noch nicht aufgegeben hat, diese als eine Schuld, eine Krankheit, ein Gefängnis, als Sklaverei und als eine Wüstendurchquerung.

Aber wenn er diese fünf Hindernisse im Innern aufgegeben hat, betrachtet er dies als Freiheit von Schulden, als Genesung, als Freilassung aus dem Gefängnis, als Mündigkeit und schließlich als Refugium.

Wenn er sieht, dass die Hindernisse in ihm aufgegeben sind, lodert Freude auf. Wenn er voller Freude ist, lodert Ekstase auf. Wenn der Geist in Ekstase ist, wird der Körper still. Wenn der Körper still ist, empfindet er Seligkeit. Und wenn er voller Seligkeit ist, versenkt sich der Geist im Samādhi.

Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, tritt er in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält. Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre.

Wie ein geschickter Bader oder Baderlehrling, der Seifenpulver in eine Bronzeschüssel gibt und es nach und nach mit Wasser benetzt. Er knetet es, bis die Kugel aus Seifenpulver mit Feuchtigkeit vollgesogen und gesättigt ist, innen und außen durchtränkt, und doch keine Feuchtigkeit herausquillt.

Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Abgeschiedenheit geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre. Das ist Teil seiner Versenkung.

Wenn dann das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt er in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten. Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre.

Wie ein tiefer See, der von Quellwasser gespeist wird; er hat weder von Osten noch von Westen, weder von Norden noch von Süden einen Zufluss, und die Himmel bescheren nicht von Zeit zu Zeit angemessene Schauer. Doch der Strom kühlen Wassers, der im See aufwallt, tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt den ganzen See. Es gibt keinen Teil des Sees, der nicht von kühlem Wasser durchströmt wäre.

Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von aus Versenkung geborener Ekstase und Seligkeit durchströmt wäre. Das ist Teil seiner Versenkung.

Mit dem Schwinden der Ekstase tritt er dann in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert er mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘ Er tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt seinen Körper mit Seligkeit, die frei von Ekstase ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von der Seligkeit, die frei von Ekstase ist, durchströmt wäre.

Wie ein Teich mit blauen Seerosen oder rosa oder weißen Lotusblumen. Manche von ihnen sprießen und wachsen im Wasser, ohne sich darüber zu erheben, und gedeihen unter Wasser. Von der Spitze bis zur Wurzel sind sie getränkt, durchdrungen, angefüllt und durchströmt von kühlem Wasser. Es gibt keinen Teil von ihnen, der nicht von kühlem Wasser durchströmt wäre.

Ebenso tränkt, durchdringt, füllt und durchströmt ein Mönch seinen Körper mit der Seligkeit, die frei von Ekstase ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von der Seligkeit, die frei von Ekstase ist, durchströmt wäre. Das ist Teil seiner Versenkung.

Indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt er dann in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. Er sitzt da und durchströmt seinen Körper mit reinem, hellem Geist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von reinem, hellem Geist durchströmt wäre.

Wie wenn jemand dasitzt, der von Kopf bis Fuß in ein weißes Tuch gehüllt ist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von dem weißen Tuch bedeckt wäre.

Ebenso sitzt ein Mönch da und durchströmt seinen Körper mit reinem, hellem Geist. Es gibt keinen Teil des Körpers, der nicht von reinem, hellem Geist durchströmt wäre. Das ist Teil seiner Versenkung.

Das ist dieser Umfang der edlen Versenkung, den der Buddha pries. Aber es gibt noch mehr zu tun.“

„Es ist unglaublich, werter Ānanda, es ist erstaunlich! Dieser Umfang der edlen Versenkung ist vollständig, da fehlt nichts! Solch einen vollständigen Umfang der edlen Versenkung kann man bei den anderen Asketen und Brahmanen nicht sehen. Wenn andere Asketen und Brahmanen solch einen vollständigen Umfang der edlen Versenkung bei sich selbst sähen, würden sie sich voller Entzücken damit zufriedengeben: ‚Das genügt, es wurde genug getan. Wir haben das Ziel unseres Asketenlebens erreicht. Es gibt nichts mehr weiter zu tun.‘ Und doch sagst du: ‚Aber es gibt noch mehr zu tun.‘

3. Der Umfang der Weisheit

Aber was, werter Ānanda, ist dieser Umfang der edlen Weisheit, den der werte Gotama pries?“

„Wenn der Geist eines Mönchs so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen. Er versteht: ‚Dieser mein Körper ist geformt. Er besteht aus den vier Grundzuständen, wurde von Mutter und Vater gezeugt, mit Reis und Brei aufgebaut und muss vergehen, sich abnutzen und dahinschwinden, muss aufgelöst und zerstört werden. Und dieses mein Bewusstsein hängt ihm an, ist an ihn geknüpft.‘

Wie ein Schmuckstück aus Beryll, von Natur aus schimmernd, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen, das auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt wäre. Ein Mensch mit klaren Augen würde es in die Hand nehmen und untersuchen: ‚Dieses Schmuckstück aus Beryll ist von Natur aus schimmernd, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen. Und es ist auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Hervorbringen eines geistgeschaffenen Körpers. Aus diesem Körper bringt er einen anderen Körper hervor, geformt, geistgeschaffen, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte.

Wie wenn ein Mensch einen Schilfhalm aus seiner Scheide zöge und dächte: ‚Das ist der Schilfhalm, das ist die Scheide. Der Halm und die Scheide sind verschiedene Dinge. Der Schilfhalm wurde aus der Scheide herausgezogen.‘ Oder wie wenn ein Mensch ein Schwert aus der Scheide zöge und dächte: ‚Das ist das Schwert, das ist die Scheide. Das Schwert und die Scheide sind verschiedene Dinge. Das Schwert wurde aus der Scheide herausgezogen.‘ Oder wie wenn ein Mensch eine Schlange aus ihrer abgestreiften Haut zöge und dächte: ‚Das ist die Schlange, das ist die Haut. Die Schlange und die Haut sind verschiedene Dinge. Die Schlange wurde aus der Haut herausgezogen.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Hervorbringen eines geistgeschaffenen Körpers. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die übersinnliche Kraft. Er übt die vielen Arten übersinnlicher Kraft aus: sich vervielfältigen und wieder eins werden; erscheinen und verschwinden; ungehindert durch eine Mauer, einen Erdwall oder einen Berg gehen wie durch leeren Raum; in die Erde eintauchen und wieder auftauchen, als wäre sie Wasser; über das Wasser gehen, als wäre es Land; mit gekreuzten Beinen durch die Luft fliegen wie ein Vogel; Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, mit der Hand berühren und streicheln; den Körper beherrschen bis hin zur Brahmāwelt.

Wie ein geschickter Töpfer oder Töpferlehrling, der gut vorbereiteten Ton hätte: Er könnte daraus jedes Gefäß herstellen, das er wollte. Oder wie ein geschickter Elfenbeinschnitzer oder Elfenbeinschnitzer-Lehrling, der gut vorbereitetes Elfenbein hätte: Er könnte daraus jeden Elfenbein-Gegenstand herstellen, den er wollte. Oder wie ein fachkundiger Goldschmied oder Goldschmiedelehrling, der gut vorbereitetes Gold hätte: Er könnte daraus jeden goldenen Gegenstand herstellen, den er wollte.

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die übersinnliche Kraft. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die Hellhörigkeit. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellhörigkeit kann er beide Arten von Tönen hören, himmlische und menschliche, ob fern oder nah. Wie wenn ein Mensch eine Straße entlangwanderte, und er hörte den Klang von Tontrommeln, Schlaginstrumenten, Schneckenhörnern, Pauken und Tomtoms. Er dächte: ‚Das ist der Klang von Trommeln‘, ‚Das ist der Klang von Schlaginstrumenten‘ und ‚Das ist der Klang von Schneckenhörnern, Pauken und Tomtoms‘.

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die Hellhörigkeit. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erfassen des Geistes anderer. Er erkennt einen gierigen Geist als ‚gierigen Geist‘ und einen von Gier freien Geist als ‚von Gier freien Geist‘. Er erkennt einen hasserfüllten Geist … einen von Hass freien Geist … einen Geist, der sich täuscht … einen von Täuschung freien Geist … einen eingeengten Geist … einen zerstreuten Geist … einen ausgedehnten Geist … einen nicht ausgedehnten Geist … einen Geist, der nicht unübertrefflich ist … einen unübertrefflichen Geist … einen im Samādhi versunkenen Geist … einen nicht im Samādhi versunkenen Geist … Er erkennt einen befreiten Geist als ‚befreiten Geist‘ und einen nicht befreiten Geist als ‚nicht befreiten Geist‘.

Wie eine Frau oder ein Mann, jung, jugendlich, in Schmuck vernarrt. Dieser Mensch würde in einem reinen, blanken Spiegel oder einer Schale klaren Wassers sein Spiegelbild betrachten. Wenn er einen Fleck hätte, wüsste er: ‚Ich habe einen Fleck‘, und wenn er keinen Fleck hätte, wüsste er: ‚Ich habe keinen Fleck.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erfassen des Geistes anderer. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf die Erinnerung an frühere Leben. Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.

Wie wenn ein Mensch sein Heimatdorf verließe und zu einem anderen Dorf ginge. Von diesem Dorf ginge er zu wieder einem anderen Dorf. Und von jenem Dorf käme er zurück zu seinem Heimatdorf. Er dächte: ‚Ich ging von meinem Heimatdorf zu einem anderen Dorf. Dort stand ich so, saß so, redete so oder schwieg so. Von diesem Dorf ging ich zu wieder einem anderen Dorf. Dort stand ich dann so, saß so, redete so oder schwieg so. Und von jenem Dorf kam ich zurück zu meinem Heimatdorf.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf die Erinnerung an frühere Leben. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sieht er Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sieht er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen.

Wie wenn ein Pfahlbau-Langhaus an dem Platz im Zentrum stünde. Ein Mensch mit klaren Augen, der darauf stünde, könnte sehen, wie Menschen ein Haus betreten oder verlassen, wie sie über die Straßen und Wege gehen und an dem Platz im Zentrum sitzen. Er dächte: ‚Diese Menschen betreten ein Haus oder verlassen es, gehen über die Straßen und Wege und sitzen an dem Platz im Zentrum.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen. Das ist Teil seiner Weisheit.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen. Er versteht wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Er versteht wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘ Wenn er das erkennt und sieht, ist sein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit. Wenn er befreit ist, weiß er, er ist befreit.

Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

Wie ein See in einer Bergschlucht, der durchsichtig, klar und ungetrübt wäre. Ein Mensch mit klaren Augen, der am Ufer stünde, würde die Schnecken und Muscheln, Steine und Kiesel sehen und auch die Fischschwärme, die herumschwämmen oder stillstünden. Er dächte: ‚Dieser See ist durchsichtig, klar und ungetrübt. Hier sind die Schnecken und Muscheln, Steine und Kiesel und die Fischschwärme, die herumschwimmen oder stillstehen.‘

Ebenso streckt ein Mönch, wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen. Das ist Teil seiner Weisheit.

Das ist dieser Umfang der edlen Weisheit, den der Buddha pries. Und weiter gibt es nichts mehr zu tun.“

„Es ist unglaublich, werter Ānanda, es ist erstaunlich! Dieser Umfang der edlen Weisheit ist vollständig, da fehlt nichts! Solch einen vollständigen Umfang der edlen Weisheit kann man bei den anderen Asketen und Brahmanen nicht sehen. Und weiter gibt es nichts mehr zu tun. Vortrefflich, werter Ānanda! Vortrefflich! Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der werte Ānanda die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht. Ich nehme Zuflucht zum werten Gotama, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen. Von diesem Tag an soll der werte Ānanda mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).