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AN9.40

4. Das große Kapitel

4. Mahāvagga

Das Gleichnis vom Elefantenbullen im Wald

„Mönche und Nonnen, wenn ein wilder Elefantenbulle ins Fressen vertieft ist und andere Elefanten – Bullen, Kühe, Heranwachsende und Junge – sind ihm zuvorgekommen und haben das Gras niedergetrampelt, so ist der wilde Elefantenbulle davon entsetzt, abgestoßen und angewidert. Wenn ein wilder Elefantenbulle ins Fressen vertieft ist und andere Elefanten – Bullen, Kühe, Heranwachsende und Junge – fressen die abgebrochenen Zweige, die er herabgezogen hat, so ist der wilde Elefantenbulle davon entsetzt, abgestoßen und angewidert. Wenn ein wilder Elefantenbulle in den Teich eingetaucht ist und andere Elefanten – Bullen, Kühe, Heranwachsende und Junge – sind ihm zuvorgekommen und haben mit ihren Rüsseln das Wasser aufgewühlt, so ist der wilde Elefantenbulle davon entsetzt, abgestoßen und angewidert. Wenn ein wilder Elefantenbulle aus dem Teich herausgekommen ist und die Elefantenkühe rempeln ihn an, so ist der wilde Elefantenbulle davon entsetzt, abgestoßen und angewidert.

Zu einer solchen Zeit denkt der wilde Elefantenbulle: ‚Heutzutage lebe ich bedrängt von anderen Elefanten – Bullen, Kühen, Heranwachsenden und Jungen. Ich fresse das Gras, das sie niedergetrampelt haben, und sie fressen die abgebrochenen Zweige, die ich herabgezogen habe. Ich trinke schlammiges Wasser, und nach meinem Bad rempeln mich die Elefantenkühe an. Warum lebe ich nicht allein und ziehe mich von der Herde zurück?‘ Nach einiger Zeit zieht er sich von der Herde zurück und lebt allein, und er frisst Gras, das nicht niedergetrampelt ist, und andere Elefanten fressen nicht die abgebrochenen Zweige, die er herabgezogen hat. Er trinkt kein schlammiges Wasser, und die Elefantenkühe rempeln ihn nach seinem Bad nicht an.

Zu einer solchen Zeit denkt der wilde Elefantenbulle: ‚Früher lebte ich bedrängt von anderen Elefanten – Bullen, Kühen, Heranwachsenden und Jungen. Ich fraß das Gras, das sie niedergetrampelt hatten, und sie fraßen die abgebrochenen Zweige, die ich herabgezogen hatte. Ich trank schlammiges Wasser, und nach meinem Bad rempelten mich die Elefantenkühe an. Jetzt lebe ich allein und bin von all diesen Dingen frei.‘ Er bricht einen Ast ab und kratzt seinen Körper, lindert froh seinen Juckreiz.

Ebenso denkt ein Mönch, wenn er bedrängt ist von Mönchen, Nonnen, Laienmännern und Laienfrauen, von Herrschern und königlichen Oberministern und von Lehrern anderer Konfessionen und deren Schülern: ‚Heutzutage bin ich bedrängt von Mönchen, Nonnen, Laienmännern und Laienfrauen, von Herrschern und königlichen Oberministern und von Lehrern anderer Konfessionen und deren Schülern. Warum lebe ich nicht allein und ziehe mich von der Gruppe zurück?‘ Er sucht einen abgelegenen Platz auf: eine Wildnis, den Fuß eines Baumes, einen Hügel, eine Schlucht, eine Berghöhle, ein Leichenfeld, einen Wald, den freien Himmel, einen Strohhaufen. Wenn er in eine Wildnis oder zum Fuß eines Baumes oder zu einer leeren Hütte gegangen ist, setzt er sich dort mit gekreuzten Beinen hin, richtet den Körper gerade auf und verankert die Achtsamkeit bei sich.

Er gibt das Begehren nach der Welt auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Begehren ist, und läutert den Geist von Begehren. Er gibt bösen Willen und Gehässigkeit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von bösem Willen ist, voller Anteilnahme für alle Lebewesen, und läutert den Geist von bösem Willen. Er gibt Dumpfheit und Benommenheit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Dumpfheit und Benommenheit ist, er nimmt Licht wahr, ist achtsam und der Situation bewusst und läutert den Geist von Dumpfheit und Benommenheit. Er gibt Rastlosigkeit und Reue auf, meditiert ohne Rastlosigkeit, mit innerlich friedvollem Geist, und läutert den Geist von Rastlosigkeit und Reue. Er gibt den Zweifel auf, meditiert, indem er über den Zweifel hinausgegangen ist, nicht im Unklaren über taugliche Eigenschaften, und läutert den Geist von Zweifel. Er gibt diese fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Dann tritt er, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während er den Geist ausrichtet und hält. Er lindert froh seinen Juckreiz. Wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt er in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin … in die dritte Vertiefung … in die vierte Vertiefung. Er lindert froh seinen Juckreiz.

Er übersteigt jegliche Formwahrnehmung, und mit dem Vergehen der Wahrnehmung von Eindrücken, und indem er den Geist nicht auf die Wahrnehmung von Vielfalt richtet, tritt er im Wissen: ‚Raum ist unendlich‘, in die Dimension des unendlichen Raumes ein und verweilt darin. Er lindert froh seinen Juckreiz. Er übersteigt vollständig die Dimension des unendlichen Raumes, tritt im Wissen: ‚Bewusstsein ist unendlich‘, in die Dimension des unendlichen Bewusstseins ein und verweilt darin. … Er übersteigt vollständig die Dimension des unendlichen Bewusstseins, tritt im Wissen: ‚Da ist überhaupt nichts‘, in die Dimension des Nichts ein und verweilt darin. … Er übersteigt vollständig die Dimension des Nichts, tritt in die Dimension ein, die weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat, und verweilt darin. … Dann übersteigt er vollständig die Dimension, die weder Wahrnehmung noch keine Wahrnehmung hat, tritt in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein und verweilt darin. Und wenn er mit Weisheit gesehen hat, lösen sich seine Befleckungen auf. Er lindert froh seinen Juckreiz.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).