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AN9.22

3. Das Kapitel über Aufenthalte der Lebewesen

3. Sattāvāsavagga

Ein wildes Fohlen

„Mönche und Nonnen, ich will über drei wilde Fohlen und drei wilde Menschen sprechen; über drei erstklassige Pferde und drei erstklassige Menschen; und über drei erlesene Vollblutpferde und drei erlesene Vollblutmenschen. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.

Und was sind die drei wilden Fohlen? Ein wildes Fohlen ist schnell, aber nicht schön und nicht wohlgestaltet. Ein anderes wildes Fohlen ist schnell und schön, aber nicht wohlgestaltet. Und wieder ein anderes wildes Fohlen ist schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei wilden Fohlen.

Und was sind die drei wilden Menschen? Ein wilder Mensch ist schnell, aber nicht schön und nicht wohlgestaltet. Ein anderer wilder Mensch ist schnell und schön, aber nicht wohlgestaltet. Und wieder ein anderer wilder Mensch ist schnell, schön und wohlgestaltet.

Und wie ist ein wilder Mensch schnell, aber nicht schön und nicht wohlgestaltet? Da versteht ein Mönch wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Das ist seine Schnelligkeit, sage ich. Aber wenn man ihm eine Frage über die Lehre oder Schulung stellt, zögert er und antwortet nicht. Das ist seine fehlende Schönheit, sage ich. Und er erhält keine Roben, kein Almosen, keine Unterkunft und keine Arznei und Krankenversorgung. Das ist sein fehlendes Wohlgestaltetsein, sage ich. So ist ein wilder Mensch schnell, aber nicht schön und nicht wohlgestaltet.

Und wie ist ein wilder Mensch schnell und schön, aber nicht wohlgestaltet? Da versteht ein Mönch wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Das ist seine Schnelligkeit, sage ich. Wenn man ihm eine Frage über die Lehre oder Schulung stellt, antwortet er, ohne zu zögern. Das ist seine Schönheit, sage ich. Aber er erhält keine Roben, kein Almosen, keine Unterkunft und keine Arznei und Krankenversorgung. Das ist sein fehlendes Wohlgestaltetsein, sage ich. So ist ein wilder Mensch schnell und schön, aber nicht wohlgestaltet.

Und wie ist ein wilder Mensch schnell, schön und wohlgestaltet? Da versteht ein Mönch wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Das ist seine Schnelligkeit, sage ich. Wenn man ihm eine Frage über die Lehre oder Schulung stellt, antwortet er, ohne zu zögern. Das ist seine Schönheit, sage ich. Und er erhält Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung. Das ist sein Wohlgestaltetsein, sage ich. So ist ein wilder Mensch schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei wilden Menschen.

Und was sind die drei erstklassigen Pferde? Ein erstklassiges Pferd … ist schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei erstklassigen Pferde.

Und was sind die drei erstklassigen Menschen? Ein erstklassiger Mensch … ist schnell, schön und wohlgestaltet.

Und wie ist ein erstklassiger Mensch … schnell, schön und wohlgestaltet? Da wird ein Mönch mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren. Er erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren. Das ist seine Schnelligkeit, sage ich. Wenn man ihm eine Frage über die Lehre oder Schulung stellt, antwortet er, ohne zu zögern. Das ist seine Schönheit, sage ich. Und er erhält Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung. Das ist sein Wohlgestaltetsein, sage ich. So ist ein erstklassiger Mensch schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei erstklassigen Menschen.

Und was sind die drei erlesenen Vollblutpferde? Ein erlesenes Vollblutpferd … ist schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei erlesenen Vollblutpferde.

Und was sind die drei erlesenen Vollblutmenschen? Ein erlesener Vollblutmensch … ist schnell, schön und wohlgestaltet.

Und wie ist ein erlesener Vollblutmensch … schnell, schön und wohlgestaltet? Da erlangt ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Das ist seine Schnelligkeit, sage ich. Wenn man ihm eine Frage über die Lehre oder Schulung stellt, antwortet er, ohne zu zögern. Das ist seine Schönheit, sage ich. Und er erhält Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung. Das ist sein Wohlgestaltetsein, sage ich. So ist ein erlesener Vollblutmensch schnell, schön und wohlgestaltet. Das sind die drei erlesenen Vollblutmenschen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).