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AN9.13

2. Das Kapitel über das Löwengebrüll

2. Sīhanādavagga

Mit Koṭṭhita

Da ging der Ehrwürdige Mahākoṭṭhita zum Ehrwürdigen Sāriputta und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte Mahākoṭṭhita sich zur Seite hin und sagte zu Sāriputta:

„Geehrter Sāriputta, führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die in diesem Leben erfahren werden müssen, erst in künftigen Leben erfahre‘?“

„Sicher nicht, Geehrter.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die in künftigen Leben erfahren werden müssen, in diesem Leben erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die als angenehm erfahren werden müssen, als schmerzhaft erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die als schmerzhaft erfahren werden müssen, als angenehm erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die erfahren werden müssen, wenn sie reif sind, erfahre, wenn sie noch nicht reif sind‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die erfahren werden müssen, wenn sie noch nicht reif sind, erfahre, wenn sie reif sind‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die viel erfahren werden müssen, wenig erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die wenig erfahren werden müssen, viel erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die erfahren werden müssen, nicht erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Dann führt man das geistliche Leben unter dem Buddha zu diesem Zweck: ‚Dass ich doch Taten, die nicht erfahren werden müssen, erfahre‘?“

„Sicher nicht.“

„Geehrter Sāriputta, als du gefragt wurdest, ob man das geistliche Leben unter dem Buddha führt, damit Taten, die in diesem Leben erfahren werden müssen, erst in künftigen Leben erfahren werden, sagtest du: ‚Sicher nicht‘.

Als du gefragt wurdest, ob man das geistliche Leben unter dem Buddha führt, damit Taten, die in künftigen Leben erfahren werden müssen, in diesem Leben erfahren werden …

damit Taten, die als angenehm erfahren werden müssen, als schmerzhaft erfahren werden …

damit Taten, die als schmerzhaft erfahren werden müssen, als angenehm erfahren werden …

damit Taten, die erfahren werden müssen, wenn sie reif sind, erfahren werden, wenn sie noch nicht reif sind …

damit Taten, die erfahren werden müssen, wenn sie noch nicht reif sind, erfahren werden, wenn sie reif sind …

damit Taten, die viel erfahren werden müssen, wenig erfahren werden …

damit Taten, die wenig erfahren werden müssen, viel erfahren werden …

damit Taten, die erfahren werden müssen, nicht erfahren werden …

Als du gefragt wurdest, ob man das geistliche Leben unter dem Buddha führt, damit Taten, die nicht erfahren werden müssen, erfahren werden, sagtest du: ‚Sicher nicht‘. Was genau ist dann der Zweck, zu dem man das geistliche Leben unter dem Buddha führt?“

„Geehrter, man führt das geistliche Leben unter dem Buddha, um das nicht Erkannte, das nicht Gesehene, das nicht Erreichte, das nicht Verwirklichte und das nicht Verstandene zu erkennen, zu sehen, zu erreichen, zu verwirklichen und zu verstehen.“

„Aber was ist das nicht Erkannte, das nicht Gesehene, das nicht Erreichte, das nicht Verwirklichte und das nicht Verstandene?“

„‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Das ist das nicht Erkannte, das nicht Gesehene, das nicht Erreichte, das nicht Verwirklichte und das nicht Verstandene. Man führt das geistliche Leben unter dem Buddha, um das zu erkennen, zu sehen, zu erreichen, zu verwirklichen und zu verstehen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).