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AN8.45

5. Das Kapitel über den Besinnungstag

5. Uposathavagga

Mit Bojjhā über den Besinnungstag

Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Da ging die Laienfrau Bojjhā zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Der Buddha sagte zu ihr:

„Bojjhā, wenn der Besinnungstag mit acht Faktoren eingehalten wird, bringt er reiche Frucht und großen Vorteil, reichen Glanz und reichen Lohn. Und wie sollte er eingehalten werden?

Da überlegt ein edler Schüler: ‚Solange sie leben, geben die Vollendeten das Töten lebender Geschöpfe auf und töten nicht mehr. Sie verzichten auf Stock und Schwert. Sie sind einfühlsam und gütig und leben voller Anteilnahme für alle Lebewesen. Auch ich will für diesen Tag und diese Nacht das Töten lebender Geschöpfe aufgeben und nicht töten. Ich will auf Stock und Schwert verzichten. Ich will einfühlsam und gütig sein und voller Anteilnahme für alle Lebewesen leben. Indem ich es in dieser Hinsicht den Vollendeten gleichtue, will ich den Besinnungstag einhalten.‘ Das ist der erste Faktor. …

‚Solange sie leben, geben die Vollendeten die Benutzung hoher und üppiger Schlafstellen auf und benutzen keine hohen Schlafstellen mehr. Sie schlafen an einem niedrigen Platz, entweder auf einer Liege oder einer Strohmatte. Auch ich will für diesen Tag und diese Nacht die Benutzung hoher und üppiger Schlafstellen aufgeben und keine hohen Schlafstellen benutzen. Ich will an einem niedrigen Platz schlafen, entweder auf einer Liege oder einer Strohmatte. Indem ich es in dieser Hinsicht den Vollendeten gleichtue, will ich den Besinnungstag einhalten.‘ Das ist der achte Faktor. Wenn so der Besinnungstag mit acht Faktoren eingehalten wird, bringt er reiche Frucht und großen Vorteil, reichen Glanz und reichen Lohn.

Wie reich? Angenommen, Bojjhā, du würdest als unumschränkte Gebieterin über die sechzehn großen Länder herrschen – Aṅga, Magadha, Kāsi, Kosala, Vajji, Malla, Cetī, Vaccha, Kuru, Pañcāla, Maccha, Sūrusena, Assaka, Avanti, Gandhāra und Kamboja – angefüllt mit den sieben Schätzen. Das würde nicht den sechzehnten Teil des Besinnungstages mit acht Faktoren wiegen. Warum ist das so? Weil menschliches Königtum im Vergleich zum Glück der Götter dürftig ist.

Fünfzig Jahre in der Menschenwelt entsprechen einem Tag und einer Nacht bei den Göttern der vier großen Könige. Dreißig solcher Tage machen einen Monat aus. Zwölf solcher Monate machen ein Jahr aus. Die Lebensdauer der Götter der vier großen Könige beträgt fünfhundert dieser himmlischen Jahre. Es ist möglich, dass eine Frau oder ein Mann, die den Besinnungstag mit acht Faktoren eingehalten haben, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, unter den Göttern der vier großen Könige wiedergeboren werden. Das habe ich gemeint, als ich sagte: ‚Menschliches Königtum ist im Vergleich zum Glück der Götter dürftig.‘

Hundert Jahre in der Menschenwelt …

Zweihundert Jahre in der Menschenwelt …

Vierhundert Jahre in der Menschenwelt …

Achthundert Jahre in der Menschenwelt …

1600 Jahre in der Menschenwelt entsprechen einem Tag und einer Nacht bei den Göttern, die über das herrschen, was andere erschaffen. Dreißig solcher Tage machen einen Monat aus. Zwölf solcher Monate machen ein Jahr aus. Die Lebensdauer der Götter, die über das herrschen, was andere erschaffen, beträgt 16.000 dieser himmlischen Jahre. Es ist möglich, dass eine Frau oder ein Mann, die den Besinnungstag mit acht Faktoren eingehalten haben, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, unter den Göttern, die über das herrschen, was andere erschaffen, wiedergeboren werden. Das habe ich gemeint, als ich sagte: ‚Menschliches Königtum ist im Vergleich zum Glück der Götter dürftig.‘

Du solltest keine lebenden Geschöpfe töten oder stehlen, lügen oder Branntwein trinken. Sei keusch, halte dich von Geschlechtsverkehr fern, iss nicht nachts und zur falschen Zeit.

Trag keine Kränze, keinen Duft, auf niedrigem Bett sollst du schlafen oder auf einer Matte am Boden. Das, so heißt es, ist der Besinnungstag der acht Faktoren, vom Buddha erklärt, der ans Ende des Leidens gelangt ist.

Mond und Sonne sind schön anzusehen, sie strahlen, soweit sie ihre Bahn ziehen. Diese Zerstreuer der Dunkelheit, Wanderer mitten in der Luft, sie leuchten am Himmelszelt, erhellen die Himmelsrichtungen.

Alle Schätze in diesem Bereich – Perlen, Edelsteine, auch feiner Beryll, Berggold, schimmerndes Gold, Rohgold, das man ‚funkelnd‘ nennt –

all das wiegt nicht den sechzehnten Teil des Besinnungstages der acht Faktoren, so wie das Licht aller Sterne es mit dem Mond nicht aufnehmen kann.

Ein tugendhafter Mensch, Frau oder Mann, der den Besinnungstag der acht Faktoren eingehalten hat, er wird, wenn er Verdienst mit glücklichem Ausgang geschaffen hat, frei von Tadel, zu einem himmlischen Ort gehen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).