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AN8.29

3. Das Kapitel mit Hausbesitzern

3. Gahapativagga

Verpasste Gelegenheiten

„‚Jetzt oder nie! Jetzt oder nie!‘ So sagt ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch. Doch er weiß nicht, ob es die richtige oder die falsche Zeit ist. Mönche und Nonnen, es gibt diese acht verpassten Gelegenheiten für das geistliche Leben. Welche acht?

Da ist ein Klargewordener in der Welt erschienen, vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Er lehrt den Dhamma, der zum Frieden, zum Erlöschen, zum Erwachen führt, wie er vom Heiligen verkündet wurde. Aber eine Person wurde in der Hölle wiedergeboren. Das ist die erste verpasste Gelegenheit für das geistliche Leben.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Aber eine Person wurde im Tierreich wiedergeboren. Das ist die zweite verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Aber eine Person wurde im Gespensterreich wiedergeboren. Das ist die dritte verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Aber eine Person wurde in einer der Klassen langlebiger Götter wiedergeboren. Das ist die vierte verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Aber eine Person wurde in den Grenzgebieten unter ungebildeten Fremden wiedergeboren, da, wo Mönche, Nonnen, Laienmänner und Laienfrauen nicht hingehen. Das ist die fünfte verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Und eine Person wurde in einem zentralen Land wiedergeboren. Aber sie hat eine falsche Ansicht und einen verzerrten Blickwinkel: ‚Geben, Opfer oder Spenden haben keinen Sinn. Es gibt keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt kein Leben nach dem Tod. So etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, gibt es nicht. Und es gibt keinen Asketen oder Brahmanen, der sich richtig benimmt, richtig übt, und der das Leben nach dem Tod erklärt, nachdem er es durch eigene Einsicht erkannt hat.‘ Das ist die sechste verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Und eine Person wurde in einem zentralen Land wiedergeboren. Aber sie ist ein geistloser, stumpfer Trottel, nicht in der Lage, zu unterscheiden, was gut gesagt und was schlecht gesagt ist. Das ist die siebte verpasste Gelegenheit.

Dann ist da ein Klargewordener in der Welt erschienen. Aber er lehrt nicht den Dhamma, der zum Frieden, zum Erlöschen, zum Erwachen führt, wie er vom Heiligen verkündet wurde. Und eine Person wurde in einem zentralen Land wiedergeboren. Und sie ist weise, gewitzt, gescheit und in der Lage, zu unterscheiden, was gut gesagt und was schlecht gesagt ist. Das ist die achte verpasste Gelegenheit für das geistliche Leben.

Das sind die acht verpassten Gelegenheiten für das geistliche Leben.

Mönche und Nonnen, es gibt nur eine günstige Gelegenheit für das geistliche Leben. Welches ist diese eine? Da ist ein Klargewordener in der Welt erschienen, vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Er lehrt den Dhamma, der zum Frieden, zum Erlöschen, zum Erwachen führt, wie er vom Heiligen verkündet wurde. Und eine Person wurde in einem zentralen Land wiedergeboren. Und sie ist weise, gewitzt, gescheit und in der Lage, zu unterscheiden, was gut gesagt und was schlecht gesagt ist. Das ist die eine günstige Gelegenheit für das geistliche Leben.

Wenn man den menschlichen Zustand erlangt hat und die wahre Lehre wurde so gut verkündet, vergeuden die, die den Augenblick nicht ergreifen, ihre Zeit.

Denn man spricht von vielen falschen Zeiten, die den Weg blockieren. Nur selten erscheinen Klargewordene in der Welt.

Wenn du dich unter ihren Augen wiederfindest – was in der Welt so schwer zu finden ist –, und wenn du die menschliche Geburt erlangt hast, und der Dhamma wurde gelehrt, so reicht das für einen Geborenen, der Selbsterkenntnis begehrt, völlig aus, um sich anzustrengen.

Wie muss man die wahre Lehre verstehen, sodass man den Augenblick nicht versäumt? Denn wenn du deinen Augenblick versäumst, ist der Jammer groß, wenn du in die Hölle kommst.

Wenn es dir nicht gelingt, über die wahre Lehre Gewissheit zu erlangen, wirst du es lange Zeit bereuen wie der Händler in der Geschichte aus der Vergangenheit.

Ein Mensch, von Unwissenheit ummantelt, der in der wahren Lehre fehltritt, wird ein langes Umherwandern durch Geburt und Tod erfahren.

Die den menschlichen Zustand zu einer Zeit erlangt haben, da die wahre Lehre so gut verkündet war, und die erfüllt haben, was der Lehrer gelehrt hat, – oder die das tun werden oder gerade tun –,

diese haben in der Welt die richtige Zeit für das unübertreffliche geistliche Leben verwirklicht. Du sollst bewacht leben, stets achtsam, nicht triefend von Befleckungen

unter den Gezügelten, die den Pfad geübt haben, der vom Klargewordenen, dem Klaräugigen, verkündet und von ihm, der mit der Sonne verwandt ist, gelehrt wurde.

Die alle zugrunde liegenden Neigungen abgeschnitten haben, mit denen man denen folgt, die in Māras Machtbereich treiben – diese sind in der Welt die, die wahrhaftig hinübergelangt und bei der Auflösung der Befleckungen angekommen sind.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).