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AN6.61

6. Das große Kapitel

6. Mahāvagga

In der Mitte

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Varanasi auf, im Wildpark bei Isipatana.

Da saßen nach dem Essen, als sie vom Almosengang zurückkamen, mehrere altehrwürdige Mönche und Nonnen im Pavillon beisammen, und dieses Gespräch kam unter ihnen auf: „Geehrte, im ‚Weg zum anderen Ufer‘, in ‚Metteyyas Fragen‘, heißt es:

‚Der Bedachte hat beide Enden verstanden und steckt nicht in der Mitte fest: Ein großer Mann ist er, erkläre ich; der Näherin ist er hier entronnen.‘

Aber was ist das eine Ende? Und was ist das andere? Was ist die Mitte? Und wer ist die Näherin?“ Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Kontakt, Geehrte, ist das eine Ende. Der Ursprung des Kontakts ist das andere Ende. Das Aufhören des Kontakts ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin, denn Verlangen knüpft einen an das Wiedergeborenwerden in dem einen oder anderen Daseinszustand. So erkennt ein Mönch unmittelbar, was unmittelbar erkannt werden muss, und versteht vollständig, was vollständig verstanden werden muss. Wenn er so erkennt und versteht, macht er dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Die Vergangenheit, Geehrte, ist das eine Ende. Die Zukunft ist das andere Ende. Die Gegenwart ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin … So erkennt ein Mönch unmittelbar … und macht dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Angenehmes Gefühl, Geehrte, ist das eine Ende. Schmerzhaftes Gefühl ist das andere Ende. Neutrales Gefühl ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin … So erkennt ein Mönch unmittelbar … und macht dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Name, Geehrte, ist das eine Ende. Form ist das andere Ende. Bewusstsein ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin … So erkennt ein Mönch unmittelbar … und macht dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Die sechs inneren Sinnesfelder, Geehrte, sind das eine Ende. Die sechs äußeren Sinnesfelder sind das andere Ende. Bewusstsein ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin … So erkennt ein Mönch unmittelbar … und macht dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Substanzielle Wirklichkeit, Geehrte, ist das eine Ende. Der Ursprung substanzieller Wirklichkeit ist das andere Ende. Das Aufhören substanzieller Wirklichkeit ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin, denn Verlangen knüpft einen an das Wiedergeborenwerden in dem einen oder anderen Daseinszustand. So erkennt ein Mönch unmittelbar, was unmittelbar erkannt werden muss, und versteht vollständig, was vollständig verstanden werden muss. Wenn er so erkennt und versteht, macht er dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Daraufhin sagte einer der Mönche zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen:

„Jeder von uns hat aus seinem Herzen gesprochen. Kommt, Geehrte, lasst uns zum Buddha gehen und ihm die Sache berichten. Wie er uns antwortet, so wollen wir es behalten.“

„Ja, Geehrter“, antworteten jene altehrwürdigen Mönche und Nonnen. Da gingen sie zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und berichteten ihm, worüber sie gesprochen hatten. Sie fragten: „Herr, wer hat gut gesprochen?“

„Mönche und Nonnen, ihr habt alle gut gesprochen. Doch worauf ich im ‚Weg zum anderen Ufer‘, in ‚Metteyyas Fragen‘, Bezug genommen habe, als ich sagte:

‚Der Bedachte hat beide Enden verstanden und steckt nicht in der Mitte fest. Ein großer Mann ist er, erkläre ich; der Näherin ist er hier entronnen‘,

das ist das Folgende. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“

„Ja, Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

„Kontakt, Mönche und Nonnen, ist das eine Ende. Der Ursprung des Kontakts ist das andere Ende. Das Aufhören des Kontakts ist die Mitte. Und Verlangen ist die Näherin, denn Verlangen knüpft einen an das Wiedergeborenwerden in dem einen oder anderen Daseinszustand. So erkennt ein Mönch unmittelbar, was unmittelbar erkannt werden muss, und versteht vollständig, was vollständig verstanden werden muss. Wenn er so erkennt und versteht, macht er dem Leiden in eben diesem Leben ein Ende.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).