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AN5.54

6. Das Kapitel über Hindernisse

6. Nīvaraṇavagga

Gute Gelegenheiten

„Mönche und Nonnen, es gibt fünf Gelegenheiten, die nicht gut zum Meditieren sind. Welche fünf?

Da ist ein Mönch alt, vom Alter überwältigt. Das ist die erste Gelegenheit, die nicht gut zum Meditieren ist.

Dann ist da ein Mönch krank, von Krankheit überwältigt. Das ist die zweite Gelegenheit, die nicht gut zum Meditieren ist.

Dann herrscht da Hungersnot, es gibt eine Missernte, sodass Almosen schwer zu bekommen und es nicht leicht ist, mit Almosensammeln durchzukommen. Das ist die dritte Gelegenheit, die nicht gut zum Meditieren ist.

Dann droht da Gefahr durch Aufruhr in den unzivilisierten Gebieten, und die Landbevölkerung steigt auf ihre Karren und flieht in alle Richtungen. Das ist die vierte Gelegenheit, die nicht gut zum Meditieren ist.

Dann gibt es da eine Spaltung des Saṅgha. Wenn der Saṅgha gespalten ist, beschimpfen, beleidigen und blockieren sie einander und geben einander auf. Das weckt keine Zuversicht bei denen mit mangelnder Zuversicht, und bei manchen Zuversichtlichen führt es dazu, dass sie ihre Meinung ändern. Das ist die fünfte Gelegenheit, die nicht gut zum Meditieren ist.

Das sind die fünf Gelegenheiten, die nicht gut zum Meditieren sind.

Es gibt fünf Gelegenheiten, die gut zum Meditieren sind. Welche fünf?

Da ist ein Mönch jugendlich, jung, mit makellos schwarzem Haar, von Jugend gesegnet, in der Blüte des Lebens. Das ist die erste Gelegenheit, die gut zum Meditieren ist.

Dann ist da ein Mönch selten krank oder unwohl. Ihr Magen verdaut gut, ist weder zu heiß noch zu kalt, sondern genau richtig und passend für die Meditation. Das ist die zweite Gelegenheit, die gut zum Meditieren ist.

Dann gibt es da reichlich zu essen, die Ernte ist gut, sodass Almosen leicht zu bekommen und es leicht ist, mit Almosensammeln durchzukommen. Das ist die dritte Gelegenheit, die gut zum Meditieren ist.

Dann leben da die Menschen in Eintracht, mit gegenseitiger Wertschätzung, ohne Streit, mischen sich wie Milch und Wasser und betrachten einander mit freundlichen Augen. Das ist die vierte Gelegenheit, die gut zum Meditieren ist.

Dann lebt da der Saṅgha unbeschwert, einträchtig, man schätzt sich gegenseitig wert, streitet nicht und sagt als <em>eine</em> Gruppe die Ordenssatzung auf. Wenn der Saṅgha einträchtig ist, beschimpfen, beleidigen und blockieren sie einander nicht und geben einander nicht auf. Das weckt Zuversicht bei denen mit mangelnder Zuversicht und stärkt die Zuversicht bei den Zuversichtlichen. Das ist die fünfte Gelegenheit, die gut zum Meditieren ist.

Das sind die fünf Gelegenheiten, die gut zum Meditieren sind.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).