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20. Das Kapitel über Brahmanen

20. Brāhmaṇavagga

Mit Kāraṇapālī

Einmal hielt sich der Buddha bei Vesālī am Großen Wald auf, in der Halle mit dem Giebeldach.

Damals arbeitete der Brahmane Kāraṇapālī für die Licchaver. Er sah den Brahmanen Piṅgiyānī von Weitem kommen und sagte zu ihm: „Nun, Piṅgiyānī, woher kommst du mitten am Tag?“

„Werter Herr, ich komme direkt vom Asketen Gotama.“

„Was denkst du, wie klar die Weisheit des Asketen Gotama ist? Denkst du, er ist klug?“

„Werter Herr, wer bin ich, dass ich beurteilen könnte, wie klar die Weisheit des Asketen Gotama ist? Man müsste wirklich mit ihm auf einer Stufe stehen, um zu beurteilen, wie klar seine Weisheit ist.“

„Da lobt der werte Piṅgiyānī den Asketen Gotama aber mit einem großen Lob.“

„Wer bin ich, dass ich den Asketen Gotama loben könnte? Er wird von denen gelobt, die als die Ersten unter den Göttern und Menschen gelobt werden.“

„Aber aus welchem Grund bist du dem Asketen Gotama so ergeben?“

„Wie wenn ein Mensch von der schmackhaftesten Speise vollkommen satt wäre: Er würde nicht zu etwas hingezogen werden, das schlechter schmeckt. Ebenso ist es, wenn man den werten Gotama lehren hört – was es auch sei, ob Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche oder erstaunliche Geschichten – man wird nicht zu den Doktrinen der verschiedenen Asketen und Brahmanen hingezogen.

Wie wenn ein Mensch, der schwach vor Hunger wäre, einen Honigkuchen bekäme: Wo er ihn auch probieren würde, er würde einen süßen, köstlichen Geschmack genießen. Ebenso ist es, wenn man den werten Gotama lehren hört – was es auch sei, ob Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche oder erstaunliche Geschichten – man fühlt sich erhoben und das Herz wird zuversichtlich.

Wie wenn ein Mensch ein Stück Sandelholz erhielte, gelb oder rot: Wo er auch daran riechen würde, an der Wurzel, in der Mitte oder am oberen Ende, er würde einen köstlichen Duft genießen. Ebenso ist es, wenn man den werten Gotama lehren hört – was es auch sei, ob Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche oder erstaunliche Geschichten – man ist voller Freude und Glück.

Wie wenn ein Mensch mitgenommen, leidend, schwer krank wäre, und ein guter Arzt würde ihn auf der Stelle heilen. Ebenso ist es, wenn man den werten Gotama lehren hört – was es auch sei, ob Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche oder erstaunliche Geschichten – man macht Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis ein Ende.

Wie wenn da ein Lotusteich mit klarem, süßem, kühlem Wasser wäre, sauber, mit sanft abfallenden Ufern, entzückend. Dann käme da ein Mensch, der sich unter der brütenden Hitze abmühte, der erschöpft, durstig und ausgedörrt wäre. Er würde in den Lotusteich eintauchen, baden und trinken. Schließlich würden seine Abgeschlagenheit, Erschöpfung und hitzebedingte Entkräftung abklingen. Ebenso ist es, wenn man den werten Gotama lehren hört – was es auch sei, ob Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche oder erstaunliche Geschichten – dann klingen alle Abgeschlagenheit, Erschöpfung und hitzebedingte Entkräftung ab.“

Auf diese Worte erhob sich der Brahmane Kāraṇapālī von seinem Sitz, ordnete seine Robe über einer Schulter, ließ sich auf das rechte Knie nieder, erhob seine zusammengelegten Hände in Richtung des Buddha und drückte dreimal dieses innige Gefühl aus:

„Ehre diesem Gesegneten, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha!

Ehre diesem Gesegneten, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha!

Ehre diesem Gesegneten, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha!

Vortrefflich, werter Piṅgiyānī! Vortrefflich! Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der werte Piṅgiyānī die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht. Ich nehme Zuflucht zum werten Gotama, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen. Von diesem Tag an soll der werte Piṅgiyānī mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).