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AN5.193

20. Das Kapitel über Brahmanen

20. Brāhmaṇavagga

Mit Saṅgārava

Da ging der Brahmane Saṅgārava zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte Saṅgārava sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:

„Was ist der Grund, werter Gotama, was ist die Ursache, dass mir manchmal selbst Hymnen, die ich lange geübt habe, nicht einfallen wollen, und die, die ich nicht geübt habe, erst recht nicht? Und warum fallen mir manchmal selbst Hymnen ein, die ich lange nicht geübt habe, und die, die ich geübt habe, erst recht?“

„Brahmane, es kommt vor, dass dein Herz von sinnlicher Begierde überwältigt, in sinnliche Begierde verstrickt ist und du nicht wahrhaftig verstehst, wie du der aufgekommenen sinnlichen Begierde entrinnen kannst. Dann kannst du nicht wahrhaftig erkennen und sehen, was gut für dich selbst, gut für jemand anderen oder gut für beide ist. Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Wie eine Schale mit Wasser, das mit Färbemittel wie rotem Lack, Gelbwurz, Indigo oder Färberkrapp vermischt ist: Selbst ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es nicht wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz von sinnlicher Begierde überwältigt ist, nicht wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz von bösem Willen überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Wie eine Schale mit Wasser, das auf dem Feuer erhitzt wurde, das kocht und brodelt: Selbst ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es nicht wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz von bösem Willen überwältigt, in bösen Willen verstrickt ist, nicht wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz von Dumpfheit und Benommenheit überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Wie eine Schale mit Wasser, das von Moos und Wasserpflanzen bedeckt ist: Selbst ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es nicht wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz von Dumpfheit und Benommenheit überwältigt ist, nicht wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz von Rastlosigkeit und Reue überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Wie eine Schale mit Wasser, das vom Wind aufgewühlt ist und das wallt, wirbelt und sich kräuselt: Selbst ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es nicht wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz von Rastlosigkeit und Reue überwältigt ist, nicht wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz von Zweifel überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Wie eine Schale mit Wasser, das trüb, undurchsichtig und schmutzig ist und im Dunkeln steht: Selbst ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es nicht wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz von Zweifel überwältigt, in Zweifel verstrickt ist und du nicht wahrhaftig verstehst, wie du dem aufgekommenen Zweifel entrinnen kannst, nicht wahrhaftig erkennen und sehen, was gut für dich selbst, gut für jemand anderen oder gut für beide ist. Selbst Hymnen, die du lange geübt hast, wollen dir nicht einfallen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht.

Es kommt vor, dass dein Herz nicht von sinnlicher Begierde überwältigt, in sinnliche Begierde verstrickt ist und du wahrhaftig verstehst, wie du der aufgekommenen sinnlichen Begierde entrinnen kannst. Dann kannst du wahrhaftig erkennen und sehen, was gut für dich selbst, gut für jemand anderen oder gut für beide ist. Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht. Wie eine Schale mit Wasser, das nicht mit Färbemittel wie rotem Lack, Gelbwurz, Indigo oder Färberkrapp vermischt ist: Ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz nicht von sinnlicher Begierde überwältigt ist, wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz nicht von bösem Willen überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht. Wie eine Schale mit Wasser, das nicht auf dem Feuer erhitzt wurde, das nicht kocht und brodelt: Ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz nicht von bösem Willen überwältigt ist, wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz nicht von Dumpfheit und Benommenheit überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht. Wie eine Schale mit Wasser, das nicht von Moos und Wasserpflanzen bedeckt ist: Ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz nicht von Dumpfheit und Benommenheit überwältigt ist, wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz nicht von Rastlosigkeit und Reue überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht. Wie eine Schale mit Wasser, das nicht vom Wind aufgewühlt ist und das nicht wallt, wirbelt und sich kräuselt: Ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz nicht von Rastlosigkeit und Reue überwältigt ist, wahrhaftig erkennen und sehen … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht.

Dann kommt es vor, dass dein Herz nicht von Zweifel überwältigt ist … Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht. Wie eine Schale mit Wasser, das durchsichtig, klar und ungetrübt ist und im Hellen steht: Ein Mensch mit klaren Augen, der sein Spiegelbild betrachten wollte, könnte es wahrhaftig erkennen und sehen. Ebenso kannst du, wenn dein Herz nicht von Zweifel überwältigt, in Zweifel verstrickt ist und du wahrhaftig verstehst, wie du dem aufgekommenen Zweifel entrinnen kannst, wahrhaftig erkennen und sehen, was gut für dich selbst, gut für jemand anderen oder gut für beide ist. Selbst Hymnen, die du lange nicht geübt hast, fallen dir ein, und die, die du geübt hast, erst recht.

Das ist der Grund, Brahmane, das ist die Ursache, dass dir manchmal selbst Hymnen, die du lange geübt hast, nicht einfallen wollen, und die, die du nicht geübt hast, erst recht nicht. Und darum fallen dir manchmal selbst Hymnen ein, die du lange nicht geübt hast, und die, die du geübt hast, erst recht.“

„Vortrefflich, werter Gotama! … Von diesem Tag an soll der werte Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).