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AN4.87

9. Das Kapitel über Unbeirrbarkeit

9. Macalavagga

Der Sohn

„Mönche und Nonnen, diese vier Personen findet man in der Welt. Welche vier? Den unbeirrbaren Asketen, den Asketen des weißen Lotus, den Asketen des rosafarbenen Lotus und den subtilen Asketen unter den Asketen.

Und wie ist eine Person ein unbeirrbarer Asket? Da ist ein Mönch ein Übender in Schulung, der so lebt, dass er nach dem unübertrefflichen Refugium vor dem Joch strebt. Wie der älteste Sohn eines gesalbten adligen Königs: Er ist noch nicht gesalbt, aber dazu berechtigt, und er steht in der Nachfolge fest. Ebenso ist da ein Mönch ein Übender in Schulung, der so lebt, dass er nach dem unübertrefflichen Refugium vor dem Joch strebt. So ist eine Person ein unbeirrbarer Asket.

Und wie ist eine Person ein Asket des weißen Lotus? Da erlangt ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Doch er hat die acht Befreiungen nicht unmittelbar in der Meditation erfahren. So ist eine Person ein Asket des weißen Lotus.

Und wie ist eine Person ein Asket des rosafarbenen Lotus? Da erlangt ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Und er hat die acht Befreiungen unmittelbar in der Meditation erfahren. So ist eine Person ein Asket des rosafarbenen Lotus.

Und wie ist eine Person ein subtiler Asket unter den Asketen? Da gebraucht ein Mönch gewöhnlich Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung nur, wenn er dazu eingeladen wurde, selten ohne Einladung. Wenn er mit anderen lebt, die ein geistliches Leben führen, wird er von diesen gewöhnlich mit dem Körper, der Sprache und dem Geist freundlich behandelt, selten unfreundlich. Und er bekommt von ihnen gewöhnlich angenehme Dinge, selten unangenehme. Er ist gesund und die verschiedenen unangenehmen Gefühle, die durch galle-, schleim- und windbedingte Störungen und deren Mischung hervorgerufen werden, kommen gewöhnlich nicht auf; unangenehme Gefühle, die durch Wetterwechsel, Unachtsamkeit oder Überanstrengung oder als Ergebnis früherer Taten hervorgerufen werden, kommen gewöhnlich nicht auf. Er erlangt nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören. Er erlangt mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. So ist eine Person ein subtiler Asket unter den Asketen.

Und wenn irgendjemand zu Recht als ein subtiler Asket unter den Asketen gelten soll, so bin ich es. Denn gewöhnlich gebrauche ich Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung nur, wenn ich dazu eingeladen wurde … Wenn ich mit anderen Mönchen lebe, werde ich von diesen gewöhnlich mit dem Körper, der Sprache und dem Geist freundlich behandelt, selten unfreundlich. Und ich bekomme von ihnen gewöhnlich angenehme Dinge, selten unangenehme. Ich bin gesund … Ich erlange nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen. Und ich habe mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangt, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, habe sie durch eigene Einsicht erkannt und lebe darin. Daher bin ich ein subtiler Asket unter den Asketen, wenn das für irgendjemanden zu Recht gelten soll.

Das sind die vier Personen, die man in der Welt findet.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).