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AN4.38

4. Das Kapitel über Umstände

4. Cakkavagga

Zurückgezogen

„Mönche und Nonnen, da hat ein Mönch eigenwillige Deutungen der Wahrheit beseitigt, hat das Suchen vollständig hinter sich gelassen, hat den körperlichen Ablauf gestillt und gilt als ‚zurückgezogen‘.

Und wie hat ein Mönch eigenwillige Deutungen der Wahrheit beseitigt? Verschiedene Asketen und Brahmanen deuten die Wahrheit unterschiedlich auf eigenwillige Weise, wie etwa: Das Weltall ist ewig, es ist zeitlich, es ist endlich oder es ist unendlich; Seele und Körper sind ein und dasselbe oder die Seele ist ein Ding, der Körper ein anderes; ein Klargewordener besteht nach dem Tod fort, er besteht nach dem Tod nicht fort, er besteht nach dem Tod fort und besteht auch nicht fort, oder er besteht nach dem Tod weder fort, noch besteht er nicht fort. Ein Mönch hat all diese zerstreut, beseitigt, verworfen, ausgeräumt, freigemacht, aufgegeben und davon abgelassen. So hat ein Mönch eigenwillige Deutungen der Wahrheit beseitigt.

Und wie hat ein Mönch das Suchen vollständig hinter sich gelassen? Da sucht ein Mönch nicht mehr nach Sinnenfreuden, nach fortgesetztem Dasein oder nach einem geistlichen Pfad. So hat ein Mönch das Suchen vollständig hinter sich gelassen.

Und wie hat ein Mönch den körperlichen Ablauf gestillt? Da tritt ein Mönch, indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. So hat ein Mönch den körperlichen Ablauf gestillt.

Und wie ist ein Mönch zurückgezogen? Da hat ein Mönch die Einbildung ‚ich bin‘ aufgegeben, sie an der Wurzel abgeschnitten, sodass sie wie der Stumpf einer Palme ist, dass sie ausgelöscht ist und sich in Zukunft nicht mehr erheben kann. So ist ein Mönch zurückgezogen. Ein Mönch hat eigenwillige Deutungen der Wahrheit beseitigt, hat das Suchen vollständig hinter sich gelassen, hat den körperlichen Ablauf gestillt und gilt als ‚zurückgezogen‘.

Die Suche nach Sinnenfreuden und einer guten Wiedergeburt sowie nach einem geistlichen Pfad; das Festhalten am Gedanken ‚das ist die Wahrheit‘ und an den vielen Grundlagen für Ansichten:

Wer abgelöst ist von allen Lüsten, durch Auflösen des Verlangens befreit, hat vom Suchen abgelassen; die Standpunkte sind ausgerottet.

Friedvoll und achtsam ist dieser Mönch, ein stiller Gewinner. Wenn er die Einbildung erfasst hat und dadurch erwacht ist, nennt man ihn ‚zurückgezogen‘.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).