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AN4.21

3. Das Kapitel in Uruvelā

3. Uruvelavagga

In Uruvelā (1)

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“

„Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

„Mönche und Nonnen, dieses eine Mal, als ich eben erwacht war, hielt ich mich in Uruvelā beim Banyanbaum des Ziegenhirten auf, am Ufer des Flusses Nerañjarā. Während ich für mich allein in Klausur war, kam mir dieser Gedanke in den Sinn: ‚Ohne Achtung und ohne Ehrfurcht lebt man in Leiden. Welchen Asketen oder Brahmanen sollte ich ehren und achten, auf wen sollte ich mich stützen?‘

Da kam mir in den Sinn: ‚Ich würde einen anderen Asketen oder Brahmanen ehren und achten und mich auf ihn stützen, um den Umfang der Tugend zu erfüllen, wenn er noch nicht erfüllt wäre. Doch ich sehe keinen anderen Asketen oder Brahmanen in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – ich sehe keinen, der die Tugend weiter vervollkommnet hätte als ich, den ich ehren und achten und auf den ich mich stützen könnte.

Ich würde einen anderen Asketen oder Brahmanen ehren und achten und mich auf ihn stützen, um den Umfang der Versenkung zu erfüllen, wenn er noch nicht erfüllt wäre. Doch ich sehe keinen anderen Asketen oder Brahmanen …, der die Versenkung weiter vervollkommnet hätte als ich, den ich ehren und achten und auf den ich mich stützen könnte.

Ich würde einen anderen Asketen oder Brahmanen ehren und achten und mich auf ihn stützen, um den Umfang der Weisheit zu erfüllen, wenn er noch nicht erfüllt wäre. Doch ich sehe keinen anderen Asketen oder Brahmanen …, der die Weisheit weiter vervollkommnet hätte als ich, den ich ehren und achten und auf den ich mich stützen könnte.

Ich würde einen anderen Asketen oder Brahmanen ehren und achten und mich auf ihn stützen, um den Umfang der Freiheit zu erfüllen, wenn er noch nicht erfüllt wäre. Doch ich sehe keinen anderen Asketen oder Brahmanen …, der die Freiheit weiter vervollkommnet hätte als ich, den ich ehren und achten und auf den ich mich stützen könnte.‘

Da kam mir in den Sinn: ‚Warum ehre und achte ich nicht eben diese Lehre, zu der ich erwacht bin, und stütze mich auf sie?‘

Und der Brahmā Sahampati, der meinen Gedankengang erkannte, verschwand da, so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, aus der Brahmāwelt und erschien vor mir. Er ordnete seine Robe über einer Schulter, ließ sich auf das rechte Knie nieder, erhob seine zusammengelegten Hände zu mir und sagte: ‚Das ist wirklich wahr, Gesegneter! Das ist wirklich wahr, Heiliger! Alle Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas, die in der Vergangenheit gelebt haben, haben eben diese Lehre geehrt und geachtet und sich auf sie gestützt. Alle Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas, die in der Zukunft leben werden, werden eben diese Lehre ehren und achten und sich auf sie stützen. Der Gesegnete, der in der Gegenwart ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha ist, ehre und achte ebenfalls eben diese Lehre und stütze sich auf sie.‘

Das sagte der Brahmā Sahampati. Und er fuhr fort:

‚Alle Buddhas der Vergangenheit, alle Buddhas der Zukunft und der gegenwärtige Buddha, der die Sorgen vieler zerstört:

Voller Achtung vor der wahren Lehre haben sie gelebt, leben sie und werden sie leben. Das ist die Natur der Buddhas.

Daher soll, wer Selbsterkenntnis begehrt und selbst nach Größe strebt, die wahre Lehre achten und sich an die Anleitung der Buddhas erinnern.‘

Das sagte der Brahmā Sahampati. Dann verbeugte er sich, umrundete mich respektvoll, die rechte Seite mir zugewandt, und verschwand eben dort. Und da ich das Ersuchen Brahmās erkannte und wusste, was für mich angebracht war, ehrte und achtete ich eben diese Lehre, zu der ich erwacht war, und stützte mich auf sie. Und da auch der Saṅgha zu Größe gelangt ist, achte ich auch den Saṅgha.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).