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AN3.64

7. Das große Kapitel

7. Mahāvagga

Mit Sarabha

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf der Geierkuppe auf.

Nun war da gerade kürzlich ein Wanderer namens Sarabha aus dieser Lehre und Schulung ausgetreten. Er sagte zu einer Menschenmenge in Rājagaha: „Ich habe die Lehre der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt, dann bin ich aus ihrer Lehre und Schulung ausgetreten.“

Da kleideten sich mehrere Mönche und Nonnen am Morgen an, nahmen Schale und Robe und betraten Rājagaha zum Almosengang. Da hörten sie, was Sarabha sagte.

Nach dem Essen, als sie vom Almosengang zurückkamen, gingen sie zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und sagten zu ihm: „Der Wanderer namens Sarabha ist kürzlich aus dieser Lehre und Schulung ausgetreten. Er hat zu einer Menschenmenge in Rājagaha gesagt: ‚Ich habe die Lehre der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt, dann bin ich aus ihrer Lehre und Schulung ausgetreten.‘ Herr, bitte geh zum Wandererkloster am Ufer des Schlangenflusses und besuche den Wanderer Sarabha aus Anteilnahme.“ Der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.

Da kam der Buddha am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Wandererkloster am Ufer des Schlangenflusses, um den Wanderer Sarabha zu besuchen. Er setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz und sagte zum Wanderer Sarabha: „Ist es wirklich wahr, Sarabha, dass du gesagt hast: ‚Ich habe die Lehre der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt, dann bin ich aus ihrer Lehre und Schulung ausgetreten‘?“ Daraufhin schwieg Sarabha.

Zum zweiten Mal sagte der Buddha zu Sarabha: „Sag mir, Sarabha, was genau hast du von den Lehren der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt? Wenn du es nicht vollständig gelernt hast, werde ich es für dich ergänzen. Und wenn du es vollständig gelernt hast, werde ich zustimmen.“ Zum zweiten Mal schwieg Sarabha.

Zum dritten Mal sagte der Buddha zu Sarabha: „Sarabha, die Lehren der Asketen, die dem Sakyer folgen, sind mir klar. Was genau hast du von den Lehren der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt? Wenn du es nicht vollständig gelernt hast, werde ich es für dich ergänzen. Und wenn du es vollständig gelernt hast, werde ich zustimmen.“ Zum dritten Mal schwieg Sarabha.

Da sagten diese Wanderer zu Sarabha: „Geehrter Sarabha, der Asket Gotama hat angeboten, dir alles zu sagen, wonach du fragst. Sprich, geehrter Sarabha, was genau hast du von den Lehren der Asketen, die dem Sakyer folgen, gelernt? Wenn du es nicht vollständig gelernt hast, wird er es für dich ergänzen. Und wenn du es vollständig gelernt hast, wird er zustimmen.“ Auf diese Worte saß Sarabha schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und konnte nichts sagen.

Als der Buddha das erkannte, sagte er zu den Wanderern:

„Wanderer, da mag jemand zu mir sagen: ‚Du behauptest, ein vollkommen erwachter Buddha zu sein, aber du verstehst diese Dinge nicht.‘ Dann dringe ich über diesen Punkt sorgfältig auf ihn ein, gehe ihm nach und nehme ihn ins Kreuzverhör. Wenn er von mir ins Kreuzverhör genommen wird, dann wird er zweifellos eine dieser drei Reaktionen zeigen: Er weicht dem Problem aus und lenkt das Gespräch auf Nebensächlichkeiten. Er zeigt Ärger, Hass und Unmut. Oder er sitzt schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und kann nichts sagen, so wie Sarabha.

Wanderer, da mag jemand zu mir sagen: ‚Du behauptest, alle Befleckungen aufgelöst zu haben, aber du hast noch diese Befleckungen.‘ Dann dringe ich über diesen Punkt sorgfältig auf ihn ein, gehe ihm nach und nehme ihn ins Kreuzverhör. Wenn er von mir ins Kreuzverhör genommen wird, dann wird er zweifellos eine dieser drei Reaktionen zeigen: Er weicht dem Problem aus und lenkt das Gespräch auf Nebensächlichkeiten. Er zeigt Ärger, Hass und Unmut. Oder er sitzt schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und kann nichts sagen, so wie Sarabha.

Wanderer, da mag jemand zu mir sagen: ‚Deine Lehre führt den, der sie übt, nicht zur völligen Auflösung des Leidens, das Ziel um dessentwillen sie gelehrt wird.‘ Dann dringe ich über diesen Punkt sorgfältig auf ihn ein, gehe ihm nach und nehme ihn ins Kreuzverhör. Wenn er von mir ins Kreuzverhör genommen wird, dann wird er zweifellos eine dieser drei Reaktionen zeigen: Er weicht dem Problem aus und lenkt das Gespräch auf Nebensächlichkeiten. Er zeigt Ärger, Hass und Unmut. Oder er sitzt schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und kann nichts sagen, so wie Sarabha.“

Nachdem der Buddha im Wandererkloster am Ufer des Schlangenflusses dreimal sein Löwengebrüll gebrüllt hatte, erhob er sich in die Luft und flog fort.

Kurz nachdem er sich entfernt hatte, überhäuften diese Wanderer Sarabha von allen Seiten mit Hohn und Spott: „Geehrter Sarabha, du bist gerade wie ein alter Schakal in der gewaltigen Wildnis, der denkt: ‚Ich werde brüllen wie ein Löwe!‘, aber er bringt nur das Winseln und Jaulen eines Schakals zustande. Ebenso hast du, als der Asket Gotama nicht hier war, gesagt: ‚Ich werde brüllen wie ein Löwe!‘, aber du brachtest nur das Winseln und Jaulen eines Schakals zustande.

Du bist gerade wie ein Sumpfhuhn, das denkt: ‚Ich werde rufen wie ein Kuckuck!‘, aber er bringt nur den Schrei eines Sumpfhuhns zustande. Ebenso hast du, als der Asket Gotama nicht hier war, gesagt: ‚Ich werde rufen wie ein Kuckuck!‘, aber du brachtest nur den Schrei eines Sumpfhuhns zustande.

Du bist gerade wie ein Bulle, der nur ans Brüllen denkt, wenn der Kuhstall leer ist. Ebenso hast du nur ans Brüllen gedacht, als der Asket Gotama nicht hier war.“ So überhäuften diese Wanderer Sarabha von allen Seiten mit Hohn und Spott.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).