AN3.59
6. Das Kapitel mit Brahmanen
6. Brāhmaṇavagga
Mit Jānussoṇi
Da ging der Brahmane Jānussoṇi zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Er setzte sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:
„Werter Gotama, wer immer ein Opfer darzubringen hat, eine Essensspende für die Ahnen, eine Milchreistafel, die für glückverheißende Feierlichkeiten bereitet wurde, oder wer eine Gabe zu geben hat, sollte das den Brahmanen geben, die das dreifache vedische Wissen gemeistert haben.“
„Aber Brahmane, wie beschreiben die Brahmanen einen Brahmanen, der im dreifachen vedischen Wissen bewandert ist?“
„Werter Gotama, da ist ein Brahmane von guter Geburt auf mütterlicher und väterlicher Seite, von reiner Abkunft, mit unwiderlegbarem und einwandfreiem Stammbaum bis zur siebten väterlichen Generation zurück. Er sagt die Hymnen auf und hat sie im Gedächtnis und hat die drei Veden gemeistert zusammen mit ihrem Wortschatz und der Durchführung des Rituals, der Lautlehre und der Einteilung der Wortarten sowie dem Testament als fünftem. Er kennt sie Wort für Wort, kennt die Grammatik und ist mit der Kosmologie und den Kennzeichen eines großen Mannes vertraut. So beschreiben die Brahmanen einen Brahmanen, der im dreifachen vedischen Wissen bewandert ist.“
„Brahmane, ein Meister des dreifachen Wissens in der brahmanischen Lehre ist etwas anderes als ein Meister des dreifachen Wissens in der Schulung des Edlen.“
„Aber werter Gotama, wie ist man ein Meister des dreifachen Wissens in der Schulung des Edlen? Werter Gotama, bitte unterweise mich darin.“
„Nun, Brahmane, hör zu und gebrauche den Geist gut, ich werde sprechen.“
„Ja, werter Herr“, antwortete Jānussoṇi. Der Buddha sagte:
„Brahmane, da tritt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden … in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin.
Wenn der Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus auf die Erinnerung an frühere Leben. Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten. Das ist das erste Wissen, das er erlangt. Unwissenheit ist zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit ist zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Wenn der Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit versteht er, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen. Das ist das zweite Wissen, das er erlangt. Unwissenheit ist zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit ist zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Wenn der Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt – dann streckt er ihn aus auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen. Er versteht wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘ Er versteht wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘ Wenn er das erkennt und sieht, ist der Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit. Wenn er befreit ist, weiß er, er ist befreit.
Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘ Das ist das dritte Wissen, das er erlangt. Unwissenheit ist zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit ist zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Wer vollendet ist in Regeln und Gelübden, entschlossen und gesammelt, wer seinen Geist gemeistert hat, geeint, gesammelt,
wer seine früheren Leben kennt, wer Himmel und verlorene Orte sieht und das Ende der Wiedergeburt erreicht hat, solch ein Abgeklärter besitzt vollkommene Einsicht.
Dieses dreifache Wissen macht einen Brahmanen zum Meister des dreifachen Wissens. Einen solchen nenne ich einen Dreiwissens-Meister – nicht den anderen, der nachspricht, was man ihm sagt.
Das, Brahmane, ist ein Meister des dreifachen Wissens in der Schulung des Edlen.“
„Werter Gotama, ein Meister des dreifachen Wissens in der brahmanischen Lehre ist etwas anderes als ein Meister des dreifachen Wissens in der Schulung des Edlen. Und, werter Gotama, ein Meister des dreifachen Wissens in der brahmanischen Lehre wiegt nicht den sechzehnten Teil eines Meisters des dreifachen Wissens in der Schulung des Edlen.
Vortrefflich, werter Gotama! Vortrefflich! … Von diesem Tag an soll der werte Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“
With Jānussoṇi
Then the brahmin Jānussoṇi went up to the Buddha, and exchanged greetings with him. Seated to one side he said to the Buddha:
“Worthy Gotama, whoever has a sacrifice, an offering of food for ancestors, a dish of milk-rice prepared for an auspicious ceremony, or a gift to give, should give it to the brahmins who have mastered the three Vedic knowledges.”
“But brahmin, how do the brahmins describe a brahmin who is proficient in the three Vedic knowledges?”
“Worthy Gotama, it’s when a brahmin is well born on both his mother’s and father’s side, of pure descent, with irrefutable and impeccable genealogy back to the seventh paternal generation. He recites and remembers the hymns, and has mastered the three Vedas, together with their vocabularies and ritual performance, their phonology and word classification, and the testaments as fifth. He knows them word-by-word, and their grammar. He is well versed in cosmology and the marks of a great man. That’s how the brahmins describe a brahmin who is proficient in the three Vedic knowledges.”
“Brahmin, a master of three knowledges according to the brahmins is quite different from a master of the three knowledges in the training of the Noble One.”
“But worthy Gotama, how is one a master of the three knowledges in the training of the Noble One? Worthy Gotama, please teach me this.”
“Well then, brahmin, listen and apply your mind well, I will speak.”
“Yes, worthy sir,” Jānussoṇi replied. The Buddha said this:
“Brahmin, it’s when a mendicant, quite secluded from sensual pleasures … enters and remains in the fourth absorption.
When their mind has become immersed in samādhi like this—purified, bright, flawless, rid of corruptions, pliable, workable, steady, and imperturbable—they extend it toward recollection of past lives. They recollect many kinds of past lives, with features and details. This is the first knowledge that they attain. Ignorance is banished and knowledge has arisen; darkness is banished and light has arisen, as happens for a meditator who is diligent, keen, and resolute.
When their mind has become immersed in samādhi like this—purified, bright, flawless, rid of corruptions, pliable, workable, steady, and imperturbable—they extend it toward knowledge of the death and rebirth of sentient beings. With clairvoyance that is purified and surpasses the human, they understand how sentient beings pass on according to their deeds. This is the second knowledge that they attain. Ignorance is banished and knowledge has arisen; darkness is banished and light has arisen, as happens for a meditator who is diligent, keen, and resolute.
When their mind has become immersed in samādhi like this—purified, bright, flawless, rid of corruptions, pliable, workable, steady, and imperturbable—they extend it toward knowledge of the ending of defilements. They truly understand: ‘This is suffering’ … ‘This is the origin of suffering’ … ‘This is the cessation of suffering’ … ‘This is the practice that leads to the cessation of suffering’. They truly understand: ‘These are defilements’ … ‘This is the origin of defilements’ … ‘This is the cessation of defilements’ … ‘This is the practice that leads to the cessation of defilements’. Knowing and seeing like this, their mind is freed from the defilements of sensuality, desire to be reborn, and ignorance. When they’re freed, they know they’re freed.
They understand: ‘Rebirth is ended, the spiritual journey has been completed, what had to be done has been done, there is nothing further for this place.’ This is the third knowledge that they attain. Ignorance is banished and knowledge has arisen; darkness is banished and light has arisen, as happens for a meditator who is diligent, keen, and resolute.
One who is perfect in precepts and observances, resolute and serene, whose mind is mastered, unified, serene;
who knows their past lives, sees heaven and places of loss, and has attained the end of rebirth, such a sage has perfect insight.
Because of these three knowledges a brahmin is a master of the three knowledges. That’s who I call a three-knowledge master, and not the other <j>who repeats what they are told.
This, brahmin, is a master of the three knowledges in the training of the Noble One.”
“Worthy Gotama, the master of three knowledges according to the brahmins is quite different from a master of the three knowledges in the training of the Noble One. And, worthy Gotama, a master of three knowledges according to the brahmins is not worth a sixteenth part of a master of the three knowledges in the training of the Noble One.
Excellent, worthy Gotama! Excellent! … From this day forth, may the worthy Gotama remember me as a lay follower who has gone for refuge for life.”
Jāṇussoṇisutta
Atha kho jāṇussoṇi brāhmaṇo yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavatā saddhiṁ …pe… ekamantaṁ nisinno kho jāṇussoṇi brāhmaṇo bhagavantaṁ etadavoca:
“yassassu, bho gotama, yañño vā saddhaṁ vā thālipāko vā deyyadhammaṁ vā, tevijjesu brāhmaṇesu dānaṁ dadeyyā”ti.
“Yathā kathaṁ pana, brāhmaṇa, brāhmaṇā tevijjaṁ paññapentī”ti?
“Idha kho, bho gotama, brāhmaṇo ubhato sujāto hoti mātito ca pitito ca saṁsuddhagahaṇiko yāva sattamā pitāmahayugā akkhitto anupakkuṭṭho jātivādena, ajjhāyako mantadharo, tiṇṇaṁ vedānaṁ pāragū sanighaṇḍukeṭubhānaṁ sākkharappabhedānaṁ itihāsapañcamānaṁ, padako, veyyākaraṇo, lokāyatamahāpurisalakkhaṇesu anavayoti. Evaṁ kho, bho gotama, brāhmaṇā tevijjaṁ paññapentī”ti.
“Aññathā kho, brāhmaṇa, brāhmaṇā brāhmaṇaṁ tevijjaṁ paññapenti, aññathā ca pana ariyassa vinaye tevijjo hotī”ti.
“Yathā kathaṁ pana, bho gotama, ariyassa vinaye tevijjo hoti? Sādhu me bhavaṁ gotamo tathā dhammaṁ desetu yathā ariyassa vinaye tevijjo hotī”ti.
“Tena hi, brāhmaṇa, suṇāhi, sādhukaṁ manasi karohi; bhāsissāmī”ti.
“Evaṁ, bho”ti kho jāṇussoṇi brāhmaṇo bhagavato paccassosi. Bhagavā etadavoca:
“Idha pana, brāhmaṇa, bhikkhu vivicceva kāmehi …pe… catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati.
So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte pubbenivāsānussatiñāṇāya cittaṁ abhininnāmeti. So anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo …pe… iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Ayamassa paṭhamā vijjā adhigatā hoti; avijjā vihatā, vijjā uppannā; tamo vihato, āloko uppanno yathā taṁ appamattassa ātāpino pahitattassa viharato.
So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte sattānaṁ cutūpapātañāṇāya cittaṁ abhininnāmeti. So dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena …pe… yathākammūpage satte pajānāti. Ayamassa dutiyā vijjā adhigatā hoti; avijjā vihatā, vijjā uppannā; tamo vihato, āloko uppanno yathā taṁ appamattassa ātāpino pahitattassa viharato.
So evaṁ samāhite citte parisuddhe pariyodāte anaṅgaṇe vigatūpakkilese mudubhūte kammaniye ṭhite āneñjappatte āsavānaṁ khayañāṇāya cittaṁ abhininnāmeti. So ‘idaṁ dukkhan’ti yathābhūtaṁ pajānāti …pe… ‘ayaṁ dukkhanirodhagāminī paṭipadā’ti yathābhūtaṁ pajānāti; ‘ime āsavā’ti yathābhūtaṁ pajānāti …pe… ‘ayaṁ āsavanirodhagāminī paṭipadā’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Tassa evaṁ jānato evaṁ passato kāmāsavāpi cittaṁ vimuccati, bhavāsavāpi cittaṁ vimuccati, avijjāsavāpi cittaṁ vimuccati; vimuttasmiṁ vimuttamiti ñāṇaṁ hoti.
‘Khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyā’ti pajānāti. Ayamassa tatiyā vijjā adhigatā hoti; avijjā vihatā, vijjā uppannā; tamo vihato, āloko uppanno yathā taṁ appamattassa ātāpino pahitattassa viharatoti.
Yo sīlabbatasampanno, pahitatto samāhito; Cittaṁ yassa vasībhūtaṁ, ekaggaṁ susamāhitaṁ.
Pubbenivāsaṁ yo vedī, saggāpāyañca passati; Atho jātikkhayaṁ patto, abhiññāvosito muni.
Etāhi tīhi vijjāhi, tevijjo hoti brāhmaṇo; Tamahaṁ vadāmi tevijjaṁ, nāññaṁ lapitalāpananti.
Evaṁ kho, brāhmaṇa, ariyassa vinaye tevijjo hotī”ti.
“Aññathā, bho gotama, brāhmaṇānaṁ tevijjo, aññathā ca pana ariyassa vinaye tevijjo hoti. Imassa ca, bho gotama, ariyassa vinaye tevijjassa brāhmaṇānaṁ tevijjo kalaṁ nāgghati soḷasiṁ.
Abhikkantaṁ, bho gotama …pe… upāsakaṁ maṁ bhavaṁ gotamo dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gatan”ti.