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AN3.39

4. Das Kapitel über Götterboten

4. Devadūtavagga

Ein verzärteltes Leben

„Ich lebte verzärtelt, Mönche und Nonnen, äußerst verzärtelt, außerordentlich verzärtelt.

Im Heim meines Vaters wurden eigens für mich Lotusteiche angelegt. In manchen blühten blaue Seerosen, in anderen hingegen rosa oder weiße Lotusblumen, nur für mich. Ich benutzte nur Sandelholz aus Kāsi, und meine Turbane, Jacken, Sarongs und Oberroben kamen ebenfalls aus Kāsi. Ein weißer Sonnenschirm wurde Tag und Nacht über mich gehalten in der Absicht: ‚Dass Kälte, Hitze, Gras, Staub oder Feuchtigkeit ihn nicht behelligen.‘

Ich hatte drei Pfahlbau-Langhäuser: eins für den Winter, eins für den Sommer und eins für die Regenzeit. Ich blieb während der vier Monate der Regenzeit in meinem Pfahlbau-Langhaus, ohne die Treppe herunterzukommen. Dort wurde ich von Musikerinnen unterhalten, unter denen kein einziger Mann war.

Während abhängige Diener, Arbeiter und Gesinde in anderen Häusern groben Getreideschleim mit falschem schwarzem Pfeffer zu essen bekommen, bekommen sie im Heim meines Vaters feinen Reis mit Fleisch.

Mitten in solchem Wohlstand und einem so verzärtelten Leben dachte ich: ‚Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch – der alt werden muss, dem das Alter nicht erspart bleibt – jemand anderen sieht, der alt ist, ist er entsetzt, abgestoßen und angewidert und übersieht, dass er selbst in der gleichen Lage ist. Aber da auch ich alt werden muss, mir das Alter nicht erspart bleibt, wäre es nicht angebracht, entsetzt, abgestoßen und angewidert zu sein, wenn ich jemanden sehe, der alt ist.‘ Mit solchen Betrachtungen gab ich die Eitelkeit der Jugend vollständig auf.

‚Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch – der krank werden muss, dem Krankheit nicht erspart bleibt – jemand anderen sieht, der krank ist, ist er entsetzt, abgestoßen und angewidert und übersieht, dass er selbst in der gleichen Lage ist. Aber da auch ich krank werden muss, mir Krankheit nicht erspart bleibt, wäre es nicht angebracht, entsetzt, abgestoßen und angewidert zu sein, wenn ich jemanden sehe, der krank ist.‘ Mit solchen Betrachtungen gab ich die Eitelkeit der Gesundheit vollständig auf.

‚Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch – der sterben muss, dem der Tod nicht erspart bleibt – jemand anderen sieht, der tot ist, ist er entsetzt, abgestoßen und angewidert und übersieht, dass er selbst in der gleichen Lage ist. Aber da auch ich sterben muss, mir der Tod nicht erspart bleibt, wäre es nicht angebracht, entsetzt, abgestoßen und angewidert zu sein, wenn ich jemanden sehe, der tot ist.‘ Mit solchen Betrachtungen gab ich die Eitelkeit des Lebens vollständig auf.

Es gibt diese drei Eitelkeiten. Welche drei? Die Eitelkeit der Jugend, die Eitelkeit der Gesundheit und die Eitelkeit des Lebens.

Berauscht von der Eitelkeit der Jugend tut ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wird er an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle.

Berauscht von der Eitelkeit der Gesundheit …

Berauscht von Eitelkeit des Lebens tut ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wird er an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle.

Berauscht von der Eitelkeit der Jugend, der Gesundheit und des Lebens sagt sich ein Mönch von der Schulung los und wendet sich wieder einem geringeren Leben zu.

Für andere ist Krankheit natürlich, und so sind Alter und Tod. Obwohl das ihre Natur ist, sind gewöhnliche Menschen angewidert.

Wenn ich von Menschen, deren Natur so ist, angewidert wäre, wäre das für mich nicht angebracht, da mein Leben ganz genauso ist.

So lebte ich und verstand die Wirklichkeit, ohne zu haften. Ich meisterte alle Eitelkeiten – die der Gesundheit, der Jugend

und selbst die Eitelkeit des Lebens – und sah Entsagung als Refugium. Eifer loderte in mir auf, als ich auf das Erlöschen blickte:

Jetzt kann ich nicht mehr in Sinnenfreuden schwelgen; es gibt kein Zurück, ich habe mich dem geistlichen Leben geweiht.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).