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AN3.15

2. Das Kapitel über den Wagenbauer

2. Rathakāravagga

Über Pacetana

Einmal hielt sich der Buddha bei Varanasi auf, im Wildpark bei Isipatana. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“

„Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

„Es war einmal ein König mit Namen Pacetana. Und Pacetana wandte sich an seinen Wagenbauer: ‚In sechs Monaten, mein guter Wagenbauer, wird es eine Schlacht geben. Kannst du mir bis dahin ein neues Paar Räder bauen?‘

‚Das kann ich, Majestät‘, entgegnete der Wagenbauer. Als dann sechs Tage weniger als sechs Monate um waren, hatte der Wagenbauer ein Rad fertiggestellt.

Da wandte sich König Pacetana an seinen Wagenbauer: ‚In sechs Tagen wird es eine Schlacht geben. Ist mein neues Paar Räder fertig?‘

‚Nun, nach sechs Tagen weniger als sechs Monaten habe ich ein Rad fertiggestellt.‘

‚Kannst du das zweite Rad in diesen sechs Tagen fertigstellen?‘

‚Das kann ich, Majestät‘, sagte der Wagenbauer und stellte das zweite Rad in sechs Tagen fertig. Er nahm das Paar Räder, ging zum König Pacetana und sprach zu ihm: ‚Majestät, das sind deine beiden neuen Räder, sie sind fertig.‘

‚Aber, mein guter Wagenbauer, was ist der Unterschied zwischen dem Rad, das in sechs Tagen weniger als sechs Monaten fertiggestellt wurde, und dem Rad, das in nur sechs Tagen fertiggestellt wurde? Denn ich kann keinen Unterschied zwischen ihnen sehen.‘

‚Es gibt aber einen Unterschied, Majestät. Sieh her, das ist er.‘

Und der Wagenbauer rollte das Rad, das in sechs Tagen fertiggestellt worden war, vorwärts. Es rollte, soweit der ursprüngliche Schwung es trug, trudelte und fiel zu Boden. Danach rollte er das Rad, das in sechs Tagen weniger als sechs Monaten fertiggestellt worden war, vorwärts. Es rollte, soweit der ursprüngliche Schwung es trug, dann stand es still, als sei es an einer Achse befestigt.

‚Aber was ist der Grund, mein guter Wagenbauer, was ist die Ursache, dass das Rad, das in sechs Tagen fertiggestellt wurde, trudelte und zu Boden fiel, während dasjenige, das in sechs Tagen weniger als sechs Monaten fertiggestellt wurde, stillstand, als sei es an einer Achse befestigt?‘

‚Bei dem Rad, das in sechs Tagen fertiggestellt wurde, Majestät, sind Felge, Speichen und Nabe krumm und fehlerhaft und weisen Mängel auf. Deshalb trudelte es und fiel zu Boden. Bei dem Rad, das in sechs Tagen weniger als sechs Monaten fertiggestellt wurde, Majestät, sind Felge, Speichen und Nabe nicht krumm und fehlerhaft und weisen keine Mängel auf. Deshalb stand es still, als sei es an einer Achse befestigt.‘

Nun, Mönche und Nonnen, ihr könntet denken: ‚Der Wagenbauer wird damals sicher jemand anders gewesen sein?‘ Aber so solltet ihr es nicht sehen. Ich selbst war damals der Wagenbauer. Damals war ich bewandert in den Krummheiten, Fehlern und Mängeln von Holz.

Jetzt, da ich ein Vollendeter bin, ein vollkommen erwachter Buddha, bin ich bewandert in den Krummheiten, Fehlern und Mängeln der Handlungen mit Körper, Sprache und Geist. Alle Mönche und alle Nonnen, die die Krummheiten, Fehler und Mängel der Handlungen mit Körper, Sprache und Geist nicht aufgegeben haben, sind von der Lehre und Schulung abgefallen, geradeso wie das Rad, das in sechs Tagen fertiggestellt wurde.

Alle Mönche und alle Nonnen, die die Krummheiten, Fehler und Mängel der Handlungen mit Körper, Sprache und Geist aufgegeben haben, stehen fest in der Lehre und Schulung, geradeso wie das Rad, das in sechs Tagen weniger als sechs Monaten fertiggestellt wurde.

Daher sollt ihr euch so schulen: ‚Wir wollen die Krummheiten, Fehler und Mängel der Handlungen mit Körper, Sprache und Geist aufgeben.‘ So sollt ihr euch schulen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).